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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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»Alter Schelm!« rief Herr Cascabel. »Fang einmal damit an, daß du uns das gestohlene Geld zurückgiebst!. Dann sehen wir weiter!«

Überhaupt war die Zukunft besorgniserregend. Man mußte immer fürchten, daß er seine Drohungen ausführen könnte, dieser Tschu-Tschuk, oder vielmehr Tuck-Tuck, wie Herr Cascabel ihn nannte, obgleich ein Kosename, ihm ungefähr so gut stehe, wie ein Schäferhut einem gelbhaarigen Englishman!«

Und er sann noch immer auf irgend ein Mittel, ihm einen Streich nach seinem Geschmack zu spielen. Was für einen?. Er sann und fand nichts. Schließlich fragte er sich, ob sein Sack denn leer sei; unter diesem Sacke verstand er sein Gehirn. In der That, der Mann, welcher sich den schönen, ebenso kühnen als bedauerlichen Einfall gestattet hatte, aus Amerika über Asien nach Europa zu reisen, hatte allen Grund, sich jetzt nur mehr für einen Dummkopf anzusehen.

»Nicht doch, Cäsar, nicht doch!« sagte Cornelia wiederholt zu ihm. »Du wirst schließlich schon einen seinen Kniff ersinnen!. Du wirst in einem Augenblick darauf verfallen, wo du am wenigsten daran denkst!«

»Glaubst du?.«

»Ich bin dessen gewiß!«

War es nicht rührend, das unerschütterliche Vertrauen zu sehen, welches Frau Cascabel trotz jenes unglückseligen Reiseplanes nach wie vor in das Genie ihres Mannes setzte?

Überdies war Herr Sergius zur Stelle, um ihnen allen Mut einzuflößen, wenngleich seine Versuche, Tschu-Tschuk von seinen Ansprüchen abzubringen, keinen Erfolg hatten. Übrigens war kein Grund zu allzu großer Ungeduld vorhanden. Selbst wenn der eingeborene Häuptling sich dazu verstanden hätte, ihr die Freiheit zu schenken, so hätte die Familie Cascabel die Kotelnii-Insel nicht im tiefen Winter, bei einer Temperatur von vierzig Grad unter Null, verlassen können.

Der fünfundzwanzigste Dezember kam heran und Cornelia wollte Weihnachten mit einigem Glanze gefeiert sehen. Der Glanz sollte einfach darin bestehen, daß sie ihren Gästen ein sorgfältiger zubereitetes und reicheres Mahl als gewöhnlich vorsetzte, bei dem die Konserven die Hauptkosten zu tragen hatten. Da es ihr überdies weder an Mehl, noch an Reis und Zucker fehlte, so verwendete die vortreffliche Hausfrau ihre ganze Sorgfalt darauf, einen riesigen Kuchen zu backen, dessen Erfolg im voraus gesichert war.

Die beiden russischen Matrosen wurden zu diesem Schmause entboten und leisteten der Einladung Folge. Es war das erste Mal, daß sie das Innere der Belle-Roulotte betraten.

Sowie der eine von ihnen - der sich Kirschef nannte -sprach, fiel der Klang seiner Stimme Kayetten auf. Diese Stimme schien ihr nicht unbekannt. Aber wo sie dieselbe schon einmal gehört, das hätte sie nicht zu sagen vermocht.

Übrigens fühlten sich weder Cornelia, noch Napoleone, noch auch Clou zu diesen beiden Menschen hingezogen, welche sich in der Gegenwart von ihresgleichen unbehaglich zu fühlen schienen.

Gegen Ende der Mahlzeit erzählte Herr Sergius auf Ortiks Bitte die Erlebnisse der Familie Cascabel in der alaskischen Provinz, - wie dieselbe ihn halbtot aufgefunden und gerettet habe, als einige Spießgesellen der Karnossschen Bande einen Mordversuch an ihm verübt. Wären ihre Gesichter im vollen Lichte gewesen, so hätte man sehen können, wie die beiden Matrosen bei der Erwähnung jenes Verbrechens einen eigentümlichen Blick tauschten. Aber dieser Blick blieb unbemerkt und nachdem sie ihren gehörigen Anteil an dem Kuchen bekommen hatten, der reichlich mit Wodka benetzt wurde, verließen Ortik und Kirschef die Belle-Roulotte.

Sobald sie draußen waren, sagte der eine:

»Ein nettes Zusammentreffen!. Es ist der Russe, den wir an der Grenze angegriffen haben und den wir ohne die Dazwischenkunft jener verdammten Indianerin umgebracht.«

»Und beraubt hätten!« fiel der andere ein.

»Jawohl!. jener Tausende von Rubeln, die sich jetzt in Tschu-Tschuks Händen befinden!«

Also waren die beiden vermeintlichen Matrosen Mitglieder der Karnossschen Bande, deren Missethaten in ganz Westamerika Schrecken verbreitet hatten. Nach ihrem vereitelten Attentat auf Herrn Sergius, dessen Züge sie in der Dunkelheit nicht zu erkennen vermocht, hatten sie ihren Weg nach Port-Clarence genommen. Einige Tage später hatten sie den Versuch gemacht, in einem gestohlenen Boote über die Beringstraße zu setzen. Aber die Strömungen hatten sie mit sich gerissen, bis sie nach unsäglichen Gefahren an der Hauptinsel der Liakhossgruppe scheiterten und von den Eingeborenen gefangen genommen wurden.

VI. Überwinterung

So war die Lage des Herrn Sergius und seiner Reisegefährten beschaffen, als man den ersten Januar 1868 schrieb. Schon sehr beunruhigend durch die Gefangenschaft bei den Liakhoff-Insulanern, wurde dieselbe durch die Anwesenheit Ortiks und Kirschefs noch bedenklicher. Wer wußte, ob die beiden Bösewichter nicht den Versuch machen würden, aus dieser unerwarteten Begegnung Nutzen zu ziehen? Zum Glück wußten sie nicht, daß der von ihnen an der alaskischen Grenze Angegriffene Graf Narkine sei, ein politischer Flüchtling, der aus der Festung Jakutsk entwichen war und nun, unter das Personal einer Jahrmarktstruppe gemischt, nach Rußland zurückzukehren suchte. Hätten sie das gewußt, sie würden sicher nicht gezögert haben, sich das Geheimnis zu nutze zu machen, dem Grafen Narkine Geld zu erpressen, ihn sogar gegen eine ihnen zu gewährende Belohnung oder Prämie den moskowitischen Behörden auszuliefern. Aber mußte man nicht fürchten, daß der Zufall das Geheimnis enthüllen könnte, von dem bis jetzt nur die Eheleute Cascabel Kenntnis hatten?«

Übrigens setzten Ortik und Kirschef ihr abgeschiedenes Leben fort, wenngleich sie fest entschlossen waren, sich im gegebenen Falle den Bemühungen des Herrn Sergius anzuschließen, um ihre Freiheit wieder zu erlangen.

So viel war klar, während der Winterperiode des Polarjahres konnte man nichts unternehmen. Die Kälte war so außerordentlich geworden, daß der Atem sich in der Luft in

Schnee verwandelte Das Thermometer sank zuweilen auf vierzig Grad Celsius unter Null herab. Selbst bei windstillem Wetter wäre es unmöglich gewesen, eine solche Temperatur zu ertragen. Cornelia und Napoleone wagten nicht mehr, die Belle-Roulotte zu verlassen, und übrigens würde man sie auch daran verhindert haben. Wie endlos ihnen diese Tage ohne Sonne, oder vielmehr diese vierundzwanzigstündigen Nächte schienen!

An das nordamerikanische Klima gewöhnt, scheute Kayette sich nicht, der Kälte draußen Trotz zu bieten. Dasselbe thaten die einheimischen Frauen. Sie gingen ihrer gewohnten Arbeit nach, in ein doppeltes Gewand aus Renntierfell gekleidet, in den Palsk aus Pelzwerk gehüllt, Pelzstrümpfe und Mokassins aus Seehundsleder an den Füßen, eine mit Hundsleder gefütterte Mütze auf dem Kopf. Nicht einmal ihre Nasenspitze war sichtbar - was übrigens nicht bedauerlich erschien.

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