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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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Gegen Ende der zweiten Februarwoche zeigte die Temperatur eine schwache Tendenz zu steigen. Da der Wind sich nach Süden gedreht hatte, begannen die Schneestürme von neuem mit unvergleichlicher Wut über Neusibirien hinzurasen. Wäre die Belle-Roulotte nicht von hohen Felsblöcken geschützt und bis über die Räder im Schnee vergraben gewesen, sie hätte den Windstößen keinen Widerstand zu leisten vermocht; so aber gab sie keinen Anlaß zu Besorgnissen hinsichtlich ihrer Sicherheit.

Zwar stellten sich noch einige heftige Fröste ein, welche die Atmosphäre jählings herabdrückten; aber gegen die Mitte des

Monats sank sie im Durchschnitt nicht mehr über zwanzig Grad unter Null herab.

So wagten Herr Sergius, Herr Cascabel, Jean, Xander und Clou-de-Girofle sich denn wieder ins Freie, indem sie die sorgfältigsten Vorsichtsmaßregeln ergriffen, damit der Übergang nicht allzu brutal erscheine. Vom hygieinischen Standpunkt aus betrachtet war dies die allergrößte Gefahr, der sie sich aussetzen konnten.

Die Umgebung des Lagers war gänzlich unter dem einförmigen weißen Teppich verschwunden; es war unmöglich, die Unebenheiten des Erdbodens zu unterscheiden. Und daran war nicht etwa die Dunkelheit Schuld; denn zwei Stunden des Tages hindurch färbte der südliche Horizont sich mit einem fahlen Schimmer, einem Widerscheine glutloser Strahlen, der mit dem Nahen der Frühlings-Nachtgleiche immer stärker werden würde. Man konnte also einige Spaziergänge unternehmen und sah sich vor allem durch Tschu-Tschuks Aufforderung veranlaßt, in der Wohnung dieses Herrschers vorzusprechen.

Man fand den starrsinnigen Häuptling in unveränderter Stimmung. Er riet den Gefangenen sogar, unverzüglich ein Lösegeld von dreitausend Rubeln herbeizuschaffen; sonst werde er wissen, was er zu thun habe.

»Abscheulicher Lump!«. antwortete ihm Herr Cascabel in jenem reinen Französisch, das Seine Majestät nicht verstand. »Jawohl!. Dreifacher Dummkopf!. Vierfacher Tölpel!. König der Idioten!.«

Allerdings förderten diese Bezeichnungen, die so gut auf den Beherrscher der Liakhossgruppe paßten, die Dinge nicht sonderlich. Die Sache wurde sogar bedenklich, da Tschu-Tschuk mit Gewaltmaßregeln drohte.

Da, unter dem Einflusse konzentrierter Wut, kam Herrn Cascabel eine geniale Inspiration, - was von einem so außerordentlich scharfsinnigen Manne gewiß nicht überraschen wird.

»Bei allen Seehunden!« rief er eines schönen Morgens, »wenn diese Posse, diese köstliche Posse gelänge!. Und warum nicht?. solchen Trotteln gegenüber!«

Obgleich ihm dieser Ausruf entschlüpft war, glaubte Herr Cascabel sein Geheimnis bewahren zu sollen. Er mochte es niemand mitteilen - nicht einmal Herrn Sergius, nicht einmal Cornelia.

Indessen schien die Fertigkeit in der russischen Sprache, deren sich sämtliche Völkerschaften Nordsibiriens bedienen, eine unerläßliche Bedingung für den Erfolg seines Planes zu bilden. Und zwar in dem Grade, daß, während Kayette sich unter der Leitung ihres Freundes Jean in das Studium der französischen Sprache vertiefte, Herr Cascabel sich unter der Leitung seines Freundes Sergius in der russischen zu vervollkommnen beschloß. Und hätte er einen hingebenderen Lehrmeister finden können?

Dementsprechend teilte Herr Cascabel, als er am sechzehnten Februar mit Herrn Sergius in der Nähe der Belle-Roulotte spazieren ging, diesem seinen Wunsch mit, das Russische gründlicher zu erlernen.

»Sehen Sie,« sagte er, »da wir nach Rußland gehen, wird mir das Russische sehr nützlich sein und mir während unseres Aufenthaltes in Perm und Nischnij manche Verlegenheit ersparen.«

»Einverstanden, mein lieber Cascabel,« antwortete Herr Sergius. »Indessen könnten Sie sich mit dem, was Sie bereits von unserer Sprache wissen, beinahe behelfen.«

»Nein, Herr Sergius, nein! Wenn ich auch so ziemlich verstehe, was man mir sagt, so kann ich mich doch nicht meinerseits verständlich machen, und dahin möchte ich's eben bringen.«

»Wie es Ihnen gefällig ist.«

»Und überdies, Herr Sergius, wird es uns immerhin die Zeit vertreiben!«

Schließlich hatte Herrn Cascabels Vorschlag nichts Erstaunliches und man zeigte sich auch nicht überrascht davon.

So lernte er denn von Herrn Sergius mit großem Eifer Russisch; er arbeitete täglich zwei bis drei Stunden - wobei er nicht sowohl auf die Grammatik, als auf die Aussprache Gewicht legte; letztere schien für ihn die Hauptsache zu bilden.

Nun sprechen die Russen zwar sehr leicht und ohne fremdartigen Accent französisch; den Franzosen aber fällt das Russische ziemlich schwer. Man wird sich daher kaum einen Begriff von der Mühe machen, welche Herr Cascabel sich gab, von den anstrengenden Sprechübungen, denen er sich unterzog, von den schallenden Tönen, mit welchen er die Belle-Roulotte erfüllte, um es zur Vollkommenheit zu bringen.

Und bei seiner natürlichen Begabung für Sprachen machte er Fortschritte, die sein Personal in Erstaunen setzten.

Nach beendigter Lektion ging er dann ans Meeresufer, wo er vor Zuhörern sicher war, und übte sich dort mit schallender Stimme im Aussprechen verschiedener Sätze in verschiedenen Tonarten, wobei er das »r« nach russischer Sitte rollte. Und der Himmel weiß, daß er sich während der Ausübung seines Gauklerberufes eine starke Betonung jenes Buchstabens angewöhnt hatte!

Manchmal begegnete er Ortik und Kirschef, und da die beiden Matrosen keine Silbe französisch konnten, unterhielt er sich russisch mit ihnen und vergewisserte sich so, daß er recht verständlich zu werden beginne.

Übrigens kamen die beiden Männer jetzt häufiger in die Belle-Roulotte. Kayette, auf welche Kirschefs Stimme noch immer Eindruck machte, strengte ihr Gedächtnis an, um sich der Gelegenheit zu erinnern, bei welcher sie dieselbe gehört haben mochte.

Zwischen Ortik und Herrn Sergius drehte sich das Gespräch, an welchem jetzt auch Herr Cascabel teilnahm, unaufhörlich um ein mögliches Mittel zur Flucht; und doch gelangte man zu keinem Resultate.

»Es giebt eine Chance, an die wir nicht gedacht haben und die sich dennoch bieten könnte,« sagte Ortik eines Tages.

»Welche?.« fragte Herr Sergius.

»Wenn das Polarmeer erst wieder eisfrei geworden ist,« antwortete der Matrose, »so ist es nichts seltenes, daß Walfischfahrer an der Liakhossgruppe vorübersegeln. Wäre es in diesem Falle nicht möglich, Signale zu geben, irgend ein Schiff anzurufen?«

»Das hieße, die Mannschaft des Schiffes ebenfalls der Gefangennehmung durch Tschu-Tschuk aussetzen und würde nichts zu unserer Befreiung beitragen,« antwortete Herr Sergius. »Die Mannschaft würde der Übermacht erliegen und in die Hände der Eingeborenen fallen.«

»Dann wird auch das Meer nicht vor drei Monaten eisfrei sein,« warf Herr Cascabel hin; »und solange werde ich mich nie und nimmer gedulden!.«

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