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Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]

Электронная книга - «Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]». Краткое содержание книги:

Drei Jahre sind in Chalion vergangen, seit Königinwitwe Ista dy Boacia vom Fluch des Wahnsinns befreit wurde, der sie auf dem Stammsitz ihrer Familie gefangen hielt. Doch ihre neu entdeckte Freiheit ist nicht unbeschwert. Ehemann, Eltern und Sohn sind gestorben, und die Tochter lebt meilenweit entfernt am Königshof zu Cardegoss. Somit bleibt Ista allein mit ihren Schuldgefühlen und Geheimnissen — denn sie weiß, was ihr Land an den Rand des Abgrunds führte! Auf der Suche nach Absolution tritt Ista eine Pilgerfahrt an, den Göttern zur Buße und Abbitte. Aber auf sie wartet eine neue Gefahr, die größer ist, als sie ahnen kann: Erneut wird Chalion bedroht, und diesmal von einem heimtückischen Bösen, das nur Ista aufzuhalten vermag…
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Arhys zögerte. Die Fröhlichkeit schwand aus seinem Gesicht. Er rieb sich die Stirn, dann das Kinn und die Hände. »Ich weiß nicht recht. Damals schien es mir eine gute Idee zu sein.«

Illvin sagte: »Cattilara ist davon überzeugt, dass die Prinzessin dir einen Liebestrank verabreicht hat und du nicht mehr wusstest, was du tust. Und trotz meiner Ungeduld mit ihren Launen habe ich doch stets gehofft, dass es so gewesen sein mag. Weil die andere Möglichkeit um vieles schlimmer ist.«

»Dass ich mich in Umerue verliebt habe?«

»Nein. Ich habe an etwas anderes gedacht.«

Ista fasste ihn schärfer ins Auge. »Und woran?«

Illvins Gesichtsausdruck wurde ernst und in sich gekehrt. »Nun, auf mich hatte sie dieselbe Wirkung. Zuerst. Dann erblickte sie Arhys, und ich war vergessen. Sie ließ mich fallen wie einen Sack Kleie. Und … mein Verstand kehrte zurück. Ich erinnerte mich endlich wieder daran, wo ich sie schon einmal gesehen hatte, obwohl sie damals eigentlich nicht dieselbe war. Sag, Arhys, erinnerst du dich an meinen kleinen Ausflug nach Jokona vor drei Jahren, als ich mich als Pferdehändler verkleidet hatte? Als ich Goram mit zurückbrachte, und einen Plan von Burg Hamavik?«

»Ja.«

»Ich habe einige Tiere beim Lord von Hamavik gekauft. Und zu viel dafür bezahlt, was ihn glücklich und redselig machte und dafür sorgte, dass er mich für einen Dummkopf hielt. Er lud mich zu einem Abendessen in sein Landhaus an der Küste ein. Allein schon daraus hätte ich schließen können, wie sehr er mich übers Ohr gehauen hatte, hätte ich es bis dahin nicht schon gewusst. Er zeigte mir prahlerisch seine kostbarsten Besitztümer, darunter auch seine Frau. Sie war eine Prinzessin aus Jokona, eine Enkelin des Goldenen Heerführers selbst, erzählte er mir. Als wäre sie eine hübsche Zuchtstute, die er sich einiges hatte kosten lassen. Ich nehme an, so war es auch, denn die Regentin und Fürstinnenwitwe Joen ist nicht dafür bekannt, dass sie ihre Kinder billig hergibt. Bei den fünf Göttern, er war ein abstoßender alter Bock. Golden war sie, aber sie war auch die traurigste stille Maus von einer Frau, die ich je gesehen hatte. Eintönig. Eingeschüchtert. Und sie sprach nicht mehr als höchstens sechs Worte Ibranisch.«

»Dann war sie nicht dieselbe Prinzessin«, sagte Arhys. »Der Fürst von Jokona hat ein ganzes Rudel an Schwestern. Du hast sie vermutlich verwechselt. Umerue hatte eine geistreiche und respektlose Zunge.«

»Ja. Sie machte zweisprachige Wortspiele. Aber wenn sie keine Zwillingsschwester gleichen Namens hat, dann schwöre ich, dass sie dieselbe Frau ist.« Illvin seufzte und runzelte die Stirn. »Catti stürmte wutentbrannt auf die Gemächer der Prinzessin zu, und ich lief hinterdrein. Ich hatte Angst … ich weiß nicht wovor, aber ich dachte mir, wenn ich schon sonst nichts tun kann, könnte ich dich zumindest warnen und eine Szene verhindern.«

»Mein treuer Flügelmann.«

»Das ging weit über die Grenzen der Pflichterfüllung hinaus. Das habe ich damals schon gedacht. Du wärest mir etwas schuldig, und das wollte ich einfordern. Ich flehte Catti an, mich als Ersten eintreten zu lassen, aber sie schlüpfte mir unter dem Ellenbogen durch. Und dann sind wir zum ungünstigsten Zeitpunkt hereingeplatzt. Wo wir gerade von respektlosen Zungen gesprochen haben …«

Tote, stellte Ista fest, konnten nicht erröten. Aber zumindest konnten sie beschämt dreinblicken.

»Selbst ich konnte es Catti nicht verdenken, dass sie bei dem Anblick in Raserei geriet«, fuhr Illvin fort. »Aber hätte dieser protzig verzierte Dolch nicht oben auf dem Haufen Zeug gelegen, sondern darunter, hätte ich sie vielleicht noch schnell genug zu fassen bekommen. Schreiend ging sie geradewegs auf die Prinzessin zu. Hätte ihr am liebsten das Gesicht in Streifen geschnitten. Aus verständlichen Gründen.«

»Daran erinnere ich mich«, sagte Arhys langsam, als wäre er sich unsicher. »Es kommt wieder zurück …«

»Du hast die goldfarbene Schlampe zur Seite gestoßen. Ich packte Cattis Messerhand, und wir hätten die Lage retten können, wärst du nicht gestolpert, als du aus dem Bett gesprungen bist. Warst du so von der Lust übermannt, dass du nicht einmal die Zeit gefunden hast, dich ganz auszuziehen? Wenn ich eine solche Gelegenheit bekommen hätte … doch reden wir nicht davon. Aber dass der beste Schwertkämpfer von ganz Caribastos von den eigenen Hosen zu Fall gebracht wurde — fünf Götter, Arhys! Catti allein wäre gar nicht stark genug gewesen, um diese große Klinge in dein Herz zu stoßen, selbst wenn sie versucht hätte, dich anzugreifen. Aber du bist mit zusammengebundenen Knöcheln direkt gegen uns gefallen.« Seine Empörung schwand dahin, seine aufgeregte Stimme wurde leiser und bedächtiger. »Ich habe gefühlt, wie die Klinge eindrang. Ich war mir sicher, dass wir dich getötet hatten, wir alle zusammen.«

»Es war nicht Cattis Schuld!«, warf Arhys hastig ein. »Oh, dieser schmerzhafte Ausdruck in ihrem Gesicht! Es war wie ein zweiter Dolchstoß. Kein Wunder, dass sie danach … was danach kam, daran erinnere ich mich nicht mehr.«

»Du bist zu meinen Füßen zusammengebrochen. Das dumme Ding hat dann die Klinge aus deiner Brust herausgerissen. Ich rief noch nein, Catti!, doch es war zu spät. Aber so, wie das Blut dann herausspritzte, bin ich mir ohnehin nicht sicher, ob es die Blutung aufgehalten hätte, wenn wir die Klinge stecken gelassen hätten. Ich habe versucht, eine Hand auf deine Wunde zu drücken, und mit der anderen Hand hielt ich Cattis Ärmel fest. Aber sie hat sich aus ihrem Übergewand herausgewunden. Umerue kreischte, kletterte über das Bett zurück und versuchte, wieder an deine Seite zu gelangen — ich weiß auch nicht genau, warum. Catti stieß ihr das Messer direkt in den Leib. Umerue legte die Hand auf den Griff, sah auf und bedachte mich mit einem unglaublich traurigen Blick. Oh, sagte sie, mit einer verlorenen und kraftlosen Stimme. Wie … wie ihre Stimme, als ich sie das erste Mal gesehen habe.« Er sprach noch leiser. »Sie sagte einfach nur: Oh. Cattis Gesicht nahm einen sehr merkwürdigen Ausdruck an, und danach … danach erinnere ich mich nicht mehr.« Er ließ sich auf die Kissen zurücksinken. »Warum nicht?«

Istas Hände zitterten. Sie verbarg sie in den Rockfalten. »Woran erinnert Ihr Euch denn als Nächstes, Lord Illvin?«, fragte sie.

»Hier aufzuwachen. Benommen und krank. Und dann wieder hier aufzuwachen. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und … irgendetwas muss mit mir geschehen sein. Wurde ich von hinten niedergeschlagen?«

»Cattilara meint, Pechma hätte dich niedergestochen«, sagte Arhys. Er räusperte sich. »Und Umerue.«

»Aber er war gar nicht dort. Ist er nach uns hereingekommen? Außerdem wurde ich nicht …«, Illvins Hand tastete zu seiner Brust, fuhr unter das weiße Leinen, und kam rot verschmiert wieder hervor, »oh … niedergestochen?«

»Was war dieser Pechma für ein Mensch?«, fragte Ista beharrlich.

»Er war Umerues Sekretär«, sagte Arhys. »Er hatte einen fürchterlichen Geschmack, was Kleidung betraf, und war stets das Opfer der Scherze von Umerues Gefolge. Diese trotteligen, unfähigen Burschen findet man überall. Als Cattilara mir erzählt hatte, er habe Illvin angegriffen, erklärte ich, das sei unmöglich. Sie sagte mir, es solle besser möglich sein, andernfalls hätten wir Krieg mit Fürst Sordso, noch bevor der Leichnam wieder zu Hause eingetroffen ist. Außerdem würde kein Jokoner einen Finger für Pechma rühren. Und damit hatte sie Recht. Und ich solle Geduld haben, sagte sie, Illvin würde sich wieder erholen. Ich hatte schon meine Zweifel, aber wie ich sehe, stimmte auch das!«

Ista wandte ein: »Ihr habt seit mehr als zwei Monaten nichts gegessen, und Ihr habt Euch nie darüber gewundert?«

Illvin blickte von seiner verschmierten Hand auf und sah erschrocken zu Arhys hinüber. Seine Lider wurde schmal.

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