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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
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«Ich hab da so Sachen gehört, Mr. Carpenter«, sagte ich.

«Sachen, die ich mir nie hätte träumen lassen.« Er sah mich verständnislos an.»Was für Sachen hast du denn gehört, Jenny?« Ich schenkte den Kaffee in die Tasse ein.

«Ich hab gehört, Sie sind mein Daddy.« Er sank auf einen Küchenstuhl.»Ja«, sagte er,»das stimmt ja auch.« Ich stellte die Tasse mit der Untertasse auf die Anrichte, um den Kaffee ein bisschen abkühlen zu lassen, damit er nicht zu heiß für ihn wäre und er einen schönen großen Schluck nehmen konnte.

«Ich hab gehört, Sie haben unseren Pop erschossen und ihn in Ihrem Rosengarten begraben. Das sind ja mächtig schöne Rosen da draußen.« Er hielt seinen Kopf zwischen beiden Händen.»Sie haben geschworen, es dir nie zu sagen. Die Jungs haben es geschworen.« «Pembrook hat’s mir gesagt, weil er Angst hat, mir könnte hier in Ihrem Haus irgendwas passieren. «Ich stellte die Tasse mit der Untertasse vor ihn auf den Tisch.

«Ach, Jenny, süße kleine Jenny, ich würde dir doch nie was antun. Wenn überhaupt etwas, so möchte ich all die Jahre wieder gutmachen, die ich versucht habe, nicht an dich zu denken. Ich hätte gern, dass du hier wohnst als meine Tochter, damit ich dir all das geben kann, was du längst hättest haben sollen.« «Nennen Sie mich nicht so. Ich bin keine Kleine mehr.« «Nein, das bist du nicht. Du bist eine wohlgeratene, reizende Frau, genau wie deine Mutter es war. Gott, was hab ich diese Frau geliebt! Sie war das einzig Schöne, was mir in meinem ganzen Leben je widerfahren ist. Ich wollte sie mitnehmen. Wir waren drauf und dran wegzugehen.

Wir hätten in eine andere Stadt gehen können oder in eine Großstadt, wo uns niemand kennt. Dich hätten wir mitgenommen. Und wir wären glücklich gewesen.

Stattdessen ist sie gestorben.« «Pop hat sie umgebracht. Wegen Ihnen.« «Das weißt du also auch. «Er seufzte.»Ja. Er brachte sie um, und ich brachte ihn um, und nun lebe ich die ganze Zeit mit diesen entsetzlichen Gewissensqualen. Ich habe niemanden, mit dem ich reden könnte. Clemmie hat von der ganzen Sache keine Ahnung. Ich wünschte manchmal, ich wäre tot.« «Trinken Sie Ihren Kaffee.« Das Eierwasser kochte. Behutsam rollte ich die beiden Eier in den Topf und steckte zwei Scheiben Brot in den Toaster. Er kam vom Tisch zu mir herüber, wo ich arbeitete.

«Jenny. «Er legte mir die Hände auf die Schultern und drehte mich zu sich herüber.»Was kann ich für dich tun, um es wieder gutzumachen? Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, und das ist viel, das kannst du mir glauben. Sag einfach, was du willst. Du kriegst es.« Ich überlegte einen Augenblick. Wäre es richtig oder falsch, von diesem Mann etwas anzunehmen? Wie immer hatte ich Schwierigkeiten, zwischen den beiden zu unterscheiden. Wäre es richtig oder falsch, ihn den Kaffee trinken zu lassen?

Dann sagte ich:»Könnten Sie Pembrook sein Jurastudium zahlen?« «Abgemacht.« «Und Earl und Wesley, können Sie denen eine Arbeit besorgen? Die sind gute Arbeiter, bloß vom Pech verfolgt.« «Sag ihnen, sie sollen in die Bank kommen.« «Und was ist mit Deucy? Würden Sie ihm eine neue Gitarre besorgen und eine Fahrkarte nach Nashville? Er kann wirklich gut singen.« «Nicht bloß das. Ich kenne Johnny Cash persönlich. Da lassen wir uns was einfallen.« «Jetzt kommt aber was Schweres: Können Sie Ace aus dem Gefängnis holen und ihn auf die rechte Bahn bringen?« «Der Gefängniswärter ist Clemmies Cousin. Außerdem besitze ich eine Ranch in Wyoming. Dort kann er hin und sich die Hörner abstoßen. Aber was ist mit dir, Jenny?

Was kann ich denn für dich tun?« Ich zuckte die Achseln.»Ach, ich werd vielleicht ein Weilchen hier wohnen. Ich kann ja Mrs. Carpenter zur Hand gehen und so ein bisschen auf alles aufpassen.« Er umarmte mich und gab mir einen herzhaften KUSS auf die Backe.»Bravo, Mädchen«, sagte er.»Ich hatte gehofft, dass du das sagen würdest. Du wirst es nie bereuen. Mmm, der Kaffee riecht aber gut.« Er steuerte wieder auf den Tisch und seine Kaffeetasse zu. Ich war aber vor ihm dort und schnappte sie ihm vor der Nase weg.

«Der Kaffee ist doch kalt«, sagte ich.»Und überhaupt ist die ganze Kanne bitter. Ich hab ihn probiert, bevor sie runterkamen. Ich werd Ihnen frischen machen.« Ich schüttete den ganzen Kaffee in den Ausguss und servierte ihm seine Eier mit Toast. Den frischen Kaffee tranken wir zusammen, und dann ging er in seine Bank.

Und so ist es jetzt gekommen. Pembrooks Plan ist tatsächlich der bessere, und er studiert wirklich fleißig.

Jetzt, wo er nicht auch noch seinen Lebensunterhalt verdienen muss, kann er seinen Abschluss früher machen.

Earl und Wesley gefällt die Arbeit am Bankschalter, und Deucy hat seinen Cadillac mit Leopardenfellsitzen und jede Menge Mädchen, obwohl er meint, er vermisst die Verandaschaukel. Ace hat ein Foto von sich geschickt, wo er auf einem Pferd sitzt und einen riesigen Cowboyhut aufhat. Er sieht komisch aus, sagt aber, es geht ihm gut.

Und ich? Solange die Rosen blühen, schneide ich jeden Tag welche und stelle sie ins Haus. Mrs. Carpenter findet sie einfach himmlisch. Ich warte ab. Eines Tages werden wir Taggerts den Rosengarten umgraben.

Wilder Senf

von MARCIA MULLER

Marcia Muller (*1944) gehört zu den gefeiertsten und vielseitigsten Krimiautorinnen, die im letzten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts in Erscheinung getreten sind.

Geboren in Detroit und an der University of Michigan ausgebildet, lebt sie nun in Nordkalifornien, wo auch die meisten ihrer Werke spielen. Obwohl es bei seinem Erscheinen kaum Aufsehen erregte, wird Mullers Edwin of the Iron Shoes (1977; dt. Es ist nicht alles Gold …) heute eine Vorrangstellung unter einer der Hauptströmungen der vergangenen Jahrzehnte eingeräumt: dem Frauenkrimi.

Alle vorhergehenden Bemühungen in dieser Richtung müssen unter Vorbehalt geführt werden: Figuren wie Carter Browns Mavis Seidlitz, Henry Kanes Maria Trent und G.G. Ficklings Honey West waren Männerfantasien, nicht ernst zu nehmende Wunschträume. Fran Hustons Nicole Sweet in The Rich Get It All (1973) war der Versuch, eine etwas wirklichkeitsnähere Figur zu schaffen, ist aber tatsächlich das Werk eines Mannes (Ron S. Miller), der ein geschlechtsneutrales Pseudonym benutzte. Die erste in einer Reihe von Autorinnen erdachter Privatdetektivinnen, Maxine O’Callaghans Delilah West, tauchte dann 1974 in einer Kurzgeschichte auf, im Roman aber erst 1980.

Sharon McCone kehrte erst wieder in Ask the Cards a Question (1982; dt. Frag die Karten) mit einem zweiten Fall zurück, im gleichen Jahr, in dem ihre beiden berühmtesten Kolleginnen, Sue Graftons Kinsey Millhone und Sara Paretskys V.I. Warshawski, erstmals in Erscheinung traten, taucht seither aber in durchschnittlich einem Buch pro Jahr auf. McCone unterscheidet sich nicht bloß vom Geschlecht her von den meisten früheren privaten Ermittlern: Sie ist keine typische Einzelgängerin, sondern Teil einer Organisation, der All Souls Legal Cooperative, einem Anwaltskollektiv, und die beruflichen und privaten Beziehungen zu ihren Kollegen sind ihr wichtig. Das führt zu dem anderen, etwas subtileren Aspekt, in dem Muller sich hervorhebt: Sie war eine der Pionierinnen der heute allgemein üblichen Praxis, Seriendetektive mit einem Netz an Freunden, Familienmitgliedern und Mitarbeitern auszustatten, die von Buch zu Buch wieder auftauchen. Bedauerlicherweise können ihr von den Autoren, die diese Praxis übernommen haben, in dieser Hinsicht nur wenige das Wasser reichen.

1992 heiratete sie den Romanautor Bill Pronzini, mit dem sie an drei Romanen zusammengearbeitet hat, beginnend mit Double (1984), in dem McCone gemeinsam mit Pronzinis Namenlosem Detektiv die Ermittlungen übernimmt; später folgten eine Kurzgeschichtensammlung, zahlreiche Anthologien und das nützliche Nachschlagewerk 1001 Midnights: The Aficionado’s Guide to Mystery and Detective Fiction (1986). Außerdem hat Muller eine Buchreihe um zwei Amateurdetektivinnen verfasst: Einmal geht es um die Museumskuratorin Elena Oliverez, die in The Tree of Death (1983) und zwei Folgeromanen erscheint, und dann um die Kunstversicherungsmaklerin Joanna Stark, deren erster von drei Auftritten 1986 in The Cavalier in White erfolgte.

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