Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04
- Автор: Мартин Джордж Рэймонд Ричард
- Серия: Das Lied von Eis und Feuer #2
- Год: 2000
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Helweg
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04». Краткое содержание книги:
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Er deutete mit dem Messer auf die schwarzen Eisenkessel, die über dem Feuer hingen. »Was, glaubst du, ist das? Obwohl ich auch reinpissen könnte, dann wäre es für diese Ziege noch immer gut genug. Kann der einem nicht einmal den Nachtschlaf gönnen?« Er spuckte aus. »Nun, du kannst nichts dafür, lauf zurück und sag ihm, die Brühe müsse wenigstens einmal aufkochen.«
»Ich soll hier warten, bis sie fertig ist.«
»Dann steh mir nicht im Weg herum. Am besten mach dich nützlich. Lauf zur Vorratskammer; seine Ziegenschaft wird Butter und Käse wollen. Weck Pia auf und sag ihr, sie soll sich dies eine Mal lieber beeilen, wenn sie ihre Füße behalten will.«
Sie rannte, so schnell sie konnte. Pia lag oben auf dem Schlafboden unter einem der Männer vom Blutigen Mummenschanz und stöhnte, doch sie zog sich sofort die Kleider wieder an, als sie Aryas Ruf hörte. Dann füllte sie selbst Körbe mit Buttertöpfen und großen Ecken stinkenden Käses, der in Stoff gewickelt war. »Hier, hilf mir mal dabei«, befahl sie Arya.
»Ich kann nicht. Aber du solltest dich lieber beeilen, sonst lässt dir Vargo Hoat die Füße abschlagen.« Sie sauste davon, ehe Pia sie greifen konnte. Auf dem Weg zurück fragte sie sich, warum keinem der Gefangenen Hände und Füße abgeschlagen worden waren. Möglicherweise fürchtete Vargo Hoat, er könne dadurch Robb wütend machen. Obwohl er nicht aussah wie jemand, der sich vor irgendetwas fürchtete.
Heiße Pastete rührte mit einem langen Holzlöffel in der Brühe, als Arya in die Küche zurückkam. Sie nahm sich einen zweiten Löffel und wollte ihm helfen. Einen Moment lang überlegte sie, ob sie ihm alles erzählen solle, doch dann fiel ihr das Dorf wieder ein, und sie entschied, es nicht zu tun. Er wird sich doch nur wieder ergeben wollen.
Dann hörte sie den hässlichen Klang von Rorges Stimme. »Koch«, brüllte er, »wir nehmen diese verdammte Brühe mit.« Arya ließ bestürzt den Löffel fallen. Ich habe ihm nicht befohlen, sie mitzubringen. Rorge trug seinen Eisenhelm mit dem Nasenschutz, der seine fehlende Nase halb verdeckte. Jaqen und Beißer folgten ihm in die Küche.
»Die verdammte Brühe ist verdammt noch mal noch nicht fertig«, antwortete der Koch. »Sie muss köcheln. Die Zwiebeln haben wir gerade erst reingetan und …«
»Halt den Mund, oder ich schiebe dir einen Spieß in den Arsch und wir hängen dich ein bisschen über das Feuer. Ich sagte Brühe, und ich sagte sofort.«
Beißer zischte nur, riss sich ein Stück Kaninchen vom Spieß und biss mit seinen spitzen Zähnen hinein, sodass Honig zwischen seinen Fingern hervortropfte.
Der Koch gab sich geschlagen. »Dann nehmt die verdammte Brühe mit, aber wenn die Ziege fragt, warum sie so dünn schmeckt, sagt ihm die Wahrheit.«
Beißer leckte sich Honig und Fett von den Fingern, während Jaqen H’ghar sich gepolsterte Handschuhe anzog. Ein zweites Paar reichte er Arya. »Das Wiesel wird mir helfen.« Die Brühe brodelte vor Hitze, und die Töpfe waren schwer. Arya und Jaqen trugen einen zwischen sich, Rorge schleppte einen allein, und Beißer nahm sogar zwei und zischte vor Schmerz, da er sich an den Griffen verbrannte. Trotzdem ließ er sie nicht fallen. Mit den Töpfen ging es hinaus aus der Küche und über den Hof. Vor der Tür zum Witwenturm waren zwei Wachen postiert. »Was ist das?«, fragte der eine Rorge.
»Ein Topf mit kochender Pisse, willst du welche?«
Jaqen lächelte entwaffnend. »Die Gefangenen müssen essen. «
»Niemand hat irgendetwas davon gesagt, dass …«
Arya schnitt ihm das Wort ab. »Es ist für sie, nicht für dich.«
Die zweite Wache winkte sie durch. »Dann bringt es nach unten.«
Hinter der Tür führte eine Wendeltreppe in den Kerker. Rorge ging voraus, Jaqen und Arya kamen als Letzte. »Das Mädchen wird sich heraushalten«, erklärte er ihr.
Die Stufen endeten in einem feuchten, langen, dunklen und fensterlosen Steingewölbe. Ein paar Fackeln brannten in Halterungen im vorderen Bereich, wo eine Gruppe von Ser Amorys Leuten um einen verkratzten Holztisch saß, sich unterhielt und mit Spielsteinen spielte. Massive Eisengitter trennten sie von den Gefangenen, die im Dunkeln hockten. Der Duft der Brühe lockte viele ans Gitter.
Arya zählte acht Wachen. Sie rochen die Brühe ebenfalls. »Das ist ja das hässlichste Dienstmädchen, das ich je gesehen habe«, sagte der Hauptmann zu Rorge. »Was ist in den Töpfen?«
»Dein Schwanz und deine Eier. Willst du essen oder nicht?«
Eine der Wachen war auf und ab geschritten, eine zweite hatte am Gitter gestanden und eine dritte mit dem Rücken zur Wand auf dem Boden gesessen, doch bei der Aussicht auf Essen traten sie alle zum Tisch.
»Wurde auch langsam Zeit!«
»Sind das Zwiebeln, die ich da rieche?«
»Wo ist denn das Brot?«
»Verdammt, wir brauchen Schüsseln, Becher, Löffel …«
»Nein, die braucht ihr nicht.« Rorge schüttete die siedend heiße Brühe quer über den Tisch, den Männern mitten in die Gesichter. Jaqen H’ghar tat das Gleiche. Auch Beißer warf seine Töpfe, doch er ließ sie kreisen, so dass es im Kerker Suppe regnete. Einer der Töpfe traf den Hauptmann, der gerade aufstehen wollte, an der Schläfe. Der Mann ging wie ein Sandsack zu Boden und rührte sich nicht mehr. Die anderen schrien vor Schmerzen, beteten oder versuchten davonzukriechen.
Arya drückte sich an die Wand, während Rorge begann, Kehlen durchzuschneiden. Beißer zog es vor, seine Opfer hinter dem Kopf und unter dem Kinn zu packen und ihnen mit einer einzigen Drehung seiner riesigen Pranken das Genick zu brechen. Nur einer Wache gelang es überhaupt, das Schwert zu ziehen. Jaqen wich dem Hieb tänzelnd aus, zog die eigene Klinge, trieb den Mann mit einem Wirbel von Schlägen in eine Ecke und tötete ihn mit einem einzigen Stich ins Herz. Dann kam der Lorathi mit der vom roten Herzblut beschmierten Klinge zu Arya und wischte sie an ihrer Schürze ab. »Das Mädchen sollte ebenfalls blutig sein. Dies ist ihr Werk.«
Der Schlüssel zur Zelle hing an einem Haken in der Wand über dem Tisch. Rorge nahm ihn herunter und öffnete die Tür. Der erste Mann, der heraustrat, war der Lord mit der Faust auf dem Überwurf. »Gut gemacht«, sagte er. »Ich bin Robett Glauer.«
»Mylord.« Jaqen verneigte sich.
Nachdem die Gefangenen befreit waren, nahmen die Ersten den toten Wachen die Waffen ab und rannten mit Stahl in den Händen die Treppe hinauf. Ihre Kameraden drängten ihnen unbewaffnet hinterher. Alles ging sehr rasch und ohne viele Worte vonstatten. Keiner von ihnen schien noch so schwer verwundet zu sein wie zu dem Zeitpunkt, als Vargo Hoat sie durch das Tor von Harrenhal hereingeführt hatte. »Das mit der Suppe war ausgesprochen schlau«, sagte dieser Glauer. »So etwas hatte ich nicht erwartet. War das Lord Hoats Idee?«
Rorge begann zu lachen. Er lachte so heftig, dass ihm der Rotz aus dem Loch flog, wo einst seine Nase gewesen war. Beißer saß auf einem der Toten und hielt dessen schlaffe Hand, während er an den Fingern nagte. Mit den Zähnen zermalmte er krachend die Knochen.
»Wer seid Ihr, Männer?« Eine Falte erschien zwischen Robett Glauers Augenbrauen. »Ihr wart nicht bei Hoat, als er in Lord Boltons Lager kam. Gehört Ihr zu den Tapferen Kameraden? «
Rorge wischte sich den Rotz mit dem Handrücken vom Kinn. »Jetzt gehören wir zu ihnen.«
»Dieser Mann hat die Ehre, Jaqen H’ghar zu sein, einst aus der Freien Stadt Lorath. Die unhöflichen Gefährten des Mannes tragen die Namen Rorge und Beißer. Der Lord wird wohl erkennen, welcher Beißer ist.« Er deutete mit der Hand auf Arya. »Und hier …«
»Ich bin Wiesel«, platzte sie heraus, ehe er verraten konnte, wer sie wirklich war. Sie wollte nicht, dass ihr Name hier ausgesprochen wurde, wo Rorge und Beißer und all diese Fremden ihn hören konnten.
Glauer nahm sie kaum zur Kenntnis. »Sehr schön«, sagte er, »dann wollen wir dieses blutige Geschäft zu Ende bringen. «
Oben an der Wendeltreppe lagen die Wachen an der Tür in ihrem eigenen Blut. Nordmannen rannten über den Hof. Arya hörte Rufe. Die Tür zur Halle der Soldaten wurde aufgestoßen, und ein Verwundeter taumelte schreiend heraus. Drei andere rannten ihm nach und brachten ihn mit Speer und Schwert zum Schweigen. Auch am Torhaus wurde gekämpft. Rorge und Beißer rannten mit Glauer davon, doch Jaqen H’ghar kniete neben Arya nieder. »Das Mädchen versteht nicht?«