Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Er hat irgendwas über deinen Vater gesagt«, fiel mir plötzlich ein. »Was hat er damit gemeint?«
Rachel zog den Riemen ihres Rucksacks zurecht. »Mein Dad … Es ging um den Job meines Dads. Er ist ein berühmter Geschäftsmann.«
»Du meinst … du bist reich?«
»Na ja, schon.«
»Deshalb hast du den Chauffeur also dazu bringen können, uns zu helfen? Du hast einfach den Namen deines Dads gesagt und …«
»Ja«, fiel Rachel mir ins Wort. »Percy … mein Dad ist ein Grundstücksspekulant. Er fliegt in der ganzen Welt herum und sucht unerschlossenen Boden.« Sie holte zitternd Atem. »Er sucht nach der Wildnis. Er – er kauft sie auf. Ich finde das schrecklich, aber er pflügt sie um und baut Einkaufszentren. Und jetzt, wo ich Pan gesehen habe … Pans Tod …«
»He, das ist doch nicht deine Schuld!«
»Das ist ja noch nicht alles. Ich … ich mag nicht über meine Familie sprechen. Ich wollte nicht, dass du das weißt. Tut mir leid. Ich hätte den Mund halten sollen.«
»Nein«, sagte ich. »Ist schon gut. Hör mal, Rachel, du warst großartig. Du hast uns durch das Labyrinth geführt. Du warst so tapfer. Nur danach werde ich dich beurteilen. Mir ist es egal, was dein Dad macht.«
Rachel sah mich dankbar an. »Na ja … wenn du jemals wieder Lust hast, mit einer Sterblichen abzuhängen … dann kannst du ja anrufen oder so.«
»Äh, klar. Mach ich.«
Sie runzelte die Stirn. Wahrscheinlich hatte ich mich nicht gerade begeistert angehört oder so, aber das hatte ich nicht so gemeint. Ich wusste nur nicht so recht, was ich sagen sollte, schließlich standen die anderen alle in der Nähe. Und meine Gefühle waren in den vergangenen Tagen ziemlich in Verwirrung geraten.
»Ich meine … sehr gerne«, sagte ich.
»Meine Telefonnummer steht nicht im Telefonbuch«, sagte sie.
»Die hab ich doch.«
»Auf deiner Hand? Nie im Leben ist die noch zu lesen.«
»Nein. Ich hab sie mir irgendwie … gemerkt.«
Ihr Lächeln kehrte langsam zurück, war jetzt aber sehr viel glücklicher. »Also bis dann, Percy Jackson. Und rette für mich die Welt, ja?«
Sie ging die Seventh Avenue entlang und war bald in der Menge verschwunden.
Als ich zu den Pferden zurückkam, sah ich, dass Nico Probleme hatte. Sein Pegasus schreckte immer wieder vor ihm zurück und wollte ihn nicht aufsteigen lassen.
Der stinkt nach Toten!, beschwerte der Pegasus sich.
Mach schon, Porkpie, sagte Blackjack. Gibt jede Menge Halbgötter, die komisch riechen. Ist nicht ihre Schuld – oha, dich hab ich nicht gemeint, Boss.
»Geht ohne mich«, sagte Nico. »Ich will ja ohnehin nicht zurück ins Camp.«
»Nico«, sagte ich. »Wir brauchen deine Hilfe.«
Er verschränkte die Arme und sah mich böse an. Dann legte Annabeth ihm die Hand auf die Schulter.
»Nico«, sagte sie. »Bitte!«
Langsam wurde sein Gesicht freundlicher. »Na gut«, sagte er widerstrebend. »Weil du es bist. Aber ich bleibe nicht lange.«
Ich hob eine Augenbraue und sah Annabeth an, wie um zu fragen, wieso um alles in der Welt hört Nico plötzlich auf dich? Sie streckte mir die Zunge heraus.
Endlich saßen alle im Sattel. Wir stiegen in die Luft und befanden uns bald über dem East River; vor uns erstreckte sich Long Island.
Wir landeten mitten zwischen den Hütten und wurden sofort von Chiron, dem schmerbäuchigen Satyr Silenus und einigen Bogenschützen aus der Apollo-Hütte empfangen. Chiron hob eine Augenbraue, als er Nico sah. Aber wenn ich erwartet hatte, unsere neuesten Mitteilungen, dass Quintus Dädalus war und dass Kronos sich erhob, würden ihn überraschen, dann hatte ich mich geirrt.
»Das habe ich befürchtet«, sagte Chiron. »Wir müssen uns beeilen. Ich hoffe, ihr konntet den Titanenherrn aufhalten, aber seine Armee wird weiter auf dem Marsch sein. Sie wollen Blut sehen. Die meisten von unseren Verteidigern haben schon Position bezogen. Also kommt.«
»Moment mal«, sagte Silenus gebieterisch. »Was ist mit der Suche nach Pan? Du kommst fast drei Wochen zu spät, Grover Underwood! Deine Sucherzulassung ist eingezogen worden!«
Grover holte tief Luft. Er richtete sich auf und schaute Silenus in die Augen. »Sucherzulassungen spielen keine Rolle mehr. Der große Gott Pan ist tot. Er ist dahingegangen und hat uns seinen Geist hinterlassen.«
»Was?« Silenus’ Gesicht lief knallrot an. »Gotteslästerung und Lüge! Grover Underwood, für diese Worte werde ich dich verbannen lassen!«
»Es stimmt aber«, sagte ich. »Wir waren dabei, als er gestorben ist. Wir alle.«
»Unmöglich. Dann seid ihr alle Lügner! Naturzerstörer!«
Chiron schaute Grover forschend ins Gesicht. »Wir reden später darüber.«
»Wir reden jetzt darüber!«, forderte Silenus. »Wir müssen eine Strafe für diesen …«
»Silenus«, fiel Chiron ihm ins Wort. »Mein Camp wird angegriffen. Was mit Pan ist, fragen wir uns seit zweitausend Jahren. Ich fürchte, wir werden uns das noch ein wenig länger fragen müssen. Falls wir heute Abend überhaupt noch hier sind.«
Und mit dieser fröhlichen Schlussbemerkung schulterte er seinen Bogen und galoppierte auf den Wald zu, und wir konnten zusehen, wie wir hinterherkamen.
Es war die größte militärische Operation, die ich im Camp jemals erlebt hatte. Alle waren auf der Lichtung versammelt, in voller Schlachtrüstung, aber diesmal sollte nicht nur eine Flagge erbeutet werden. Die Hephaistos-Hütte hatte vor dem Eingang zum Labyrinth Fallen aufgebaut – Stolperdrähte, Gruben, die mit Töpfen voll griechischem Feuer gefüllt waren, angespitzte Stöcke, die einen Angriff bremsen sollten. Beckendorf bediente zwei Katapulte von Lieferwagengröße, die bereits geladen waren und auf Zeus’ Faust zielten. Die Ares-Hütte stand ganz vorn und exerzierte in Phalanxformation zu Clarisse’ gebrüllten Befehlen. Die Apollo-und die Hermes-Hütte waren mit schussbereiten Bögen im Wald verteilt. Viele hatten in den Bäumen Stellung bezogen. Sogar die Dryaden waren mit Bögen bewaffnet, und die Satyrn trabten mit hölzernen Keulen und aus grober Baumrinde gefertigten Schilden umher.
Annabeth schloss sich ihren Brüdern aus der Athene-Hütte an, die ein Kommandozelt aufgebaut hatten und die Operationen leiteten. Vor dem Zelt wehte ein graues, mit einer Eule verziertes Banner. Unser Sicherheitschef, Argus, stand am Eingang Wache. Die Kinder der Aphrodite rannten umher, rückten den anderen die Rüstung gerade und boten an, die Helmzierden aus Rosshaar glatt zu kämmen. Sogar Dionysos’ Nachkommen hatten eine Beschäftigung gefunden. Der Gott selber war noch immer nicht zu sehen, aber seine blonden Zwillingssöhne rannten herum und versorgten alle schwitzenden Krieger mit Wasserflaschen und Saftpackungen.
Es sah alles ziemlich gut vorbereitet aus, aber Chiron murmelte neben mir: »Das reicht nicht.«
Ich dachte daran, was ich im Labyrinth gesehen hatte, die vielen Monster im Stadion des Antaios, und die Macht des Kronos, die ich auf dem Mount Tam gespürt hatte. Mir wurde das Herz schwer. Chiron hatte Recht, aber mehr hatten wir nicht aufzubieten. Dieses eine Mal wünschte ich mir Dionysos herbei, aber selbst wenn er hier wäre, wusste ich nicht, ob er irgendetwas hätte ausrichten können. Die Götter durften in einen Krieg nicht direkt eingreifen. Offenbar fanden die Titanen solche Einschränkungen überbewertet.
Am Rand der Lichtung sprach Grover gerade mit Wacholder. Sie hielt seine Hände, während er ihr unsere Geschichte erzählte. Grüne Tränen traten in ihre Augen, als er Pans Botschaft ausrichtete.
Tyson half den Kindern des Hephaistos bei der Vorbereitung der Verteidigung. Er sammelte Steinquader und türmte sie als Munition neben den Katapulten auf.
»Bleib bei mir, Percy«, sagte Chiron. »Wenn der Kampf losgeht, dann warte, bis wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Du musst dahin gehen, wo wir am dringendsten Verstärkung brauchen.«
»Ich habe Kronos gesehen«, sagte ich, noch immer völlig schockiert von dieser Tatsache. »Ich habe ihm in die Augen geschaut. Es war Luke … und es war doch nicht Luke.«