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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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»Sie meinen, er war es nicht?«

»Ich halte es für wahrscheinlicher, daß alle drei von derselben Person infiziert wurden.«

»Ein Überträger?«

Sie schüttelte den Kopf. »Im allgemeinen tragen die Leute keine Myxoviren mit sich herum, ohne selbst daran zu erkranken, aber er oder sie könnte eine nur leichte Manifestation gehabt oder die Symptome ignoriert haben.«

Dunworthy dachte, wie Badri an der Konsole zusammengebrochen war, und fragte sich, wie es möglich sei, die Symptome zu ignorieren.

»Und wenn diese Person«, fuhr Mary fort, »vor vier Tagen in South Carolina war…«

»Dann haben Sie Ihre Verbindung mit dem amerikanischen Virus.«

»Und Sie können aufhören, sich um Kivrin zu sorgen. Sie war nicht zum Tanzen in Headington«, sagte sie. »Natürlich ist die Verbindung wahrscheinlicher über mehrere Bindeglieder zustandegekommen.«

Sie runzelte die Stirn, und Dunworthy wußte, woran sie dachte. Mehrere Bindeglieder, die nicht in ein Krankenhaus eingeliefert wurden und vielleicht nicht einmal einen Arzt gerufen hatten. Mehrere Bindeglieder, die womöglich alle ihre Krankheitssymptome ignoriert hatten.

»Ihre Schellenläuter«, sagte Mary. »Wann sind sie in England angekommen?«

»Ich weiß es nicht. Aber sie kamen erst heute nachmittag in Oxford an, nachdem Badri am Netz war.«

»Fragen Sie sie trotzdem. Wann sie landeten, wo sie waren, ob jemand von ihnen krank geworden ist. Die eine oder andere von ihnen könnte Verwandte in Oxford haben und vor den anderen gekommen sein. Haben Sie amerikanische Studenten im College?«

»Nein. Montoya ist Amerikanerin.«

»Daran hatte ich nicht gedacht. Seit wann ist sie hier?«

»Das ganze Semester. Aber sie könnte mit Besuchern aus Amerika zusammengekommen sein.«

»Ich werde sie fragen, wenn sie zur Blutentnahme kommt«, sagte sie. »Und Sie fragen bitte Badri nach irgendwelchen amerikanischen Bekanntschaften, oder Studenten, die im Austausch in den Staaten waren.«

»Er schläft.«

»Das sollten Sie auch tun«, sagte sie. »Natürlich nicht jetzt.« Sie legte ihm die Hand auf den Arm. »Aber es ist nicht nötig, bis sieben zu warten. Ich werde jemanden hereinschicken, um die Blutproben zu nehmen, und dann können Sie nach Hause gehen und schlafen.« Sie nahm sein Handgelenk und sah auf die Uhr. »Unwohlsein? Frösteln?«

»Nein.«

»Kopfschmerzen?«

»Ja.«

»Das ist ein Zeichen von Erschöpfung.« Sie ließ sein Handgelenk los. »Ich werde gleich jemanden schicken.« Sie stand auf und blickte zu Colin, der ausgestreckt am Boden schlief. »Ihn müssen wir auch untersuchen. Seit er hier in der Klinik ist, besteht ein Infektionsrisiko.«

Colin schlief mit offenem Mund, aber der Kaugummi steckte fest in seiner Wange. »Wie soll es mit Ihrem Neffen weitergehen?« fragte Dunworthy. »Sie werden jetzt wenig Zeit für ihn haben. Soll ich ihn zum Balliol College mitnehmen?«

Sie sah ihn erleichtert und dankbar an. »Würden Sie das tun? Es ist mir sehr unangenehm, Sie mit ihm zu belasten, aber ich werde kaum nach Haus kommen, bis wir diese Geschichte unter Kontrolle haben.« Sie seufzte. »Armer Junge. Ich hoffe, sein Weihnachten wird nicht ganz verpfuscht sein.«

»Ich würde mir deswegen nicht zu viele Sorgen machen«, sagte Dunworthy.

»Nun, ich bin Ihnen sehr dankbar«, sagte sie. »Und ich werde mich gleich um die Blutentnahmen kümmern.«

Sie ging. Colin setzte sich sofort aufrecht.

»Was für Blutentnahmen?« fragte er. »Bedeutet das, daß ich das Virus kriegen könnte?«

»Ich hoffe nicht«, sagte Dunworthy. Er mußte an Badris dunkel gerötetes Gesicht denken, sein beschwerliches Atmen.

»Aber es könnte sein, nicht?«

»Die Gefahr ist gering«, sagte Dunworthy. »Reine Vorsichtsmaßnahme. Ich würde mir an deiner Stelle keine Gedanken machen.«

»Ich mache mir keine.« Er streckte den Arm aus. »Ich glaube, ich kriege Hautausschlag«, sagte er und zeigte auf eine gerötete Stelle.

»Das ist kein Symptom der Viruserkrankung«, sagte Dunworthy. »Pack deine Sachen zusammen. Nach der Blutentnahme nehme ich dich mit nach Haus.« Er nahm seinen Schal und den Mantel von den Stühlen, über die er sie gehängt hatte, und trug sie zur Garderobe.

»Wie sind die Symptome?«

»Fieber und Schwierigkeiten beim atmen«, sagte Dunworthy. Marys Einkaufstasche stand am Boden neben Latimers Stuhl. Er entschied, daß er sie am besten mitnehmen würde.

Die Schwester kam mit ihrem Tablett und den Instrumenten.

»Mir ist heiß«, sagte Colin. Er faßte sich mit dramatischer Gebärde an die Kehle. »Ich kriege keine Luft.«

Die Schwester wich erschrocken einen Schritt zurück. Auf dem Tablett klirrten die Glasfläschchen.

Dunworthy nahm Colins Arm. »Erschrecken Sie nicht«, sagte er zur Schwester. »Es ist nur ein Fall von Kaugummivergiftung.«

Colin grinste und entblößte furchtlos den Arm für die Blutentnahme, dann stopfte er den Pullover in die Tasche und zog Jacke und Mantel an, während Dunworthy sich die Blutprobe nehmen ließ.

»Dr. Ahrens sagte, Sie brauchen auf die Ergebnisse nicht zu warten«, sagte die Schwester und ging.

Dunworthy zog seinen Mantel an, nahm Marys Einkaufstasche und führte Colin den Korridor entlang und durch die Notaufnahme hinaus. Er konnte Mary nirgendwo sehen, aber sie hatte gesagt, daß sie nicht zu warten brauchten, und er war auf einmal so müde, daß er sich kaum auf den Beinen halten konnte.

Sie verließen die Klinik. Draußen dämmerte der Morgen, und es regnete noch immer. Dunworthy zögerte unter dem Vordach und überlegte, ob er ein Taxi bestellen solle, aber er hatte kein Verlangen, womöglich Gilchrist zu begegnen, wenn er zur Blutentnahme käme, während sie noch warteten, und sich seine Pläne anzuhören, wie er Kivrin in die Zeit des Schwarzen Todes und zur Schlacht von Agincourt schicken würde. Er fischte Marys zusammenklappbaren Schirm aus ihrer Einkaufstasche und spannte ihn auf.

Montoya kam auf einem Fahrrad und bremste, daß das Hinterrad ins Rutschen kam und Wasser verspritzte. »Gut, daß Sie noch da sind. Ich muß Basingame finden.«

Den suchen wir alle, dachte Dunworthy und fragte sich, wo sie während all der Telefongespräche gewesen war.

Sie stieg ab, schob das Fahrrad in den Ständer und sperrte es ab. »Seine Sekretärin sagt, kein Mensch wisse, wo er ist. Können Sie das glauben?«

»Ja«, antwortete er. »Ich habe gestern den halben Tag mit Versuchen verbracht, ihn zu erreichen. Er macht Urlaub irgendwo in Schottland, niemand weiß genau, wo. Seine Frau sagt, er sei angeln.«

»Angeln? Um diese Jahreszeit?« sagte sie. »Wer würde im Dezember zum Angeln nach Schottland fahren? Sicherlich weiß seine Frau, wo er wirklich ist, oder hat eine Nummer, wo man ihn erreichen kann.«

Dunworthy schüttelte den Kopf.

»Das ist lächerlich! Ich nehme alle Mühen und Schwierigkeiten auf mich, um vom Gesundheitsamt freien Zugang zu meiner Ausgrabungsstätte zu erwirken, und Basingame ist in Urlaub!« Sie griff unter ihren Regenumhang und brachte ein Bündel farbiger Papiere zum Vorschein. »Das Gesundheitsamt ist bereit, mir eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, wenn der Dekan der Fakultät eine Erklärung unterschreibt, daß die Ausgrabung ein notwendiges Projekt und wesentlich für die Arbeit der Universität ist. Wie kann er einfach verschwinden, ohne jemandem zu sagen, wo er ist?« Sie schlug das Papierbündel gegen ihr Hosenbein, und Regentropfen flogen in alle Richtungen. »Ich muß das unterschreiben lassen, bevor die ganze Ausgrabung wegschwimmt. Wo ist Gilchrist?«

»Er sollte bald hier sein, um die Blutentnahme machen zu lassen«, sagte Dunworthy. »Sollte es Ihnen gelingen, Basingame zu erreichen, sagen Sie ihm bitte, daß er sofort zurückkommen muß. Sagen Sie ihm, daß wir hier eine Quarantäne haben, nicht wissen, wo eine Historikerin ist, und aus dem Techniker nichts herausbringen können, weil er zu krank ist.«

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