Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
Monate später also sollte Elliot zu dem Ergebnis kommen, daß Amys ausbleibende Reaktion nur ein Hinweis auf die Tiefe ihrer Empfindung war und daß Freuds Analyse stimmte - die NichtReaktion schützte sie vor einer Situation, die geändert werden mußte, die zu ändern Amy sich jedoch außerstande sah, insbesondere angesichts der Kindheitserinnerungen, die ihr von dem traumatischen Erlebnis des Todes ihrer Mutter geblieben sein mochten.
Doch vorerst war Elliot tief enttäuscht von Amys gleichgültiger Haltung. Von all den möglichen Reaktionen, die er sich zu Beginn der Expedition in den Kongo ausgemalt hatte, war Langeweile das, woran er am wenigsten gedacht hatte, und so entging ihm deren Bedeutung: Die tote Stadt Zinj war so voller Gefahren, daß Amys Unbewußtes sich veranlaßt sah, sie beiseite zu schieben und zu ignorieren.
Elliot, Munro und Karen Ross verbrachten einen heißen, schwierigen Vormittag damit, sich einen Weg durch den dichten Bambus und die zähen, festen Schlingpflanzen des Sekundärdschungels zu schlagen, 'um zu weiteren Gebäuden im Innern der Stadt. zu gelangen. Gegen Mittag wurden ihre Bemühungen belohnt. Sie betraten Bauten von einer eindrucksvollen Architektur, anders als alles, was sie bisher gesehen hatten. Sie umschlossen riesige unterirdische Höhlen, die drei oder vier Stockwerke tief hinabführten.
Karen Ross war hocherfreut über die Entdeckung der unterirdischen Bauten. Sie bewiesen ihr, daß die Bewohner der Stadt die zum Abbau von Diamanten erforderliche Technik beherrscht hatten. Munro drückte etwas Ähnliches aus, als er sagte: »Die Leute, die hier gelebt haben, haben etwas von Erdarbeiten verstanden.«
Trotz ihrer Begeisterung fanden sie in den Tiefen der Stadt nichts von Interesse. Später am Tag stiegen sie hinauf in höhere Ebenen und stießen auf ein Gebäude mit so vielen Reliefs, daß sie es »die Galerie« nannten. Auch hier untersuchten sie mit Hilfe des über Satelliten arbeitenden Videosystems die Bilder. Sie zeigten Szenen aus dem Alltag der Stadt: Frauen, die am Feuer Mahlzeiten zubereiteten, Kinder mit Stöcken bei einem Ballspiel, Schreiber, die auf dem Boden hockten und irgend etwas auf Tontafeln verzeichneten. Eine ganze Wand war mit Jagdszenen geschmückt: die Männer trugen kurze Lendenschurze und waren mit Speeren bewaffnet. Und schließlich gab es Darstellungen des Bergbaus, auf denen man sehen konnte, wie Männer Körbe voller Gestein aus Stollen an die Erdoberfläche trugen. In diesem reichen Panorama, so fiel ihnen auf, fehlten bestimmte Elemente. Die Bewohner von Zinj hatten sich Hunde, die sie für die Jagd brauchten, und eine Abart der Zibetkatze als Haustiere gehalten - und doch schien es ihnen nie in den Sinn gekommen zu sein, sie als Lasttiere zu verwenden. Alle körperliche Arbeit wurde von Menschen getan, von Sklaven. Und offenbar kannten sie auch das Rad nicht, denn es waren keinerlei Fahrzeuge abgebildet, alle Lasten wurden von Menschenhand in Körben befördert.
Munro sah lange auf die Bilder und sagte schließlich: »Da fehlt noch irgend etwas anderes.«
Sie betrachteten gerade eine Szene aus dem Diamantbergwerk -die dunklen Gruben, aus denen Männer mit Körben voller Edelsteine hervorkamen.
»Natürlich!« sagte Munro und schnalzte mit den Fingern. »Keine Polizei!«
Elliot unterdrückte ein Lächeln. Klar, daß jemand wie Munro an die Polizei dachte - auch wenn es um eine längst untergegangene Gesellschaft ging.
Doch Munro blieb dabei, daß seine Beobachtung von Bedeutung sei. »Überlegen Sie doch«, sagte er. »Diese Stadt existierte wegen ihrer Diamantminen. Es gab keinen anderen Daseinsgrund für sie, hier draußen im Dschungel. Zinj war eine Bergbaustadt, und alles beruhte auf dem Bergbau: ihr Reichtum, ihr Handel, ihr Alltag, alles. Es war eine klassische Monokultur - und da soll niemand .etwas bewacht, geregelt, beherrscht haben?« Elliot sagte: »Wir haben auch andere Dinge nicht gesehen - zum Beispiel keine Darstellungen essender Menschen. Vielleicht war es ein Tabu, die Wachen zu zeigen.«
»Möglich«, sagte Munro, schien jedoch nicht überzeugt. »Aber in allen anderen Bergwerken der Welt werden die Wachen geradezu herausgestellt, zum Beweis dafür, daß eine Überwachung erfolgt. Gehen Sie doch einmal in die südafrikanischen Diamantminen oder in die bolivianischen Smaragdminen - immer weist man Sie als erstes auf die Sicherheitsmaßnahmen hin. Aber hier«, sagte er und zeigte auf die Reliefs, »hier sind keine Wachen.« Karen Ross meinte, vielleicht habe man keine gebraucht, möglicherweise sei die Bevölkerung von Zinj gesittet und friedliebend gewesen. »Immerhin ist es schon lange her«, sagte sie. »Die Natur des Menschen ändert sich nicht«, gab Munro zurück.
Als sie die Galerie verließen, kamen sie zu einem offenen Innenhof, der mit wildwuchernden Ranken bewachsen war. Er wirkte sehr streng, ein Eindruck, der durch die Pfeiler eines tempelähnlichen Gebäudes neben dem Hof verstärkt wurde. Sogleich zog der Boden des Hofs ihre Aufmerksamkeit auf sich. Dort lagen verstreut Dutzende von den scheibenförmigen Steinplatten, wie Elliot schon vorher welche gefunden hatte. »Verdammt...« sagte Elliot. Dann drangen sie weiter durch .den Hof vor und betraten das Gebäude, das sie später »den Tempel« nannten.
Er bestand aus einem einzigen, großen, rechteckigen Raum. Die Decke war an verschiedenen Stellen rissig, so daß gedämpfte Sonnenstrahlen hinabdrangen. Unmittelbar vor sich sahen sie einen etwa drei Meter hohen Rankenhügel - eine Pyramide der Vegetation.
Dann merkten sie, daß es sich um eine Statue handelte. Elliot erstieg sie und machte sich daran, das an ihr haftende Ranken- und Blattwerk abzureißen. Das war Schwerarbeit, denn die Schlingpflanzen hielten sich zäh an dem weichen Stein fest. Er warf einen Blick zu Munro zurück. »Besser so?« »Kommen Sie runter und sehen Sie es sich selbst an«, sagte Munro mit einem seltsamen Gesichtsausdruck. Elliot stieg hinab und tat einige Schritte zurück. Obwohl das Standbild vernarbt und verfärbt war, erkannte er deutlich einen riesigen, stehenden Gorilla mit wildem Gesicht und weit ausgebreiteten Armen. In den Händen hielt er zwei runde, steinerne Platten wie ein Orchestermusiker, der im nächsten Augenblick die beiden Messingscheiben des Beckens gegeneinanderschlagen wird.
»Gott im Himmel«, sagte Peter Elliot. »Ein Gorilla«, sagte Munro voller Genugtuung. Karen Ross sagte: »Jetzt ist alles klar. Es war ihre Religion. Diese Leute haben Gorillas angebetet.« »Aber warum sagt Amy, es sind keine Gorillas?« »Fragen Sie sie«, sagte Munro und sah auf seine Uhr. »Ich muß alles fertig machen für die Nacht.«
3. Angriff
Mit Klappspaten aus einer Leichtmetallegierung hoben sie um den Außenzaun herum einen tiefen Graben aus. Die Arbeit dauerte noch lange nach Sonnenuntergang an, so daß sie die rote Nachtbeleuchtung einschalten mußten, als sie den Graben voll Wasser laufen ließen, indem sie den nahen Bach umleiteten. Karen Ross sah in dem Graben nur ein lächerliches Hindernis, das man mühelos überqueren konnte. Als Antwort darauf stellte sich Munro auf die andere Seite des Grabens und rief: »Amy, komm, ich kraule dich.«
Mit einem Laut des Entzückens stürzte Amy auf ihn zu, blieb aber wie angewurzelt am Rand des Grabens stehen. »Komm, komm, ich kraule dich«, lockte Munro wieder und streckte beide Arme aus. »Komm, Mädchen, komm.«
Doch Amy wollte nicht hinübergehen. Sie machte ihm verzweifelt Zeichen, Munro ging zu ihr und hob sie hinüber. »Gorillas sind sehr wasserscheu«, sagte er zu Karen Ross. »Ich habe schon erlebt, daß sie schmale Rinnsale nicht überqueren wollten...« Amy hob die Arme, kratzte ihn unter den Armen und zeigte dann auf sich selbst. Was sie wollte, war völlig, klar. »Weiber«, sagte Munro seufzend, beugte sich vor und kitzelte Amy kräftig. Amy wälzte sich mit zufriedenem Grunzen und einem breiten Lächeln auf dem Boden. Als er aufhörte, lag sie voller Erwartung da und wartete auf mehr.