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Congo. Romanvorlage zum Film.

Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:

In der Datenzentrale der Earth Resources Technology Services (E.R.T.S.) in Houston, Texas, wartet Dr. Karen Ross auf die routinemäßige Telekommunikation mit einem Team aus dem menschenleeren Nordosten Zaires, das dort nach speziellen, industriell noch nicht herstellbaren Diamanten sucht. Doch die Kongo-Expedition meldet sich nicht. Über Satellit bietet sich Karen Ross ein entsetzliches Bild: brennende Zelte, Leichen - und ein unheimliches schwarzes Wesen, das die Kamera zerschmettert. Dann reißt die Verbindung ab. Die nächste Expedition leitet Karen Ross selbst und macht bald eine aufsehenerregende Entdeckung: graue Gorillas, die offenbar über eine hochentwickelte Intelligenz verfügen!
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
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11. Tag

Zinj

23. Juni 1979

1. Gorilla elliotensis

Die beiden toten Gorillas lagen ausgestreckt auf dem Boden. Die Leichenstarre hatte bereits eingesetzt. Elliot verbrachte an dem warmen Vormittag zwei Stunden damit, die Tiere zu untersuchen. Es waren zwei Männchen, beide in der Blüte ihrer Jugend. Als erstes fiel ihre einheitliche graue Färbung auf. Die beiden bisher bekannten Gorillaarten waren schwarz behaart, sowohl die Berggorillas im Virunga-Gebiet als auch die Westoder Flachlandgorillas, die nahe der Küste lebten. Jungtiere hatten oft ein braunes Fell mit einem weißen Haarbüschel in der Lendengegend - sie wurden im Laufe ihrer ersten fünf Lebensjahre immer dunkler. Mit zwölf Jahren hatten die Männchen als Zeichen ihrer Geschlechtsreife einen silbernen Sattel auf dem Rücken.

Mit zunehmendem Lebensalter ergrauten die Gorillas - wie Menschen und in durchaus ähnlicher Weise. Beim Mann bildete sich zuerst ein grauer Fleck über den Ohren, und im Laufe der Jahre wurden immer mehr seiner Körperhaare grau. Alte Tiere von etwa dreißig Jahren ergrauten bisweilen vollständig und behielten nur auf der Brust ihre schwarzen Haare.

Die Männchen, die Elliot jetzt untersuchte, schätzte er dem Zustand ihres Gebisses nach auf höchstens zehn Jahre. Sie schienen insgesamt heller zu sein - nicht nur die Behaarung, sondern auch die Augen und die Haut. Normalerweise ist die Haut von Gorillas schwarz, und ihre Augen sind dunkelbraun. Hier wirkte die Haut eindeutig grau, und die Augen waren gelblichbraun. Die Augen gaben ihm besonders zu denken. Als nächstes maß Elliot die Tiere. Vom Scheitel bis zur Sohle maßen sie 139,2 und 141,7 Zentimeter. Man hatte schon früher bei männlichen Berggorillas eine Größe zwischen    hundertsieben-undvierzig    und zweihundertfünf Zentimeter gemessen, was einen Mittelwert von einhundertfünfundsiebzig Zentimeter ergab. Diese Tiere waren also rund fünfunddreißig Zentimeter kleiner. Sie waren also für Gorillas nicht besonders groß. Er schätzte ihr Gewicht: sie wogen zwischen hundertzehn und hundertfünfzig Kilogramm, während die Berggorillas hundertdreißig bis zweihundert Kilogramm wogen.

Elliot nahm noch dreißig weitere Skelettmessungen vor, die für eine spätere Computer-Analyse in San Francisco nützlich sein würden. Inzwischen war er davon überzeugt, daß er es mit etwas völlig Neuem zu tun hatte. Mit einem Messer trennte er den Kopf des ersten Tiers ab und löste die graue Haut, um die darunter liegenden Muskeln und Knochen zu untersuchen. Seine Aufmerksamkeit galt dem Scheitel, dem Knochenkamm, der ausschließlich bei Männern von der Stirn zum Nacken über den Schädel verlief und die Ansatzfläche für die Schläfenmuskeln vergrößerte. Er war ein Unterscheidungsmerkmal des Gorillaschädels, das sich weder bei anderen Menschenaffen noch beim Menschen fand. Er ließ die Gorillas spitzschädlig erscheinen.

Elliot kam zu dem Ergebnis, daß bei diesen Tieren der Scheitelkamm nur schwach entwickelt war. Insgesamt ähnelte die Schädelmuskulatur weit mehr der eines Schimpansen als der eines Gorillas. Anschließend maß Elliot noch'die Höcker der Backenzähne, den Kiefer, die allen Affen gemeinsamen Überaugendächer und die Schädeldecke.

Gegen Mittag war er zu einer eindeutigen Schlußfolgerung gelangt: er hatte zumindest eine neue Unterart vor sich - neben dem Berg- und. Flachlandgorilla. Womöglich sogar eine völlig neue Art.

»In jemandem, der eine neue Tierart entdeckt«, schrieb Lady Elizabeth Forstmann 1879, »geht etwas vor. Er vergißt sogleich seine Angehörigen und Freunde sowie alle, die ihm vorher lieb und teuer waren. Er vergißt Kollegen, die ihn in seinen beruflichen    Bemühungen    unterstützten, vernachlässigt auf das grausamste Eltern und Kinder, kurz, er löst sich von allen, die ihn zuvor kannten, und widmet sich ausschließlich seinem Drang nach Ruhm, angetrieben von dem Dämon, den man Wissenschaft nennt.«

Sie wußte, wovon sie sprach, denn ihr Mann hatte sie soeben verlassen, nachdem er 1878 das norwegische Blaukopf-Birkhuhn entdeckt hatte. »Vergeblich fragt man sich«, schrieb sie, »was für einen Sinn es haben kann, daß der Vielzahl von Gottes Geschöpfen, die nach Linne bereits in die Millionen gehen, ein weiterer Vogel oder ein weiteres Säugetier hinzugefügt wird. Auf eine solche Frage gibt es keine Antwort, denn der Entdecker gehört jetzt, wie er meint zu den Unsterblichen und ist damit dem Einfluß von Alltagsmenschen entzogen, die versuchen könnten, ihn von seinem Weg abzubringen.«

Schließlich hätte Peter Elliot es weit von sich gewiesen, daß sein Verhalten dem des schottischen Edelmanns mit den lockeren Sitten glich. Doch ihm wurde bewußt, daß ihm die weitere Erforschung der toten Stadt nunmehr gleichgültig war. Ihn kümmerten weder die Diamanten noch Amys Träume. Er wollte nur noch eines: mit einem Skelett des neu entdeckten Menschenaffen zurückkehren. Es würde Kollegen auf der ganzen Welt in Erstaunen versetzen. Plötzlich fiel ihm ein, daß er keinen Smoking besaß, und er merkte, wie er sich mit der Namensgebung beschäftigte. Vor seinem geistigen Auge sah er die künftige Nomenklatur für afrikanische Menschenaffen vor sich:    Pan troglodytes, der Schimpanse, Gorilla gorilla, der Gorilla.

Gorilla elliotensis, eine neue Unterart graubehaarter Gorillas.

Selbst wenn man das Tier später anders klassifizieren und ihm einen anderen Namen geben sollte, würde er doch weit mehr geleistet haben, als die meisten Primatenforscher sich erträumen konnten.

Elliot sah sich schon jetzt von künftigem Glanz geblendet.

Im Rückblick zeigte sich, daß niemand an jenem Vormittag klar dachte. Als Elliot sagte, er wolle die aufgezeichneten Atemgeräusche nach Houston senden, antwortete Karen Ross, das sei ein unbedeutendes Detail und könne warten. Elliot drang nicht weiter in sie. Beide sollten ihre Haltung später bereuen. Als sie dröhnende Detonationen wie von fernem Artilleriefeuer hörten, achteten sie nicht weiter darauf. Karen Ross vermutete, es handle sich um General Mugurus Leute, die gegen die Kigani kämpften. Munro sagte ihr, der Kriegsschauplatz liege mindestens achtzig Kilometer entfernt, und so weit könne der Schall nicht dringen. Doch wußte er auch keine andere Erklärung für den Lärm.

Und da Karen Ross auf die sonst übliche Vormittagssendung nach Houston verzichtete, erfuhr sie auch nichts von den neuen geologischen Veränderungen. Sie hätte den Detonationen sonst vermutlich eine andere Bedeutung beigemessen. Sie waren alle wie berauscht von der Technik, die sie in der vergangenen Nacht eingesetzt hatten, und wiegten sich in dem sicheren Gefühl unbezwinglicher Macht. Nur Munro blieb davon unberührt. Er hatte die Munitionsvorräte überprüft und war zu einem enttäuschenden Ergebnis gekommen. »Dieses Lasersystem ist phantastisch, aber es geht mit der Munition um, als gäbe es kein morgen«, sagte er. »Wir haben heute die Hälfte unseres Gesamtvorrats verbraucht.« »Was können wir tun?« fragte Elliot.

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