Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
Die anderen glaubten, er mache einen Scherz. Doch die Tatsachen waren beunruhigend. 1960 war durch erste Bluteiweißuntersuchungen die Verwandtschaft zwischen Mensch und Menschenaffe quantifizert worden. Biochemisch gesprochen war der nächste Verwandte des Menschen der Schimpanse, er stand ihm weit näher als der Gorilla. 1964 waren Schimpansennieren, ohne daß eine Immunabstoßung erfolgte, auf Menschen verpflanzt worden, und Bluttransfusionen lagen durchaus im Bereich des Möglichen.
Doch wurde der Grad der verwandtschaftlichen Nähe erst voll erkannt, als Biochemiker die DNS von Schimpansen und Menschen miteinander verglichen. Es zeigte sich, daß die DNS-Ketten nur um ein Prozent differierten. Und fast niemand war bereit, eine bestimmte Schlußfolgerung einzugestehen: Mit Hilfe der modernen DNS-Kreuzungs-Techniken und der Embryonenimplantation war eine Kreuzung zwischen Menschenaffe und Menschenaffe mit Sicherheit und eine solche zwischen Menschenaffe und Mensch wahrscheinlich möglich.
Selbstverständlich hatten die Bewohner von Zinj im 14. Jahrhundert keine Möglichkeit der genetischen Manipulation gehabt. Doch Elliot wies darauf hin, daß sie die Fähigkeiten der Bewohner der Stadt immer wieder unterschätzt hatten. Immerhin hatten sie schon vor mindestens fünfhundert Jahren eine komplizierte Tierdressur entwickelt, wie sie von westlichen Wissenschaftlern erst im letzten Jahrzehnt angewandt worden war. Und so wie Elliot die Dinge sah, stellten die von den Bewohnern der Stadt Zinj abgerichteten Tiere für sie eine große Schwierigkeit dar.
»Wir dürfen die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließen«, sagte er. »Amy hat bei einem für Menschen ausgearbeiteten Test einen Intelligenzquotienten von 92 erreicht. Das bedeutet, daß sie im großen und ganzen ebenso intelligent ist wie ein durchschnittlicher Mensch, und in mancher Hinsicht intelligenter - ihre Wahrnehmungsfähigkeit und ihre Empfindungsstärke sind besser ausgeprägt. Sie kann uns mindestens ebensogut für ihre Zwecke einspannen, wie wir sie für unsere.
Die grauen Gorillas, mit denen wir es hier zu tun haben, besitzen die gleiche Intelligenz, doch sind sie außerdem konsequent auf etwas abgerichtet worden. Sie sind - ähnlich wie der Dobermann - Wächter und Kämpfer, speziell dressiert auf scharfes und der Situation angepaßtes Verhalten. Nur sind sie sehr viel klüger und einfallsreicher als Hunde. Sie werden ihre Angriffe fortsetzen, bis sie uns alle getötet haben - so wie sie alle bisherigen Eindringlinge umgebracht haben.«
3. Blick durch die Gitterstäbe
1975 sichtete der Mathematiker S. L. Berensky die gesamte Literatur über sprachfähige Primaten und kam zu einer verblüffenden Schlußfolgerung. »Es besteht kein Zweifel daran«, verkündete er, »daß Primaten dem Menschen an Intelligenz weit überlegen sind.«
Berenskys Ansicht nach lautete »die entscheidende Frage - die sich jeder Zoobesucher instinktiv selber stellt -: Wer befindet sich hinter Gittern? Wer steckt im Käfig, und wer ist frei? ... Zwar läßt sich beobachten, daß auf beiden Seiten der Stäbe Primaten einander Gesichter schneiden, doch würde man es sich zu einfach machen, wenn man sagte, daß der Mensch deswegen überlegen ist, weil er den Zoo eingerichtet hat. Wir unterwerfen andere Primaten einer besonders schrecklichen Form von Gefangenschaft hinter Gittern - die wir auch innerhalb unserer eigenen Art anwenden - und gehen davon aus, daß sie ebenso empfinden wie wir.«
Berensky verglich Primaten mit Gesandten fremder Völker. »Affen haben es jahrhundertelang fertiggebracht, als Botschafter ihrer Art mit den Menschen auszukommen. In der jüngeren Vergangenheit haben sie sogar gelernt, sich dem Menschen mittels der Zeichensprache mitzuteilen. Diese Verständigung ist jedoch eine sehr einseitige Diplomatie, denn noch nie hat ein Mensch versucht, in der Gesellschaft von Affen zu leben, sich ihre Sprache und ihre Gewohnheiten zu eigen zu machen, ihre Speisen zu essen, zu leben, wie sie leben. Die Affen haben gelernt, sich uns verständlich zu machen, doch wir haben nie gelernt, uns ihnen verständlich zu machen. Wem muß dann die größere Intelligenz zugesprochen werden?«
Dem fügte Berensky eine Voraussage hinzu: »Die Zeit wird kommen«, sagte er, »da die Umstände den Menschen zwingen werden, mit einer Primatengesellschaft nach deren Bedingungen zu kommunizieren. Erst dann werden die Menschen sich ihrer anmaßenden Überheblichkeit gegenüber anderen Tieren bewußt werden.«
Die Expedition der ERTS, tief im Regenwald des Kongo abgeschnitten, sah sich eben dieser Schwierigkeit gegenüber. Man war einer neuen Art gorillaähnlicher Tiere begegnet und mußte sich jetzt irgendwie nach ihren Bedingungen mit ihnen verständigen. Im Laufe des Abends überspielte Elliot die aufgenommenen Seufz- und Keuchlaute nach Houston, von wo sie nach San Francisco weitergeleitet wurden. Als Antwort kam eine karge Mitteilung von Seamans: SENDG EMFANGN SR
NUEZLICH WICHTIG: MUS UEBRSEZNG
BALD HAM. erwiderte Elliot. WAN FRTIG?
COMPUTR ANALYS PROBLMAT SCHWIRIGR ALS UEBR-SEZNG CZS/JZS.
»Was heißt das?« wollte Karen Ross wissen. »Er sagt, daß die Übersetzungsschwierigkeiten größer sind als bei der Übersetzung chinesischer oder japanischer Zeichensprache.« Es war ihr nicht bekannt gewesen, daß es so etwas gab, doch Elliot erklärte ihr, daß es für alle größeren Sprachen der Welt Zeichensprachen gab, die jeweils ihren eigenen Regeln folgten. Zum Beispiel wich die britische Zeichensprache, obwohl sie sich auf eine im Grunde in der geschriebenen und gesprochenen Form identische Ausgangssprache stützte, grundlegend von der amerikanischen Zeichensprache ab.
Die verschiedenen Zeichensprachen verfügten über eine unterschiedliche grammatische Struktur und Syntax und hatten sogar unterschiedliche Zeichenkonventionen. Während der nach außen weisende Mittelfinger in der chinesischen Zeichensprache verschiedenes bedeutete, so unter anderem IN ZWEI WOCHEN und BRUDER, war dies Zeichen in der amerikanischen Zeichensprache geradezu beleidigend und nicht akzeptabel. »Aber hier handelt es sich doch um eine gesprochene Sprache«, sagte Karen Ross.
»Das ist richtig«, sagte Elliot. »Trotzdem ist es ein verzwicktes Problem. Wir werden sie nicht schnell übersetzt bekommen.« Bis zum Anbruch der Nacht verfügten sie über zwei weitere Informationen. Karen Ross ließ über Houston eine Wahrscheinlichkeitsermittlung durch den Computer laufen. Danach würde es drei Tage mit einer Abweichung von plus zwei Tagen dauern, bis sie die Diamantminen fanden. Das hieß, sie mußten sich darauf einrichten, noch fünf Tage an Ort und Stelle zu verbringen. Die Lebensmittelversorgung war kein Problem. Aber die Munition würde knapp werden. Munro schlug die Verwendung von Tränengas vor.
Sie nahmen an; daß die grauen Gorillas ihre Taktik ändern würden. Und sie taten es - sie griffen gleich nach Einbruch der Dunkelheit an. Die Schlacht in der Nacht vom 23. zum 24. Juni war gekennzeichnet von den Detonationen der dumpf aufschlagenden Kanister und dem zischend austretenden Gas. Die Strategie erwies sich als wirksam; die Gorillas wurden vertrieben und erneuerten ihren Angriff in dieser Nacht nicht. Munro war sehr zufrieden. Er verkündete, daß sie genug Tränengas hätten, um sich die Gorillas eine ganze Woche, vielleicht sogar länger, vom Leibe zu halten. Fürs erste, so schien es, waren ihre Probleme gelöst.
12. Tag
Zinj
24. Juni 1979
1. Der Generalangriff
Kurz nach Morgengrauen fanden sie die Leichen von Mulewe und Akari in der Nähe ihres Zelts. Anscheinend war der Angriff am Vorabend ein Ablenkungsmanöver gewesen und hatte es einem Gorilla gestattet, in den Bereich des Lagers einzudringen, die beiden Träger zu töten und ungesehen wieder zu entkommen. Noch mehr beunruhigte es sie, daß sie keinen Hinweis darauf entdeckten, wie der Gorilla zweimal den Elektrozaun hatte überwinden können.