Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Und haben dadurch eine Menge Krach verursacht?«
»Es war sehr laut. Ja.«
»Und trotz der ganzen Verwirrung und dem Krach und der Musik haben Sie hören können, wie Dr. Barker zu Dr. Taylor sagte, daß sie den Patienten getötet habe. In der ganzen Aufregung hätten Sie sich doch durchaus auch irren können, nicht wahr?«
»Nein, Sir. Ich konnte mich nicht irren.«
»Was macht Sie da so sicher?«
Dr. Peterson seufzte. »Weil ich direkt neben Dr. Barker gestanden habe, als er das sagte.«
Es gab einfach keinen eleganten Ausweg.
»Keine weiteren Fragen.«
Der Fall ging in die Brüche, und er wußte nicht, was er dagegen tun könnte.
Es sollte noch schlimmer kommen.
Denise Berry trat in den Zeugenstand.
»Sie arbeiten als Krankenschwester am Embarcadero County Hospital?«
»Ja.« »Wie lange arbeiten Sie dort schon?«
»Fünf Jahre.«
»Ist es in dieser Zeit zwischen Dr. Taylor und Dr. Barker zu Diskussionen gekommen, die Sie mitgehört haben?«
»Gewiß. Viele Male.«
»Können Sie uns etwas davon wiederholen?«
Schwester Berry warf Paige Taylor einen Blick zu und zögerte. »Nun ja - Dr. Barker konnte manchmal sehr scharf werden .«
»Danach habe ich Sie nicht gefragt, Schwester Berry. Ich habe Sie gebeten, einige der Bemerkungen zu wiederholen, die Dr. Barker in Ihrem Beisein gegenüber Dr. Taylor gemacht hat.«
Schwester Berry blieb lange still. »Nun ja - er sagte, sie sei inkompetent, und .«
Gus Venable tat überrascht. »Sie haben gehört, wie Dr. Barker gesagt hat, daß Dr. Taylor inkompetent sei?«
»Ja, Sir. Aber er ist doch immer.«
»Haben Sie von ihm noch andere Bemerkungen über Dr. Taylor gehört?«
Der Zeugin widerstrebte es sichtlich auszusagen. »Ich kann mich nicht erinnern.«
»Miss Berry, Sie stehen unter Eid.«
»Er hat gesagt. daß er sie nicht einmal seinen Hund operieren lassen würde.«
Die Zuschauer hielten den Atem an.
»Er hat damit bestimmt nur gemeint, daß.«
»Ich denke, wir dürfen davon ausgehen, daß Dr. Barker genau das gemeint hat, was er sagte.«
Alle Augen richteten sich auf Paige Taylor.
Publikum und Presse hatten den Ankläger und den Verteidiger völlig fasziniert beobachtet. Gus Venable war ganz in Weiß, Alan Penn in Schwarz gekleidet, und die beiden hatten sich im Gerichtssaal aufgeführt, als ob sie sich in einem hochdramatischen Schachspiel auf Leben und Tod gegenüberstünden, und Paige Taylor war die Figur, die geopfert werden würde.
Die Argumente der Anklage schienen geradezu überwältigend. Doch Alan Penn hatte den Ruf, im Gerichtssaal wahre Zauberkunststücke zu vollbringen. Und nun war es an ihm, Argumente zugunsten der Angeklagten vorzubringen. Ob er auch diesmal wieder ein Kaninchen aus dem Hut zaubern würde?
Paige Taylor wurde im Zeugenstand von Alan Penn befragt. Das war der Augenblick, auf den alle mit Spannung gewartet hatten.
»John Cronin ist Ihr Patient gewesen, Dr. Taylor?«
»Ja, das war er.«
»Und was haben Sie für ihn empfunden?«
»Ich mochte ihn gern. Er hat genau gewußt, wie krank er war, und hat es sehr tapfer getragen. Er mußte wegen eines Tumors im Herzen operiert werden.«
»Diese Herzoperation haben Sie ausgeführt?«
»Ja.«
»Und was haben Sie im Lauf der Operation entdeckt?«
»Als wir seinen Brustkorb öffneten, haben wir entdeckt, daß er Melanome hatte, die bereits Metastasen gebildet hatten.«
»Mit anderen Worten: Der Krebs hatte sich in seinem gesamten Körper ausgebreitet.«
»Ja. Der Krebs hatte in allen Lymphknoten metastasiert.«
»Was soviel bedeutet wie - daß für ihn keinerlei Hoffnung mehr bestand? Daß ihm auch noch so heroische Anstrengungen die Gesundheit nicht mehr zurückgeben könnten?«
»Aussichtslos.«
»John Cronin war an lebenserhaltende Apparate angeschlossen?«
»Korrekt.«
»Dr. Taylor, haben Sie absichtlich eine tödliche Dosis Insulin ver-abreicht? Um John Cronins Leben ein Ende zu machen?«
»Ja, das habe ich.«
Die ist wirklich cool, dachte Gus Venable. Sie tut gerade so, als ob sie ihm nur eine Tasse Tee serviert hätte.
»Würden Sie den Geschworenen mitteilen, aus welchem Grund Sie John Cronins Leben ein Ende gesetzt haben?«
»Weil er mich darum gebeten hat. Er hat mich angefleht, es zu tun. Es war mitten in der Nacht, als er mich zu sich rufen ließ. Er litt furchtbare Schmerzen. Die Medikamente, die wir ihm gaben, haben nicht mehr gewirkt.« Paige Taylor sprach mit klarer, fester Stimme. »Er hat mir erklärt, daß er nicht länger leiden wollte - es sei doch ohnehin nur noch eine Frage von wenigen Tagen bis zu seinem Tod, und er hat mich angefleht, ihn zu erlösen. Ich habe es getan.«
»Doktor, hatten Sie irgendwelche Bedenken, ihn in den Tod gehen zu lassen? Irgendwelche Schuldgefühle?«
Dr. Paige Taylor schüttelte den Kopf. »Nein. Wenn Sie das miterlebt hätten. Es bestand einfach kein Grund, ihn noch länger leiden zu lassen.«
»Wie haben Sie das Insulin verabreicht?«
»Ich habe es in seine intravenöse Versorgung eingespeist.«
»Und hat ihm das zusätzliche Schmerzen bereitet?«
»Nein. Er ist einfach in den Schlaf entschwebt.«
Gus Venable war aufgesprungen. »Einspruch! Ich denke, die Angeklagte meinte, daß er in seinen Tod entschwebt ist. Ich.«
Richterin Young ließ ihren Hammer niedersausen. »Mr. Venable, Sie sind jetzt nicht an der Reihe. Sie werden Gelegenheit haben, die Zeugin ins Kreuzverhör zu nehmen. Setzen Sie sich!«
Der Ankläger schaute zu den Geschworenen hinüber, schüttelte den Kopf und nahm wieder Platz.
»Dr. Taylor, als Sie John Cronin das Insulin verabreichten - war Ihnen da bekannt, daß er Ihnen eine Million Dollar vermacht hat-te?«
»Nein. Ich war sprachlos, als ich davon erfuhr.«
Sie sollte wirklich einen besseren Riecher haben, dachte Gus Venable.