Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Nun ja - sie - sie wirkte sehr überrascht, aber.«
»Vielen Dank, Mr. Pelham. Das ist alles.«
Der Prozeß lief bereits in der zweiten Woche. Gus Venable schürzte den Knoten. »Wenn es dem Gericht beliebt, möchte ich gern Alma Rogers in den Zeugenstand rufen.«
Nach der Vereidigung der Zeugin begann Venable mit der Frage: »Mrs. Rogers, was sind Sie von Beruf?« »Miss Rogers.«
»Ich bitte tausendmal um Vergebung.«
»Ich arbeite in der Corniche Travel Agency.«
»Ihr Reisebüro verkauft Reisen in alle Welt, macht Hotelbuchun-gen und bearbeitet sonstige Kundenwünsche?«
»Ja, Sir.«
»Ich möchte Sie bitten, sich die Angeklagte genau anzusehen. Sind Sie ihr vielleicht schon begegnet?«
»O ja. Vor zwei oder drei Jahren, da hat sie unser Reisebüro einmal besucht.«
»Und zu welchem Zweck?«
»Sie wäre an einer Reise nach London und Paris interessiert, hat sie gesagt. Und ich glaube, auch nach Venedig.«
»Sie hat sich nach Gruppenreisen erkundigt?«
»O nein. Sie wollte alles nur erster Klasse, hat sie gesagt - den Flug, das Hotel, alles. Und für eine Jacht hat sie sich auch interessiert. Ich glaube, sie wollte eine Jacht chartern.«
Im Gerichtssaal war es auf einmal totenstill. Gus Venable ging zum Tisch der Verteidigung hinüber. Er hielt einige Mappen hoch. »Diese Prospekte hier sind von der Polizei in Dr. Taylors Schließfach im Krankenhaus gefunden worden. Es sind Reiseprospekte für Paris, London und Venedig. Prospekte mit teuren Hotels und Flugplänen. Und ein Prospekt listet Privatjachten auf - mitsamt den Charterpreisen.«
Im Gerichtssaal kam Gemurmel auf.
Der Ankläger hatte einen Prospekt aufgeschlagen.
»Hier, die Preise für einige Jachten, die gechartert werden können.« Er las mit lauter Stimme vor. »Die Christina O... 26.000 Dollar pro Woche, zuzüglich Betriebskosten ... die Resolute Time 24.500 Dollar pro Woche. die Lucky Dream - 27.300 Dollar pro Woche.« Venable hob den Blick. »In diesem Prospekt ist die Lucky Dream angekreuzt. Paige Taylor hatte sich also bereits die 27.300-Dollar-Jacht ausgesucht. Nur ihr Opfer - das hatte sie noch nicht ausgewählt.«
Alan Penn drehte sich um zu Paige. Sie war bleich geworden und starrte nach unten.
»Wir möchten diese Unterlagen gern als Beweisstück A kenn-zeichnen.« Venable wandte sich lächelnd an Alan Penn. »Die Zeugin gehört Ihnen.«
Penn erhob sich betont langsam. Er mußte Zeit gewinnen. Er überlegte blitzschnell.
»Wie geht's der Tourismusbranche zur Zeit, Miss Rogers?«
»Wie bitte?«
»Ich habe gefragt, wie die Geschäfte so gehen. Das Corniche ist ein großes Reisebüro?«
»Ziemlich groß. Doch.«
»Ich denke mir, daß da dauernd eine Menge Leute kommen und sich nach Reiseangeboten erkundigen.«
»O ja.«
»Fünf oder sechs Leute am Tag - was meinen Sie?«
»Aber nein!« Miss Rogers war ehrlich entrüstet. »Wir sprechen pro Tag sicherlich mit fünfzig Kunden über Reiseveranstaltungen.«
»Mit fünfzig Menschen täglich?« Penn wirkte beeindruckt. »Und der Tag, um den es hier geht, liegt nun zwei bis drei Jahre zurück. Wenn man diese rund neunhundert Tage also mit fünfzig multipliziert - das ergäbe ja rund fünfundvierzigtausend Kunden.«
»Wird schon stimmen.«
»Und bei so vielen Menschen können Sie sich an Dr. Taylor erinnern - wieso eigentlich?«
»Also, das ist ganz einfach. Sie und ihre beiden Freundinnen sind wegen dieser Europareise ja so aufgeregt gewesen. Ich fand das wunderbar. Wie Schulmädchen sind sie gewesen. O ja. Da kann ich mich ganz genau erinnern. Besonders, weil sie nämlich gar nicht so aussahen, als ob sie sich eine Jacht leisten könnten.«
»Verstehe. Ich nehme an, daß die Leute, die bei Ihnen hereinkommen und sich einen Prospekt holen, dann auch auf Reisen gehen?«
»Also, natürlich nicht. Aber.«
»Dr. Taylor hat dann aber keine Reise gebucht, oder doch?«
»Also, nein. Jedenfalls nicht bei uns. Sie.« »Auch nirgends sonst. Sie hat sich nur ein paar Prospekte anschauen wollen.« »Ja. Sie.«
»Das ist aber doch wohl nicht dasselbe wie eine Reise nach Paris oder London, oder?« »Nun ja, nein, aber.« »Vielen Dank. Sie dürfen jetzt gehen.«
Venable wandte sich an die Richterin. »Ich möchte gern Dr. Benjamin Wallace in den Zeugenstand rufen.«
»Dr. Wallace, Sie sind für die Verwaltung des Embarcadero County Hospital zuständig?« »Ja.«
»Sie sind daher auch mit Dr. Taylor und ihrer Arbeit vertraut?« »Ja, das bin ich.«
»Hat Sie die Mordanklage gegen Dr. Taylor überrascht?« Penn war aufgesprungen. »Einspruch, Euer Ehren. Eine Beantwortung dieser Frage durch Dr. Wallace tut nichts zur Sache.«
»Wenn ich erläutern dürfte«, unterbrach Venable. »Die Antwort könnte sehr wohl zur Sache beitragen. Wenn Sie mir nur erlauben würden.«
»Also gut, wir wollen sehen, wohin die Frage führt«, entschied die Richterin. »Aber bitte keinen Unfug, Mr. Venable!«
»Lassen Sie mich den Punkt aus einer anderen Richtung angehen«, fuhr Venable fort. »Dr. Wallace - es wird doch von jedem Arzt verlangt, daß er den Hippokratischen Eid ablegt. Ist das richtig?« »Ja.«
»Und mit diesem Eid verspricht ein Arzt, daß er sich« - der An-kläger las von einem Blatt ab, das er jetzt in der Hand hielt - »»jedes willkürlichen Unrechtes und jeder anderen Schädigung< dem Patienten gegenüber enthalten will?«
»Ja.«
»Hat es bei Dr. Taylor in der Vergangenheit irgendein Ereignis gegeben, das Sie zu der Annahme veranlaßt hat, sie wäre imstande, ihren Hippokratischen Eid zu brechen?«
»Einspruch.«
»Einspruch abgelehnt.«
»Ja, ein solches Ereignis hat es gegeben.«
»Bitte erläutern Sie uns, worum es dabei ging.«
»Wir hatten da einen Patienten, bei dem laut Dr. Taylors Entscheidung eine Bluttransfusion notwendig war. Seine Familie hat die Zustimmung verweigert.«
»Und was geschah dann?«
»Dr. Taylor hat die Bluttransfusion trotzdem durchgeführt.«