Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Ich halte sie für unschuldig, und ich.«
Venable stieß ein kurzes, schnaubendes Lachen aus. »Nein, tun Sie nicht. Und auch sonst niemand. Es handelt sich hier um einen absolut eindeutigen Fall. Ihre Klientin ist genauso schuldig, wie Kain es war.«
»Nicht, bevor die Geschworenen so entschieden haben, Gus.«
»Werden sie aber.« Er hielt kurz inne. »Werden sie bestimmt.«
Als Alan Penn fort war, blieb Gus Venable noch eine Weile sitzen und dachte über das Gespräch nach. Daß Penn ihn aufgesucht hatte, war ein Zeichen von Schwäche. Offensichtlich wußte Penn, daß er keine Chance hatte, diesen Prozeß zu gewinnen. Gus dachte an die unwiderlegbaren Beweise, die er in der Hand hatte. Er dachte an die Zeugen, die er vor Gericht rufen würde. Er war sich seiner Sache sicher.
Gar keine Frage - Dr. Paige Taylor würde sterben müssen.
Es war nicht leicht gewesen, unvoreingenommene Geschworene für die Jury zu finden, denn der Fall hatte monatelang Schlagzeilen gemacht, und die Kaltblütigkeit des Mordes hatte in der Öffentlichkeit einen wahren Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Vorsitzende Richterin war Vanessa Young, eine schwierige, brillante schwarze Juristin, die als Kandidatin für die nächste Vakanz am Obersten Gerichtshof galt. Sie war nicht gerade bekannt für ihre Langmut Anwälten gegenüber. Unter Prozeßanwälten in San Francisco ging der Spruch um: Wenn dein Klient schuldig ist und du auf Milde hoffst, dann meide Richterin Young.
Am Tag vor Prozeßbeginn hatte Richterin Young beide Anwälte zu sich bestellt.
»Meine Herren - wir wollen uns über ein paar Grundregeln verständigen. Angesichts der besonderen Schwere dieses Falls bin ich durchaus zu gewissen Zugeständnissen bereit, damit die Angeklagte einen fairen Prozeß bekommt. Aber ich warne Sie beide. Versuchen Sie nicht, das auszunutzen. Ist das klar?«
»Jawohl, Euer Ehren.«
»Jawohl, Euer Ehren.«
Gus Venable schloß seine einleitende Erklärung ab. »Und deshalb, meine Damen und Herren Geschworenen, wird der Staat beweisen - jawohl, er wird ohne jeden Zweifel beweisen -, daß Dr. Paige Taylor ihren Patienten John Cronin umgebracht hat. Und nicht nur, daß sie damit einen Mord begangen hat. Sie hat es für Geld getan. für viel Geld. Sie hat John Cronin für eine Million getötet.
Glauben Sie mir: Nachdem Sie alle Beweise gehört haben, werden Sie keine Mühe haben, Dr. Paige Taylor des Mordes für schuldig zu befinden. Ich danke Ihnen.«
Die Geschworenen saßen schweigend da, ungerührt, aber erwartungsvoll.
Gus Venable wandte sich an die Richterin. »Wenn es Euer Ehren genehm ist, möchte ich als ersten Zeugen der Anklage Gary Williams aufrufen.«
Als der Zeuge vereidigt war, fragte Gus Venable: »Sie arbeiten als Pfleger am Embarcadero County Hospital?«
»Ja, das ist richtig.«
»Haben Sie auf Station 3 gearbeitet, als dort im vergangenen Jahr John Cronin eingeliefert wurde?«
»Ja.«
»Können Sie uns den Namen des Arztes nennen, der für diesen Fall verantwortlich war?« »Dr. Taylor.«
»Wie würden Sie die Beziehung zwischen Dr. Taylor und John Cronin beschreiben?«
»Einspruch!« Alan Penn war aufgesprungen. »Er fordert den Zeugen auf, eine Schlußfolgerung zu ziehen!«
»Einspruch stattgegeben.«
»Lassen Sie es mich anders ausdrücken. Haben Sie je Gespräche zwischen Dr. Taylor und John Cronin mitgehört?«
»Aber sicher. Das ließ sich gar nicht vermeiden. Ich habe doch die ganze Zeit über auf dieser Station gearbeitet.«
»Würden Sie diese Gespräche als freundlich beschreiben?«
»Nein, Sir.« »Tatsächlich? Warum sagen Sie das?«
»Nun ja, ich erinnere mich an den Tag, als Mr. Cronin eingeliefert wurde. Und als Dr. Taylor dann ihre Untersuchung begann, da hat er gesagt, sie soll ihre.« Er zögerte. »Ich weiß nicht, ob ich seine Ausdrücke wiederholen sollte.«
»Nur zu, Mr. Williams. Meines Wissens halten sich in diesem Gerichtssaal keine Kinder auf.«
»Nun ja, er hat gesagt, daß sie ihre Scheißhände von ihm wegnehmen soll.«
»Das hat er zu Dr. Taylor gesagt?«
»Ja, Sir.«
»Erzählen Sie dem Gericht bitte, was Sie sonst noch beobachtet oder gehört haben.«
»Nun ja, er hat sie immer nur >dieses Miststück< genannt. Er hat nicht gewollt, daß sie ihm nahe kam. Wenn sie sein Krankenzimmer betrat, hat er immer nur so Sachen gesagt wie: >Schon wieder dieses Miststück!< und >Bestellen Sie diesem Miststück, daß es mich in Ruhe lassen soll!< und >Warum können Sie mir keinen richtigen Doktor schicken?««
Gus Venable machte eine Pause, um seinen Blick in Paige Taylors Richtung wandern zu lassen. Die Augen der Geschworenen folgten ihm. Venable schüttelte den Kopf, wie wenn er tiefbetrübt wäre, und wandte sich dann erneut an den Zeugen. »Hat John Cronin auf Sie den Eindruck eines Menschen gemacht, der Dr. Taylor eine Million Dollar schenken würde?«
Alan Penn war erneut aufgesprungen. »Einspruch! Er will schon wieder eine bloße Meinung hören.«
Die Richterin erklärte: »Abgewiesen. Der Zeuge darf die Frage beantworten.«
Alan Penn sank auf seinem Stuhl zurück und schaute Paige Taylor nur an.
»Mein Gott, nein. Er konnte sie nicht ausstehen.«
Dr. Arthur Kane war im Zeugenstand.
Gus Venable hob an: »Dr. Kane, Sie waren der diensttuende Krankenhausarzt, als entdeckt wurde, daß John Cronin ermordet wor...« Er sah zur Richterin hinüber. ».an dem Insulin starb, das seiner intravenösen Versorgung beigegeben worden war. Ist das richtig?«
»Jawohl.«
»Und Sie haben anschließend festgestellt, daß die Verantwortung bei Dr. Taylor lag.«
»So ist es.«
»Dr. Kane, ich zeige Ihnen jetzt die von Dr. Taylor unterzeichnete amtliche Sterbeurkunde.« Er nahm ein Papier und reichte es Kane. »Würden Sie das bitte vorlesen?«
Kane las: »John Cronin. Todesursache: Atemstillstand, eingetreten als Komplikation eines Myokardinfarktes, eingetreten als Komplikation einer Lungenembolie.«
»In allgemeinverständlichen Worten?«