Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Nie sollst Du vergessen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nie sollst Du vergessen

Электронная книга - «Nie sollst Du vergessen». Краткое содержание книги:

In einer regnerischen Nacht wird Eugenie Davies in London von einem Autofahrer getötet. Ein Unfall ist definitiv auszuschließen: Die Frau wurde frontal angefahren und danach mehrmals absichtlich mit dem Wagen überrollt. Doch was hatte Eugenie Davies so spät am Abend überhaupt in der Stadt zu suchen? Und warum trug sie einen Zettel mit dem Namen genau des Mannes bei sich, der später ihre Leiche findet? Für Inspector Thomas Lynley, in dessen Privatleben sich zur selben Zeit dramatische Veränderungen ankündigen, sind diese Fragen nur der Auftakt zu Ermittlungen, in deren Verlauf er auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen persönlicher Loyalität und beruflicher Ehre wandert. Denn schon bald stellen Lynley und Sergeant Barbara Havers betroffen fest, dass ihr Chef Superintendent Webberly, der mehr über Eugenie Davies zu wissen scheint, als er preisgibt, versucht, sie bei der Auswertung von Erkenntnissen zu behindern. Für Lynley und Havers steht ihre berufliche Laufbahn auf dem Spiel, doch sie sind schon viel zu tief in den Fall eingedrungen, um sich noch zurückziehen zu können. Denn die Familie Davies nährt einen tödlichen Kreislauf aus Versagen, Wut und Gewalt, der immer weitere Opfer fordert…
Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Kriminalromane der Amerikanerin Elizabeth George. Die Autorin, die den Anthony Award, den Agatha Award und den Grand Prix de Litérature Policière gewonnen hat, lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ElizabethGeorgeOnline.com
1 ... 52 53 54 55 56 57 58 59 60 ... 234
Перейти на страницу:

Wenig später waren Pitchley und sein Anwalt eingetroffen und wie verdeckte Ermittler durch die Hintertür in die Dienststelle geführt worden. Nachdem sie die Erfrischungen bekommen hatten, die sie wünschten - frischen Orangensaft und Mineralwasser mit Limette, nicht Zitrone, bitte -, hatte man im Vernehmungsraum Platz genommen, wo Leach den Rekorder eingeschaltet und Datum, Uhrzeit sowie die Namen aller Anwesenden zu Protokoll gegeben hatte.

Bisher unterschied sich Pitchleys Aussage in nichts von dem, was er ihnen in der vergangenen Nacht erzählt hatte, er war lediglich in Bezug auf Namen und Örtlichkeiten etwas präziser geworden. Leider jedoch konnte er neben den Pseudonymen der Gespielinnen, mit denen er sich im Comfort Inn zu treffen pflegte, nicht mit einem einzigen richtigen Namen einer Person aufwarten, die seine Story hätte bestätigen können.

Verständlicherweise verwundert, fragte Leach: »Mr. Pitchley, wie kommen Sie auf die Idee, dass wir diese Frau ausfindig machen können? Wenn sie nicht einmal bereit war, dem Kerl, mit dem sie gebumst hat -«

»Dieser Ausdruck wird bei uns nicht gebraucht«, warf Pitchley verärgert ein.

»- ihren Namen zu nennen, wieso sollte sie dann ausgerechnet der Polizei gegenüber entgegenkommender sein? Sagt es Ihnen denn gar nichts, dass sie ihren Namen verheimlicht?«

»Bei uns ist das immer -«

»Lässt das nicht vermuten, dass sie auf keine andere Art als durch das Internet gefunden werden will!«

»Das gehört doch zum Spiel, dass wir -«

»Und wenn sie nicht gefunden werden will, könnte das dann nicht vielleicht heißen, dass es da jemanden gibt - einen Ehemann, zum Beispiel -, der nicht mit Begeisterung reagieren würde, wenn plötzlich ein Typ, der's vor kurzem mit seiner Frau getrieben hat, mit Blumen und Pralinen vor der Tür steht, weil er hofft, dass sie sein Alibi bestätigt?«

Pitchley wurde immer blasser und Leach immer ungeduldiger. Unter viel Stottern und Stammeln hatte der Mann zugegeben, dass er sich damit vergnügte, über das Internet mit älteren Frauen Kontakt aufzunehmen, die niemals ihren Namen nannten und niemals den seinen erfuhren. Pitchley behauptete, sich nicht erinnern zu können, mit wie vielen Frauen er sich seit der Einführung von E-Mail und Chatrooms getroffen habe. Er hätte die einzelnen Cybernamen nicht mehr im Kopf, sagte er, aber er könne schwören, dass er bei jedem persönlichen Zusammentreffen, das zu Stande gekommen war, nach gleicher Weise verfahren sei: Drinks und Abendessen im Valley of Kings in South Kensington, danach mehrere Stunden kreativer Sex im Comfort Inn.

»Dann wird man sich ja entweder im Restaurant oder Hotel an Sie erinnern?«, meinte Leach.

Da könnte es, erwiderte Pitchley einigermaßen niedergeschlagen, ein Problem geben. Die Kellner im Valley of Kings seien Ausländer, ebenso der Nachtportier im Comfort Inn. Und Ausländer hätten nun mal meist kein Gedächtnis für englische Gesichter, nicht wahr? Denn Ausländer - »Zwei Drittel der Bewohner Londons sind Ausländer«, fiel Leach ihm ins Wort. »Wenn Sie uns nichts zu bieten haben, was wirklich Hand und Fuß hat, Mr. Pitchley, verschwenden wir alle hier nur unsere Zeit.«

»Darf ich Sie daran erinnern, Chief Inspector, dass Mr. Pitchley aus reinem Entgegenkommen hier ist«, schaltete sich Jake Azoff ein, dem von dem bestellten Saft ein Fitzelchen Orangenmark wie gefärbter Vogelkot im Schnauzer hing. »Etwas mehr Höflichkeit würde sein Erinnerungsvermögen vielleicht anregen.«

»Ich nahm an, Mr. Pitchley sei hergekommen, weil er seiner Aussage von gestern Abend noch etwas hinzuzufügen hat«, erwiderte Leach. »Bisher tischt er uns hier aber nur Variationen zu einem Thema auf und reitet sich damit höchstens noch tiefer in den Schlamassel, in dem er bereits steckt.«

»Das ist nun wirklich völlig unzutreffend«, entgegnete Azoff pikiert.

»Finden Sie? Dann darf ich Sie vielleicht aufklären. Wenn ich recht gehört habe, hat Mr. Pitchley uns soeben informiert, dass es sein Hobby ist, über das Internet Frauen über fünfzig anzumachen und ins Bett zu lotsen. Er hat uns ferner mitgeteilt, dass er auf diesem Gebiet so stattliche Erfolge verzeichnen kann, dass er gar nicht mehr zählen kann, wie viele Frauen er mit seinen besonderen erotischen Talenten beglückt hat. Habe ich Recht, Mr. Pitchley?«

Pitchley setzte sich von einer Gesäßbacke auf die andere und trank von seinem Wasser. Sein mausbraunes Haar, zwei schwungvolle Wellen zu beiden Seiten des Mittelscheitels, fiel ihm ins Gesicht, als er nickte. Er hielt den Kopf gesenkt. Ob aus Verlegenheit, Bedauern oder um sich nicht in die Karten sehen zu lassen - wer konnte das sagen?

»Gut. Dann fahren wir fort. Also, in der Straße, in der Mr. Pitchley wohnt, in der Tat gar nicht weit von seiner Wohnung, wird eine ältere Frau überfahren. Zufällig hat diese Frau einen Zettel mit Mr. Pitchleys Adresse bei sich. Was würden Sie daraus schließen?«

»Gar nichts«, antwortete Azoff.

»Natürlich nicht. Aber meine Aufgabe ist es, Schlussfolgerungen zu ziehen. Und ich gelange zu dem Schluss, dass diese Dame auf dem Weg zu Mr. Pitchleys Wohnung war.«

»Wir haben mit keinem Wort bestätigt, dass Mr. Pitchley diese Frau erwartete oder auch nur kannte.«

»Und wenn sie tatsächlich auf dem Weg zu ihm war, dann hat Mr. Pitchley selbst uns einen prächtigen Grund für einen solchen Besuch genannt.« Leach beugte sich vor, um Pitchley stärker unter Druck zu setzen und ihm besser unter das herabhängende Haar sehen zu können. »Sie war ziemlich genau in dem Alter, in dem Sie sie mögen, Pitchley. Zweiundsechzig. Gut erhalten - soweit das noch feststellbar war. Geschieden. Nicht wieder verheiratet. Keine Kinder zu Hause. Es würde mich interessieren, ob sie sich einen Computer angeschafft hatte, um sich die einsamen Abende da draußen in Henley zu verkürzen…«

»Das ist völlig ausgeschlossen«, erklärte Pitchley entschieden.

»Keine erfährt je, wo ich wohne. Sie haben keine Ahnung, wohin ich verschwinde, wenn wir - nachdem wir… also, ich meine, wenn's vorbei ist.«

»Sie vögeln sie und hauen dann ab«, sagte Leach. »Klasse. Aber was ist, wenn einer der Damen dieses Arrangement nicht gepasst hat? Wenn sie Ihnen nach Hause gefolgt ist? Natürlich nicht gestern Abend, aber an irgendeinem anderen Abend. Sie ist Ihnen gefolgt, hat festgestellt, wo Sie wohnen, und dann, als Sie sich nie wieder gemeldet haben, nur auf den rechten Moment gewartet, um Sie zu stellen.«

»Unmöglich. Das geht gar nicht.«

»Wieso nicht?«

»Weil ich nie direkt nach Hause fahre. Ich fahre immer erst mindestens eine halbe Stunde kreuz und quer herum - manchmal auch eine ganze Stunde -, um ganz sicherzugehen…« Er hielt inne und schaffte es, ein halbwegs verlegenes Gesicht wegen seines Geständnisses zu machen. »Ich fahre durch die Gegend, um dafür zu sorgen, dass mir keine am Auspuff hängt.«

»Sehr weise«, sagte Leach ironisch.

»Ich weiß, wie das klingt. Ich weiß, das hört sich an, als wär ich der letzte Dreck. Und wenn ich das bin, dann bin ich's eben. Aber ich bin jedenfalls keiner, der eine Frau totfährt, und das wissen Sie, verdammt noch mal, auch ganz genau, wenn Sie meinen Wagen untersucht haben und nicht stattdessen eine Spritztour mit ihm gemacht haben. Und ich möchte meinen Wagen jetzt gefälligst zurück haben, Inspector Leach.«

»Ach ja?«

»Ach ja! Ganz recht. Sie wollten was von mir wissen, und ich habe Ihnen gesagt, was ich weiß. Ich habe Ihnen gesagt, wo ich gestern war, was ich gemacht habe und mit wem ich zusammen war.«

»Mit einer Dame namens Sahnehöschen, deren wahrer Name Ihnen unbekannt ist.«

»Na schön, ich geh noch mal online. Ich werde sie schon dazu kriegen, sich zu melden, wenn Sie solchen Wert darauf legen.«

1 ... 52 53 54 55 56 57 58 59 60 ... 234
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)