Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
1 ... 49 50 51 52 53 54 55 56 57 ... 150
Перейти на страницу:

»Was ist denn das für ein Ideal, für eine Norm des Lebens?«

Oblomow antwortete nicht.

»Nun, sage mir, wie würdest du dir dein Leben einrichten?« fragte Stolz weiter.

»Ich habe es mir schon klargemacht.«

»Wie denn? Erzähle mir, bitte ...«

»Wie?« sagte Oblomow, sich auf den Rücken umwendend und auf die Decke schauend, »ja wie! Vor allem würde ich aufs Gut fahren.«

»Was hindert dich denn daran?«

»Der Plan ist nicht fertig. Dann würde ich nicht allein, sondern mit meiner Frau hinfahren ...«

»Ah, so ist die Sache! Nun, nur zu. Worauf wartest du denn? Noch drei, vier Jahre, und dich nimmt keine mehr ...«

»Was soll man tun, es ist mir wohl nicht beschieden!« sagte Oblomow seufzend, »mein Vermögen erlaubt es mir nicht.«

»Aber ich bitte dich, und Oblomowka? Dreihundert Seelen!«

»Ist denn das genug, um mit einer Frau zu leben?«

»Was braucht man, um zu zweit zu leben?«

»Und wenn Kinder kommen?«

»Du wirst die Kinder so erziehen, daß sie sich selbst alles verschaffen werden; du mußt nur verstehen, sie zu leiten ...«

»Nein, warum soll man aus Edelleuten Handwerker machen?« unterbrach Oblomow trocken. »Und wie soll man auch zu zweit, ohne Kinder, damit auskommen? Es heißt nur so, zu zweit mit der Frau, in Wirklichkeit aber kommen, sobald man heiratet, von allen Seiten allerlei Frauenzimmer ins Haus. Blicke in jede beliebige Familie hinein; das sind weder Verwandte noch Wirtschafterinnen; wenn sie nicht im Hause leben, kommen sie täglich Kaffee trinken und Mittag essen ... Wie soll man wohl mit dreihundert Seelen ein solches Pensionat erhalten?«

»Nun gut, nehmen wir an, man hätte dir noch dreihunderttausend geschenkt, was würdest du dann tun?« fragte Stolz, der sehr neugierig geworden war.

»Ich würde das Geld gleich in die Bank tragen«, sagte Oblomow, »und von den Prozenten leben.«

»Dort bekommt man wenig ausgezahlt; warum würdest du das Geld nicht in irgendeinem Unternehmen, zum Beispiel in dem unsrigen, anlegen?«

»Nein, Andrej, ich lasse mich nicht anschmieren.«

»Wie, du würdest es auch mir nicht anvertrauen?«

»Um keinen Preis; es handelt sich ja nicht um dich, aber was kann nicht alles vorkommen; und wenn die Sache kracht, dann sitze ich ohne eine Kopeke da. In einer Bank ist das ganz anders.«

»Nun gut, was würdest du also tun?«

»Ich würde in mein neues, bequem eingerichtetes Haus fahren ... In der Umgegend würden liebe Nachbarn leben, zum Beispiel du ... Aber du kannst ja nicht an einem Orte bleiben ...«

»Und würdest du immer dort bleiben? Du würdest nirgends hinfahren?«

»Nirgends.«

»Warum bemüht man sich denn überall Eisenbahnen und Dampfschiffe zu bauen, wenn das Ideal des Lebens darin besteht, an einem Ort zu sitzen? Wollen wir ein Gesuch einreichen, daß nicht weiter gearbeitet wird; wir fahren ja doch nicht, Ilja!«

»Es gibt aber auch außer uns genug Leute; gibt es denn wenige Verwalter, Kaufleute, Beamte, unbeschäftigte Reisende, die kein Heim haben? Die sollen nur fahren!«

»Und wer bist du denn?«

Oblomow schwieg.

»Zu welcher Gesellschaftsklasse zählst du dich denn?«

»Frage Sachar!« sagte Oblomow.

Stolz erfüllte buchstäblich Oblomows Wunsch.

»Sachar!« rief er.

Sachar kam mit schläfrigen Augen herein.

»Wer liegt da?« fragte Stolz.

Sachar wurde plötzlich wach und blickte von der Seite mißtrauisch zuerst Stolz und dann Oblomow an.

»Wer das ist? Sehen Sie denn nicht?«

»Ich sehe nicht«, sagte Stolz.

»Was soll denn das heißen? Das ist der gnädige Herr, Ilja Iljitsch.«

Er lächelte.

»Gut, geh!«

»Der gnädige Herr!« wiederholte Stolz und brach in Lachen aus.

»Nun, ein Gentleman«, verbesserte Oblomow ärgerlich.

»Nein, nein, du bist der gnädige Herr!« fuhr Stolz lachend fort.

»Was ist denn da für ein Unterschied?« fragte Oblomow, »ein Gentleman ist auch ein gnädiger Herr.«

»Ein Gentleman ist ein solcher gnädiger Herr, der sich selbst die Strümpfe anzieht und auch selbst seine Schuhe auszieht.«

»Ja, ein Engländer macht das selbst, weil sie nicht so viel Dienstboten haben, aber ein Russe ...«

»Also zeichne mir die Umrisse deines Lebensideals zu Ende. Nun, um dich herum leben liebe Nachbarn; was ist dann weiter? Wie würdest du deine Tage verbringen?«

»Ja, also ich würde des Morgens aufstehen«, begann Oblomow, die Hände unter den Hinterkopf schiebend, und über sein Gesicht verbreitete sich ein Ausdruck von Ruhe; er war im Geiste schon auf dem Gut.

»Das Wetter ist herrlich, der Himmel ist tiefblau, ohne ein einziges Wölkchen«, sprach er, »die eine Seite des Hauses ist auf meinem Plan mit dem Balkon nach Osten, dem Garten und den Feldern zugewendet, die andere dem Dorfe zu. In Erwartung des Erwachens meiner Frau würde ich den Schlafrock anziehen und in den Garten gehen, um die Morgendünste einzuatmen; dort finde ich schon den Gärtner vor, wir begießen zusammen die Blumen und stutzen das Gebüsch und die Bäume. Ich pflücke einen Strauß Blumen für meine Frau. Dann gehe ich in die Wanne oder in den Fluß baden, komme zurück, und der Balkon ist schon offen; meine Frau steht in einer Bluse und einem leichten Häubchen, das sich kaum hält und, wie es scheint, gleich fortfliegen wird ... Sie erwartet mich. ›Der Tee ist fertig‹, sagt sie. Was für ein Kuß! Was für ein Tee! Was für ein bequemer Sessel! Ich setze mich an den Tisch; darauf steht Zwieback oder frische Butter ...«

»Dann!«

»Dann ziehe ich einen weiten Rock oder irgendeine Joppe an, umfasse die Taille meiner Frau und vertiefe mich mit ihr in eine endlose, dunkle Allee; wir gehen langsam und sinnend, schweigen oder denken laut, träumen, zählen die Augenblicke des Glücks wie das Schlagen des Pulses; hören zu, wie das Herz klopft oder erstarrt; suchen in der Natur nach Widerhall ... und kommen unmerklich zum Fluß, zum Feld hin ... Der Fluß plätschert leise; die Ähren wogen im Winde, es ist heiß ... Wir steigen ins Boot, die Frau rudert, die Ruder kaum sichtbar hebend ...«

»Du bist ja ein Dichter, Ilja!« unterbrach Stolz.

»Ja, ein Dichter des Lebens, denn das Leben ist Poesie. Es gefällt nur den Menschen, es zu verzerren! Dann kann man in das Glashaus gehen«, fährt Oblomow fort, sich selbst an dem beschriebenen Ideal des Glückes berauschend.

Er entnahm seiner Phantasie die fertigen, längst entworfenen Bilder und sprach darum voll Begeisterung und ohne sich zu unterbrechen.

»Wir schauen uns die Pfirsiche und Weintrauben an«, sprach er, »geben an, was bei Tische aufzutragen ist, kehren dann zurück, nehmen ein leichtes Frühstück ein und erwarten die Gäste ... Und unterdessen bekommt die Frau ein Briefchen von irgendeiner Marja Pjetrowna mit beigelegten Noten oder einem Buch, es wird eine Ananas zum Geschenk geschickt oder es ist in meinem Glashaus eine riesengroße Melone gereift, die wir einem guten Freund für morgen zum Mittagessen schicken, und wir fahren auch selbst hin ... Und in der Küche sind unterdessen alle Hände beschäftigt. Der Koch rennt in der schneeweißen Schürze und Mütze hin und her; er stellt eine Pfanne hin und nimmt eine andere vom Feuer, hier rührt er etwas, dort knetet er den Teig und schüttet das Wasser aus ... Die Messer sind in immerwährender Bewegung ... Das Gemüse wird zerhackt ... Dort wird die Eismaschine gedreht ... Es ist angenehm, vor dem Essen in die Küche hineinzublicken, eine Pfanne zu öffnen und zu riechen, zuzuschauen, wie die Pirogen zusammengerollt werden und wie der Rahmschaum geschlagen wird. Dann lege ich mich aufs Sofa; die Frau liest mir etwas Neues vor; wir unterbrechen die Lektüre und debattieren ... Jetzt kommen die Gäste, zum Beispiel du mit deiner Frau.«

1 ... 49 50 51 52 53 54 55 56 57 ... 150
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)