Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Der Medicus von Saragossa
Der Medicus von Saragossa - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Medicus von Saragossa

Электронная книга - «Der Medicus von Saragossa». Краткое содержание книги:

Titel der Originalausgabe: The Last Jew
Der Abdruck von Passagen aus Dantes Göttlicher Komödie (übers. v. Karl Vossler, Piper Verlag GmbH, München 1969) erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Die Stadt Saragossa findet sich auf der Landkarte im Vorsatz unter ihrem lateinischen Namen Cesaraugusta.
1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 118
Перейти на страницу:

Lavera stellte den anderen Mann nicht vor, der auch von sich aus nichts sagte. »Vicente Deza hat uns gebeten, Euch aufzusuchen.«

»Vicente Deza ist tot.« »Wie traurig. Ein Unfall?«

»Er ist ertrunken und wurde erst vor wenigen Tagen begraben.« »Was für ein Unglück. Er sagte uns, Ihr wüßtet, wo sich eine gewisse Höhle befindet.«

Jona war sich ganz sicher, daß die beiden Vicente umgebracht hatten. »Sucht Ihr eine der Höhlen im Felsen von Gibraltar?« fragte er.

»Sie befindet sich nicht im Felsen. Nach dem, was Deza uns gesagt hat, befindet sie sich irgendwo ein Stück weit von Gibraltar entfernt.«

»Von einer solchen Höhle weiß ich nichts, Senor.«

»Ich verstehe, manchmal fällt es einem schwer, sich zu erinnern. Aber wir wollen Eurer Erinnerung auf die Sprünge helfen. Und wenn Ihr Euch erinnert, werden wir Euch großzügig belohnen.«

»Wenn Vicente Euch meinen Namen genannt hat, warum hat er Euch dann nicht den Ort beschrieben, den Ihr sucht?«

»Wie gesagt, sein Tod war höchst unglücklich. Er wurde ermutigt, sich zu erinnern, aber die Ermutigung war ungeschickt und etwas überschwenglich.«

Jona lief es kalt über den Rücken, als er hörte, wie seelenruhig Lavera ein solch schreckliches Geständnis von sich gab.

»Ich war nicht dabei, müßt Ihr wissen. Ich hätte es besser gemacht. Als Vicente dann bereit war, den Ort zu nennen, war er nicht mehr in der Lage dazu. Aber als man ihn ermutigte zu sagen, wer uns sonst noch weiterhelfen könnte, nannte er sofort Euren Namen.«

»Ich werde mich umhören, ob irgend jemand etwas von einer Höhle weiß, die Vicente kannte«, sagte Jona.

Der Mann mit dem kurzen Bart nickte. »Hattet Ihr Gelegenheit, Vicente zu sehen, bevor er begraben wurde?«

»Ja.«

»Armer Kerl. So jämmerlich zu ertrinken. War er übel zugerichtet?«

»Ja.«

»Schrecklich. Die See hat kein Erbarmen.«

Anselmo Lavera sah Jona an. »Man verlangt andernorts nach uns, und wir müssen eilen. Aber in zehn Tagen werden wir wieder hier durchkommen. Denkt an die Belohnung, und denkt daran, was der arme Vicente von Euch erwartet hätte.«

Jona wußte, daß er weit weg sein mußte von Gibraltar, wenn sie zurückkehrten. Sie würden ihn töten, wenn er ihnen die Lage des Heiligengrabs nicht verriet, und auch wenn er es täte, würden sie ihn töten, weil er gegen sie Zeugnis ablegen konnte.

Das machte ihn traurig, weil er zum ersten Mal seit seinem Weggang aus Toledo sowohl den Ort mochte, an dem er sich befand, als auch die Arbeit, die er tat. Fierro war ein gütiger, freundlicher Mensch, ein Meister, wie man ihn nur sehr selten fand.

»Wir wollen, daß Ihr gut nachdenkt, damit Ihr Euch an das erinnert, was wir wissen müssen. Sind wir uns einig, mein Freund?«

Laveras Stimme war nie unangenehm gewesen, aber Jona erinnerte sich an die Wunde in Vicentes Kopf und an den schauerlichen Zustand seines Gesichts und seines Körpers.

»Ich werde mir Mühe geben, mich zu erinnern, Senor«, erwiderte er höflich.

»Hast du deinen Verwandten getroffen?« fragte Fierro, als Jona zurückkehrte.

»Ja, Meister. Ein entfernter Verwandter mütterlicherseits.«

»Die Familie ist wichtig. Es ist gut, daß er gerade jetzt kam, denn in ein paar Tagen wirst du schon fort sein.« Fierro berichtete, er habe beschlossen, Paco Parmiento, Luis Planas, Angel Costa und Ramön Callicö nach Tembleque zu schicken, um dem Grafen Vasca seine Rüstung zu bringen. »Paco und Luis können mit ihren Fähigkeiten noch etwaige Änderungen vornehmen, die nach der Übergabe nötig sein sollten. Angel wird der Führer eurer kleinen Karawane sein.«

Fierro fuhr fort, er wollte, daß Ramön Callicö dem Grafen die Rüstung übergebe, »weil du ein reineres Spanisch als die anderen sprichst und weil du lesen und schreiben kannst. Ich will eine schriftliche Bestätigung des Grafen von Tembleque über den Erhalt der Rüstung. Haben wir uns verstanden?«

Jona brauchte eine Weile, bis er antwortete, denn er schickte zuvor ein Dankgebet zum Himmel.

»Ja, Senor, ich habe verstanden.«

Obwohl Jona froh war, weit weg zu sein von Gibraltar, wenn An-selmo Lavera zurückkehrte, ängstigte ihn doch der Gedanke, in die Toledaner Gegend zurückzukehren. Doch dann sagte er sich, daß er Toledo als Knabe verlassen hatte und nun als großer, kräftiger Mann zurückkehrte, mit Gesichtszügen, die Wachstum, Männlichkeit und die gebrochene Nase verändert hatten, einem dichten Bart und langem Haar sowie einem neuen Namen, der sich bereits an vielen Orten bewährt hatte.

Fierro rief die vier Mitglieder der Reisegruppe zusammen und nahm kein Blatt vor den Mund, als er ihnen seine Anweisungen gab. »Es ist gefährlich, an fremde Orte zu reisen, und ich befehle euch deshalb, einträchtig zusammenzuarbeiten und nicht gegeneinander. Angel ist während der Reise euer Anführer, ihm obliegt der Schutz der Gruppe, und er ist mir persönlich für die Sicherheit von jedem von euch verantwortlich. Luis und Paco sind verantwortlich für den Zustand der Rüstung und des Schwerts. Ramön Callicö wird dem Grafen Vasca die Rüstung übergeben, sich versichern, daß er damit zufrieden ist, bevor ihr wieder abreist, und sich vom Grafen eine schriftliche Empfangsbestätigung aushändigen lassen und mir zurückbringen.«

Dann fragte er einen nach dem anderen, ob er seine Anweisungen verstanden habe, und jeder bejahte es.

Fierro überwachte die sorgfältigen Vorbereitungen für die Reise. Als Wegzehrung erhielten sie nur ein paar Säcke mit getrockneten Erbsen und hartem Zwieback. »Angel muß unterwegs jagen, um euch mit frischem Fleisch zu versorgen«, sagte der Meister.

Jeder der vier Männer erhielt ein Pferd zugewiesen. Die Rüstung des Grafen Vasca sollte von vier Packeseln befördert werden. Damit die Erscheinung seiner Arbeiter Fierro keine Schande machte, erhielten sie neue Kleidung, zusammen mit der strengen Ermahnung, daß sie sie erst anlegen dürften, wenn sie sich Tem-bleque näherten. Alle vier wurden mit Schwertern ausgestattet, und Costa und Jona erhielten Brustharnische. Costa schnallte sich große, rostige Sporen an die Stiefel und versorgte sich mit einem Langbogen und einem großen Vorrat an Pfeilen.

Paco lächelte. »Angel mit seiner beständig mürrischen Miene ist der geborene Anführer«, flüsterte er Jona zu, der froh war, daß neben den beiden anderen auch Paco ihn auf dieser Reise begleitete.

Als alles bereit war, führten die vier Reisenden ihre Tiere die Laufplanke des ersten Küstenschiffes hoch, das in Gibraltar festmachte. Zu Jonas Überraschung war es die Leona. Der Kapitän begrüßte jeden Fahrgast mit herzlichen Worten.

»Hola! Ihr seid das«, sagte er zu Jona. Obwohl der Kapitän, solange Jona zur Schiffsmannschaft gehört hatte, nie ein Wort an ihn gerichtet hatte, verbeugte er sich jetzt vor ihm und lächelte. »Seid mir aufs neue willkommen an Bord der Leona, Senor.« Paco, Angel und Luis sahen überrascht zu, wie auch andere Mitglieder der Mannschaft ihn begrüßten.

1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 118
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)