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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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– Wenn aber Peter Bathory Gebrauch davon machen könnte…

– Mein Sohn wird eine Stellung finden, die seiner würdig ist, und ich würde dann auf ihn rechnen können, wie er auf mich gerechnet hat.

– Er wird das nicht zurückweisen, was ein Freund seines Vaters ihn anzunehmen bittet.

– Er wird es!

– Gestatten Sie mir wenigstens den Versuch, gnädige Frau?

– Ich bitte Sie, in dieser Hinsicht nichts zu unternehmen, Herr Doctor, antwortete Frau Bathory. Mein Sohn weiß nicht einmal, daß ich das Geld erhalten habe, und ich wünsche auch, daß er es nie erfährt.

– Es sei! Ich verstehe die Beweggründe Ihrer Handlungsweise, da ich Ihnen nur ein Unbekannter war und bin. Ja, ich begreife und bewundere sie. Ich wiederhole Ihnen aber trotzdem, daß das Geld, wenn es Ihnen nicht gehört, auch mir nicht gehört.«

Doctor Antekirtt erhob sich. Die Weigerung der Frau Bathory hatte nichts ihn persönlich Verletzendes. Dieses Zartgefühl mußte in ihm die höchste Achtung wachrufen. Er verneigte sich vor der Witwe und wollte sich entfernen, als eine Frage der Frau Bathory ihn noch zurückhielt:

»Sie haben mir von einer ehrlosen Handlung gesprochen, Herr Doctor, welche den Tod Ladislaus Zathmar’s, Stephan Bathory’s und des Grafen Sandorf veranlaßt hat?

– Ich habe Ihnen den wahren Sachverhalt erzählt, gnädige Frau.

– Und Niemand kennt die Verräther?

– O doch, gnädige Frau.

– Wer ist es?

– Gott!«

Doctor Antekirtt verneigte sich noch einmal und ging.

Frau Bathory blieb in Nachdenken versunken zurück. Durch eine geheime Sympathie, von der sie sich vielleicht nicht einmal Rechenschaft ablegen konnte, fühlte sie sich unwiderstehlich zu der geheimnißvollen Persönlichkeit hingezogen, welche sich in die intimsten Geschehnisse ihres Lebens eingemischt hatte. Würde sie ihn jemals wiedersehen und würde er nun nicht wieder in See gehen, nachdem er mit der »Savarena« nach Ragusa gekommen war, nur um ihr einen Besuch abzustatten?

Am folgenden Tage erzählten die Zeitungen, daß ein Unbekannter den Hospitälern der Stadt ein Geschenk von hunderttausend Gulden gemacht hätte.

Es war das Almosen des Doctors Antekirtt, zugleich auch dasjenige der Witwe, welche die Annahme desselben für sich und ihren Sohn verweigert hatte.

Fünftes Capitel.

Verschiedene Zwischenfälle.

Der Doctor schien aber, entgegen der Annahme der Frau Bathory, durchaus keine Lust zu empfinden, Gravosa zu verlassen. Nach seinem erfolglosen Versuche, der Mutter zu Hilfe zu kommen, hatte er sich vorgenommen, dem Sohne unter die Arme zu greifen. Wenn auch Peter Bathory bis dahin keine seinen vorzüglichen Fähigkeiten entsprechende Stellung gefunden hatte, so würde er gewiß die Anerbietungen nicht von der Hand weisen, welche der Doctor ihm zu machen gewillt war. Ihm eine seiner Anlagen und seines Namens würdige Stellung zu verschaffen, konnte nicht als ein Almosen betrachtet werden. Es wäre das nur eine gerechte Wiedervergeltung, die man diesem jungen Manne schuldig war.

Peter Bathory war jedoch, wie Borik gesagt hatte, nach Zara in Geschäften gefahren.

Der Doctor zögerte trotzdem nicht, ihm zu schreiben. Er that es noch am selben Tage. Sein Brief beschränkte sich darauf, auszudrücken, wie glücklich er sich schätzen würde, Peter Bathory an Bord der »Savarena« zu empfangen, da er ihm einen ihn gewiß interessirenden Vorschlag zu machen hätte.

Dieser Brief wurde in Gravosa auf die Post gegeben und man mußte sich nun bis zur Rückkehr des jungen Ingenieurs in Geduld fassen.

Der Doctor lebte noch zurückgezogener als vorher an Bord des Schooners. Die in der Mitte des Hafens verankerte »Savarena« lag, umsomehr als auch ihre Bemannung niemals an Land ging, ebenso verlassen da, als befände sie sich an irgend einem einsamen Orte des Mittelländischen oder Atlantischen Meeres.

Das Außergewöhnliche war ganz dazu angethan, die Neugierigen, Reporter oder Andere zu intriguiren, welche keineswegs darauf verzichtet hatten, die räthselhafte Person des Doctors zu »interviewen«, obgleich man sie nicht an Bord der Yacht ließ, die nicht minder räthselhaft als ihr Eigenthümer sich zeigte. Da Pointe Pescade und sein Genosse Kap Matifu willkürlich schalten und walten konnten, so ließen sie es sich namentlich angelegen sein, diejenigen abzufertigen, welche für ihre Zeitungen Erkundigungen einzuziehen gedachten.

Pointe Pescade hatte, mit Genehmigung des Doctors natürlich, etwas Fröhlichkeit in das eintönige Schiffsleben gebracht. Während Kap Matifu so ernsthaft wie eine Schiffswinde blieb, deren Stärke er besaß, lachte und sang Pescade stets, lebhaft wie der Commandowimpel eines Kriegsschiffes, dessen Beweglichkeit der seinen gleichkam. Wenn er nicht zum größten Ergötzen der Bemannung, der er Unterricht im Luftsprunge gab, geschickt wie ein Matrose und gewandt wie ein Schiffsjunge im Tauwerk umherkletterte, so unterhielt er mit seinen endlosen Hanswurstiaden. Der Doctor Antekirtt hatte ihm nicht vergebens angerathen, sich seinen guten Humor zu bewahren. Nun wohl, er bewahrte ihn und ließ sogar Andere daran Theil nehmen.

Es war weiter oben schon gesagt worden, daß Kap Matifu und er vollständige Freiheit genossen. Mit anderen Worten, sie konnten gehen und kommen, wie es ihnen beliebte. Während die Mannschaft an Bord blieb, fuhren sie ans Land, wenn es ihnen einfiel. Daher stammte denn auch die natürliche Neigung der Neugierigen, ihnen zu folgen, ihnen zu schmeicheln, sie auszufragen. Doch Pointe Pescade ließ sich nicht sprechen, wenn er schweigen wollte; wenn er aber sprach, besagte sein Sprechen auch nichts.

»Was ist der Doctor Antekirtt?

– Ein berühmter Arzt. Er heilt alle Krankheiten, selbst die, welche Euch soeben in die andere Welt spedirt haben.

– Ist er reich?

– Er besitzt keinen Kreuzer… Ich, Pescade bin es, der ihm jeden Sonntag seine Löhnung auszahlt.

– Woher kommt er?

– Aus einem Lande, dessen Namen Niemand kennt.

– Und wo liegt dieses Land?

– Alles, was ich sagen kann, ist, daß es im Norden durch irgend etwas Mächtiges und im Süden durch nichts begrenzt wird.«

Es war ganz unmöglich, andere Antworten aus dem stets vergnügten Gefährten Kap Matifu’s heraus zu bekommen, der stumm wie ein Granitblock blieb.

Wenn nun auch die beiden Freunde den indiscreten Fragen der Reporter aus dem Wege gingen, so unterließen sie es doch nicht, sich unter vier Augen und zwar häufig über ihren neuen Herrn zu unterhalten. Sie hatten ihn schon liebgewonnen und liebten ihn sehr. Ihre stete Sorge war es, ihm ihre Ergebenheit zu beweisen. Zwischen ihnen und dem Doctor bestand eine Art Wahlverwandtschaft, eine Zusammengehörigkeit, die sie von Tag zu Tag enger aneinander knüpfte.

An jedem Morgen hofften sie in des Doctors Zimmer gerufen zu werden und dort die Worte zu hören:

»Ich bedarf Eurer, Freunde.«

Aber zu ihrem großen Verdrusse geschah nichts derartiges.

– Ob das wohl noch lange so fortgehen wird? fragte eines Tages Pointe Pescade. Es ist hart, zum Nichtsthun verurtheilt zu sein, namentlich wenn man dazu nicht erzogen worden ist, mein Kap.

– Ja, meinte der Hercules und betrachtete sorgfältig seine enormen, den Zugstangen der in Ruhe versetzten Maschinen ähnlichen Muskeln, meine Arme werden steif.

– Sag mal, Kap Matifu…

– Was soll ich Dir sagen, Pointe Pescade?

– Weißt Du, was ich vom Doctor Antekirtt halte?

– Nein, aber sage mir Deine Gedanken, Pointe Pescade, vielleicht verhelfen sie mir zu einer Antwort.

– Nun gut, daß es in seiner Vergangenheit Dinge gibt, Dinge… Man sieht das nämlich seinen Augen an, die mitunter Blitze werfen, als wollten sie Jemand blenden… Und an dem Tage, an dem der Donner losbrechen wird…

– Wird es einen großen Krach geben?

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