Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Die Jüdin von Toledo - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Jüdin von Toledo

Электронная книга - «Die Jüdin von Toledo». Краткое содержание книги:

Eine tragische Liebesgeschichte
La Fermosa, die Schöne, wird im mittelalterlichen Spanien Raquel, die Tochter des angesehenen Juden Jehuda Ibn Esra, genannt. In König Alfonso VIII. von Kastilien erwacht bald eine tiefe Leidenschaft für die gebildete, schöne junge Frau, und was für Raquel als politisches Opfer im Interesse der Vernunft und des Friedens begann, wächst auch bei ihr zu einer stürmischen Liebe für den mutigen König.
1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 121
Перейти на страницу:

So gestimmt, kehrte er nach Toledo zurück. In einer wunderlich büßerischen Regung indes, als ob er dadurch nachholen könnte, was er im Kloster versäumt hatte, legte er sich auf, noch diesen Tag in Toledo zu bleiben und erst am Abend des nächsten in die Galiana zurückzukehren.

Er warf sich in die Geschäfte, froh, daß sie seine ungeteilte Aufmerksamkeit erforderten.

Don Pedro von Aragon hatte eine ansehnliche Truppenmacht gesammelt, um in allernächster Zeit ins moslemische Gebiet, ins Valencianische, vorzustoßen. Es war der Erzbischof, der Don Alfonso das mitteilte. Don Martín hatte mit Genugtuung erfahren, daß es dem Domherrn geglückt war, den König zu stiller, klösterlicher Zwiesprache mit Gott zu bewegen, und Don Alfonso hatte jetzt wohl ein gutes Ohr für geistliche Mahnung. In kräftigen Worten also stellte der Erzbischof ihm vor, welch brennende Schande vor der ganzen Christenheit es wäre, wenn, während Aragon in den Heiligen Krieg eingreife, der größte König der Halbinsel untätig bliebe.

Dann, unvermittelt und zum Erstaunen Don Alfonsos, stimmte er ein Loblied an auf den Joglar Juán Velázquez. Gewöhnlich hatte die Kirche nur Worte des Tadels für die zweideutige Kunst dieser volkstümlichen Sänger. Juán Velázquez aber hatte das Herz des Erzbischofs gewonnen dergestalt, daß er ihn in seinem Palacio hatte singen und spielen lassen. Er meinte, auch Don Alfonso werde seine Freude daran haben, wie Juán Velázquez in seinem kräftigen Kastilisch von den Taten des Roland und des Cid singe, ganz zu schweigen von den akrobatischen Kunststücken des Spielmannes.

Don Alfonso ließ den Joglar kommen. Ja, Don Martín hatte recht gehabt: die einfachen, starken Romanzen rührten ihm ans Herz.

Er durfte das Schwert nicht länger rosten lassen. Er sprach seinem alten, aufrichtigen Don Manrique davon, daß er nun endlich losschlagen wolle.

Der erwiderte, seine Ungeduld sei nicht geringer als die des Herrn Königs. Aber angesichts der Kosten, die er sich von dem Herrn Escrivano habe zusammenstellen lassen, sei ihm die Hoffnung auf den Feldzug vergangen. Don Jehuda habe arabische Ziffern verwandt, und er, Manrique, gewöhnt an die römischen, könne nun einmal die arabischen, die ja auch die Kirche verpöne, nur schwer lesen. Leider aber seien die Summen, mit denen man hantieren müsse, so hoch, daß man ohne arabische Ziffern nicht auskomme. »Du solltest es selber mit deinem Escrivano durchsprechen, Herr König«, rief Don Manrique, »was ein Krieg gegen den Kalifen kostet.«

Alfonso hatte sich die ganze Zeit hindurch gescheut, mit dem Vater Raquels zusammenzukommen, und dennoch ein leises, kitzelndes Verlangen danach verspürt. Nun Don Manrique Jehuda nannte, entschloß er sich, ihn zu rufen.

Zur gleichen Zeit, da er den Herold ins Castillo Ibn Esra schickte, sandte er Botschaft auch in die Galiana an Doña Raquel, eine sehr kurze Botschaft, arabisch, lateinisch und kastilisch: »Auf morgen, auf morgen, auf morgen.«

Jehuda, als er den Ruf des Königs erhielt, atmete tief. Was immer die Zusammenkunft bringen mochte, es war besser als das Warten.

Sie standen sich gegenüber, und ein jeder entdeckte Neues in dem Gesicht des andern. Jehuda suchte und fand im Gesicht des Barbaren Züge, welche seine Raquel anziehen mochten, und der König sah befangen im Antlitz des Juden Züge, die denen seiner Liebsten glichen.

»Mir scheint, mein Escrivano«, begann mit etwas erkrampfter Munterkeit Don Alfonso, »wir sitzen fein in der Wolle dank deiner Umsicht, und es ist keine Ziegenwolle. Ich will also endlich meinen Krieg unternehmen. Du hast geschätzt, zweihunderttausend Maravedí seien nötig. Kann ich sie haben?«

Jehuda war darauf gefaßt gewesen, daß er allerlei törichtes Geschwätz werde anhören und widerlegen müssen, ehe er von seiner großen Sache reden durfte. Er antwortete also ruhig: »Du kannst sie haben, Herr König. Aber damals ging es um einen Feldzug nicht gegen den Kalifen, sondern gegen Aragon.« Vielleicht, ohne daß er sich’s zugestand, war dem König der Einwand seines Ministers willkommen. Doch er beharrte: »Wenn Aragon den Feldzug wagt, soll ich’s nicht können?« Jehuda hielt ihm entgegen: »Dein erlauchter Vetter von Aragon hat keinen Waffenstillstand mit dem Emir von Valencia.« Alfonso erwiderte finster: »Ein Mann, der so viel dazu beigetragen hat, mir diesen unseligen Stillstand aufzubürden, täte besser, mich nicht daran zu erinnern.« Jehudas Gesicht blieb ausdruckslos. »Die Tatsachen«, sagte er, »bleiben, ob wir sie aussprechen oder nicht. Im übrigen halte ich es nicht für wahrscheinlich, daß Don Pedro losschlägt. Mein Vetter Don Joseph Ibn Esra ist mutig genug, seinem König auch unliebe Dinge zu sagen. Er wird ihn daran erinnern, daß der Kalif im Begriff ist, aus dem Osten in seine Hauptstadt zurückzukehren, und daß er wahrscheinlich ins Andalús übersetzen wird, wenn Aragon losschlägt. Aragon kann, solange es allein ist, einen Feldzug nicht unternehmen. Und ebensowenig kann es Kastilien.«

Don Alfonso saß da, die Lippen verpreßt, die Stirn tief verfurcht. Es war immer der gleiche Einwand, gegen den er anrannte. Der Krieg war nicht möglich, solange nicht der Fant von Aragon versöhnt war.

»Ich weiß, Herr König«, sagte mit dringlicher Stimme Jehuda, »daß dein Herz an dem Feldzug hängt. Möge mir deine Majestät doch glauben, daß mein Vetter Don Joseph und ich unablässig darüber nachsinnen, wie ein wahrer Friede zwischen unsern erlauchten Fürsten herbeigeführt werden könnte.«

Des Königs Unmut vertiefte sich. Versöhnung mit Aragon zustande bringen konnte kein Ibn Esra. Das wußte der Jude so genau wie er selber. Verhöhnte er ihn?

Jehuda nahm den Unmut des Königs wahr. Es war keine gute Stunde, ihn um die Zulassung der Flüchtlinge zu bitten. Aber er hatte sein Gelübde, vor ihm stand hoch und finster der Große Bann, die Frist war kurz. Und wer mochte wissen, wann er den König ein zweites Mal zu sehen bekam? Er mußte sprechen.

Er sprach.

Alfonso hörte grimmig zu. Jetzt zeigte der Fuchs sein Gesicht. »Hast du mir nicht gerade versichert«, sagte er, »du wolltest mir helfen, meinen Heiligen Krieg endlich zu beginnen? Und da verlangst du, daß ich deine Juden ins Land lasse? Ich sag es dir in dein schlaues Gesicht: du willst meinen Krieg hintertreiben. Du tust alles, ihn zu hintertreiben. Du willst es hintertreiben, daß ich mich mit dem Fant von Aragon einige. Du hetzest mich gegen Aragon, und dein Herr Vetter hetzt Aragon gegen mich. Ihr schleicht und lügt und schwindelt, echte Bänker und Händler und Juden, die ihr seid.« Der König schmetterte nicht, er sprach leise, das machte seine Rede noch gefährlicher.

Ich hätte doch nicht sprechen sollen, dachte Jehuda. Aber ich mußte sprechen. Ich hab meinen Eid im Himmel, ich kann nicht zurück. Er sagte verwegen: »Du kränkst mich zu Unrecht, Herr König, und auch meinen Vetter. Wir tun unser Bestes. Aber freilich vermögen wir nicht viel.« Und noch kühner fuhr er fort: »Ich weiß jemand, der mehr erreichen kann: deine Frau Königin. Sie ist klüger als wir alle. Geh zu ihr. Bitte sie, daß sie es unternehme, den erlauchten Don Pedro zu versöhnen.«

Der König ging auf und ab. »Du bist sehr frech, Herr Escrivano«, warf er ihm hin, die unterdrückte Stimme verbarg kaum die Wut.

Jehuda indes, tollkühn, er hatte nichts mehr zu verlieren, sprach weiter: »Aber selbst deine Frau Königin, und wenn sie die Versöhnung zustande bringt, wird Monate brauchen. Verzeih meinem platten Kaufmannsverstand, wenn er nicht einsieht, warum wir nicht diese Monate nützen sollen, jene Flüchtlinge ins Land zu ziehen. Sie haben Hände und Köpfe, die wir gut gebrauchen können. Deine Länder, Herr König, sind noch immer entblößt durch die vielen Kriege. Du solltest dir diese sehr nützlichen Ansiedler sichern. Ich bitte dich sehr, Herr König, wische nicht meine guten Gründe mit schneller Hand fort. Wäge sie. Bedenke sie.«

1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 121
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)