Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Der Fänger im Roggen». Краткое содержание книги:

Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Originaltitel «The Catcher in The Rye» Rowohlt Erscheinungsdatum: 1966
1 ... 43 44 45 46 47 48 49 50 51 ... 60
Перейти на страницу:

Sie wollte aber nicht. Manchmal kann man überhaupt nicht mit ihr argumentieren. Schließlich ging ich ins Wohnzimmer und nahm mir ein paar Zigaretten aus der Schachtel, die auf dem Tisch steht, und steckte sie in die Tasche. Ich hatte keine mehr.

22

Als ich zurückkam, hatte sie zwar das Kissen nicht mehr auf dem Gesicht - ich hatte das gewußt -, aber sie wollte mich immer noch nicht anschauen, obwohl sie jetzt auf dem Rücken lag. So bald ich mich wieder auf den Bettrand setzte, drehte sie ihr verrücktes Gesicht auf die andere Seite. Sie strafte mich mit Schweigen. Genau wie die Fechtmannschaft in Pencey, nachdem ich die blöden Floretts in der Untergrundbahn vergessen hatte.

«Was macht die gute Hazel Weatherfield?» fragte ich. «Hast du etwas Neues über sie geschrieben? Die Geschichte, die du ihm geschickt hast, ist in meinem Koffer auf dem Bahnhof. Sie ist ausgezeichnet.»

«Dad bringt dich um.» Wenn sie etwas im Kopf hat, dann hat sie es aber wirklich im Kopf.

«Nein, ganz sicher nicht. Schlimmstenfalls tobt er und schickt mich auf die verdammte Militärschule.

Mehr nicht. Und außer dem bin ich ja nicht da. Ich bin weg. Wahrscheinlich in Colorado auf dieser Farm.»

«Daß ich nicht lache. Du kannst ja nicht einmal reiten.»

«Wer kann hier nicht reiten? Natürlich kann ich. Selbstverständlich. Das lernt man in zwei Minuten», sagte ich. «Laß das Zeug in Ruh.» Sie machte an ihrem Pflaster herum. «Wer hat dir die Haare geschnitten?» fragte ich. Es war mir gerade aufgefallen, daß sie einen blöden Haarschnitt hatte. Viel zu kurz.

«Geht dich nichts an», sagte sie. Manchmal kann sie sehr schnippisch sein. Wirklich richtig schnippisch. «Wahrscheinlich bist du wieder in jedem Fach durchgefallen», sagte sie höchst schnippisch. Irgendwie klang es auch komisch. Manchmal redet sie genau in dem verdammten Lehrerton und ist doch noch ein kleines Kind.

«Nein, durchaus nicht», sagte ich. «Im Englisch war ich gut.» Dann zwickte ich sie aus reinem Blödsinn in ihr kleines Hinterteil. Sie lag auf der Seite, daß es auffallend herausstand. Eigentlich hat sie überhaupt keines. Ich zwickte sie nicht fest, aber sie versuchte meine Hand wegzuschlagen. Nur traf sie daneben.

Plötzlich sagte sie: «Oh, warum hast du das getan?» Sie meinte damit, daß ich wieder geflogen war.

Ihr Ton machte mich irgendwie traurig.

«Ach Gott, Phoebe, frag noch nicht danach. Ich hab es satt, daß alle mich das fragen», sagte ich. «Aus tausend Gründen. Pencey ist fast die schlimmste Schule, in der ich gewesen bin. Lauter verlogene Affen. Und gemeine Esel. So viele gemeine Esel auf einem Haufen sieht man in seinem ganzen Leben nicht mehr. Wenn sie zum Beispiel einen Budenzauber in irgendeinem Zimmer hatten und einer dabeisein wollte, hat ihn niemand hereingelassen, wenn es irgendein doofer Kerl mit Pickeln oder so war. Immer haben alle die Tür zugeschlossen, wenn einer hereinwollte. Und dann haben sie diese verdammte Geheimbrüderschaft, und ich war zu feig, um nicht beizutreten. Einer, Robert Ackley, ein furchtbar Langweiliger mit Pickeln, wollte auch mitmachen und versuchte immer beizutreten, aber ihn nahmen sie nicht auf. Einfach nur, weil er so langweilig war und Pickel hatte. Ich mag überhaupt nicht davon reden. So eine elende Dreckschule. Das kannst du mir glauben.»

Phoebe sagte nichts, aber sie hörte zu. Ich konnte ihrem Hals von hinten ansehen, daß sie zuhörte.

Sie hörte immer zu, wenn man ihr etwas erzählte. Und das Komische ist, daß sie ganz genau weiß, von was man redet. Wirklich.

Ich redete weiter von Pencey. Ich war gerade in der Stimmung dazu.

«Sogar die paar netten Lehrer waren Heuchler», sagte ich. «Zum Beispiel dieser alte Mr. Spencer. Seine Frau hat uns immer heiße Schokolade gemacht und solches Zeug, und beide waren wirklich sehr nett. Aber du hättest ihn sehen sollen, wenn der Rektor, dieser Thurmer, in die Geschichtsstunde kam und sich hinten an die Wand setzte. Er kam immer und blieb ungefähr eine halbe Stunde dort sitzen. Das sollte wohl inkognito sein oder was. Dann fing er an, den alten Spencer zu unterbrechen und blöde Witze zu machen. Und dieser Spencer brachte sich fast um mit Kichern und Lächeln und allem, als ob Thurmer ein verdammter Fürst oder was weiß ich wäre.»

«Fluch nicht soviel.»

«Dir wäre es davon schlecht geworden, das schwör ich», sagte ich. «Und dann die Veteranenfeier! An dem Tag kommen alle, die im Jahr 1776 oder wann das Examen gemacht haben, und laufen mit ihren Frauen und Kindern und allen überall herum. Einen, ungefähr fünfzig Jahre alt, hättest du sehen sollen. Der hat bei uns an die Tür geklopft und ist ins Zimmer gekommen und hat gefragt, ob wir etwas dagegen hätten, daß er in die Toilette ginge. Die Toilette ist hinten im Gang - ich weiß wahrhaftig nicht, warum er ausgerechnet uns fragen mußte. Weißt du, was er gesagt hat? Er wollte sehen, ob seine Initialen immer noch innen an einer Klosettüre wären. Er hatte nämlich seine verdammten blöden Initialen vor ungefähr neunzig Jahren in eine von diesen Türen gekerbt, und jetzt wollte er also sehen, ob sie noch da wären.

Stradlater - der mit mir im gleichen Zimmer wohnte -Stradlater und ich haben ihn also zum Waschraum geführt und dort gewartet, während er an sämtlichen Klosettüren seine Initialen gesucht hat. Dabei hatte er die ganze Zeit davon geschwätzt, daß die Jahre in Pencey die glücklichste Zeit in seinem ganzen Leben gewesen wären, und uns haufenweise gute Ratschläge für die Zukunft gegeben. Der hat mich schön deprimiert. Er war gar nicht so übel - das meine ich nicht. Aber einer braucht ja kein schlechter Mensch oder so zu sein, um jemand zu deprimieren - er kann sogar gut sein, und einen deprimieren. Es genügt schon, daß einer einen Haufen verlogene Ratschläge von sich gibt, während er an irgendeiner Klosettür seine Initialen sucht - mehr braucht es nicht. Ich weiß nicht. Vielleicht wäre es weniger schlimm gewesen, wenn er nicht so kurzatmig gewesen wäre. Er war noch vom Treppensteigen außer Atem, und beim Suchen nach seinen Initialen hat er die ganze Zeit gekeucht, mit komischen traurigen Nasenflügeln, während er Stradlater und mir erzählte, daß wir die Zeit in Pencey richtig ausnützen sollten. Großer Gott, Phoebe, ich kann dir nicht alles erklären. Ich habe einfach nichts von all dem ausstehen können, was in Pencey passierte. Ich kann's nicht erklären.»

Daraufhin sagte Phoebe etwas, aber ich konnte sie nicht verstehen. Sie hatte den Mund so im Kissen, daß man sie nicht verstehn konnte.

«Was?» fragte ich. «Komm mit deinem Mund aus dem Kissen. Ich versteh kein Wort, wenn du so da liegst.»

«Du kannst überhaupt nichts ausstehn.»

Als sie das sagte, wurde ich noch viel deprimierter.

«Doch. Doch, sicher. Sag das nicht. Warum zum Kuckuck sagst du so etwas?»

1 ... 43 44 45 46 47 48 49 50 51 ... 60
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)