Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Der Fänger im Roggen». Краткое содержание книги:

Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Originaltitel «The Catcher in The Rye» Rowohlt Erscheinungsdatum: 1966
1 ... 45 46 47 48 49 50 51 52 53 ... 60
Перейти на страницу:

«Das weiß ich auch, daß es ein Gedicht von Robert Burns ist.»

Sie hatte aber ganz recht. Es heißt <Wenn einer einen andern trifft, der durch den Roggen läuft>.

Damals wußte ich das allerdings noch nicht.

«Ich dachte, es hieße <Wenn einer einen andern fängt>», sagte ich. «Aber jedenfalls stelle ich mir immer kleine Kinder vor, die in einem Roggenfeld ein Spiel machen. Tausende von kleinen Kindern, und keiner wäre in der Nähe - kein Erwachsener, meine ich - außer mir. Und ich würde am Rand einer verrückten Klippe stehen. Ich müßte alle festhalten, die über die Klippe hinauslaufen wollen ich meine, wenn sie nicht achtgeben, wohin sie rennen, müßte ich vorspringen und sie fangen. Das wäre einfach der Fänger im Roggen. Ich weiß schon, daß das verrückt ist, aber das ist das einzige, was ich wirklich gern wäre. Ich weiß natürlich, daß das verrückt ist.»

Phoebe sagte lange nichts. Schließlich sagte sie nur: «Dad bringt dich um.»

«Ich scher mich den Teufel drum, wenn er das tut», sagte ich. Dann stand ich vom Bett auf, weil ich Mr. Antolini anrufen wollte, der in Elkton mein Englischlehrer gewesen war. Er wohnte jetzt in New York und unterrichtete an der New York University. «Ich muß noch telefonieren», sagte ich. «Ich komme gleich wieder zurück. Schlaf aber nicht unterdessen ein.» Ich wollte nicht, daß sie einschliefe, während ich im Wohnzimmer war. Ich wußte zwar, daß sie wach bleiben würde, aber ich wollte ganz sicher sein.

Als ich zur Treppe ging, sagte Phoebe: «Holden!», und ich drehte mich um.

Sie saß hochaufgerichtet im Bett. Sie sah so hübsch aus. «Ich nehme jetzt Unterricht im Rülpsen bei einer, sie heißt Phyllis Margulies», sagte sie. «Hör.»

Ich horchte, und tatsächlich hörte ich auch etwas, aber nicht viel. «Gut», sagte ich. Dann ging ich ins Wohnzimmer und rief diesen Mr. Antolini an.

23

Ich telefonierte nur ganz kurz, weil ich Angst hatte, daß meine Eltern mitten in das Gespräch hereinplatzen könnten. Sie kamen aber nicht. Mr. Antolini war sehr freundlich. Er sagte, ich könne jetzt sofort zu ihm kommen, falls ich Lust hätte. Offenbar hatte ich ihn und seine Frau geweckt, denn es dauerte höllisch lang, bis sie ans Telefon kamen. Als erstes fragte er, ob etwas schiefgegangen sei, und ich sagte, nein, gar nichts, ich sei allerdings von Pencey geflogen. Ich dachte, ich könnte ihm das ebensogut gleich erzählen. Er antwortete darauf: «Du lieber Himmel.» Er hatte viel Humor und so. Er sagte, ich solle nur gleich kommen, wenn ich wolle.

Er war wohl der beste von allen meinen Lehrern gewesen. Mr. Antolini war noch ziemlich jung, nicht viel älter als mein Bruder D.B., und man konnte mit ihm Unsinn machen, ohne den Respekt für ihn zu verlieren. Er war auch derjenige gewesen, der damals diesen James Castle endlich aufhob, nachdem er aus dem Fenster gesprungen war. Mr. Antolini fühlte ihm den Puls und so weiter, und dann zog er seine Jacke aus und legte sie über James Castle und trug ihn den ganzen Weg in die Krankenabteilung. Er kümmerte sich überhaupt nicht darum, daß seine Jacke ganz blutig wurde.

Als ich wieder in D.B. s Zimmer kam, hatte Phoebe das Radio angedreht. Tanzmusik. Sie hatte es ganz leise eingestellt, damit das Dienstmädchen nichts davon hörte. Man muß sie gesehen haben. Sie saß ohne Decken mitten im Bett und hatte die Beine wie ein Yogi untergeschlagen. Sie hörte der Musik zu. Sie kann mich umwerfen.

«Komm», sagte ich, «willst du tanzen?» Ich hatte es ihr schon beigebracht, als sie noch ganz klein war. Sie tanzt sehr gut. Das meiste hat sie zwar von selbst gelernt, nicht von mir. Man kann niemandem beibringen, wie man wirklich gut tanzt.

«Du hast Schuhe an», sagte sie.

«Ich zieh sie aus. Komm.»

Sie sprang mit einem großen Satz aus dem Bett und wartete, bis ich die Schuhe ausgezogen hatte, und dann fingen wir an. Sie tanzt wirklich verdammt gut. Ich sehe es im allgemeinen nicht gern, wenn Erwachsene mit Kindern tanzen, weil es meistens schrecklich aussieht. Wenn zum Beispiel irgendein alter Esel in einem Restaurant mit seinem Kind tanzt. Meistens ziehen sie aus Versehen so einem kleinen Mädchen das Kleid hinten in die Höhe, und das Kind kann überhaupt nicht tanzen, und das Ganze sieht schrecklich aus, aber mit Phoebe tanze ich nie vor Publikum. Wir tun es nur zu Hause.

Aber mit ihr ist es ohnedies etwas anderes, weil sie wirklich tanzen kann. Sie paßt sich allen Bewegungen an. Man muß sie nur ganz nah halten, damit es nicht stört, daß man viel längere Beine hat. Sie folgt allen Schritten. Man kann sogar ein bißchen Jitterbug mit ihr tanzen oder Tango, tatsächlich.

Wir tanzten ungefähr viermal. In den Pausen ist sie furchtbar komisch. Sie bleibt in Tanzstellung stehen und will nicht einmal sprechen. Auch man selber muß genauso stehenbleiben und warten, bis das Orchester weiterspielt. Das wirft mich um. Man darf auch nicht lachen oder so.

Nach vier Tänzen drehte ich das Radio ab. Phoebe hopste wieder ins Bett und schlüpfte unter die Decke. «Ich mache Fortschritte, nicht wahr?» fragte sie.

«Und wie», sagte ich. Dann setzte ich mich wieder auf den Bettrand. Ich war sozusagen außer Atem. Ich hatte so viel geraucht, daß ich fast keine Luft mehr bekam. Phoebe war überhaupt nicht außer Atem.

«Fühl meine Stirn», sagte sie plötzlich.

«Warum?»

«Fühl. Nur ganz schnell.»

Ich legte die Hand an ihre Stirn. Ich fühlte aber weiter nichts Besonderes.

«Ist sie fiebrig?» fragte sie.

«Nein. Sollte sie das sein?»

«Ja - ich mach es absichtlich. Fühl noch mal.»

Ich versuchte es wieder und fühlte immer noch nichts, aber ich sagte: «Doch, ich glaube, es fängt an.» Ich wollte nicht, daß sie einen verdammten Minderwertigkeitskomplex bekäme.

Sie nickte. «Ich kann es so machen, daß es bis über das Thermometer hinaufsteigt.»

«Thermometer. Wer hat das gesagt?»

«Alice Holmborg hat es mir gezeigt. Man muß die Beine kreuzen und den Atem anhalten und an etwas sehr, sehr Heißes denken. Eine Heizung oder so. Dann wird die ganze Stirn so heiß, daß man jemand die Hand verbrennen kann.»

Das warf mich um. Ich zog die Hand von ihrer Stirn weg, als ob es furchtbar gefährlich wäre.

«Danke für die Warnung», sagte ich.

«Ach, dir hätte ich nicht die Hand verbrannt. Ich hätte aufgehört, bevor es zu heiß - sst!» Dabei setzte sie sich blitzschnell auf.

Sie jagte mir einen wahnsinnigen Schrecken damit ein. «Was ist los?» fragte ich.

1 ... 45 46 47 48 49 50 51 52 53 ... 60
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)