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Электронная книга - «Der Fänger im Roggen». Краткое содержание книги:

Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Originaltitel «The Catcher in The Rye» Rowohlt Erscheinungsdatum: 1966
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«Weil du gar nichts gern hast. Die Schulen hast du nicht gern, und überhaupt alles hast du nicht gern. Einfach nichts.»

«Doch! Da täuschst du dich - in dem Punkt täuschst du dich wirklich! Warum zum Kuckuck mußt du so etwas sagen?» Herr im Himmel, sie deprimierte mich wahnsinnig.

«Weil es so ist», sagte sie. «Oder sag irgend etwas, was du gern hast.»

«Irgend etwas? Was ich gern habe?» fragte ich. «Schön.»

Dummerweise konnte ich mich nicht richtig konzentrieren. Manchmal ist das schwierig.

«Etwas, was ich richtig gern habe?» fragte ich.

Sie gab keine Antwort. Sie lag drüben auf der andern Seite im Bett. Kilometerweit weg. «Gib Antwort, komm», sagte ich. «Etwas, was ich richtig gern habe, oder einfach nur gern habe?»

«Was du richtig gern hast.»

«Schön», sagte ich. Aber dummerweise konnte ich mich eben nicht konzentrieren. Es fielen mir nur die beiden Nonnen ein, die mit diesen alten Körben herumliefen und Geld sammelten. Besonders die mit der Stahlbrille. Oder einer, der in Elkton Hills gewesen war, James Castle. Dieser James Castle weigerte sich, etwas zurückzunehmen, was er über einen furchtbar eingebildeten Hund namens Phil Stabile gesagt hatte. Er hatte gesagt, Phil Stabile sei eingebildet, und einer von Stabiles blöden Freunden sagte es diesem Stabile weiter. Daraufhin ging Stabile mit ungefähr sechs anderen gemeinen Hunden in James Castles Zimmer und schloß die verdammte Tür ab und wollte, daß Castle es zurücknähme, aber er weigerte sich. Dann gingen sie auf ihn los. Ich will nicht erzählen, was sie mit ihm machten - es ist zu abscheulich -, aber der gute Castle wollte es trotzdem nicht zurücknehmen. Und dabei war er ein magerer, schwächlich aussehender kleiner Kerl mit bleistiftdünnen Handgelenken. Anstatt seine Behauptung zurückzunehmen, sprang er schließlich aus dem Fenster. Ich war gerade im Duschraum und hörte sogar, wie er unten aufschlug. Aber ich meinte, es sei nur irgend etwas aus dem Fenster gefallen, ein Radio oder ein Tisch oder was weiß ich, nicht ein Mensch oder so. Dann hörte ich alle durch die Gänge und die Treppe hinunterrennen und zog den Morgenrock an und rannte auch hinunter, und dort lag James Castle mitten auf der Steintreppe vor dem Haus. Er war tot, und alles war voll Blut, und seine Zähne lagen überall herum, und keiner wollte auch nur näher rangehen. Er hatte einen Pullover mit Rollkragen an, den ich ihm geliehen hatte. Die Schüler, die bei ihm im Zimmer gewesen waren, wurden nur relegiert. Sie kamen nicht einmal ins Gefängnis.

Etwas anderes fiel mir nicht ein. Die beiden Nonnen und dieser James Castle in Elkton Hills. Das Sonderbare daran ist, daß ich James Castle eigentlich kaum gekannt hatte, falls das jemanden interessiert. Er war sehr still. In der Mathematik ging er in die gleiche Klasse wie ich, aber er saß auf der andern Seite drüben und stand fast nie auf, um etwas zu sagen oder an die Wandtafel zu gehen.

Manche meldeten sich fast nie. Ich glaube, wir redeten zum erstenmal, als er mich fragte, ob ich ihm diesen Rollkragenpullover leihen wolle. Ich war so überrascht, daß ich fast in Ohnmacht fiel. Ich erinnere mich, daß ich mir im Waschraum gerade die Zähne putzte, als er mich das fragte. Er sagte, sein Cousin komme im Auto und wolle mit ihm ausfahren. Ich hätte gar nicht gedacht, daß er meinen Rollkragenpullover überhaupt beachtet hatte. Denn ich wußte von ihm eigentlich nur, daß sein Name immer direkt vor meinem im Alphabet kam. Gabel, R., Gabel, W, Castle, Caulfield - daran erinnere ich mich immer noch. Falls jemand die Wahrheit wissen will, ich hätte ihm beinah den Pullover nicht geliehen. Einfach nur, weil ich ihn kaum kannte.

«Was?» sagte ich zu Phoebe. Sie hatte irgend etwas zu mir gesagt, aber ich hatte nicht zugehört.

«Du kannst überhaupt nichts aufzählen?»

«Doch, das kann ich. Doch, das kann ich.»

«Gut, dann sag's.»

«Allie hab ich gern», sagte ich. «Und was ich grade jetzt tue.

Hier bei dir sitzen und reden und an alles mögliche denken und -

»

«Allie ist tot. Das sagst du ja immer. Wenn jemand tot ist und im Himmel und so, dann ist er nicht wirklich -»

«Natürlich ist er tot! Meinst du, ich wüßte das nicht? Aber ich kann ihn trotzdem gern haben! Nur weil jemand tot ist, hört man doch nicht einfach auf, ihn gern zu haben, du lieber Gott -besonders wenn einer tausendmal netter war als alle lebendigen Leute, die man kennt.»

Phoebe gab keine Antwort. Wenn ihr nichts einfällt, sagt sie kein einziges blödes Wort.

«Jedenfalls gefällt es mir jetzt», sagte ich. «Ich meine jetzt grade. Hier bei dir zu sitzen und einfach zu schwätzen und Blödsinn-»

«Das ist nicht wirklich etwas!»

«Allerdings ist das wirklich etwas! Selbstverständlich! Warum zum Kuckuck denn nicht? Die Leute meinen immer, etwas sei nicht wirklich etwas. Das hab ich allmählich schon verdammt satt.»

«Hör auf zu fluchen. Also schön, sag etwas anderes. Sag etwas, was du gern sein möchtest. Wie ein Gelehrter. Oder ein Rechtsanwalt oder was.»

«Ich könnte kein Gelehrter werden. Für so etwas bin ich nicht begabt.»

«Schön, dann Rechtsanwalt - wie Dad und so.»

«Rechtsanwälte sind schon recht, vermutlich - aber mich lockt das nicht», sagte ich. «Ich meine, sie sind mir recht, wenn sie unschuldigen Leuten das Leben retten, aber das tut man als Rechtsanwalt ja gar nicht. Man verdient nur einen Haufen Geld und spielt Golf und Bridge und kauft Autos und trinkt Martinis und sieht furchtbar bedeutend aus. Und außerdem - auch wenn man irgendwelchen Leuten das Leben retten würde, woher könnte man sicher wissen, ob man das getan hat, weil man ihnen wirklich das Leben retten wollte, oder ob man es tut, weil man nur ein fabelhafter Anwalt sein wollte, dem alle auf die Schulter klopfen und im Gerichtssaal gratulieren, wenn die verdammte Verhandlung vorbei ist - die Reporter und alle, so wie es in den elenden Filmen ist? Woher würde man wissen, daß man nicht nur ein Heuchler ist? Das Schlimme ist eben, daß man es nicht wüßte.»

Ich bin nicht ganz sicher, ob die gute Phoebe verstand, von was zum Teufel ich redete. Sie ist ja noch ein kleines Kind. Aber wenigstens hörte sie zu. Wenn jemand wenigstens zuhört, ist alles weniger schlimm.

«Dad bringt dich um. Er bringt dich um!» sagte sie.

Ich hörte ihr aber nicht zu. Ich dachte an etwas ganz anderes -etwas Verrücktes. «Weißt du, was ich gern sein möchte?» fragte ich. «Weißt du, was ich sein möchte? Ich meine, wenn ich die Wahl hätte?»

«Was? Fluch nicht so.»

«Kennst du das Lied <Wenn einer einen andern fängt, der durch den Roggen läuft)? Ich wäre gern -»

«Es heißt <Wenn einer einen andern trifft, der durch den Roggen läuft>!» sagte Phoebe. «Das ist ein Gedicht von Robert Burns.»

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Главный герой
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