Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 40 41 42 43 44 45 46 47 48 ... 298
Перейти на страницу:

In dem Augenblick, in dem am wenigsten damit zu rechnen war, wurde Kampfgetümmel laut. Dann sah man die vier Gefangenen aus dem Kerker stürmen.

Die Menge schrie auf wie ein Mann; jeder begriff, dass etwas Schreckliches bevorstand, als man die vier erblickte, Gladiatoren gleich, die in die Arena treten.

Es gelang mir, in die erste Reihe vorzudringen.

Als sie den Hof erreichten, sahen sie, dass das riesige Eisengitter geschlossen war und hinter dem Gitter auf der Straße die reglose Reihe der berittenen Gendarmen mit den Karabinern auf den Knien ein unüberwindliches Hindernis bildete. Sie blieben stehen, traten zusammen und schienen sich kurz zu beraten.

Dann trat Valensolles, der Älteste der vier, an das Gitter und verneigte sich mit einem anmutigen Lächeln voller Noblesse vor den Kavalleristen: ›Wohlan, denn, meine Herren.‹ Dann drehte er sich zu seinen Gefährten um: ›Adieu, meine Freunde‹, sagte er. Und er schoss sich in die Schläfe. Sein Leichnam drehte sich dreimal um sich selbst und fiel mit dem Gesicht zu Boden.

Daraufhin löste sich Jahiat aus der Gruppe, trat an das Gitter, zog seine zwei Pistolen und richtete sie auf die Gendarmen. Er drückte nicht ab, doch mehrere Gendarmen, die sich bedroht wähnten, senkten ihre Karabiner und feuerten. Zwei Kugeln durchschlugen Jahiats Körper.

›Danke, meine Herren‹, sagte er. ›Ich danke Ihnen, dass ich als Soldat sterben darf.‹ Und er fiel auf den toten Valensolles.

Unterdessen hatte Ribier offenbar überlegt, auf welche Weise er sterben wollte. Nun schien er sich entschieden zu haben.

Eine Säule trug das Gewölbe; Ribier ging auf die Säule zu, zog einen Dolch aus seinem Gürtel, drückte die Dolchspitze an seine linke Brust und den Griff an die Säule, umfasste die Säule mit beiden Armen, verneigte sich zu einem letzten Gruß vor den Zuschauern und danach vor seinen Freunden und presste seinen Körper dann eng an die Säule, bis die ganze Klinge des Dolchs in seiner Brust verschwunden war. Einen Augenblick stand er noch aufrecht, dann überzog Totenblässe sein Antlitz, und seine Arme fielen herab; seine Knie gaben nach, und er sank tot am Fuß der Säule zu Boden.

Die Menge war vor Entsetzen stumm und wie erstarrt.

Die Anwesenden erfasste schier Bewunderung: Sie begriffen, dass diese heldenhaften Banditen sterben wollten, doch einen selbst gewählten Tod, wie antike Gladiatoren, in Würde, nicht schmachvoll.

Mein Bruder stand als Letzter auf den Stufen der Freitreppe; erst in diesem Augenblick gewahrte er mich unter den Zuschauern. Er sah mich an und legte einen Finger vor den Mund. Ich begriff, dass er mir Schweigen gebot. Ich nickte, doch ich konnte mir die Tränen nicht verbeißen. Er machte ein Zeichen, dass er sprechen wolle. Alle verstummten.

Gott allein weiß, mit welchem Schmerz ich auf seine Worte wartete.

Wer einem solchen Schauspiel beiwohnt, ist auf Worte ebenso begierig wie auf Taten, vor allem wenn Erstere Letztere erklären. Ohnehin konnte die Menge sich nicht beklagen: Man hatte ihr vier Köpfe versprochen, die auf die gleiche eintönige Weise fallen sollten. Stattdessen wurden ihr vier unterschiedliche Todesarten geboten, vier geradezu pittoreske, dramatische, überraschende Todeskämpfe – denn niemand zweifelte daran, dass der Anführer sich einen ebenso originellen Tod ausdenken würde wie seine Gefährten.

Charles hielt weder Pistole noch Dolch in der Hand. Beides steckte in seinem Gürtel.

Er umschritt Valensolles’ Leichnam und stellte sich zwischen Jahiat und Ribier. Von dort aus verbeugte er sich lächelnd vor den Zuschauern wie ein Artist von seinem Publikum.

Die Menge brach in Applaus aus.

So schaulustig die Menge war, wage ich dennoch zu behaupten, dass unter ihr kein Einziger weilte, der nicht einen Teil des eigenen Lebens gegeben hätte, um das Leben des letzten Compagnon de Jéhu zu retten.

›Meine Herren‹, sagte Charles, ›Sie sind gekommen, um uns sterben zu sehen; drei von uns sind bereits tot. Nun bin ich an der Reihe. Gerne will ich Ihre Neugier befriedigen, doch ich möchte Ihnen einen Tauschhandel vorschlagen.‹<

›Sprechen Sie! Sprechen Sie!‹, wurde von allen Seiten gerufen. ›Alles, was Sie verlangen, soll Ihnen gewährt werden!‹

›Bis auf Ihr Leben!‹, rief eine Frauenstimme, dieselbe, die bei der Urteilsverkündung einen Freudenschrei ausgestoßen hatte.

›Bis auf mein Leben, selbstverständlich‹, wiederholte mein Bruder. ›Mein Freund Valensolles hat sich erschossen, mein Freund Jahiat wurde erschossen, mein Freund Ribier hat sich erdolcht, und mich würden Sie gerne guillotiniert sehen. Das verstehe ich.‹

Angesichts der Kaltblütigkeit und Gelassenheit, mit der er diese sarkastischen Worte sagte, ging ein Beben durch die Menge.

›Nun‹, sagte Charles, ›gutherzig, wie ich bin, habe ich nichts dagegen, es Ihnen mit dem Sterben ebenso recht zu machen wie mir selbst. Ich bin bereit, mir den Kopf abschneiden zu lassen, aber ich will freiwillig zum Schafott gehen, wie zu einem Essen oder zu einem Ball, und ich bestehe darauf, dass mich niemand anrührt. Wer mir näher kommt‹ – und er deutete auf seine zwei Pistolen – ›auf den schieße ich. Abgesehen von Monsieur‹, sagte Charles und wies auf den Henker, ›aber das geht nur uns beide an und erfordert auf beiden Seiten nichts als gute Umgangsformen. ‹

Das schien der Menge zuzusagen, denn von überall ertönten zustimmende Rufe.

›Hören Sie das?‹, sagte Charles zu dem Gendarmerieoffizier. ›Zeigen Sie sich entgegenkommend, Hauptmann, und es wird keine Schwierigkeiten geben.‹<

Der Gendarmerieoffizier war nur zu bereit, Entgegenkommen zu zeigen. ›Wenn ich Ihnen Hände und Füße nicht fesseln lasse‹, sagte er, ›versprechen Sie dann, nicht zu entfliehen?‹

›Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort‹, sagte Charles.

›Wohlan!‹, sagte der Gendarmerieoffizier, ›dann treten Sie beiseite, und lassen Sie uns die Leichname Ihrer Gefährten mitnehmen.‹

›Das ist nur recht und billig‹, sagte Charles und dann, an die Menge gewendet: ›Sie sehen, nicht ich bin schuld an der Verzögerung, sondern diese Herren sind es.‹ Und er wies auf den Henker und seine zwei Gehilfen, die die Toten in einen Karren luden.

Ribier war noch nicht tot: Er öffnete die Augen. Sein Blick schien jemanden zu suchen. Charles dachte, er suche ihn. Er ergriff seine Hand. ›Hier bin ich, lieber Freund‹, sagte er, ›sei unbesorgt: Ich bin dabei!‹ Ribier schloss die Augen, seine Lippen bewegten sich, doch kein Ton drang aus seinem Mund. Am Rand seiner Wunde kräuselte sich rötlicher Schaum.

›Monsieur de Sainte-Hermine‹, fragte der Offizier, als die Toten und der Halbtote weggeschafft waren, ›sind Sie bereit?‹

›Ich stehe zu Ihrer Verfügung, Monsieur‹, erwiderte Charles und verneigte sich mit ausgesuchter Höflichkeit.

›Dann kommen Sie.‹

Charles wollte sich unter die Soldaten einreihen.

›Wäre es Ihnen lieber, Monsieur‹, fragte der Offizier, ›den Weg im Wagen zurückzulegen?‹

›Zu Fuß, Monsieur, unbedingt zu Fuß; ich lege Wert darauf, dass man sieht, dass ich mich aus einer Grille heraus guillotinieren lasse. Führe ich im Wagen, könnte man denken, die Furcht wäre mir in die Beine gefahren.‹<

Wie ich vielleicht schon sagte, war die Guillotine auf der Place du Bastion errichtet worden; um dorthin zu gelangen, musste man zuerst die Place des Lices überqueren, die so heißt, weil in früheren Tagen dort Reiterspiele abgehalten wurden, und dann an der Mauer des Gartens des Palais Monbazon entlanggehen.

1 ... 40 41 42 43 44 45 46 47 48 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)