Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 43 44 45 46 47 48 49 50 51 ... 298
Перейти на страницу:

»Oh, mein teurer Hector!«, rief Claire, überwältigt von der stummen Leidenschaft, die sie seit fast einem Jahr beherrschte. »O ja, ich verzeihe Ihnen, ich spreche Sie frei...«, und vergessend, dass ihre Mutter zusah: »Ich liebe Sie!«, und sie warf ihm die Arme um den Hals.

»Claire!«, rief Madame de Sourdis, weniger erzürnt als vor allem erstaunt.

»Mutter!«, erwiderte Claire errötend und vor Scham fast in den Boden versinkend.

»Claire!«, sagte Hector und ergriff ihre Hand. »Vergessen Sie nicht, dass alles, was ich sagte, nur für Ihre Ohren bestimmt war, dass es ein Geheimnis zwischen Ihnen und mir ist, dass ich von niemand anderem Vergebung erwarte, da ich niemand anderen liebe. Vergessen Sie das nie, und vergessen Sie vor allem nicht, dass ich erst dann wirklich leben werde, wenn Ihre Mutter die Frage, die ich Ihnen gestellt habe, beantwortet haben wird. Claire, Sie haben gesagt, dass Sie mich lieben, und ich stelle unser Glück unter den Schutz Ihrer Liebe.«

Und er verließ das Haus, ohne jemandem zu begegnen, so frei und fröhlich wie ein Gefangener, dem das Leben geschenkt wurde.

Madame de Sourdis erwartete ungeduldig ihre Tochter. Claires Unbesonnenheit, sich dem jungen Grafen von Sainte-Hermine in die Arme zu werfen, hatte sie aufs Höchste befremdet. Sie erwartete eine Erklärung.

Die Erklärung war kurz und unmissverständlich. Als das junge Mädchen vor seiner Mutter stand, fiel es auf die Knie und sagte nur die Worte: »Ich liebe ihn!«

Die Natur bildet unseren Charakter für die Epochen, die er zu durchleben hat. Die Epoche, die soeben durchlebt worden war, lieferte dafür ein schlagendes Beispiel; dieser angeborenen Willensstärke verdankten es Charlotte Corday und Madame Roland, dass die eine zu Marat, die andere zu Robespierre sagen konnten: »Ich hasse dich«, während Claire zu Hector sagen konnte: »Ich liebe dich

Ihre Mutter hob sie auf, hieß sie neben sich Platz nehmen und fragte sie aus, doch sie erfuhr nur Folgendes:

»Meine geliebte Mutter, Hector hat mir ein Familiengeheimnis verraten, das er seiner Ansicht nach vor aller Welt verbergen muss, mit Ausnahme jener, die er zu seiner Frau machen will; und diejenige bin ich. Er bittet Sie um die Gunst, ihm Gehör zu schenken, damit er Sie um meine Hand bitten kann, und ich wünsche es mir so sehnlich wie er; er ist ungebunden, er hat hunderttausend Francs Rente, wir lieben einander; die Entscheidung liegt bei Ihnen, Mutter, aber eine abschlägige Antwort würde ihn und mich ins Unglück stürzen!«

Nachdem sie all das entschieden und zugleich ehrerbietig gesagt hatte, verneigte Claire sich vor ihrer Mutter und trat einen Schritt zurück.

»Und wenn ich einverstanden bin?«, fragte Madame de Sourdis.

»Oh, Mutter!« rief Claire und warf sich ihr in die Arme. »Wie gütig Sie sind und wie sehr ich Sie liebe!«

»Und jetzt, da ich dein Herz beruhigt habe, setze dich, damit wir uns vernünftig unterhalten können«, sagte Madame de Sourdis.

Sie setzte sich auf ein Kanapee, und Claire nahm ihr gegenüber auf einem Kissen Platz, die Hände in den Händen ihrer Mutter.

»Mutter, ich höre Ihnen zu«, sagte Claire selig lächelnd.

»In Zeiten wie den unseren«, sagte Madame de Sourdis, »ist es unumgänglich, der einen oder anderen Partei anzugehören. Ich vermute, dass Hector de Sainte-Hermine der royalistischen Partei angehört. Gestern unterhielten wir uns mit deinem Patenonkel Doktor Cabanis, der nicht nur ein herausragender Heilkundiger ist, sondern auch ein überaus kluger Mann. Er hat mich zu der Freundschaft beglückwünscht, die Madame Bonaparte mir bezeigt, und lässt dir empfehlen, die Freundschaft zu ihrer Tochter zu pflegen, denn dort liegt seiner Ansicht nach die Zukunft.

Cabanis ist Hausarzt des Ersten Konsuls; er hält ihn für einen Mann mit weitgesteckten Zielen, der sich nicht mit dem zufriedengeben wird, was er bisher erreicht hat. Einen 18. Brumaire wagt man nicht um den Sessel eines Konsuls willen, sondern um den Thron zu erlangen.

Jene, die sich seinem Glücksflug anschließen, bevor die Wolke zerstoben ist, die uns die Zukunft verbirgt, werden mit ihm vom Wirbel seines Geschicks großen Dingen entgegengetragen. Er hat eine Vorliebe für große, für reiche Familien, die er um sich schart; in dieser Hinsicht gibt es an Sainte-Hermine nichts auszusetzen, er hat hunderttausend Francs Rente und kann seine Herkunft bis zu den Kreuzzügen zurückverfolgen; seine ganze Familie ist für die royalistische Sache gestorben, anders gesagt: Sie muss ihn nicht mehr kümmern. Er ist im richtigen Alter, um mit den politischen Ereignissen noch nichts zu tun zu haben. Er hat sich keiner Seite verpflichtet, sein Vater und seine Brüder sind für das alte Frankreich gestorben. An ihm ist es nun, für das neue Frankreich zu leben, indem er eine Position unter dem Ersten Konsul ausfüllt. Vergiss bitte nicht, dass ich diese Schritte in eine neue Richtung seiner Gefühle keineswegs zu einer Bedingung für eure Heirat mache. Es wäre mir eine große Freude, Hector auf unserer Seite zu sehen; doch wenn er sich dem verweigert, dann weil sein Gewissen es ihm gebietet, und das Gewissen des Menschen ist nur Gott Rechenschaft schuldig; der Ehemann meines Kindes und mein geliebter Schwiegersohn wird er dennoch sein.«

»Wann darf ich ihm schreiben, Mutter?«, fragte Claire.

»Wann du willst, mein Kind«, erwiderte Madame de Sourdis.

Claire schrieb am selben Abend, und am nächsten Tag klopfte Hector kurz vor der Mittagsstunde, das heißt so früh, wie irgend schicklich war, an die Tür des Stadtpalais.

Diesmal wurde er zu Madame de Sourdis geführt, die ihm die Arme wie eine Mutter entgegenstreckte.

Er drückte sie an sein Herz, als Claire die Tür öffnete und bei dem Anblick ihrer Umarmung ausrief: »O Mutter, ich bin so glücklich!«

Madame de Sourdis öffnete abermals die Arme und hielt beide Kinder an ihr Herz gedrückt.

Die Heirat war beschlossene Sache; nun musste mit dem jungen Grafen nur noch die Frage seiner Haltung zu dem Ersten Konsul erörtert werden.

Hector setzte sich auf das Kanapee zwischen Madame de Sourdis und Claire und hielt die Rechte und die Linke seiner Schwiegermutter und seiner Verlobten.

Claire erläuterte Hector die Ansicht Cabanis’ über Bonaparte und den Vorschlag ihrer Mutter. Hector betrachtete sie mit ungeminderter Aufmerksamkeit, während sie so wortgetreu wie möglich wiederholte, was Madame de Sourdis am Vorabend zu ihr gesagt hatte.

Als sie ausgesprochen hatte, verneigte Hector sich vor Madame de Sourdis und sagte zu Claire, die er noch eindringlicher ansah als zuvor: »Claire, versetzen Sie sich nach allem, was ich Ihnen gestern erzählt habe – und ich bedaure nicht, dass ich so weitschweifig war -, ganz und gar an meine Stelle und antworten Sie Ihrer Mutter an meiner statt. Ihre Antwort wird die meine sein.«

Das junge Mädchen überlegte für einen Augenblick; dann warf sie sich ihrer Mutter in die Arme. »Ach, Mutter!«, rief sie und schüttelte den Kopf. »Er kann nicht! Das Blut seines Bruders trennt sie.«

Madame de Sourdis senkte den Kopf; unstreitig erlitt sie eine spürbare Enttäuschung. Sie hatte sich für ihren Schwiegersohn eine hohe Stellung in der Armee erträumt und für ihre Tochter eine hohe Position bei Hofe.

»Madame«, sagte Hector, »glauben Sie bitte nicht, ich zählte zu jenen, die sich damit brüsten, das alte Regime auf Kosten des neuen zu rühmen, oder dass ich für die Verdienste des Ersten Konsuls blind wäre. Bei Madame Permon sah ich ihn neulich zum ersten Mal, und ich fühlte mich von ihm angezogen und nicht etwa abgestoßen. Ich bewundere seine Feldzüge von 1796 und 1797 als Meisterleistungen moderner Strategie und Feldherrnkunst. Weniger Begeisterung bringe ich dem Ägyptenfeldzug entgegen, das muß ich gestehen, denn er konnte kein glückliches Ergebnis zeitigen und war nur die Maske, die unermessliche Ruhmsucht kaschieren sollte. Bonaparte hatte gekämpft und gesiegt, wo Marius und Pompejus gekämpft und gesiegt hatten. Er wollte ein Echo wecken, das seit den Namen Alexanders und Cäsars verstummt war, und das war verlockend, doch ein teurer Traum, der sein Land hundert Millionen und dreißigtausend Männer kostete! Der letzte Feldzug, die Schlacht von Marengo, wurde aus privatem Ehrgeiz unternommen, um den 18. Brumaire zu legitimieren und um die ausländischen Regierungen zu nötigen, die französische Regierung anzuerkennen. Jedermann weiß, dass Bonaparte sich bei Marengo nicht mit Ruhm bedeckt hat, sondern nur Glück im Spiel hatte, denn als er im Begriff stand, die Partie zu verlieren, hielt er zwei Asse in der Hand – und was für Asse! -, Kellermann und Desaix. Der 18. Brumaire wiederum war ein Handstreich, dessen Gelingen den Anstifter keineswegs rechtfertigt. Denkt man sich ein Scheitern statt des Erfolgs, wäre dieser Versuch der Regierungsumstürzung nur eine Rebellion, ein Verbrechen an der Nation, und das hätte die Familie Bonaparte mindestens drei Köpfe gekostet. Der Zufall war ihm gewogen, als er aus Alexandria zurückkehrte, der Zufall war auf seiner Seite bei Marengo, die Kühnheit war in Saint-Cloud seine Rettung; doch kein besonnener und leidenschaftsloser Mann wird drei Blitzschläge für das Morgengrauen eines neuen Tages halten, mögen sie noch strahlend leuchten. Wäre ich völlig unbelastet von meiner Herkunft, wäre meine Familie nicht zutiefst verwurzelt in royalistischer Erde, dann stünde ich nicht an, mich der Karriere dieses Mannes anzuschließen, obwohl ich in ihm nichts anderes sehe als einen kühnen Abenteurer, der ein einziges Mal für Frankreich in den Krieg zog, während er die anderen Male Krieg im eigenen Interesse führte. Und um Ihnen zu beweisen, dass ich nicht voreingenommen bin, verspreche ich Ihnen, dass ich mich bei seinem ersten Unternehmen zum Wohle Frankreichs vorbehaltlos seiner Sache anschließen werde, denn bereitwillig räume ich ein, dass ich zu meinem eigenen Erstaunen, obwohl ich seinetwegen den Tod meines Bruders beklagen muss und trotz seiner Fehler Bewunderung für ihn empfinde und ihn unwillkürlich schätze; das macht der Einfluss, den besondere Naturen auf die Menschen ihrer Umgebung ausüben und dem ich unterliege.«

1 ... 43 44 45 46 47 48 49 50 51 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)