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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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Wenn sie ihm ihren Segen ausgesprochen hatte, so hatte sie es in der Nacht getan, in der Stille ihres Bettes. Auch ich hatte Jamie dort in der Dunkelheit meinen Segen erteilt und von ihm Abschied genommen – nach wie vor ohne jedes Wort. Ich konnte es nicht. Er würde gehen, ganz gleich, was ich sagte.

Keiner von uns hatte in dieser Nacht geschlafen; wir lagen uns in den Armen und waren uns schweigend jedes Atemzuges und jeder Körperbewegung bewusst. Als sich in den Fensterläden graue Lichtschlitze zeigten, erhoben wir uns – er, um seine Vorbereitungen zu treffen, ich, weil ich nicht stillliegen und zusehen konnte, wie er ging.

Als er ging, stellte ich mich auf die Zehenspitzen, um ihn zu küssen, und flüsterte das Einzige, was wichtig war.

»Komm zurück«, hatte ich gesagt. Er hatte mich angelächelt und mir eine Locke hinter das Ohr gestrichen.

»Weißt du noch, was ich dir in Alamance gesagt habe? Nun, es ist immer noch nicht so weit, Sassenach. Wir kommen beide wieder.«

Mrs. Crawfords Gesellschaft, die am nächsten Abend stattfand, wartete zum Großteil mit den gleichen Darbietungen auf wie die von Mrs. Dunning, bot jedoch eine Neuheit; dort roch ich zum ersten Mal Myrtenkerzen.

»Was ist das für ein herrlicher Duft?«, fragte ich Mrs. Crawford in der Pause und roch an dem Kandelaber, der ihr Cembalo zierte. Die Kerzen waren aus Bienenwachs, dufteten aber fein und würzig zugleich – ähnlich wie Piment, aber leichter.

»Wachsmyrte«, erwiderte sie geschmeichelt. »Ich stelle keine ganzen Kerzen daraus her, obwohl man es kann – aber stellt Euch vor, man braucht Massen von Beeren, fast acht Pfund, um ein einziges Pfund Wachs zu gewinnen! Mein Mädchen hat fast eine Woche gebraucht, um sie zu pflücken, und sie hat mir gerade eben genug für ein Dutzend Kerzen gebracht. Also habe ich das Wachs ausgelassen, es dann aber beim Tauchen der Kerzen mit dem normalen Bienenwachs vermischt, und ich muss sagen, dass ich damit sehr zufrieden bin. Sie geben ein so angenehmes Aroma ab, nicht wahr?«

Sie beugte sich dichter zu mir herüber und senkte ihre Stimme zu einem vertraulichen Flüstern.

»Man hat mir erzählt, dass es bei Mrs. Dunning gestern Abend so gerochen hat, als hätte der Koch die Kartoffeln für das Abendessen anbrennen lassen!«

Und so kam es, dass ich mir am dritten Tag angesichts der Alternativen, den Tag mit drei kleinen Kindern in unserem beengten Quartier eingepfercht zu verbringen oder den arg geschrumpften Überresten des toten Wals einen erneuten Besuch abzustatten, von unserer Wirtin, Mrs. Burns, ein paar Eimer borgte, einen Picknickkorb bei ihr in Auftrag gab und meine Truppen zu einer Sammelexpedition ausführte.

Brianna und Marsali stimmten diesem Vorschlag mit einer Inbrunst zu, die an Begeisterung grenzte.

»Alles ist besser, als herumzusitzen und sich Sorgen zu machen«, sagte Brianna. »Alles.«

»Aye, und außerdem ist alles besser als der Gestank von schmutzigen Windeln und saurer Milch«, fügte Marsali hinzu. Sie sah blass aus und fächelte sich mit einem Buch Luft zu. »Ich könnte ein bisschen frische Luft gebrauchen.«

Ich fragte mich zwar mit einem Anflug von Sorge, ob Marsali angesichts ihres zunehmenden Umfangs so weit laufen konnte – sie war im siebten Monat –, doch sie beharrte darauf, dass ihr die Bewegung guttun würde, und Brianna und ich konnten ihr ja helfen, Joanie zu tragen.

Wie bei Reisen mit Kleinkindern üblich, verzögerte sich unser Aufbruch ein wenig. Joanie spuckte sich Süßkartoffelbrei auf die Vorderseite ihres Kleidchens. Jemmy beging eine sanitäre Indiskretion von gigantischen Proportionen, und Germain verschwand im Lauf der Verwirrung, die durch diese Missgeschicke ausgelöst wurde. Nach halbstündiger Suche, an der sich die ganze Straße beteiligte, entdeckte man ihn hinter dem öffentlichen Droschkenstall, wo er damit beschäftigt war, vorbeifahrende Kutschen und Wagen fröhlich mit Pferdeäpfeln zu bewerfen.

Als schließlich jedermann zwangsgesäubert, umgezogen und – in Germains Fall – mit Folter und Tod bedroht worden war, stiegen wir erneut die Treppe hinunter und entdeckten, dass Mr. Burns, der Wirt, hilfsbereit einen alten Ziegenkarren ausgegraben hatte, den er uns gütigerweise zur Verfügung stellte. Allerdings war die Ziege gerade damit beschäftigt, die Nesseln in Nachbars Garten zu verspeisen, und weigerte sich, sich fangen zu lassen. Nach einer viertelstündigen Verfolgungsjagd verkündete Brianna, sie würde den Karren lieber selbst ziehen, anstatt noch länger Ringel-Rangel-Rose mit einer Ziege zu spielen.

»Mrs. Fraser, Mrs. Fraser!« Wir hatten die Straße schon halb hinter uns gelassen – Kinder, Eimer und Picknickkorb in der Ziegenkarre –, als uns Mrs. Burns aus dem Wirtshaus nachgeeilt kam, in der einen Hand einen Krug Dünnbier, in der anderen eine antike Steinschlosspistole.

»Schlangen«, sagte sie erklärend, während sie mir Letztere überreichte. »Meine Annie sagt, sie hat mindestens ein Dutzend Nattern gesehen, als sie das letzte Mal dort entlanggegangen ist.«

»Schlangen«, sagte ich und nahm die Waffe nebst Zubehör zögernd entgegen. »Natürlich.«

Angesichts der Tatsache, dass eine »Natter« alles Mögliche sein konnte, von Wassermokassins bis hin zur harmlosen Blindschleiche, und dass Annie Burns außerdem einen ausgeprägten Hang zum Melodramatischen hatte, machte ich mir keine übermäßigen Sorgen. Zuerst wollte ich die Waffe in den Picknickkorb legen, doch ein Blick auf Germain und Jemmy, die die engelhafte Unschuld in Person waren, überzeugte mich davon, dass es unklug sein würde, auch nur eine ungeladene Schusswaffe in ihrer Nähe zu deponieren. Stattdessen steckte ich die Pistole in meinen Beereneimer und hängte mir diesen über den Arm.

Der Tag war bedeckt und kühl, und vom Meer wehte eine leichte Brise herbei. Die Luft war feucht, und ich ging stark davon aus, dass es bald regnen würde, doch im Augenblick war es draußen sehr angenehm, und die Regenfälle der letzten Tage hatten den Sandboden so gefestigt, dass man gut darauf laufen konnte.

Wir folgten Mrs. Crawfords Wegbeschreibung und gingen etwa eine Meile am Strand entlang, bis wir uns am Rand eines dichten Küstenwäldchens wiederfanden, in dem sich spärlich benadelte Kiefern mit Mangroven und Fächerpalmen zu einem dichten, von der Sonne durchstochenen Gewirr vermischten, das von Schlingpflanzen durchzogen war. Ich schloss die Augen und holte Luft, und meine Nasenlöcher blähten sich im Ansturm einer berauschenden Duftmischung: Wattenmeer und nasser Sand, Kiefernharz und Seeluft, ein letzter, schwacher Hauch von totem Wal und das, wonach ich suchte – der frische, herbe Duft der Wachsmyrte.

»Dort entlang«, sagte ich und wies auf das Vegetationsgewirr. Der Boden war hier zu tief für den Karren, also ließen wir ihn stehen und ließen die Jungen frei umherlaufen und kleine Krebse und bunte Vögel jagen, während wir langsam in den stoppeligen Wald vordrangen. Marsali trug Joan, die sich wie ein Mäuschen im Arm ihrer Mutter zusammenrollte und einschlief, eingelullt von Meer und Wind.

Trotz des dichten Pflanzenwuchses war das Gehen hier angenehmer als auf dem offenen Strand; die vom Wind gestutzten Bäume waren hoch genug, um uns ein angenehmes Gefühl der Zurückgezogenheit und des Schutzes zu geben, und der Boden war besser, weil wir jetzt eine dünne Schicht aus verrottendem Laub und Nadeln unter den Füßen hatten.

Jemmy hatte langsam keine Lust mehr zu laufen. Er zupfte an meinem Rock und hob beide Arme, damit ich ihn aufhob.

»Na gut.« Ich hängte mir den Beereneimer an mein Handgelenk und hob ihn hoch. Dabei knackte meine Wirbelsäule, denn er war ein kräftiger, kleiner Kerl. Er schlang bequem seine sandigen Füße um meine Taille und legte mit einem Seufzer der Erleichterung den Kopf an meine Schulter.

»Das ist ja alles sehr schön für dich«, sagte ich und klopfte ihm sanft auf den Rücken. »Und wer trägt Oma, he?«

»Opa«, sagte er und kicherte. Er hob den Kopf und sah sich um. »Wo ist Opa?«

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