Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 360 361 362 363 364 365 366 367 368 ... 421
Перейти на страницу:

Eppie lachte so heftig, dass sich ihre kleinen Augen halb schlossen.

»Stephen? Himmel, nein!« Sie zog vor Belustigung die Nase hoch, dann strich sie sich die Röcke glatt.

»Nein«, fuhr sie jetzt nüchterner fort. »Aber es ist die beste Geschichte, die Ihr ihm erzählen konntet, um ihn von Euch fernzuhalten. Er hat mich einmal zu sich gerufen und mich abgewiesen, als er gesehen hat, dass ich ’nen Braten in der Röhre hatte. Als ich darüber einen Witz gemacht habe, hat er erzählt, er hätte einmal eine Hure mit einem Bauch wie eine Kanonenkugel gehabt, und mittendrin hat sie aufgestöhnt, und das Blut kam aus ihr herausgeschossen, hat das ganze Zimmer überflutet. Da ist ihm die Lust vergangen, hat er gesagt. Kein Wunder. Seitdem graut es unseren Stephen davor, es mit einem Mädchen zu tun, bei dem etwas unterwegs ist. Er will’s nicht noch mal riskieren.«

»Verstehe.« Ein Schweißtropfen rann Brianna über die Wange, und sie wischte ihn mit dem Handrücken fort. Ihr Mund fühlte sich trocken an, und sie saugte an der Innenseite ihrer Wange. »Die Frau – was ist aus ihr geworden.«

Hepzibah sah einen Moment verständnislos drein.

»Oh, die Hure? Ist natürlich gestorben, die arme Kuh. Stephen sagt, er hat versucht, sich in seine nasse Hose zu kämpfen, obwohl sie voller Blut war, und er hat die Hure angesehen, und da lag sie reglos wie ein Stein auf dem Boden, und ihr Bauch hat gezuckt wie ein Sack voll Schlangen. Sagt, da ist ihm plötzlich der Gedanke gekommen, dass das Baby herauswollte, um sich an ihm zu rächen, und er ist im Hemd aus dem Haus geflüchtet und hat seine Hose dagelassen.«

Sie kicherte über diese lustige Vorstellung, dann prustete sie und beruhigte sich wieder, während sie ihre Röcke glatt strich. »Aber Stephen ist ja auch Ire«, fügte sie verständnisvoll hinzu. »Die Iren kommen auf ziemlich kranke Ideen, vor allem, wenn sie zu viel getrunken haben.« Ihre Zungenspitze kam zum Vorschein und glitt über ihre Unterlippe, um die letzten Spuren von Bonnets Schnaps zu kosten.

Brianna beugte sich dichter zu ihr herüber und hielt ihr die Hand entgegen.

»Hier.«

Hepzibah warf einen Blick auf ihre Hand, dann sah sie noch einmal hin, fasziniert. Der breite Goldring mit dem großen Rubin glitzerte und leuchtete im Schein der Laterne.

»Den gebe ich Euch«, sagte Brianna und senkte die Stimme, »wenn Ihr etwas für mich tut.«

Die Hure leckte sich erneut die Lippen, und ihre Miene war plötzlich hellwach.

»Aye. Was denn?«

»Meinem Mann eine Nachricht zukommen lassen. Er ist in Edenton bei Reverend McMillan – jeder wird wissen, wo er wohnt. Sagt ihm, wo ich bin, und sagt ihm –« Sie zögerte. Was sollte sie sagen? Es war unmöglich zu sagen, wie lange die Anemone hier bleiben würde oder wohin Bonnet als Nächstes fahren würde. Der einzige Hinweis, den sie hatte, war die Unterhaltung, die sie mit angehört hatte, kurz bevor er hereinkam.

»Sagt ihm, ich glaube, er hat ein Versteck auf Ocracoke. Er hat vor, sich dort bei Neumond mit jemandem zu treffen. Sagt ihm das.«

Hepzibah warf einen beklommenen Blick zur Kajütentür, doch diese blieb verschlossen. Dann richtete sie ihn wieder auf den Ring, und der Wunsch, ihn zu besitzen, rang in ihrem Gesicht mit ihrer offensichtlichen Angst vor Bonnet.

»Er wird es nicht erfahren«, sagte Brianna. »Er bekommt es nicht heraus. Und mein Vater wird Euch belohnen.«

»Dann ist er reich, Euer Vater?« Brianna sah den spekulierenden Blick der Hure, und für einen Moment schwante ihr nichts Gutes – was, wenn Eppie den Ring einfach nahm und sie an Bonnet verriet? Andererseits hatte sie nicht mehr Geld an sich genommen, als ihr zustand; vielleicht war sie ja so etwas Ähnliches wie ehrlich. Außerdem blieb ihr nichts anderes übrig.

»Sehr reich«, sagte sie entschlossen. »Sein Name ist Jamie Fraser. Meine Tante ist ebenfalls reich. Sie hat eine Plantage namens River Run in der Nähe von Cross Creek in North Carolina. Fragt nach Mrs. Innes – Jocasta Cameron Innes. Ja, wenn Ihr Ro…, meinen Mann nicht finden könnt, schickt eine Nachricht dorthin.«

»River Run«, wiederholte Hepzibah gehorsam, ohne die Augen von dem Ring abzuwenden.

Brianna drehte ihn sich vom Finger und ließ ihn der Hure in die offene Hand fallen, bevor sie es sich anders überlegen konnte. Die Hand der Frau schloss sich fest darum.

»Der Name meines Vaters ist Jamie Fraser; mein Mann ist Roger MacKenzie«, wiederholte sie. »Bei Reverend McMillan. Könnt Ihr das behalten?«

»Fraser und MacKenzie«, wiederholte Hepzibah unsicher. »Oh, aye, natürlich.« Sie hatte sich schon zur Tür in Bewegung gesetzt.

»Bitte«, sagte Brianna flehentlich.

Die Hure nickte, sah sie dabei aber nicht an, glitt zur Tür hinaus und schloss sie hinter sich.

Das Schiff ächzte und schwankte, und sie hörte den Wind durch die Bäume am Ufer rattern, lauter als die Rufe der betrunkenen Männer. Jetzt gaben ihre Knie nach, und sie setzte sich auf das Bett, ohne auf die Laken zu achten.

Als die Ebbe einsetzte, brachen sie auf; sie hörte das Rumpeln der Ankerkette und spürte, wie das Schiff zum Leben erwachte, als seine Segel Wind aufnahmen. Sie stand gebannt am Fenster und sah zu, wie Roanokes dunkelgrüne Landmasse kleiner wurde. Vor hundert Jahren waren hier die ersten englischen Kolonisten gelandet – und spurlos verschwunden. Als der Gouverneur der Kolonie mit Ausrüstungsgegenständen aus England zurückkehrte, hatte er niemanden mehr gefunden, und die einzige Spur war das in einem Baumstamm eingeritzte Wort »Croatan« gewesen.

Sie hinterließ noch viel weniger. Todtraurig sah sie zu, wie die Insel im Meer versank.

Einige Stunden kam niemand. Dank ihres leeren Magens wurde ihr übel, und sie übergab sich in den Nachttopf. Sie konnte den Gedanken nicht ertragen, sich auf diese widerlichen Laken zu legen, sondern zerrte sie vom Bett, das sie nur mit den Quilts bezog, und legte sich hin.

Die Fenster waren offen, und die frische Seeluft fuhr ihr durch das Haar und trocknete ihre klamme Haut, so dass sie sich ein wenig besser fühlte. Sie war sich ihrer Gebärmutter beinahe unerträglich bewusst, eines kleinen, empfindlichen Gewichts und dessen, was sich wahrscheinlich gerade darin abspielte; dieser geordnete Tanz der sich teilenden Zellen, eine Art friedlicher Gewaltakt, der ihr Leben für immer veränderte und ihr das Herz brach.

Wann war es geschehen? Sie versuchte, zurückzudenken und sich zu erinnern. Möglich, dass es die Nacht vor Rogers Aufbruch nach Edenton gewesen war. Er war aufgeregt gewesen und hatte beinahe jubiliert, und sie hatten sich mit einer anhaltenden Wonne geliebt, unter die sich Sehnsucht mischte, denn sie wussten beide, dass der nächste Morgen die Trennung bringen würde. Sie war in seinen Armen eingeschlafen und hatte sich geliebt gefühlt.

Doch sie war mitten in der Nacht allein erwacht und hatte ihn am Fenster sitzen sehen, vom Licht des Halbmonds überspült. Sie hatte seine einsamen Gedankengänge nicht stören wollen, doch er hatte ihren Blick auf sich gespürt und sich umgedreht, und es hatte etwas in seinen Augen gelegen, das sie aufstehen und zu ihm gehen ließ, um seinen Kopf an ihre Brust zu legen und ihn zu halten.

Dann hatte er sich erhoben, sie auf den Boden gelegt und sie noch einmal genommen, wortlos und drängend.

Als Katholikin, die sie war, hatte sie es schrecklich erotisch gefunden; die Vorstellung, einen Pastor am Vorabend seiner Ordination zu verführen, ihn Gott zu stehlen, wenn auch nur für einen Moment.

Sie schluckte, die Hände vor dem Bauch gefaltet. Vorsicht, worum du betest. Das hatten die Nonnen in der Schule den Kindern stets gesagt.

Der Wind wurde jetzt kalt, so dass sie fror, und sie zog die Kante eines Quilts – des saubersten – über sich. Dann konzentrierte sie sich mit aller Kraft und begann ganz vorsichtig zu beten.

1 ... 360 361 362 363 364 365 366 367 368 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)