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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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»A … u«, sagte ich langsam, während ich sie betrachtete. »Aurum.«

»Gold?« Jamie sah überrascht zu mir auf. Ich nickte.

»Ja, es ist die wissenschaftliche Abkürzung für Gold. ›Aurum et aqua.‹ Ich vermute, er meint Goldwasser, Goldspäne in einer wässrigen Lösung. Es ist ein Heilmittel für Arthritis – seltsamerweise funktioniert es oft, auch wenn niemand weiß, warum.«

»Teuer«, merkte Jamie an. »Obwohl Cameron es sich sicher erlauben konnte – vielleicht hatte er ein oder zwei Unzen von seinem Goldbarren zurückbehalten, was?«

»Er hat gesagt, dass Cameron Arthritis hatte.« Ich betrachtete stirnrunzelnd die Seite und ihre kryptischen Randbemerkungen. »Vielleicht hatte er vor, ihm Goldwasser zu empfehlen. Aber ich habe keine Ahnung, was die Lilie oder dieses andere Ding zu bedeuten haben –« Ich zeigte mit dem Finger darauf. »Wenn es ein Symbol für eine medizinische Behandlung ist, so ist es mir nicht bekannt.«

Zu meiner Überraschung lachte Jamie.

»Das kann ich mir vorstellen, Sassenach. Es ist ein Freimaurerkompass.«

»Wirklich?« Ich kniff die Augen zu, dann sah ich Jamie an. »War Cameron denn Freimaurer?«

Er zuckte mit den Achseln und fuhr sich mit der Hand durch das Haar. Jamie sprach niemals von seiner Verbindung zu den Freimaurern. Er war in Ardsmuir zum Freimaurer geworden, und ganz abgesehen davon, dass diese Gesellschaft ihren Mitgliedern Geheimhaltung auferlegte, sprach er kaum je von den Dingen, die sich dort zwischen den feuchten Steinmauern abgespielt hatten.

»Rawlings muss auch einer gewesen sein«, sagte er. Es war ihm deutlich anzusehen, dass es ihm widerstrebte, über die Freimaurerei zu sprechen, dass es ihn jedoch drängte, seine logischen Schlüsse zu ziehen. »Sonst hätte er nicht gewusst, was das ist.« Er tippte mit seinem langen Finger auf den Kompass.

Ich wusste nicht genau, was ich als Nächstes sagen sollte, wurde jedoch in meiner Unentschlossenheit von Adso gerettet, der ein Paar bernsteinfarbener Flügel ausspuckte und auf der Suche nach weiteren Appetithäppchen auf den Schreibtisch sprang. Jamie griff mit einer Hand nach dem Tintengefäß und hielt die andere schützend über seinen neuen Federkiel. Seiner Beute beraubt, schlenderte Adso zur Tischkante und setzte sich auf Jamies Briefstapel. Adsos Schwanz wedelte sanft, während er vorgab, die Aussicht zu bewundern.

Jamie kniff angesichts dieser Unverschämtheit die Augen zusammen.

»Nimm deinen pelzigen Hintern von meiner Korrespondenz, du kleines Biest«, sagte er und stach mit der Spitze seines Federkiels nach Adso. Adso riss seine großen, grünen Augen weit auf, heftete sie gebannt auf das Ende der wedelnden Feder, und seine Schulterblätter spannten sich erwartungsvoll an. Jamie wackelte verlockend mit dem Federkiel, und Adso hieb vergeblich mit der Tatze danach.

Ich griff hastig nach der Katze, bevor ein Unglück geschehen konnte, und hob sie mit einem überraschten und entrüsteten Protestgeräusch von den Papieren.

»Nein, das ist sein Spielzeug«, sagte ich mit einem tadelnden Blick auf Jamie zu dem Kater. »Komm mit; die Küchenschaben warten.«

Ich griff mit der freien Hand nach dem Notizbuch, doch zu meiner Überraschung gebot Jamie mir Einhalt.

»Lass es mich noch ein wenig behalten, Sassenach«, sagte er. »Der Gedanke, dass ein französischer Freimaurer des Nachts in River Run herumspaziert, ist wirklich sehr merkwürdig. Ich würde gern sehen, was Dr. Rawlings sonst noch zu sagen hat, wenn er ins Lateinische verfällt.«

»Nun gut.« Ich hob mir Adso, der in freudiger Erwartung der Küchenschaben laut zu schnurren begonnen hatte, auf die Schulter und blickte aus dem Fenster. Die Sonne war hinter den Kastanien zu einem brennenden Glühen versunken, und ich konnte Frauen- und Kinderstimmen aus der Küche hören. Mrs. Bug begann gerade, den Tisch zu decken, und Brianna und Marsali halfen ihr dabei.

»Gleich gibt es Abendessen«, sagte ich und beugte mich nieder, um Jamie auf den Scheitel zu küssen, der vom letzten Sonnenlicht in Feuer getaucht wurde. Er hob lächelnd den Finger an die Lippen und dann zu mir, doch als ich die Tür erreichte, hatte er sich schon wieder über die dicht beschriebenen Seiten gebeugt. Das einzelne Blatt mit den drei schwarzen Worten lag am Rand des Schreibtischs, vergessen – für den Augenblick.

Kapitel 97

Variationen in Blut

Draußen vor der Tür sah ich etwas Braunes aufblitzen, und Adso schoss vom Tisch, als hätte jemand »Fisch!« gerufen. Offenbar fast genauso gut; es war Lizzie, die sich auf dem Rückweg von der Milchkammer befand, in der einen Hand eine Schale mit angedicktem Rahm, in der anderen ein Buttergefäß, dazu hielt sie einen großen Milchkrug an ihre Brust gepresst, den sie mit ihren gefalteten Händen gerade eben festhalten konnte. Adso wand sich um ihre Knöchel wie ein pelziges Seil, und man konnte ihm ansehen, dass er hoffte, sie zum Stolpern zu bringen, so dass sie ihre Last fallen ließ.

»Überleg’s dir gut, Kater«, sagte ich zu ihm und streckte die Hand aus, um den Milchkrug zu retten.

»Oh, danke, Ma’am.« Lizzie entspannte sich und ließ mit einem kleinen Seufzer die Schultern sinken. »Ich wollte mir einfach nur den zweiten Weg ersparen.« Sie zog die Nase hoch und versuchte, sie an ihrem Unterarm abzuwischen, wodurch sie die Butter in Gefahr brachte.

Ich zupfte ein Taschentuch aus meiner Tasche und hielt es ihr unter die Nase, wobei ich den mütterlichen Impuls unterdrückte, »jetzt pusten« zu sagen.

»Danke, Ma’am«, wiederholte sie und neigte den Kopf.

»Geht es dir auch gut, Lizzie?« Ohne eine Antwort abzuwarten, nahm ich sie beim Arm und zog sie in mein Sprechzimmer, wo ich im Licht der großen Fenster genug sehen konnte.

»Mir geht es bestens, Ma’am. Wirklich, ich habe nichts!«, protestierte sie und hielt den Rahm und die Butter wie zum Schutz an sich gepresst.

Sie war blass – aber Lizzie war immer blass und sah so aus, als hätte sie kein einziges Blutkörperchen zu viel. Doch ihre Haut hatte ein seltsames, fahles Aussehen, bei dessen Anblick mir beklommen zumute wurde. Ihre letzte Malariaattacke war fast ein Jahr her, und sie schien grundsätzlich gesund zu sein, aber …

»Komm hierher«, sagte ich und zog sie zu einem Paar hochbeiniger Hocker. »Setz dich, nur ganz kurz.«

Trotz ihres sichtlichen Widerwillens wagte sie keinen Protest und setzte sich, wobei sie die Gefäße auf den Knien balancierte. Ich nahm sie ihr ab, warf einen Blick in Adsos unbewegte, grüne Raubtieraugen und stellte sie zur sicheren Aufbewahrung in den Schrank.

Puls normal – das hieß, normal für Lizzie; er war bei ihr immer ein wenig zu schnell und flach. Atmung … in Ordnung, keine Ablagerungen, kein Pfeifen. Ich konnte die Lymphdrüsen unter ihrem Kinn spüren, aber das war nichts Ungewöhnliches; durch die Malaria waren sie dauerhaft vergrößert und fühlten sich wie Wachteleier unter ihrer Haut an. Doch auch die Lymphdrüsen in ihrem Hals waren jetzt geschwollen – und diese konnte ich normalerweise nicht fühlen.

Ich zog ihr Augenlid hoch und warf einen genauen Blick auf das blassgraue Rund, das mir nervös entgegen blickte. Oberflächlich in Ordnung, wenn auch etwas blutunterlaufen. Doch auch hier – irgendetwas … stimmte hier nicht ganz … mit ihren Augen, obwohl ich nicht mit Bestimmtheit sagen konnte, was es sein mochte. Wies das Weiße ihrer Augen vielleicht einen Hauch von Gelb auf? Ich runzelte die Stirn und drehte ihren Kopf zur Seite, indem ich eine Hand unter ihr widerstandsloses Kinn legte.

»Hallo, ihr zwei. Alles in Ordnung?« Roger blieb in der Tür stehen und hielt lässig einen ausgesprochen großen, ausgesprochen toten Vogel in der Hand.

»Ein Truthahn!«, rief ich aus und bemühte mich um einen warmen, bewundernden Ton. Ich hatte wirklich nichts gegen Truthahn, aber Jamie und Brianna hatten in der letzten Woche mehrere dieser enormen Vögel erlegt, so dass in den vergangenen Tagen eine gewisse Monotonie Einzug in unseren Speiseplan gehalten hatte. Drei der Tiere hingen momentan im Räucherschuppen. Andererseits waren wilde Truthähne gerissen und schwer zu erlegen, und soweit ich wusste, hatte Roger noch nie einen eigenhändig erwischt.

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