Электронная книга - «Hauch der Verdammnis». Краткое содержание книги:
Mit kreischenden Bremsen hielt der gelbe Lastwagen direkt vor dem Pick-up. Ein Mann sprang vom Beifahrersitz, zwei andere von der Ladefläche. Die beiden packten Jeff und schleppten ihm zum Wagen, während der andere Josh anbrüllte:
»Seid ihr noch zu retten? Schaff den verdammten Pick-up hier weg, bevor er in die Luft fliegt!«
Josh rutschte auf den Fahrersitz zurück, legte den Rückwärtsgang ein und fuhr los. Ein Funke flog durch das Seitenfenster und versengte ihm die Stirn. Erschrocken ließ er das Lenkrad los, und der Truck brach nach rechts aus. Für den Bruchteil einer Sekunde wollte Josh gegenlenken, doch dann ließ er die Räder sich drehen. Der Truck kam von der Straße ab und rutschte mit dem Heck auf das brennende Feld zu, doch noch bevor er zum Stillstand kam, hatte Josh den Gang eingelegt und preßte den Fuß aufs Gaspedal. Die Reifen drehten kurz durch, dann fanden sie Halt, und Josh raste davon. Er verlangsamte erst, als er den asphaltierten Highway erreicht hatte.
Jeff!
Wo war Jeff?
Sollte er nicht zurückfahren und ihn suchen?
Vor ihm leuchteten Autoscheinwerfer auf. Jetzt erst bemerkte Josh, dass auf der anderen Straßenseite ein Auto parkte. Als der Motor des Wagens aufheulte und er die Straße hinunterschoß, aus der Josh gerade gekommen war, sah er, dass sich aus Richtung Kahului ein zweiter Wagen näherte.
Auf dem Dach rotierte Blaulicht.
Die Bullen!
Mist! Was sollte er jetzt machen?
Was konnte er machen?
Er sah die Straße hinunter, entdeckte aber keine Spur von Jeff Kina oder dem Lastwagen, in den die Männer ihn gezerrt hatten. Auch das Auto, das auf der anderen Straßenseite geparkt hatte, sah er nicht mehr. Josh fasste einen Entschluß.
Jeff würde schon nichts passieren. Die Männer waren bestimmt von der Feuerwehr. Sie hatten Jeff in Sicherheit gebracht.
Und jetzt wurde es Zeit für ihn, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Er fuhr los. Ein paar Sekunden später kam er an dem Wagen mit dem Blaulicht vorbei, ohne zu bemerken, dass es sich gar nicht um einen Polizeiwagen handelte.
Ängstlich sah er in den Rückspiegel. Er war sicher, dass die Bullen jeden Augenblick wenden und ihn verfolgen würden. Aber der Wagen bog vom Highway ab, hinein in das brennende Zuckerrohrfeld.
KAPITEL 15
Katharina war sofort hellwach, und sie wusste im selben Augenblick, was sie aufgeschreckt hatte.
Schließlich war sie schon häufig so aus dem Schlaf gerissen worden.
Zu oft, als dass sie sich an all diese Male erinnern wollte.
Sie lag in der Dunkelheit und betete darum, dass sie sich irrte, dass es nicht wieder geschah. Sie lauschte.
Aber dann hörte sie es - das Geräusch, das sie geweckt hatte.
Es kam aus Michaels Zimmer, und es war das schreckliche, stoßweise Hecheln eines Menschen, der nicht genug Luft bekommt.
Sie schwang sich aus dem Bett, zog den Morgenmantel über, der auf einem Stuhl in der Ecke lag, und lief in Michaels Zimmer.
Ein silbriger Glanz umhüllte ihn. Er wusste, dass er wieder im Wasser war.
Er wusste auch, dass es Nacht war.
Und dass er allein war.
Voller Schrecken fiel ihm ein, dass man niemals allein tauchen sollte.
Er drehte sich im Wasser um und versuchte die Orientierung wiederzufinden.
Wo war der Grund? Er spähte in die Tiefe hinab, aber der Silberglanz schien alles zu umhüllen. Es gab keine Fische, keine Korallenbänke, keinen Sand, der von der Strömung geriffelt wurde.
Er drehte sich um und schaute nach oben. Aber auch dort sah er nichts als die endlose Silberschicht, die alles zu bedecken schien.
Er spürte, wie sein Herz schneller schlug, konnte es laut in der Stille der Tiefe hören.
Wie tief mochte es sein?
Er trug keinen Taucheranzug, nicht einmal einen Thermopenanzug.
Der Puls des Schreckens pochte laut in seinen Ohren, als ihm klar wurde, dass er nicht nur allein war, sondern auch nicht länger in der sicheren Umgebung der kleinen Bucht am Ende des Lavagesteins.
Er war allein in der Weite des Ozeans.
Nicht ganz allein.
In der Nähe spürte er die Präsenz eines anderen Wesens.
Er konnte es nicht sehen, aber es musste da sein.
Panik ergriff ihn, als packten ihn Tentakel auf der Suche nach Beute.
Er drehte sich im Wasser und versuchte einen Blick auf das Unbekannte zu erheischen. Dann sah er es: eine bleiche Gestalt, die ihn ansah.
Die Tentakel der Angst umschlangen ihn.
Erneut spürte er die Präsenz des Fremden, diesmal näher, und wirbelte im Wasser umher.
Dann sah er es kurz, doch es verschwand wieder.
Und dann sah er viele von diesen Gestalten. Geister im Wasser, fast formlos, fast konturlos, die auf ihn zustrebten.
Er musste ihnen entkommen.
Er begann zu schwimmen, aber das Wasser schien sich in Schleim verwandelt zu haben, so dass er Arme und Beine kaum bewegen konnte. Dann spürte er etwas Klammes an seinem Schenkel, spürte, wie eines der Wesen ihn berührte. Er versuchte sich loszureißen.
Jetzt waren sie alle um ihn herum und schmiegten sich so dicht an ihn, dass er sich nicht mehr bewegen, nicht mehr atmen konnte.
Luft!
Ihm ging die Luft aus!
Er verdoppelte seine Anstrengungen, um die Geister zu vertreiben, aber sie hatten sich bereits um seine Brust gewickelt und drückten so fest, dass er bald ersticken würde.
Er würde sterben, allein im Meer ertrinken.
Noch einmal holte er aus, und diesmal schaffte er es, sich selbst aus dem Alptraum zu reißen, in dem er gefangen gewesen war.
Er erwachte, rollte sich aus dem Bett und blieb eine Weile auf dem Boden liegen, nach Luft schnappend. Noch immer schienen ihn die Geister zu umklammern.
Seine Decke.
Er zerrte daran, machte sich schließlich frei und warf sie von sich, ohne jedoch besser Luft zu bekommen.
Der Alptraum schien ihn noch im Griff zu haben, obwohl er doch hellwach war.
Plötzlich erfüllte gleißendes Licht sein Zimmer, und in dem grellen Schein sah er einen der Geister aus dem Meer. Die Erscheinung beugte sich über ihn, fast unsichtbar in der Helligkeit, die sie umgab.
Mit einem schmerzhaften Aufbäumen gelang es Michael schließlich, Luft in seine zugeschnürte Lunge zu atmen. Er rappelte sich auf, stürzte auf das Fenster zu, riß es auf und floh in die Nacht hinaus.
»Michael!« schrie Katharine, als ihr Sohn aus dem Fenster sprang. »Michael, warte! Ich will dir helfen!«
Wenn er sie überhaupt hörte, reagierte er jedenfalls nicht, und als sie am Fenster stand, hatte ihn bereits die Dunkelheit verschluckt.
Katharine knotete ihren Morgenmantel fester zu, nahm ihre Taschenlampe aus einer Schublade und ging auf die Veranda hinaus. Sie schaltete das Außenlicht an, machte es aber sofort wieder aus, da es so sehr blendete, dass sie jenseits des Lichtscheins gar nichts erkennen konnte. Als ihre Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, schaltete sie die Taschenlampe an und ließ den Strahl über die kleine Lichtung wandern, in deren Mitte das Haus stand.
Nichts.
Nur die Schatten der Eukalyptusbäume, der alten Bäume, die sie wie Riesen aus einem dunklen Märchen umringten. Als das Licht zwischen ihren knorrigen Zweigen hindurch huschte, schienen sie zum Leben zu erwachen. Sie bewegten sich und streckten ihre Glieder nach ihr aus.
Es sind doch nur Bäume, sagte sie sich.
»Michael!« rief sie. »Michael, komm zurück.«
Sie bekam auch diesmal keine Antwort, doch sie war sicher, dass er sie noch hören konnte. Aber warum hörte sie nicht, wie er durch den Eukalyptuswald lief?