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Hauch der Verdammnis

Электронная книга - «Hauch der Verdammnis». Краткое содержание книги:

Der junge Michael Sundquist und seine Mutter Katharine, eine Anthropologin, übersiedeln für einige Monate nach Hawaii, wo Katharine durch Vermittlung ihres ehemaligen Studienkollegen Rob einen interessanten Auftrag erhalten hat: Auf der Insel wurde das Skelett eines Frühmenschen gefunden, was allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Besiedelung widerspricht. Katharines Auftraggeber ist ein japanischer Industrieller, der ein unerklärliches Interesse an diesen Forschungen hat. Während Katharine via Internet versucht, weitere Informationen zu diesem Rätsel zu bekommen und dabei auf ein unerklärliches Video stößt, das den ehemaligen Besitzer des Skeletts, eine Art Affenmenschen, ganz lebendig zeigt, macht Michael einen Tauchkurs und findet Freunde im Leichtathletikteam seiner neuen Schule. Eines Nachts leihen sich die Jungen heimlich Tauchgeräte aus und unternehmen einen Tauchgang, der fast dramatisch endet, weil ihnen die Luft ausgeht. Die Jungen können sich retten, doch kurz darauf stirbt einer von ihnen an Atemschwäche. Offenbar sind alle Teilnehmer, unter ihnen auch Michael, von einer rätselhaften Krankheit befallen, an der bereits mehrere junge Sportler starben: sie können nur noch in einer Atmosphäre überleben, die für normale Menschen tödlich wäre. Ist die Ursache die geheimnisvolle Kristalldruse, die Taucher aus dem Lavaboden am Meeresgrund geborgen haben? Oder sind Yoshikawas Experimente mit den >Affenmenschen< tragisch fehlgeschlagen?
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»Na ja, nicht jeden Abend«, sagte Josh ein wenig zu schnell. Er wünschte, er hätte den Mund gehalten. »Ich denke, das kommt überall mal vor, nicht?«

»Klar«, antwortete Michael, obwohl so etwas in seiner Familie noch nie vorgekommen war. Dann fügte er hinzu: »He, wenn du willst, kannst du heute nacht hier schlafen.«

Josh überlegte kurz und schüttelte den Kopf. »Ich fahre besser. Ich möchte nicht, dass deine Mom denkt, ich will hier einziehen.« Er lächelte. »Außerdem bin ich noch nicht müde. Ich glaube, ich fahre noch ein bißchen durch die Gegend. Hast du Lust?«

Michael verdrehte die Augen. »Als ob Mom das erlauben würde.«

Josh stieg ein und ließ den Motor an. »Okay, dann bis morgen.« Er setzte den Pick-up zurück und fuhr dann so heftig an, dass er eine dicke Staubwolke aufwirbelte. Lachend sah er im Rückspiegel, wie Michael den Kopf wegdrehte. Doch als er auf die Olinda Road einbog, war sein Lachen erstorben, und die seltsame Unruhe, die er schon den ganzen Abend gespürt hatte, ergriff wieder Besitz von ihm.

Unruhe war vielleicht nicht das richtige Wort.

Es war etwas anderes, etwas, das er nicht verstand.

Irgendwie hatte er ein komisches Gefühl in der Brust. Es tat nicht weh, und es waren auch nicht die Anzeichen, die er spürte, wenn er eine Erkältung bekam.

Es war einfach ... komisch.

Er fuhr den Berg hinauf. Trotz der kalten Nachtluft ließ er das Fenster auf. Als er die Spitze erreicht hatte, bog er links ab und fuhr die kurvenreiche Straße nach Makawao hinunter. Plötzlich tauchte im Licht seiner Scheinwerfer eine vertraute Gestalt auf.

Jeff Kina ging die Straße entlang, mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern. Josh hielt neben ihm an. »He! Was machst du denn hier?«

Jeff zuckte zusammen und blinzelte in die Dunkelheit. Jetzt erst schien er Josh zu erkennen. »Ich laufe nur so rum«, sagte er. »Mir war nicht nach Schlafen und außerdem ... ich weiß auch nicht ... fühlte ich mich irgendwie komisch. So als müsste ich durchdrehen, wenn ich nicht gleich nach draußen käme.« Er schwieg einen Augenblick und sagte dann: »Ich weiß nicht. Vielleicht ist Kioki das gleiche passiert.«

»Kein Mensch weiß, was mit Kioki passiert ist«, ent-gegnete Josh. »Sollen wir ein bißchen rumfahren?«

»Von mir aus«, sagte Jeff. Er öffnete die Beifahrertür, stieg in den Pick-up, und Jeff fuhr weiter in Richtung Makawao.

Keiner der beiden Jungen achtete auf den Wagen, der hinter der nächsten Kurve am Straßenrand stand.

Der Fahrer des Wagens hatte sie allerdings gesehen, und kaum war der Pick-up an ihm vorbeigefahren, wendete er. Den Anweisungen entsprechend, die er vor ein paar Stunden erhalten hatte, folgte er Jeff Kina.

Der Fahrer des Pick-up - wer immer das sein mochte - interessierte ihn nicht. Für den war ein anderer zuständig.

Josh fuhr auf den Haleakala Highway auf. Er wusste nicht, dass ihm jemand folgte. In der Ferne sah er den Schein eines brennenden Zuckerrohrfeldes. Der Rauch, der über den Nachthimmel zog, erinnerte ihn an den Vulkan auf der Großen Insel. Gleichzeitig spürte er eine seltsame Erregung.

»Bist du jemals in der Nähe eines Zuckerrohrfeuers gewesen?« fragte er Jeff. Als der andere Junge keine Antwort gab, sah Josh zu ihm hinüber. Jeff starrte verloren auf die fernen Flammen, wie eben noch er selbst. »Jeff?« sagte er lauter, und schließlich drehte Jeff den Kopf. Doch es schien, als würde sein Freund durch ihn hindurchsehen. »Alles okay?«

Jeff nickte. »Bist du mal ganz nah an einem Zuckerrohrfeuer gewesen?« wiederholte er genau die Frage, die Josh ihm gerade gestellt hatte.

Josh schien es ratsam, das seltsame Verhalten seines Freundes zu ignorieren. Er schüttelte den Kopf. »Sollen wir hinfahren?«

Wieder nickte Jeff, aber er sagte nichts und wandte seinen Blick wieder dem Feuer zu, das sich in der Ferne rasch ausbreitete. Josh trat auf das Gaspedal, und der Pick-up schoß den fast leeren Highway entlang.

Der Fahrer sah, wie Joshs Truck schneller wurde, und drückte die Wahlwiederholungstaste seines Handys. Ungeduldig wartete er, dass sich jemand meldete. »Mein Mann hat mich möglicherweise entdeckt«, sagte er. »Irgendwas muss ihn jedenfalls nervös gemacht haben, denn der andere, der den Wagen fährt, drückt gerade auf die Tube wie ein Kaninchen mit einer Feuerwerksrakete im Arsch. Haben wir jemanden in Kahului?«

»Kein Problem«, sagte der Mann am anderen Ende der Leitung. »Ich brauche nur eine Beschreibung.«

»Es ist ein Pick-up, reichlich alt, reichlich verrostet und verbeult. Zwei Kids sitzen drin.«

»Die Nummer?«

»Bin nicht nahe genug rangekommen.« Der Fahrer beendete das Gespräch und beschleunigte, bis er die Rücklichter des Pick-up wieder sehen konnte.

Josh steuerte den Truck in einen schmalen Feldweg, der zu der Stelle führte, wo das Feuer glühte.

»Mein Gott«, flüsterte Jeff. »Hast du so was schon mal gesehen?«

»Wir haben das schon tausendmal gesehen«, antwortete er, aber auch er spürte, dass es heute abend irgendwie anders war.

Sonst hatte er immer alles getan, um den Folgen der Zuckerrohrfeuer zu entgehen. Er hatte die Fenster fest geschlossen, damit Rauch und Ruß nicht eindringen konnten, und sogar die Luftschächte geschlossen, damit die ätzenden Dämpfe nicht in den Wagen gelangten.

Einmal, das war erst ein paar Monate her, hatte er auf dem Rückweg von Pukalani an einem brennenden Feld vorbeifahren müssen. Er hatte noch erwogen umzukehren, aber das hätte einen Umweg von fast dreißig Kilometern bedeutet. Also war er weitergefahren, hatte seinen Entschluß auf halber Strecke aber bitter bereut. Die Hitze auf seinem Gesicht schien ihm fast die Haut zu versengen, und das Brüllen des Feuers hatte ihn noch mehr geängstigt als das Knistern der Flammen.

Aber heute abend faszinierte ihn das feurige Inferno mehr als die Bilder der speienden Krater auf der Großen Insel.

Er drückte das Gaspedal durch, und der Truck schoß vorwärts.

»Yippie!« rief Jeff neben ihm. »Los!«

Der Truck brauste weiter, und der Straßenstaub vermischte sich mit der schwarzen Asche, die vom Himmel regnete und durch die offenen Fenster wirbelte. Die Luft war von Rauch erfüllt, und Jeff, der noch immer neben ihm jauchzte, atmete diesen Rauch tief ein.

Josh fuhr weiter. Der Truck donnerte durch das eigentliche Brandgebiet. Auf beiden Straßenseiten brannten die Felder. Die Zuckerrohrstangen glänzten kohlschwarz, das Blattwerk leuchtete in zornigem Rot. Josh hielt den Wagen an und starrte fasziniert auf das Inferno um sie herum.

Das seltsame, beklemmende Gefühl, das er den ganzen Abend verspürt hatte, war wie weggeblasen.

Jeff Kina starrte auf den feurigen Wirbelwind, der durch die Felder raste. Wohin er auch sah, loderten die Flammen, und während er die rauchige Luft tief einatmete, schwappte eine Welle der Euphorie über ihn hinweg, die jeden Nerv in seinem Körper elektrisierte und jeden seiner Sinne schärfte. Seine Haut genoß die Hitze, und auf der Zunge spürte er die Süße des brennenden Zuckerrohrs. Die Flammen wirbelten um ihn herum, und während der Rauch aus dem verkohlten Feld aufstieg, schien es ihm, als sehe er seltsame Geistergestalten, die über dem Inferno tanzten. Es war fast, als ob er high wäre. Er fühlte sich großartig, und die seltsame Unruhe, die ihn vor einer Stunde aus dem Haus getrieben hatte, wurde nun selbst vertrieben. Und als der Feuersturm höher und höher wirbelte, hörte er einen neuen Klang - den verführerisch flüsternden Gesang einer Sirene.

Es war, als spreche die Sirene zu ihm, als dränge sie ihn, auszusteigen und sich dem Tanz anzuschließen, den die Flammen im Feld darboten.

Der Rauch selbst schien nach ihm zu rufen. Jeff Kina öffnete die Tür des Trucks und glitt hinaus ...

Das Heulen der Sirenen riß Josh Malani aus seiner Trance, und als die Tür des Trucks zuschlug, befand er sich endgültig wieder in der Wirklichkeit. »Was machst du da?« schrie er. Jeff stand neben dem Wagen und starrte wie hypnotisiert in die Flammen. Josh rutschte über den Beifahrersitz und packte Jeffs Arm. Die Warnsirenen wurden lauter, und durch die Schwaden sah man die Lichter eines nahenden Lastwagens. Jeff wollte sich losreißen, aber Josh verstärkte seinen Griff. »Jeff, komm zurück in den Wagen. Die Feuerwehr kommt! Was, zum Teufel, ist mit dir?«

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