Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Ужасы » Das schwarze Buch der Geheimnisse
Das schwarze Buch der Geheimnisse - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das schwarze Buch der Geheimnisse

Электронная книга - «Das schwarze Buch der Geheimnisse». Краткое содержание книги:

Unwiderstehlich gruselig: das Buch von Licht und Schatten Auf der Flucht vor seiner Vergangenheit rast Ludlow durch die Nacht, als blinder Passagier an eine Kutsche geklammert. Schließlich wird der Junge Lehrling beim Pfandleiher Joe Zabbidou, der einen besonderen Handel treibt: Er kauft Geheimnisse und trägt sie in sein schwarzes Buch ein. Aber die Dorfbewohner wollen nicht nur ihr Gewissen erleichtern, sondern sehen in Joe den Retter, der sie von dem grausamen Grundbesitzer Ratchet befreit. Bald reicht es ihnen nicht mehr, ihre Schuld zu verkaufen, und sie erwarten mehr von Joe. Doch auch Ludlow verbirgt ein Geheimnis. Das Netz um die beiden zieht sich immer enger zusammen Rätsel, Krimi, Spannung! Ein außergewöhnlicher Roman, super spannend und literarisch zugleich.
Die englische Originalausgabe erschien bei Macmillan Children’s Books, London, unter dem Titel »The Black Book of Secrets«
1 ... 31 32 33 34 35 36 37 38 39 ... 46
Перейти на страницу:

Mit einem Wink gebot mir Joe zu schweigen. »Wie kann ich Euch helfen, Mr Ratchet?«

Jeremiah seufzte tief, setzte sich und zwängte sein wabbelndes Hinterteil in den Sessel. Dann fing er zu meiner Verblüffung an zu schluchzen. Kein sehr erfreulicher Anblick.

»Ich möchte mich von einem schrecklichen Geheimnis befreien«, murmelte er durch die Tränen. »Ich weiß nicht, an wen ich mich sonst wenden soll. Ihr seid der Einzige, der helfen kann.«

Ich konnte mich kaum beherrschen. Ratchet wollte ein Geständnis machen? Ratchet weinte? Das musste ein Trick sein. Aber Joe machte weiter, als sei dieses Benehmen völlig normal.

»Und wie kann ich das?«, fragte er freundlich.

Jeremiah linste zwischen seinen Wurstfingern hindurch. »Mit dem Buch«, sagte er. »Mit dem Schwarzen Buch der Geheimnisse.«

Empört schüttelte ich den Kopf. Jeremiah Ratchet war nicht einen einzigen Tropfen Tinte in diesem Buch wert. Ich wollte gerade etwas in dieser Art sagen, aber Joe war schneller.

»Eine kluge Entscheidung«, sagte er. »Ludlow, hol bitte das Buch.«

Ich war vor Ratlosigkeit wie gelähmt. Joe ging auf dieses Affentheater ein! Er würde Ratchets Geheimnis tatsächlich kaufen. Warum? Um ihn zu erpressen, wie Polly vorgeschlagen hatte? So etwas würde Joe bestimmt nicht tun!

»Das Buch, Ludlow!«, wiederholte Joe nachdrücklich.

Während ich zu meiner Nische neben dem Kamin schlurfte, spürte ich die ganze Zeit Ratchets Blick auf mich gerichtet. Ich zog das Buch unter meinem Strohsack hervor und wollte es gerade auf den Tisch legen, da fuhr Jeremiah mit einem lauten Schmatzgeräusch aus seinem Sessel und stürzte sich auf mich. Die Geschwindigkeit seiner Bewegung war verblüffend, sein schwerer Körper verlieh ihm große Wucht, und ich hielt mir Schutz suchend die Arme vor den Kopf. Jeremiah stieß mich grob gegen den Tisch. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie das Buch, das mir aus den Händen gerutscht war, mit flatternden Seiten durch die Luft flog, wie eine dicke Hand danach griff und es auffing.

Jeremiah Ratchet war im Besitz des Schwarzen Buches der Geheimnisse.

Kapitel 33

Ein Tausch

Es kam zu einer komischen Szene. Jeremiah war durch das Überraschende seines Angriffs und durch sein Gewicht im Vorteil, aber der Schnaps, den er intus hatte, glich diesen Vorteil wieder aus. Joe war leichtfüßig und der Schnellere von beiden. Mit einer Geschwindigkeit, die sich jedem physikalischen Gesetz entzog, und mit der Flinkheit und Anmut einer jungen Gazelle sprang er über die Sessellehne, war in zwei Sätzen neben Jeremiah und schlug ihm das Buch aus den schwitzigen Händen. Jeremiah fluchte und schwankte wie ein betrunkener Elefant von einer Seite des Zimmers zur anderen, während Joe seinen ungeschickten Versuchen, wieder nach dem Buch zu greifen, gewandt auswich. Ich lag auf dem Boden, zu nichts zu gebrauchen, und musste hilflos zusehen. Nach dem Zusammenprall mit Jeremiahs ganzem Gewicht war mir fast die Luft weggeblieben.

Das Schauspiel dauerte keine Minute, dann sah sich Jeremiah gezwungen aufzugeben. Er ließ sich mit dem Rücken an der Wand zu Boden gleiten, wo er in höchst unwürdiger Position sitzen blieb, Beine gespreizt, Mund weit offen. Sein Gesicht war puterrot angelaufen, die Augen traten fast aus den Höhlen, und seine Lunge rasselte bei jedem Atemzug.

Joe stand über ihm, die Kleider unordentlich verrutscht, das Haar wilder denn je. Spinnenartig tanzte sein Schatten an der Wand. Ich rappelte mich auf und ging zu ihm.

»Ich muss doch Einspruch erheben gegen Euer Benehmen, Mr Ratchet«, sagte Joe tadelnd. »Von einem Mann Eures Ansehens hätte ich das nicht erwartet.«

Mühsam stand Jeremiah auf.

»Hört zu, Zabbidou«, sagte er, und jede Vortäuschung von Tränen und Reue war verschwunden. »Ihr scheint nicht zu begreifen. Ihr seid fertig hier. Die Dorfleute werden Euch holen und von hier verjagen. Aber bevor Ihr geht, will ich das Buch haben. Und ich bekomme immer, was ich haben will.«

Ich lachte. Armer Ratchet. Er selber war es, der nicht begriff. Nie würde Joe das Buch herausgeben.

»Ganz gewiss nicht«, sagte Joe. »Was in dem Buch steht, ist vertraulich, ich werde es nie aushändigen.«

»Ach, nun kommt schon, Joe«, beharrte Jeremiah, und Joe zuckte zusammen bei so viel plumper Vertraulichkeit. »Ziert Euch nicht so. Was nützt Euch das Buch noch? Warum wollt Ihr es mitnehmen, wo ich hier ordentlich Nutzen daraus ziehen kann? Wir sind doch beide Geschäftsleute, Zabbidou. Es zu behalten wäre schlichtweg boshaft von Euch.«

»Was würdet Ihr denn damit tun, Mr Ratchet?«, fragte Joe.

Überrascht sah Jeremiah auf. »Erpressung natürlich. Nur würde ich es schlauer anfangen als Ihr. Fünf Shilling an der Kirchentür? Nicht sehr anspruchsvoll, wenn ich das mal sagen darf.«

Mir blieb die Spucke weg bei so viel Dreistigkeit.

»Joe hat diesen Brief nicht geschrieben!«, fing ich an, aber wieder bedeutete mir Joe zu schweigen.

»Unter diesen Umständen, Mr Ratchet«, sagte er, »sehe ich mich nicht in der Lage, Euer Pfand anzunehmen. Ich glaube, Ihr müsst jetzt gehen.«

Jeremiah überraschte uns beide, indem er demutsvoll die Hände ausstreckte. »Wie Ihr wollt«, sagte er und ging lammfromm nach vorn in den Laden. Bei Salukis Glasbehälter blieb er stehen und legte die Hände auf den Deckel. Mein Mund wurde noch trockener. Was hatte er jetzt vor?

»Rückt das Buch heraus«, zischte er da plötzlich durch seine gelblichen Zähne. »Oder ich bring Euren kostbaren Frosch um.«

»Ich warne Euch«, sagte Joe ruhig. »Fasst den Frosch nicht an. Das hat er nicht gern.«

»Hat er nicht gern«, äffte Jeremiah ihn nach wie ein trotziges Kind. »Gebt mir das Buch, dann kommt es nicht so weit.«

»Fasst den Frosch nicht an!« Joes Stimme klang drohend.

»Ha!«, schrie Jeremiah, schleuderte den Deckel weg, griff in den Behälter und packte Saluki mit beiden Händen.

»Nein!«, schrie Joe, aber es war zu spät.

Jeremiah heulte auf und ließ den Frosch fallen. Mit einem dumpfen Laut landete Saluki auf dem Boden, wo sie reglos und leicht benommen sitzen blieb.

»Ich glaube, der Frosch hat mich gebissen«, sagte Jeremiah verwirrt, die Augen staunend aufgerissen. »Ich glaube, er hat mich gebissen.« Verzweifelt, doch immer noch nicht abgeschreckt, nahm er den Glasbehälter und hob ihn hoch über seinen Kopf.

»Gebt mir das verdammte Buch, oder der Frosch kriegt das hier ab!«

Joe und Saluki sahen ihn traurig an. »Glaubt mir«, sagte Joe und trat auf ihn zu, »es wird Euch nichts nützen.« Und damit überreichte er Jeremiah Ratchet das Schwarze Buch der Geheimnisse.

Triumphierend und mit glänzenden Augen griff Jeremiah danach. »Nun bin ich der Richter über diese Geheimnisse.«

Ohne ein weiteres Wort stapfte er hinaus und schlug die Tür hinter sich zu. Saluki kletterte anmutig und mit wohlbemessenen Bewegungen auf den Ladentisch und zurück in ihren Behälter. Joe legte den Deckel darauf, warf ein paar Insekten ins Glas, und der Frosch fraß, als sei nichts geschehen. Und komisch, ich hätte nie gedacht, dass ein Frosch irgendwie zufrieden aussehen könnte, aber genau so sah Saluki in diesem Moment aus, das schwöre ich. Ihre Farben leuchteten so intensiv, dass sie fast den Raum erhellten, und ihre klugen Augen schienen zu sagen: »Du bist gewarnt worden, Ratchet, du bist gewarnt worden.«

Kapitel 34

Abgang

Jeremiah Ratchet war hell entzückt. Am liebsten wäre er gehüpft und gesprungen, aber die vereiste Straße ließ nur vorsichtige kleine Schritte zu. So schlug er stattdessen die Faust in die Luft und schrie ein ums andere Maclass="underline" »Ha! Ha!«

Er war höchst zufrieden mit sich. Seine Vermutung, dass das Schwarze Buch der Schlüssel war, hatte sich bewahrheitet. Dass er es nun besaß, machte seine heutige Demütigung in der Sache mit Horatio und dem Truthahn fast wett. Wäre es nämlich nicht zu dieser Auseinandersetzung gekommen, hätte er nie erfahren, was es mit diesem Buch auf sich hatte. Nachdem er mit dem Truthahn nach Hause gekommen war, hatte er die Leute, und besonders Joe und Ludlow, vom Fenster aus beobachtet. Er hatte alles gehört, jedes Wort. Was waren sie doch für Einfaltspinsel, diese Dorfleute, dass sie Joe Zabbidou ihre Geheimnisse anvertrauten. Aber genau dadurch war ihm seine Idee gekommen: Er würde vortäuschen, selber ein Geheimnis verpfänden zu wollen, und sich auf diese Weise das Buch verschaffen. Was er aus den Gesprächen in der Blauen Forelle erlauscht hatte, war dann nur noch das i-Tüpfelchen auf seinem Plan gewesen. Wie dumm von Joe, diesen Erpresserbrief loszulassen. Damit hatte er seine Chancen im Dorf verspielt und gleichzeitig Jeremiah einen großen Gefallen getan. Hätten nämlich die Dorfleute Joe erst mal verjagt, wäre es zu spät gewesen. Nun aber war Jeremiah im Besitz des Schwarzen Buches, mit dessen Hilfe er seine rechtmäßige Machtstellung in Pagus Parvus zurückgewinnen würde.

1 ... 31 32 33 34 35 36 37 38 39 ... 46
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)