Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Nach all den Jahrmilliarden
Nach all den Jahrmilliarden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nach all den Jahrmilliarden

Электронная книга - «Nach all den Jahrmilliarden». Краткое содержание книги:

Dem jungen Archäologen Tom Rice erfüllt sich sein größter Wunsch, als er in das Team einer wissenschaftlichen Expedition aufgenommen wird, die rätselhafte Fundstätten von Artefakten einer Alienkultur untersuchen soll. Vor rund einer Milliarde Jahren haben die Fremden ein Sternenimperium geschaffen, aber eines Tages verschwanden sie von der Bildfläche. Ihre Kultur, ihr Werden und Vergehen, ist den Menschen ein Rätsel. Bis Tom Rice eines Tages ein Artefakt findet, das über die Kluft von Jahrmilliarden hinweg visuelle Aufzeichnungen aus dem Alltag der Fremden gespeichert hat. Die Wissenschaftler erfahren, daß irgendwo zwischen den Sternen ein von einem Roboter bewachter Außenposten existiert. Und von dort führt die Spur in das letzte Refugium der Fremden…
1 ... 30 31 32 33 34 35 36 37 38 ... 58
Перейти на страницу:

„Ich würde es sehr zu schätzen wissen, Kelly“, sagte ich würdevoll, sprang auf, um ihr einen Sessel heranzuziehen und lud sie mit einer ritterlichen Geste ein, Platz zu nehmen — die Überkompensation des schon erwähnten Schuldgefühls.

Wir setzten uns und sahen uns über den Tisch hinweg an, der aus einem einzelnen, glitzernden Kristall bestand. Ich fragte sie, ob sie gern etwas zu trinken hätte, und sie lehnte — natürlich — ab, sagte aber, sie hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn ich einen Drink nähme. Ich gab zurück, mir stände ebenfalls nicht der Sinn danach. Diese vornehmen und affektierten Manöver dauerten einige Minuten.

Dann sagte sie mit gesenkter Stimme: „Dieser Mann verfolgt mich schon den ganzen Abend. Wie kann ich ihn loswerden?“

Ich wandte mich zur Kabinentür um und warf einen flüchtigen Blick auf Leroy Chang, der auf dem Korridor herumschlich. Leroy ist der einzige richtige Schleicher, den ich jemals gesehen habe. Er starrte mich voller Wut an, als wolle er mir sagen, wie ekelhaft es von mir sei, mich erneut zwischen ihn und die Frau zu stellen, der er nachjagte. Dann pirschte er sich davon, wobei er bestimmt etwas vor sich hinbrummte und sich einen Schnurrbart herbeisehnte, an dem er hätte zupfen können.

„Der arme Teufel“, sagte ich. „Ich vermute, er hat ein sexuelles Problem.“

Kelly ließ ein strahlendes Lächeln aufblitzen. „Wann wird er begreifen, daß ich nicht daran interessiert bin, ihm bei der Lösung behilflich zu sein?“

Ich hatte plötzlich Mitleid mit dem umherschleichenden Leroy. Die Androidin, die mir gegenüber saß, sah außerordentlich begehrenswert aus. Kellys funkelndes, kastanienbraunes Haar fiel fast bis zu den Schultern herab; es glühte und glänzte in einem Schimmer, der nur in den Schöpfungsbottichen der Androiden entstehen kann. Ihre dunkelgrünen Augen waren wie kostbare Juwelen. Ihre makellose Haut war nicht die Haut von Normalsterblichen. Und in ihrer sorglosen Art trug sie nur einen enganliegenden Aufsprüh-Umhang, was nicht viel mehr war als ein bißchen Flaum hier oben und ein bißchen mehr weiter unten. Sie war eine verführerische Erscheinung — und die Laboratoriumstechniker, die sie aus Aminosäuren und Elektrizität erschaffen hatten, hatten ihr einen grausamen Streich gespielt, denn sie hatten Kelly nicht das geringste Verlangen nach Sex mitgegeben. Wahrscheinlich hätte sie Leroy Chang auf gewisse Weise zufriedenstellen können — wenn sie gewollt hätte. Aber sie wollte nicht, und sie wollte nicht einmal wollen, und sie konnte auch Leroys Motive nicht verstehen. Für sie sind die grundlegenden Triebe der Menschen genauso fremdartig wie für uns das Bestreben der Shilamakka, sich selbst in Maschinen zu verwandeln.

Aber sie war wunderhübsch: ein strahlendes Bild sinnlicher, neunzehnjähriger Weiblichkeit, eine Art Traumgeschöpf. Alle Androiden sind attraktiv, in einer standardisierten, stereotypen Art und Weise, aber wer auch immer das Programm für Kelly entwickelt hat, er muß ein Bottichpoet gewesen sein. Als ich mit ihr zusammensaß und mich in einer Art kultivierter Plauderei übte, kam ich mir fast so vor wie der Held einer dieser Tridem-Filme: für alle Zeiten verstrickt in einem Netz aus romantischer Konversation mit geheimnisvollen Schönheiten, an Bord eines Raumschiffes, das weit entfernte Welten ansteuert.

Allerdings war niemand so aufmerksam, mir ein Drehbuch in die Hand zu drücken. Im Verlaufe des Gesprächs mußte ich mir die Dialoge selbst ausdenken. Kelly schien jetzt, nachdem ich sie vor Leroy dem Sittenstrolch errettet hatte, geneigt zu sein, in der Bibliothek zu verweilen und die ganze Nacht hindurch mit mir zu reden. Nach den ersten zehn Minuten aber mußte ich feststellen, daß ich meinen Vorrat an seichten Konversationsfloskeln erschöpft hatte. Es ist nicht einfach, Gesprächsthemen zu finden, wenn man sich an Bord eines Ultraraumkreuzers befindet, eingeschlossen in einem versiegelten Behälter und somit abgeschnitten von allen Kontakten zum Rest des Universums. Man kann nicht einmal über das Wetter reden. Sobald man über seine Reaktionen auf die während des Eintritts in den Ultraraum erfolgende Innen-Umstülpung gesprochen hat, ist man am Ende.

Um der mentalen Vorstellung, kaltblütiger Star einer aufregenden Tridem-Show zu sein (Tom Rice, intergalaktischer Geheimagent), Genüge zu tun, mußte ich in der Lage sein, irgend etwas zu sagen. Und so plapperte mein Mund weiter, während mein Gehirn aussetzte. Was ist das eine Thema, das man mit dem Angehörigen einer Minderheit nicht diskutieren sollte? Nun, dies natürlich: Wie es ist, zu einer Minderheit zu gehören. Man sollte nicht riskieren, jemandem auf die Füße zu treten, Salz auf frische Wunden zu streuen oder seine Neugier auf etwas zu konzentrieren, über das die der Minderheit angehörende Person ganz unglücklich ist, et cetera. Ganz klar.

Erschrocken und bestürzt vernahm ich, wie mein Mund zu Kelly Wachmann sagte: „Weißt du, ich hatte eigentlich nie sonderlich intensiven gesellschaftlichen Kontakt zu Androiden.“

Sie war taktvoll. „Es gibt nicht viele von uns.“

„Nein. Das ist es nicht. Ihr wart in meinen Augen immer so anders, daß ich mich euch gegenüber unsicher fühlte. Ich meine Androiden im allgemeinen, nicht dich im besonderen. Es fällt mir so schwer, mir vorzustellen, wie es sein muß, ein Androide zu sein. Praktisch in jeder Hinsicht ein Mensch zu sein und doch kein…“

Meine Stimme verklang einfältig.

„Kein richtiger Mensch zu sein?“ vervollständigte Kelly für mich.

Ich war entsetzt. „Etwas in der Richtung, ja.“

„Aber ich bin ein Mensch, Tom“, sagte sie sanft. „Zumindest in jeder juristischen Hinsicht. Das ist durch alle Rechtsinstanzen gegangen und entschieden. Ob man im Mutterleib oder im Bottich gezeugt wurde, man ist ein vollwertiger Mensch, wenn man das menschliche Chromosomenmuster besitzt, und kein Mensch, wenn man es nicht hat. Ich habe es, und deshalb bin ich es.“ Sie klang nicht aggressiv oder so, als wolle sie zu einer verbalen Attacke ansetzen. Sie stellte nur Tatsachen fest. Kelly kann niemals wirklich erregt sein, ganz gleich, wie ihre Chromosomen beschaffen sind.

„Trotzdem“, sagte ich. „Viele Leute — ich brauche das dir nicht extra zu erklären — haben diese Angewohnheit, Androiden für… nun, für nicht ganz echt zu halten.“

„Vielleicht ist das einfach nur Neid“, antwortete Kelly gelassen. „Die Tatsache, daß wir nicht altern, daß unsere Lebenserwartung dreimal so groß ist wie die natürlich gezeugter Menschen, muß eine gewisse Ablehnung hervorrufen. Ich zum Beispiel kam im Jahre 2289 aus dem Bottich, wußtest du das?“

Fast neunzig. Wie ich vermutete.

„Zum Teil deswegen“, gab ich zu. „Aber es gibt noch andere Gründe. Es ist so, daß wir euch erschaffen haben. Dadurch nehmt ihr — das ist nicht meine Ansicht, mußt du wissen, aber ich kenne eine Menge Leute, die so denken —, dadurch nehmt ihr in der Rangordnung aller Dinge irgendwie einen Platz unter uns ein.“

„Wenn ein Mann und eine Frau ein Kind zeugen, betrachten sie es dann als etwas, das ihnen gegenüber geringerwertig ist?“

„Manchmal ja“, sagte ich. „Aber das spielt hier keine Rolle. Ein Kind auf natürliche Weise zu zeugen ist eine Sache. Leben in einem Laboratoriumsbottich zu schaffen eine andere. Es ist fast gottgleich.“

„Und so“, meinte Kelly, „zeigt ihr gottgleichen Wesen euer gottgleiches Wesen, indem ihr euch den künstlichen Menschen, die ihr erschafft, überlegen fühlt. Obwohl euch Androiden überleben und euch in vielerlei Hinsicht übertreffen.“

„Wir fühlen uns euch gegenüber gleichzeitig über- und unterlegen, Kelly. Und das ist der Grund, warum so viele von uns euch nicht mögen und euch mißtrauen.“

Sie dachte darüber nach. „Wie kompliziert ihr natürlich Gezeugten doch sein könnt! Warum müßt ihr euch so viele Gedanken über Unter- oder Überlegenheit machen? Warum akzeptiert ihr nicht einfach alle Besonderheiten und konzentriert euch auf wirklich wichtige Dinge?“

1 ... 30 31 32 33 34 35 36 37 38 ... 58
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)