Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Umso wirksamer als jede andere Art«, pflichtete er bei. »Fast einen angeknacksten Schädel wert, endlich einmal die Oberhand über einen Fraser zu haben.«
Sie ignorierte das.
»Ich habe nur gesagt, dass ich ihn anhöre. Ich bin immer noch der Überzeugung, wenn er alles weiß, dann – er kann es nicht.« Sie legte eine Hand auf ihren gewaltigen Bauch. »Du könntest es doch auch nicht, oder? Ein Kind lieben – wirklich lieben, meine ich –, das nicht von dir ist?«
Er schob sich höher in das Kissen und zog eine leichte Grimasse.
»Um seiner Mutter oder seines Vaters willen? Ich denke, das könnte ich.« Er öffnete beide Augen und sah sie lächelnd an. »Eigentlich hatte ich den Eindruck, dass ich genau das seit einiger Zeit tue.«
Einen Augenblick lang machte sie ein verständnisloses Gesicht, bevor eine hellrote Flut aus dem runden Halsausschnitt ihres Mieders aufstieg. Sie war bezaubernd, wenn sie rot wurde.
»Du meinst mich? Na ja, gut, aber – ich meine – ich bin kein Baby, und du musst mich nicht an Kindes statt annehmen.« Sie warf ihm einen direkten, blauen Blick zu, der im Kontrast zu der noch nicht ganz abgeflauten Röte ihrer Wangen stand. »Und ich hatte gehofft, dass es nicht alles nur wegen meines Vaters war.«
Er schwieg einen Augenblick, dann streckte er die Hand aus und drückte die ihre.
»Nein, das war es nicht«, sagte er schroff. Er ließ sie los und lehnte sich leise stöhnend zurück.
»Geht es dir wieder schlechter?«, fragte sie besorgt. »Soll ich dir etwas holen? Tee? Einen Umschlag?«
»Nein, es sind nur die verdammten Kopfschmerzen«, sagte er. »Im Licht fangen sie an zu pochen.« Er schloss die Augen wieder.
»Sag mir«, sagte er, ohne sie zu öffnen, »warum du so fest davon überzeugt zu sein scheinst, dass einem Mann nur dann etwas an einem Kind liegen kann, wenn es die Frucht seiner Lenden ist. Zufällig hatte ich nämlich nicht dich gemeint, als ich sagte, dass ich selbst so etwas getan habe. Mein Sohn – mein Stiefsohn – ist in Wirklichkeit der Sohn der Schwester meiner verstorbenen Frau. Durch einen tragischen Zufall starben seine Eltern beide innerhalb eines Tages, und meine Frau Isobel und ihre Eltern haben ihn von klein an aufgezogen. Ich habe Isobel geheiratet, als Willie ungefähr sechs war. Du siehst also, wir sind nicht blutsverwandt – und doch würde ich jeden auf der Stelle herausfordern, der meine Zuneigung zu ihm anzweifeln oder behaupten würde, dass er nicht mein Sohn ist.«
»Ich verstehe«, sagte sie kurz darauf. »Das wusste ich nicht.« Er öffnete ein Auge einen Spaltbreit; sie drehte immer noch an seinem Ring und machte ein nachdenkliches Gesicht.
»Ich glaube …«, begann sie und sah ihn an. »Ich glaube, ich mache mir weniger wegen des Babys Gedanken um Roger. Wenn ich ehrlich bin –«
»Der Himmel möge verhüten, dass du etwas anderes bist«, murmelte er.
»Wenn ich ehrlich bin«, sagte sie und funkelte ihn an, »sorge ich mich, glaube ich, mehr darum, wie es zwischen uns wäre – zwischen Roger und mir.« Sie zögerte, dann gab sie sich einen Stoß.
»Ich wusste nicht, dass Jamie Fraser mein Vater ist«, sagte sie. »Während meiner ganzen Kindheit nicht. Nach dem Aufstand wurden meine Eltern getrennt; jeder von ihnen dachte, der andere wäre tot. Also hat meine Mutter wieder geheiratet. Ich habe gedacht, Frank Randall wäre mein Vater. Ich habe erst nach seinem Tod vom Gegenteil erfahren.«
»Ah.« Er betrachtete sie mit verstärktem Interesse. »Und ist dieser Randall grausam zu dir gewesen?«
»Nein! Er war … wunderbar.« Ihre Stimme überschlug sich leicht, und sie räusperte sich verlegen. »Nein. Er war der beste Vater, den ich hätte haben können. Es ist nur, dass ich dachte, meine Eltern würden eine gute Ehe führen. Sie haben sich geliebt, sie haben sich respektiert, sie – na ja, ich dachte, alles wäre in bester Ordnung.«
Lord John kratzte an seinem Verband. Der Arzt hatte ihm den Kopf rasiert, ein Zustand, der nicht nur ein Affront gegen seine Eitelkeit war, sondern auch teuflisch juckte.
»Ich kann das Problem nicht erkennen, was deine gegenwärtige Situation angeht.«
Sie seufzte ausgiebig.
»Dann ist mein Vater gestorben und … wir haben herausgefunden, dass Jamie Fraser noch lebte. Meine Mutter ist zu ihm gegangen, und dann bin ich nachgekommen. Und … es war anders. Ich habe gesehen, wie sie sich angesehen haben. Ich habe nicht ein einziges Mal gesehen, dass sie Frank Randall so angeblickt hätte … oder er sie.«
»Ah, ja.« Ein kurzer Anflug von Trostlosigkeit durchfuhr ihn. Auch er hatte diesen Blick ein paarmal gesehen; beim ersten Mal hätte er Claire Randall schrecklich gern ein Messer ins Herz gestoßen.
»Weißt du, wie selten so etwas ist?«, fragte er leise. »Diese Art von wechselseitiger Leidenschaft?« Die einseitige Art kam ja häufig genug vor.
»Ja.« Sie hatte sich halb umgedreht, den Arm über die Rückenlehne des Sessels gelegt, und blickte durch die Glastür auf die knospende Weite der frühlingshaften Blumenbeete hinunter.
»Die Sache ist – ich glaube, ich hatte sie«, sagte sie noch leiser. »Für eine kurze Zeit. Eine sehr kurze Zeit.« Sie wendete den Kopf und sah ihn an, und ihre Augen ließen ihn klar durch sie hindurchsehen.
»Wenn ich sie verloren habe – dann habe ich sie verloren. Damit kann ich leben – oder eben auch nicht. Aber ich will nicht mit ihrer Imitation leben. Das könnte ich nicht aushalten.«
»Es sieht so aus, als würdest du mich doch bekommen.« Brianna stellte ihm das Frühstückstablett über den Schoß und ließ sich schwer in den Sessel fallen, dessen Fugen ächzten.
»Treib keine Späße mit einem kranken Mann«, sagte er und nahm sich eine Toastscheibe. »Was meinst du damit?«
»Drusus kam gerade in die Küche gerast und verkündete, er hätte zwei Reiter gesehen, die durch Campbells Felder herabkamen. Er hat gesagt, er war sicher, dass einer davon mein Vater war – er hat gesagt, es war ein großer Mann mit roten Haaren; es gibt ja weiß Gott nicht viele Männer wie ihn.«
»Nicht viele, nein.« Er lächelte kurz und ließ seinen Blick über sie schweifen. »Also, zwei Reiter?«
»Es müssen Pa und meine Mutter sein. Also haben sie Roger nicht gefunden. Oder sie haben ihn gefunden, und er – wollte nicht zurückkommen.« Sie drehte den großen Saphir an ihrem Finger. »Gut, dass ich vorgesorgt habe, nicht wahr?«
»Wenn du damit sagen willst, dass du vorhast, mich doch zu heiraten, so versichere ich dir –«
»Nein.« Sie lächelte ihn halbherzig an. »War nur ein Scherz.«
»Oh, gut.« Er trank einen Schluck Tee und schloss die Augen, um den duftenden Dampf zu genießen. »Zwei Reiter. Ist dein Vetter nicht mit ihnen gegangen?«
»Doch, das ist er«, sagte sie langsam. »Gott, ich hoffe, Ian ist nichts passiert.«
»Ihnen könnten unterwegs alle möglichen Katastrophen zugestoßen sein, die deinen Vetter und deine Mutter gezwungen haben, hinter deinem Vater und Mr. MacKenzie herzureiten. Oder deinen Vetter und MacKenzie hinter deinen Eltern.« Er schwenkte die Hand, um die Unzahl der Möglichkeiten anzudeuten.
»Ich schätze, du hast recht.« Sie sah immer noch beunruhigt aus, und Lord John ging davon aus, dass sie allen Grund dazu hatte. Tröstliche Hoffnungen waren ja für den Augenblick sehr schön, doch auf die Dauer triumphierten oft die kälteren Realitäten – wer auch immer Jamie Fraser begleitete, sie würden bald eintreffen, mit den Antworten auf alle Fragen.
Er schob das halb beendete Frühstück von sich und lehnte sich in seine Kissen zurück.
»Sag mir – wie weit geht deine Reue darüber, dass du mich beinahe hast zu Tode kommen lassen?«
Sie verfärbte sich und machte ein beklommenes Gesicht.
»Was meinst du damit?«
»Wenn ich dich um etwas bitte, was du nicht gern tun wirst, werden deine Schuld und dein Pflichtgefühl dich zwingen, es dennoch zu tun?«