Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Egal, welche Farbe er annimmt, wir würden keine Gewissheit haben«, sagte ich. Ich gähnte herzhaft. »Wir werden es erst erfahren, wenn er alt genug wird, um anzufangen … jemandem ähnlich zu sehen. Und selbst dann …« Ich verstummte. Spielte es eine große Rolle, wer sein Vater gewesen war, wenn er sowieso keinen haben würde?
Jamie schmiegte sich an meinen Rücken und nahm mich in den Arm. Wir schliefen nackt, und die Haare auf seinem Körper strichen über meine Haut. Er küsste mich sanft auf den Nacken und seufzte, und sein Atem kitzelte mich warm am Ohr.
Ich schwebte am Rande des Einschlafens, zu glücklich, um vollständig den Träumen zu verfallen.
Irgendwo in der Nähe hörte ich ein kurzes, unterdrücktes Quäken und Stimmengemurmel.
»Aye, na ja«, weckte mich Jamies Stimme ein paar Sekunden später. Er klang trotzig. »Ich kenne zwar seinen Vater nicht, aber wenigstens bin ich mir sicher, wer sein Großvater ist.«
Ich langte hinter mich und tätschelte sein Bein.
»Ich auch – Opa. Gib Ruhe und schlaf jetzt. ›Ein jeder Tag hat seine eigene Plage.‹«
Er schnaubte, doch die Anspannung wich aus seiner Umarmung, und Sekunden später war er eingeschlafen, eine Hand um meine Brust geschlossen.
Ich lag mit weit geöffneten Augen da und beobachtete die Sterne durch das offene Fenster. Warum hatte ich das gesagt? Es war Franks Lieblingszitat, eines, das er immer benutzte, um Brianna oder mich zu trösten, wenn wir uns Sorgen machten: Ein jeder Tag hat seine eigene Plage.
Die Luft im Zimmer war lebendig; eine Brise bewegte die Vorhänge, und Kühle berührte meine Wange.
»Weißt du?«, flüsterte ich tonlos. »Weißt du, dass sie einen Sohn hat?«
Es kam keine Antwort, doch in der Stille der Nacht kam nach und nach Friede über mich, und schließlich fiel ich über den Rand der Träume.
Kapitel 65
Rückkehr nach Fraser’s Ridge
Jocasta trennte sich nur ungern von ihrem jüngsten Verwandten, doch wir waren schon sehr spät dran mit der Frühjahrsaussaat, und unsere Niederlassung war furchtbar vernachlässigt; wir mussten ohne Verzögerung auf den Berg zurückkehren, und Brianna wollte nichts davon hören, zurückzubleiben. Was auch gut so war, weil man Dynamit benötigt hätte, um Jamie von seinem Enkelsohn zu trennen.
Lord John ging es wieder so gut, dass er reisen konnte; er begleitete uns bis zur Great Buffalo Trail Road, wo er Brianna und das Baby küsste, Jamie und – zu meinem Schrecken – mich umarmte, bevor er sich nordwärts wandte, nach Virginia, zu Willie.
»Ich vertraue darauf, dass Ihr gut auf sie aufpasst«, sagte er leise zu mir und wies kopfnickend auf den Wagen, wo sich zwei leuchtende Köpfe in geteilter Faszination über das Bündel auf Briannas Schoß beugten.
»Das könnt Ihr«, sagte ich und drückte ihm die Hand. »Ich vertraue auch auf Euch.« Er hob meine Hand kurz an seine Lippen, lächelte mich an und ritt fort, ohne sich noch einmal umzublicken.
Eine Woche später rumpelten wir über die grasüberwucherten Wagenspuren auf den Berghang, wo die wilden Erdbeeren wuchsen, grün, weiß und rot, Beständigkeit und Mut, Süße und Bitterkeit im Schatten der Bäume vermischt.
Das Blockhaus war schmutzig und vernachlässigt, die Schuppen leer und mit toten Blättern gefüllt. Der Garten war ein Gewirr aus vertrockneten, alten Stengeln und zufälligen Schösslingen, die Pferdekoppel eine leere Umzäunung. Der Rohbau des neuen Hauses stand als schwarzes Skelett vorwurfsvoll auf dem Bergkamm. Das Ganze sah kaum bewohnbar aus, eine Ruine.
Ich hatte mich noch nie so gefreut, nach Hause zu kommen.
Name, schrieb ich und hielt inne. Weiß Gott, dachte ich. Sein Nachname stand ja noch zur Debatte; über seinen Vornamen war noch nicht einmal nachgedacht worden.
Ich nannte ihn »mein Süßer« oder »Schätzchen«, Lizzie nannte ihn »lieber Junge«, Jamie nannte ihn mit gälischer Formalität entweder »Enkelsohn« oder »a Ruaidh«, den Roten – seine schwarze Babywolle und die dunkle Haut waren einer flammenden Röte gewichen, die es auch dem zufälligsten Betrachter klarmachte, wer sein Großvater war –, wer auch immer sein Vater gewesen sein mochte.
Brianna fand es nicht nötig, ihn irgendwie zu bezeichnen; sie hatte ihn ständig bei sich und behütete ihn mit einer Ausschließlichkeit, die keine Worte brauchte. Sie wollte ihm keinen offiziellen Namen geben, sagte sie. Noch nicht.
»Wann denn?«, hatte Lizzie gefragt, doch Brianna antwortete nicht. Ich wusste, wann: wenn Roger kam.
»Und wenn er nicht kommt«, sagte Jamie unter vier Augen zu mir, »dann nehme ich an, dass das arme Kind namenlos ins Grab sinkt. Himmel, ist das Mädchen stur!«
»Sie vertraut Roger«, sagte ich ruhig. »Das könntest du auch einmal versuchen.«
Er sah mich scharf an.
»Es gibt einen Unterschied zwischen Vertrauen und Hoffnung, Sassenach, und das weißt du genauso gut wie ich.«
»Na, dann versuch’s halt mit Hoffnung, ja?«, schnappte ich, drehte ihm den Rücken zu, tauchte meinen Kiel in die Tinte und schüttelte ihn ausgiebig. Das kleine Fragezeichen hatte einen Ausschlag am Po, der es – und damit alle anderen Bewohner des Hauses – die ganze Nacht wach gehalten hatte. Ich konnte kaum aus den Augen sehen und war geladen und nicht geneigt, irgendwelche Anzeichen mangelnder Zuversicht zu dulden.
Jamie ging bedächtig um den Tisch herum, setzte sich mir gegenüber und legte das Kinn auf seine gekreuzten Arme, so dass ich gezwungen war, ihn anzusehen.
»Das würde ich ja«, sagte er, eine Spur von Humor in den Augen. »Wenn ich mich entscheiden könnte, ob ich hoffen soll, dass er kommt oder nicht.«
Ich lächelte, dann langte ich über den Tisch und strich ihm als Zeichen der Vergebung mit dem gefiederten Ende meines Federkiels über die Nase.
Er kräuselte die Nase und nieste, dann setzte er sich gerade hin und blickte auf das Papier.
»Was machst du da eigentlich, Sassenach?«
»Ich stelle Klein Gizmos Geburtsurkunde aus – soweit ich kann«, fügte ich hinzu.
»Gizmo?«, sagte er skeptisch. »Ist das ein Heiligenname?«
»Ich glaube nicht, obwohl, man weiß ja nie, wo es doch Leute gibt, die Pantaleon und Onophrius heißen. Oder Ferreolus.«
»Ferreolus? Ich glaube, den kenne ich nicht.« Er lehnte sich zurück, die Hände über dem Knie verschränkt.
»Einer meiner Lieblingsheiligen«, erzählte ich ihm, während ich sorgfältig das Geburtsdatum und die Geburtszeit einsetzte – selbst diese war nur geschätzt, armer Wurm. Es befanden sich exakt zwei unstrittige Informationen auf dieser Geburtsurkunde – das Datum und der Name der Ärztin, die ihn entbunden hatte.
»Ferreolus«, fuhr ich genussvoll fort, »ist der Schutzpatron des kranken Geflügels. Ein christlicher Märtyrer. Er war ein römischer Tribun und heimlicher Christ. Nach seiner Entdeckung kettete man ihn in der Jauchegrube des Gefängnisses an, wo er auf seinen Prozess wartete – die Zellen müssen wohl voll gewesen sein. Scheint ein ziemlicher Teufelskerl gewesen zu sein; er entschlüpfte seinen Ketten und entkam durch die Kanalisation. Aber sie haben ihn eingeholt, ihn zurückgeschleift und geköpft.«
Jamie machte ein verständnisloses Gesicht.
»Und was hat das mit Hühnern zu tun?«
»Ich habe nicht die geringste Ahnung. Das musst du mit dem Vatikan ausmachen«, schlug ich ihm vor.
»Mmpfm. Aye, tja, ich selbst habe immer sehr für St. Guignol geschwärmt.« Ich konnte das Glitzern in seinen Augen sehen, doch ich konnte nicht widerstehen.
»Und wofür ist der zuständig?«
»Man ruft ihn gegen die Impotenz an.« Das Glitzern wurde stärker. »Ich habe einmal in Brest vor seiner Statue gestanden; man sagte, sie stünde schon seit tausend Jahren da. Sie war eine Wunderstatue – sie hatte einen Schwanz wie ein Gewehrlauf, und –«
»Einen was?«