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Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
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»Das Haar ist viel härter und widerspenstiger als Vaters«, befand er.

»Es lässt sich nur mit Mühe kämmen, um aus den Strähnen einen oder mehrere Zöpfe zu flechten. Es passt zu meinem Volk«, grinste der Zwerg und zeigte, wie er seinen Bart herrichtete. »Wir schmücken ihn gern und tragen Wettkämpfe darin aus, wer den längsten und prächtigsten Bart besitzt. Nur wenige Zwerge tragen Backen-, Schnur-, Knebel oder ausrasierte Bärte. Die meisten sehen so aus wie ich«, behauptete er. Sein Wissen stammte aus den Büchern Lot-Ionans.

Die Kinder machten sich lachend Bärte aus Stroh und Heu, die sie sich mit Harzklümpchen, die sie im Gebälk der Scheune fanden, ins Gesicht klebten.

»Haben alle Unterirdischen... alle Zwerge einen Bart?«

»Ja. Und wenn ihr einen geschorenen Zwerg trefft, könnt ihr sicher sein, dass er für etwas bestraft wurde. Er muss so lange in die Verbannung, bis sein Gesichtshaar die Länge eines Axtstiels erreicht hat, und weil unsere Bärte langsam wachsen, dauert es bis zur Rückkehr Zyklen.« Wissen aus Büchern, zusammengetragen von Menschen. Er seufzte.

Sofort schnappte Jemta dem Segelohrjungen die Strohhalme aus dem Gesicht. »So, du bist verbannt! Verschwinde!«

Jetzt begann die Schlacht um die Kunstbärte; sie versuchten, sich gegenseitig zu verbannen, bis Remsa erschien und dem Treiben ein Ende bereitete. Nach lautem Protest verließen sie ihren neuen Spielgefährten und verabschiedeten sich.

Die Frau schenkte ihm ein herzliches Lächeln. »Sie vertrauen dir«, sagte sie. »Das ist ein gutes Zeichen. Eine angenehme Nacht, Tungdil. Wir beten zu Palandiell, dass sie dich rasch gesund macht.«

Sie mögen mich, wer hätte das gedacht? Er freute sich. Frala und ihren Töchtern hätte es auf dem Gehöft sicherlich sehr gefallen. Ich habe jetzt schon viel zu erzählen, wenn ich zurückkehre. Sie werden es mir nicht glauben. Der Zwerg berührte das Halstuch der Magd, sank auf sein Lager und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Die Fragen über die Reichtümer und Besonderheiten der Zwergenreiche schmerzten ihn, weil er den Jungen und Mädchen nur Wissen aus Büchern vortrug. Es wird Zeit, dass ich echte Kinder des Schmieds treffe.

IV

Das Geborgene Land, das Königreich Gauragar

im Jahr des 6234sten Sonnenzyklus,

Frühsommer

Tungdil fand bald eine Gelegenheit, sich für die Aufmerksamkeit und die Pflege bei den Bauern zu bedanken. Zwei Tage später, als sein Bein nicht mehr schmerzte, stand er an der Esse der kleinen Gehöftschmiede, denn der Schmied hatte sich einen Arm gebrochen und war nicht in der Lage, seine Aufträge für die Bauern der Umgebung zu erledigen. Die kostenlose Hilfe des Zwergs kam ihm gerade recht.

Die Kinder betätigten abwechselnd den Blasbalg und stritten sich bald um die verantwortungsvolle Aufgabe; Tungdil schob die Rohlinge in die Kohlen und wartete darauf, dass sie kirschrot glühten.

Die Kinder standen um ihn herum, während er den Hammer auf das Eisen niederfahren und die Funken fliegen ließ. Jeder Hieb, jedes Klingen wurde von beglücktem Lachen begleitet.

Der Schmied nickte Tungdil anerkennend zu. »Ich habe selten so schnelle und vor allem gute Arbeit gesehen hatte«, lobte er. »Die Unterirdischen haben das Schmieden anscheinend wirklich erfunden.«

»Es heißt Zwerge, nicht Unterirdische.«

»Verzeih«, lächelte der Mann entschuldigend. »Die Zwerge haben das Schmieden erfunden.«

Tungdil grinste. »Hier ist trotzdem noch viel zu tun, ich kann so schnell sein, wie ich will. Ich werde noch einen Umlauf anhängen, ehe ich zum Schwarzjoch reise.«

»Wie macht man denn Nägel?«, wollte Jemta wissen und unterbrach die Männer keck in ihrem Gespräch.

»Du wirst die nächste Schmiedin, was?« Tungdil fuhr ihr durch die blonden Haare und brachte ihr bei, wie man Nägel machte. Stolz zeigte sie ihren Eltern, was sie zu Stande gebracht hatte, während der Zwerg sich um eine neue Kurbel für den Brunnen kümmerte.

Nachmittags verließ er die Gluthitze der Schmiede, um sich mitsamt seiner mittlerweile recht stark riechenden Kleider in einen Bottich mit Wasser zu legen und sich zu erfrischen.

Ich werde gleich zischen wie das heiße Eisen, wenn man es in den Eimer taucht. Das Nass war eisig kalt; kurz verschlug es ihm den Atem, dann genoss er die Kühle und sank vollständig unter Wasser, um prustend und schnaubend an die Oberfläche zurückzukehren. Er rieb sich gerade die Augen frei, als ein Schatten über ihn fiel. Eisen klirrte, und es roch nach Öl.

Ein Gerüsteter, dachte Tungdil und blinzelte vorsichtig.

Ein imposanter Mann von etwa dreißig Zyklen lehnte an der Wand der Schmiede, die Arme über der gepanzerten Brust gekreuzt. Obwohl er etliche Waffen mit sich führte, trug er keinerlei Uniform oder Wappen, die ihn als einen regulären Kämpfer gekennzeichnet hätten.

»Sucht Ihr mich, Herr?«, fragte er und stieg aus der Wanne. Das Wasser plätscherte aus seinen Kleidern und tränkte den sandigen Boden.

»Bist du der Schmied?«, erhielt er zur Antwort.

»Nein. Ich gehe ihm zur Hand. Wenn Ihr etwas repariert haben wollt, könnt Ihr Euch an mich wenden.« Der Zwerg blieb höflich, obwohl er den Mann auf Anhieb nicht mochte. Dessen graue Augen musterten ihn so eindringlich, als wollte er durch die Kleidung in sein Innerstes blicken.

»Wir haben zwei Pferde, die beschlagen werden wollen. Kannst du das?«

Nun hatte er es sich endgültig mit Tungdil verscherzt. »Sicher. So wie Ihr vermutlich reiten könnt, sonst würdet Ihr Euch auch kein Pferd kaufen«, entgegnete er und umrundete die Hütte. Er bemühte sich, dabei so würdevoll wie möglich auszusehen, auch wenn er eine Wasserspur hinter sich herzog, seine Haare glatt herabhingen und seine Stiefel Geräusche machten, als hätte er einen Sumpf unter den Sohlen.

Auf der schmalen, holprigen Straße warteten sechs Pferde und vier Männer, die aussahen, als zögen sie geradenwegs in die Schlacht. Das Lasttier trug neben dem Kochgeschirr und mehreren Ledersäcken zwei zusammengerollte Netze auf dem Rücken.

Die Männer unterhielten sich leise und verstummten, als Tungdil erschien. Sie schauten ihn verblüfft an, sagten aber nichts.

Der Zwerg wies einen der Krieger an, den Blasebalg zu betätigen. Der Wind fuhr fauchend in die Kohlen und brachte sie zum Glühen; Flämmchen loderten auf, huschten und zuckten über das Brennmaterial. Hitze schlug Tungdil entgegen. Seine Haare und seine Kleidung würden innerhalb kürzester Zeit trocknen. Er fühlte sich wohl.

»Seid Ihr Söldner, Herr?«, wollte er von seinem Helfer wissen und wählte in aller Ruhe zuerst den Hammer und dann den Rohling für das Hufeisen aus. Ein anderer führte das lahmende Pferd herein. Tungdil legte das Eisen kurz an, es würde passen.

»So etwas Ähnliches«, sagte der Mann. »Wir jagen Orks und Gesetzesbrecher, auf deren Ergreifung Gold ausgesetzt wurde.«

Tungdil bettete das Eisen auf die feurigen Kohlen und wartete. »Habt Ihr viel zu tun, Herr?«, setzte er sein Verhör fort. »Und habt Ihr etwas über die Orks gehört, die Gutenauen zerstört haben?«

»Gauragar ist groß, und die Truppen König Brurons können nicht überall sein. Wir können nicht klagen«, antwortete der Anführer schroff.

Damit war die Unterredung beendet.

Schweigend schlug der Zwerg die Hufeisen in Form und passte sie den Pferden an. Gelblich weißer Qualm zog durch die Schmiede. Wenig später verlangte er für seine Arbeit das Doppelte des üblichen Preises. Die Söldner beglichen die Gebühr anstandslos und ritten davon. Der Zwerg vergaß sie rasch.

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