Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Rialla - Die Sklavin - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Rialla - Die Sklavin

Электронная книга - «Rialla - Die Sklavin». Краткое содержание книги:

Rialla - Die Sklavin
1 ... 27 28 29 30 31 32 33 34 35 ... 76
Перейти на страницу:

Tris legte seine flache Hand auf die Tür und sang leise in seiner eigenen Sprache vor sich hin. Mit einem unendlich müde klingenden Seufzer verwandelte sich das Holz in einen Haufen Sägespäne, bis nur noch die Metallriemen und das eiserne Schloss übrig waren.

Zu schnell blickte Laeth in das hereinfallende Licht und zog den Kopf zwischen die Schultern, um sich die geblendeten Augen trockenzuwischen.

Obwohl er in seiner jetzigen Lage ein ziemlich nutzloser, weil an Händen und Füßen gefesselter darranischer Edelmann war, war er doch auch ein ausgebildeter Kämpfer. Tris hatte in seinem Leben genügend Raubtiere getroffen, um zu wissen, dass sie in Gefangenschaft am gefährlichsten waren. Und so beschloss er, Laeth erst loszubinden, wenn dieser überzeugt war, dass er einen Freund vor sich hatte.

Vorsichtig öffnete Laeth seine Augen, nahm die fehlende Tür und das Magierlicht dahinter wahr und kam zu dem falschem Schluss. »Ich bin überrascht, wie schnell Sianims Meisterspion von meiner Inhaftierung erfahren hat«, zischte er.

»Soweit ich weiß, hat er das gar nicht«, erwiderte Tris ruhig und zog die schwebende Lichtquelle ein wenig näher an sich heran, damit Laeth ihn besser sehen konnte.

Die Augen des Darraners weiteten sich vor Überraschung, als er seinen Retter erkannte. Doch bevor er etwas sagen konnte, ertönte in der Etage unter ihnen ein lautes Krachen.

Tris erstarrte und stellte fest, dass auch Laeth stocksteif dasaß. Sie warteten, doch es blieb alles still.

Schließlich stieg Tris über die Haufen mit Sägemehl in die Zelle; das Magierlicht folgte ihm. Er lehnte seinen Stab gegen die Wand und hockte sich neben den ramponierten Darraner, um sich seine Ketten genauer anzusehen.

Sie waren, wie für solche Objekte üblich, aus minderwertigem Eisen gefertigt, dennoch war Eisen einschließlich seiner veredelten Brüder ausgesprochen resistent gegen Naturmagie. Mit genügend Zeit wäre der Heiler gewiss imstande gewesen, die Ketten zu zerstören, aber die Zeit war im Moment nicht ihr Verbündeter.

Tris zog einen Schlüsselring aus seiner Gürteltasche und fand einen Schlüssel, der in die Handschellen passte.

Eines Abends, nicht lang nach seinem Eintreffen in Tallonwald, hatte ein Mann an Tris’ Tür geklopft, der offenbar schlimm zusammengeschlagen worden war. Er blieb zwei Tage bei dem Heiler und war dann so plötzlich verschwunden, wie er erschienen war. Tris hatte am nächsten Morgen allerdings einen Schlüsselbund auf seinem Arbeitsplatz vorgefunden, offenbar gedacht als Bezahlung für seine Dienste. Als man sich in den Tagen danach erzählte, dass ein berüchtigter Dieb aus dem Gefängnis von Westholdt geflohen sei, war Tris nicht groß überrascht.

Seither hatte sich der Eisenring mit den diversen Generalschlüsseln schon einige Male als überaus nützlich erwiesen, sodass er ihn eigentlich ständig dabeihatte.

Die Handschellen waren übermäßig eng angelegt worden und hatten die Blutzirkulation ins Laeths Händen und Füßen behindert. Während Laeth nun versuchte, wieder Gefühl in seine Gliedmaßen zu bekommen, sah sich Tris ihn näher an. Der Darraner hatte einige Blutergüsse und Abschürfungen, insbesondere wo das Metall in sein Fleisch geschnitten hatte, aber am schlimmsten schienen die Schwellungen an den Gelenken zu sein.

Tris griff nach Laeths Händen, doch anstatt sie zu reiben, wie Laeth es versucht hatte, hielt er sie nur leicht und begann damit, das verletzte Gewebe zu heilen.

Der Darraner zog die Hände zurück und starrte sie an – vermutlich, wie Tris amüsiert feststellte, weil er sie noch nie hatte glühen sehen.

»Was …«, begann Laeth, doch dann riss er sich zusammen. Je weniger sie sprachen, desto besser; für alle offenen Fragen war später immer noch Zeit. Wenn sie es denn lebend aus der Feste schafften. Frustriert sah der Darraner den Heiler an, dann streckte er ihm erneut seine Hände hin.

Tris widmete sich der Wiederherstellung von Laeths Gliedmaßen. Sie war nicht so umfänglich, wie sie es hätte sein müssen, und Laeth hatte noch immer Schwierigkeiten, sich ohne Schmerzen zu bewegen. Blutergüsse und Gelenksteife waren kompliziert, und sie hatten sich ohnehin schon viel zu lange hier aufgehalten.

Indem er den Darraner stützte, schaffte es Tris, ihn durch den Zelleneingang in den Vorraum zu geleiten. Dort lehnte er Laeth gegen die Mauer, holte seinen Stab, berührte das Sägemehl mit dem Finger und konzentrierte sich.

Nach und nach begann der Holzstaub gelb zu schimmern, um sich dann wieder zusammenzusetzen. Wie ein Schwarm lebendiger Wesen glitt er hinauf zu dem Eisenrahmen, der die Holzbalken der Tür verstärkt hatte, bis ein safranfarbener Vorhang an der Stelle hing, wo zuvor die Zellentür gewesen war. Es folgte ein Geräusch, wie wenn jemand mit den Fingern schnippte, und die solide Eichentür hing wieder in den Angeln. Falls eine Wache hier oben nach dem Rechten sehen wollte, würde sie die Tür aufschließen müssen, um festzustellen, dass Laeth verschwunden war.

Tris brachte das Magierlicht zum Erlöschen und öffnete die Falltür. Unten lag der Turm still und dunkel da.

Der Heiler musste Laeth die ersten Stufen der Wendeltreppe hinabhelfen. Mit dem schweren Stab und dem noch schwereren Darraner im Arm war das eine ziemliche Plackerei. Sobald der Adlige wieder etwas standsicherer war, ließ Tris ihn los und ging auf der Treppe voran.

Nach der ersten Umrundung bedeutete der Heiler Laeth zu warten und stieg alleine weiter hinab. Er hatte vor, sich um die Wache auf dem Zwischengeschoss allein zu kümmern, sodass sie es nur noch mit den beiden im Untergeschoss aufnehmen mussten. Als er den ersten Stock erreichte, stellte er fest, dass sich hier etwas verändert hatte. Die Öllampe brannte nicht mehr, und das blasse Mondlicht, das durch die schartenartigen Fenster fiel, beschien eine verwaiste Sitzbank. Der Rest des Raums lag im Dunkeln.

Er hatte gehofft, die Wache hier allein zu überwältigen und so das Risiko eines Hilferufs auszuschließen. Doch der Mann war nicht mehr hier. Er würde Laeth holen müssen –

Tris hatte schon den ersten Schritt die Treppe hinauf gemacht, als etwas seine Aufmerksamkeit erregte.

Er verhielt sich mucksmäuschenstill, lauerte auf das schwache Geräusch, auf das er nun instinktiv wartete. Etwas knallte in ein Möbelstück, schob es dabei ein Stück über den Boden. Tris duckte sich tief und hoffte, der Entdeckung zu entgehen. Seine neue Position erlaubte ihm einen Blick unter den Tisch und auf die Quelle des Geräuschs, das ihn ursprünglich alarmiert hatte.

Der kleine Windstoß, der durch die Fensterluke hereindrang, trug den typischen fauligen Gestank des Sumpfes und den süßlichen Geruch frischen Blutes zu ihm. Wie es schien, war ein weiteres Sumpfmonster in Westholdt unterwegs. Was nur bedeuten konnte, dass jemand ganz sichergehen wollte, dass Laeth sein Rendezvous mit dem Tod auch nicht verpasste.

Kniend und die Augen so schmal zusammengekniffen, dass das Weiße im Dunkeln nicht verräterisch aufleuchtete, wartete Tris. Plötzlich ruckte die Leiche des Wachmanns ein Stück über den Boden, als die Mörderkreatur ihren Griff wechselte, und der Heiler sah zum ersten Mal, womit genau er es zu tun hatte.

Irgendjemand hatte ihm einmal erzählt, dass die meisten Sumpfkreaturen von den Menschenzauberern der Frühzeit erschaffen worden waren – jenen, die mit ihrer unkontrollierten Magie fast die gesamte Welt zerstört hatten. Das Biest, das am Hals des toten Mannes saugte, war eindeutig unnatürlichen Ursprungs. Tris konnte die Verkehrtheit dieses Geschöpfs fast körperlich spüren, etwas, das selbst das gefährlichste Raubtier nicht in ihm auszulösen imstande war.

Aus der Ferne sah die Kreatur aus wie eine üppige nackte Frau. Doch Tris war ihr nah genug, um die spitzen Ohren und die fleischfarbenen Kiemen an ihrem Hals zu erkennen. Und dass ihr das seidige lange Haar nicht nur aus dem Kopf, sondern auch aus dem Rücken wuchs.

Die messerscharfen Krallen an ihren Händen und Füßen waren einziehbar und glitten vor und zurück, während sie sich an der Leiche gütlich tat. Die Augen waren fast genüsslich geschlossen.

1 ... 27 28 29 30 31 32 33 34 35 ... 76
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)