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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Die restlichen Reiter tauchten als geschlossene Gruppe auf. Zwischen den Bäumen war so wenig Platz, daß sie gezwungen waren, langsamer zu werden und einzeln durch den Wald zu reiten, wodurch ihre lose Formation aufbrach. Huma stieß einen Schlachtruf aus und griff an.

Den ersten Reiter der Schwarzen Garde erwischte er, als er versuchte, mit seiner Axt auszuholen, um dann festzustellen, daß sie in den Zweigen des Baumes festhing. Huma führte seinen Hieb aus, und der Mann fiel vom Pferd.

Jetzt kam ihm eine Idee. Er sprang auf das freigewordene Pferd, das ihn abzuwerfen versuchte. Ein Gegner wurde von einem schädelspaltenden Tritt getroffen, als Huma mit dem Streitroß kämpfte. Während er einen anderen Angreifer abwehrte, trieb Huma das Pferd vorwärts, diesmal nach Süden. Wie erhofft, folgten ihm die vier Reiter.

Etwas sprang ihn an. Ein weißer Blitz. Nur durch Glück konnte er mit dem Schwert zustechen, doch es gelang dem Schreckenswolf, ihm einen Teil seiner Kettenrüstung vom Bein zu reißen. Beim Weiterreiten zerrte Huma einen noch winselnden, auf seinem Schwert aufgespießten Schreckenswolf mit sich. Das Gewicht des Untiers zwang ihn, es buchstäblich mitzuschleifen, um sein Schwert zu behalten. Humas Arm schmerzte, als würde er gleich abreißen.

Die gräßlichen Kiefer schnappten nach ihm, und die leeren Augen rollten im Schädel hin und her, bis der Schreckenswolf endlich vom Schwert abrutschte und hinter Huma zusammenbrach. Zurückblickend sah Huma zu seinem Entsetzen, daß das Biest wie unverletzt aufstand. Der Schreckenswolf drehte gerade rechtzeitig den Kopf, um zu sehen, wie die Vorderhufe des ersten Pferdes der Verfolger auf ihn herabschlugen. Das untote Wesen wurde achtlos zertrampelt und vernichtet.

Sowohl sein Pferd als auch die der verbliebenen Verfolger waren am Ende ihrer Kräfte. Schaum tropfte dem Pferd aus dem Maul. Es begann, beim Rennen zu stolpern. Der Ritter hörte es hinter sich krachen und riskierte einen raschen Blick. Eines der Pferde war zusammengebrochen, ein anderes darübergestürzt.

Huma zügelte sein Roß und riß es herum. Die beiden letzten Reiter kamen von zwei Seiten auf ihn zugestürmt, um ihn zu überlisten. Der Reiter zur Rechten von Huma schwang sein Schwert zu einem gemeinen Hieb, während der Reiter zur Linken einen Augenblick später einen weiteren landen wollte. Huma reagierte blitzschnell. Den ersten wehrte er mit seinem Schild ab, und den zweiten parierte er mit solcher Exaktheit, daß sich der andere eine Blöße gab. Mit der Schwertspitze traf Huma den linken Reiter zwischen Brustpanzer und Helm. Der Reiter fiel hintenüber und wurde von seinem nichtsahnenden Pferd weitergeschleppt.

Da er nicht Mann gegen Mann kämpfen wollte, kehrte der letzte Reiter zu seinen Kameraden zurück, die zwischen den verletzten Pferden versuchten, auf die Beine zu kommen. Huma setzte ihm sofort nach und schlug wild auf ihn ein, weshalb er keinen tödlichen Schlag landete, doch der Mann fiel vom Pferd und stand nicht wieder auf.

Inzwischen waren die anderen Schreckenswölfe umgekehrt. Humas Pferd strauchelte und stürzte auf die Knie. Der Ritter sprang ab und zur Seite, bevor das Tier ihn unter sich begraben konnte. Dann stand er mit Schild und Schwert den fünf grausigen Wesen und den beiden Reitern gegenüber. Die deutliche Erkenntnis, daß er sterben würde, benebelte seinen Verstand. Als der erste Schreckenswolf ihm an die Kehle springen wollte, erwischte Huma ihn mit der geballten Kraft eines Menschen, der nur noch das Ziel hat, so viele Feinde wie möglich mit ins Grab zu nehmen. So stieß und schlug und schlachtete er fast blind drauflos, ohne etwas anderes wahrzunehmen. Sogar sein Schild wurde zur Waffe, als er ihn auf mindestens eine weiße Gestalt mit einer Kraft niedersausen ließ, die ihr den Schädel zerschmetterte.

Gelbe, geifernde Reißzähne blitzten vor seinem Gesicht auf. Stahl wollte seinen Hals aufschlitzen. Huma wehrte jeden Angriff mit einem Gegenangriff ab.

Irgendwann merkte er, daß er nur noch Luft zerschnitt. Diese Erkenntnis brachte ihn wieder zu sich. Er zwinkerte, damit der Schleier vor seinen Augen verschwand.

Die letzten beiden Angreifer waren tot, ihre Waffen lagen weit entfernt. Der Boden war blutgetränkt. Die fünf Schreckenswölfe lagen in Einzelteilen überall herum.

Plötzlich übermannte ihn eine tiefe Erschöpfung. Er fiel auf die Knie und starrte lange Zeit einfach auf das, was er angerichtet hatte.

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Wie lange es dauerte, bis er den Schmerz fühlte, konnte Huma nur raten. Irgendwann hatte er die schreckliche Szenerie verlassen, um sowohl seinen wachsenden Abscheu vor sich selbst zu lindern, als auch um weiteren Verfolgern zu entkommen. Er ahnte vage, daß es noch welche geben würde, denn Drakos und der Kriegsherr Krynus waren geradezu fanatisch, was ihre Ziele anging. Und Huma rechnete damit, daß zumindest Krynus sich für seinen Verbleib interessierte. Der Schmerz wurde schlimmer. Huma starrte wie betäubt auf die zahlreichen Wunden, die ihm seine Gegner beigebracht hatten. Seine Rüstung war zerrissen und zerfetzt; das Kettenhemd praktisch nutzlos. Er fragte sich, wann dieser Schaden angerichtet worden war. Er konnte sich nicht an Einzelheiten erinnern, außer daß er sein Schwert auf alles gerichtet hatte, was sich bewegte.

Huma fand einen Fluß und wusch, so gut es ging, seine Wunden aus. Das kalte Wasser tat nicht nur dem Körper gut, sondern auch seinem Geist.

Nachdem er fertig war, beschloß er, dem Flußlauf zu folgen. Er führte mehr oder weniger nach Südwesten, und er erinnerte sich, daß Magus diese Richtung empfohlen hatte. Dabei fiel ihm Kaz ein, und der Ritter bekam Schuldgefühle, daß er seinen einzigen wahren Freund verlassen hatte. War der Minotaurus jetzt wohl irgendwo in Sicherheit?

Eine riesige Gestalt brachte die Bäume dazu, sich zu verbiegen, indem sie einen enormen Wind verursachte. Huma drückte sich instinktiv gegen einen Baum und starrte nach oben. Er erhaschte einen Blick auf einen breiten, ledrigen Flügel, der jedoch fast augenblicklich wieder verschwand, so daß er sich nicht einmal über die Farbe sicher war. Was für ein Drache es auch war, er kehrte nicht zurück.

Der Tag verstrich, ehe Huma es überhaupt bemerkte. Der Hunger begann sich zu melden, und Huma wühlte sich durch die Satteltasche, die er einem der Pferde abgenommen hatte. Die Schwarzen Garden hatten anscheinend nur wenig persönliche Dinge bei sich. Ganz unten fand er, was er gesucht hatte – Proviant für drei Tage.

Einen Augenblick später spuckte er ihn trotz seines Hungers wieder aus. Eine neue Lektion über seine Gegner: Ihr Geschmack war abscheulich, selbst bei ganz normalen eisernen Rationen. Huma wußte, daß er sich mehr Schaden als Gutes antun würde, wenn er dieses Zeug aß. In seiner gegenwärtigen Verfassung würde sein Magen es niemals bei sich behalten können.

Zum Glück fand er andere Nahrung in Form von Vogeleiern und Beeren. Das war zwar nicht besonders reichhaltig, aber es besänftigte den Hunger. Seine Nahrungssuche verriet ihm noch etwas anderes. An den meisten Sträuchern waren die eßbaren Beeren schon abgeerntet. Erst kürzlich. Und zwar viel zu sorgfältig, um das Werk von Tieren zu sein. Außerdem hatte Huma bisher nur Vögel entdeckt. Wenn er zu lange in dieser Gegend blieb, würde er verhungern. Auch der Fluß schien leergefischt.

Drei Tage lang wanderte er am Fluß entlang. Das Gesicht, das ihn am dritten Tag aus dem Wasser ansah, ließ ihn spöttisch über sich selbst lächeln. Sein Spiegelbild war zerzaust, die Haare seines Schnurrbarts zeigten in hundert verschiedene Richtungen, die Rüstung war verbeult, kaputt, blutig und dreckig. Gewissenhaft versuchte er, den Schmutz vom Symbol des Ordens der Krone abzuwischen. Er sah sein eigenes Gesicht verschwinden und eins wie Bennetts erscheinen. Trakes Sohn war wie immer makellos. Der Brustharnisch glänzte wie gewohnt. Sein stolzer Schnurrbart war dicht und perfekt gestutzt. Er war ein wahrer Ritter.

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