Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Ich bin kein Monster.«
»Das weiß ich. Sonst würde ich das sehen. Du siehst aus wie … du. Aber du bist kein Mensch, oder?«
Ich schluckte. Obwohl ich drei Jahre Zeit gehabt hatte, mich daran zu gewöhnen, wer ich war, hatte ich noch nie mit einer normalen Sterblichen darüber gesprochen – abgesehen von meiner Mom, aber die hatte ja schon Bescheid gewusst. Ich weiß nicht, warum, aber ich ließ es darauf ankommen.
»Ich bin ein Halbblut«, sagte ich. »Ich bin halb menschlich.«
»Und halb was?«
In diesem Moment betraten Tammi und Kelli den Musiksaal. Die Türen knallten hinter ihnen ins Schloss.
»Da bist du ja, Percy Jackson«, sagte Tammi. »Zeit für dein Schnuppertreffen.«
»Die sind grauenhaft«, keuchte Rachel.
Tammi und Kelli trugen noch immer ihre lila-weißen Cheerleader-Uniformen und hielten noch ihre Pompons von der Parade in der Hand.
»Wie sehen sie wirklich aus?«, fragte ich, aber Rachel war zu entsetzt, um zu antworten.
»Ach, hör nicht auf die.« Tammi lächelte mich strahlend an und kam auf uns zu. Kelli blieb an der Tür stehen und versperrte uns den Ausgang.
Sie hatten uns in die Falle gelockt. Ich wusste, wir würden uns den Weg freikämpfen müssen, aber Tammis umwerfendes Lächeln lenkte mich ab. Ihre blauen Augen waren wunderschön und die Art, wie ihre Haare über ihre Schultern fielen …
»Percy«, sagte Rachel warnend.
Ich sagte etwas ungeheuer Intelligentes, wie »Ähä?«.
Tammi kam näher. Sie hielt mir ihre Pompons entgegen.
»Percy!« Rachels Stimme schien von weit her zu kommen. »Reiß dich zusammen!«
Ich brauchte alle meine Willenskraft, aber ich schaffte es, meinen Kugelschreiber aus der Tasche zu ziehen und die Kappe abzudrehen. Springflut wuchs zu einem neunzig Zentimeter langen Bronzeschwert heran, seine Klinge verströmte ein schwaches goldenes Licht. Tammis Lächeln verwandelte sich in ein hämisches Grinsen.
»Ach, hör doch auf«, sagte sie. »Das brauchst du doch nicht. Wie wäre es stattdessen mit einem Kuss?«
Sie roch nach Rosen und sauberem Tierfell – ein seltsamer, aber irgendwie berauschender Duft.
Rachel kniff mir energisch in den Arm. »Percy, sie wird dich beißen! Sieh sie dir doch bloß an!«
»Die ist nur eifersüchtig.« Tammi sah sich zu Kelli um. »Darf ich, Herrin?«
Kelli verstellte noch immer die Tür und leckte sich hungrig die Lippen. »Na los, Tammi. Das machst du gut.«
Tammi trat noch einen Schritt vor, aber nun richtete ich meine Schwertspitze auf ihre Brust. »Zurück!«
Sie bleckte die Zähne. »Frischlinge«, sagte sie angewidert. »Das hier ist unsere Schule, Halbblut. Wir fressen, wen wir wollen!«
Dann fing sie an, sich zu verwandeln. Aus ihrem Gesicht und ihren Armen wich die Farbe. Ihre Haut wurde kalkweiß, ihre Augen leuchtend rot und in ihrem Mund wuchsen Reißzähne.
»Ein Vampir«, stammelte ich. Dann sah ich ihre Beine unter dem Cheerleader-Rock. Ihr linkes Bein war braun und zottig und hatte einen Eselshuf; ihr rechtes Bein dagegen schien geformt wie ein Menschenbein, es war jedoch aus Bronze. »Oh, ein Vampir mit …«
»Erwähne ja nicht die Beine!«, fauchte Tammi. »Es ist unhöflich, Witze über sie zu machen.«
Sie schob sich auf ihren seltsamen, nicht zueinanderpassenden Beinen voran. Sie sah einfach bizarr aus, vor allem wegen der Pompons, aber ich konnte nicht lachen – nicht, solange ich diese roten Augen und die scharfen Reißzähne sah.
»Ein Vampir, hast du gesagt?« Kelli lachte. »Diese alberne Sage geht auf uns zurück, Dummkopf. Wir sind Empusen, Dienerinnen der Hekate.«
»Mmm.« Tammi schob sich dichter an mich heran. »Dunkle Magie hat uns aus Tier, Bronze und Geist erschaffen. Wir existieren, um uns vom Blut junger Männer zu ernähren. Also los, gib mir einen Kuss!«
Sie bleckte die Reißzähne. Ich konnte mich vor Schreck nicht bewegen, Rachel dagegen warf der Empusa eine Snare-Drum an den Kopf.
Die Dämonin zischte und wehrte die Trommel ab. Sie kullerte zwischen den Notenständern hindurch und die Schnarrsaiten rasselten. Rachel warf ein Xylofon hinterher, aber die Dämonin wischte auch das einfach beiseite.
»Normalerweise töte ich keine Mädchen«, knurrte Tammi. »Aber bei dir, Sterbliche, mache ich eine Ausnahme. Du siehst mir ein wenig zu scharf.«
Sie holte aus.
»Nein!« Ich schlug mit Springflut zu. Tammi versuchte, der Klinge auszuweichen, aber ich durchschnitt ihre Uniform und mit einem grauenhaften Schrei zerfiel sie zu Staub, der auf Rachel herabrieselte.
Rachel hustete. Sie sah aus, als ob gerade ein Sack Mehl über ihr entleert worden wäre. »Heftig!«
»Bei Monstern ist das eben so«, sagte ich. »Tut mir leid.«
»Du hast meinen Lehrling umgebracht!«, schrie Kelli. »Du brauchst eine Lektion über Schulgeist, Halbblut!«
Dann fing auch sie an sich zu verändern. Ihre drahtigen Haare verwandelten sich in züngelnde Flammen. Ihre Augen wurden rot. Ihr wuchsen Reißzähne. Sie sprang auf uns zu, und ihr Messingfuß und der Huf machten auf dem Boden des Musiksaals verschiedene Geräusche. »Ich bin die Ober-Empusa«, knurrte sie. »Seit tausend Jahren schon hat mich kein Heros mehr besiegt.«
»Ach ja?«, fragte ich. »Dann wird es aber höchste Zeit!«
Kelli war sehr viel schneller als Tammi. Sie wich meiner Faust aus und rollte zwischen die Blasinstrumente, wobei sie mit viel Getöse eine Reihe Posaunen zu Boden gehen ließ. Rachel konnte sich gerade noch retten. Ich schob mich zwischen sie und die Empusa. Kelli umkreiste uns, ihre Augen wanderten zwischen mir und dem Schwert hin und her.
»Was für eine hübsche kleine Klinge«, sagte sie. »Wie schade, dass sie zwischen uns steht!«
Ihr Erscheinungsbild änderte sich dauernd – mal war sie Dämonin, mal hübsche Cheerleaderin. Ich versuchte, mich zu konzentrieren, aber das war sehr verwirrend.
»Armes Herzchen.« Kelli kicherte. »Du hast keine Ahnung, was hier läuft, oder? Bald wird dein hübsches kleines Camp in Flammen aufgehen, deine Freunde werden Sklaven des Herrn der Zeit werden und du kannst nichts tun, um das zu verhindern. Es wäre barmherzig, dein Leben jetzt zu beenden, damit du das nicht mit ansehen musst.«
Vom Gang her hörte ich Stimmen. Eine Schnuppergruppe näherte sich. Ein Mann sagte etwas über abschließbare Schränke und deren Ziffernkombinationen.
Die Augen der Empusa leuchteten auf. »Hervorragend. Wir bekommen Gesellschaft!«
Sie griff zu einer Tuba und warf damit nach mir. Rachel und ich zogen die Köpfe ein. Die Tuba segelte über uns hinweg und zerschlug die Fensterscheibe.
Die Stimmen auf dem Gang verstummten.
»Percy!«, rief Kelli mit gespielt ängstlicher Stimme. »Warum hast du das geworfen?«
Ich war zu verdutzt, um zu antworten. Kelli packte einen Notenständer und erwischte damit eine Reihe von Klarinetten und Flöten. Stühle und Musikinstrumente krachten auf den Boden.
»Aufhören!«, sagte ich.
Jetzt hörten wir jede Menge Stimmen auf dem Gang, und alle kamen in unsere Richtung.
»Zeit, unseren Besuch zu begrüßen!« Kelli bleckte ihre Fangzähne und stürzte auf die Tür zu. Ich setzte mit Springflut hinter ihr her. Ich musste verhindern, dass sie den Sterblichen etwas antat.
»Percy, nicht!«, schrie Rachel. Aber ich begriff erst, was Kelli vorhatte, als es zu spät war.
Kelli riss die Tür auf. Paul Blofis und eine Gruppe von Frischlingen wichen erschrocken zurück. Ich hob mein Schwert.
In letzter Sekunde drehte die Empusa sich wie ein verängstigtes Opfer zu mir um. »Nicht, bitte!«, rief sie. Ich konnte meine Klinge nicht mehr anhalten, sie war schon in Bewegung.
Unmittelbar bevor die himmlische Bronze sie traf, ging Kelli wie ein Molotowcocktail in Flammen auf. Eine Feuerwelle übergoss sie von Kopf bis Fuß. Ich hatte das noch nie bei einem Monster erlebt, aber ich hatte auch keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, und wich in den Musiksaal zurück, als die Flammen die Türöffnung füllten.