Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Natürlich nicht«, sagte er. Er ergriff ihre Hand und legte sie über seinen Arm.
»Ringel, Ringel, Rose«, murmelte er, den Blick auf das bunte Pflaster des Weges gerichtet, während sie den Brunnen umkreisten.
»Ja, Ringel, Ringel, Rose, Butter in die Dose«, pflichtete sie ihm bei. »Und in drei Monaten macht die Dose Peng! Ich muss irgendetwas tun«, schloss sie elend.
»Glaubt es oder nicht, in Eurem Fall tut Ihr etwas, wenn Ihr wartet, auch wenn ich zugebe, dass es nicht danach aussehen mag«, antwortete er trocken. »Warum wollt Ihr nicht abwarten, ob die Suche Eures Vaters erfolgreich ist? Liegt es daran, dass Euer Ehrgefühl es Euch nicht gestattet? Oder –«
»Nicht meine Ehre«, sagte sie. »Seine. Rogers. Er ist – er ist mir gefolgt. Er hat – alles aufgegeben – und er ist mir hinterhergereist, als ich hierherkam, um meinen Vater zu suchen. Ich wusste, dass er es tun würde, und so war es auch.«
»Wenn er das hier herausfindet«, sie zog eine Grimasse und legte eine Hand um ihren Kugelbauch, »dann wird er mich heiraten; er wird glauben, dass er das muss. Und das kann ich nicht zulassen.«
»Warum nicht?«
»Weil ich ihn liebe. Ich will nicht, dass er mich aus Pflichtgefühl heiratet. Und ich –« Sie presste ihre Lippen über dem Rest zusammen. »Es geht nicht«, schloss sie bestimmt. »Ich habe mich entschieden, und es geht nicht.«
Lord John zog seinen Umhang fester, als ein frischer Windstoß wie eine Rakete vom Fluss herangestoben kam. Es roch nach Eis und totem Laub, doch es lag ein Hauch von Frische darin; der Frühling war im Anmarsch.
»Ich verstehe«, sagte er. »Tja, ich stimme völlig mit Eurer Tante überein, dass Ihr einen Ehemann braucht. Aber warum ich?« Er zog seine bleiche Augenbraue hoch. »Liegt es an meinem Titel oder meinem Reichtum?«
»Keins von beidem. Es war, weil ich mir sicher war, dass Ihr keine Frauen mögt«, sagte sie und warf ihm einen dieser unverhüllten, blauen Blicke zu.
»Ich mag Frauen«, sagte er entnervt. »Ich bewundere und ehre sie, und ich hege beträchtliche Zuneigung für diverse Mitglieder des weiblichen Geschlechts – darunter auch Eure Mutter, auch wenn ich bezweifle, dass dieses Gefühl auf Gegenseitigkeit beruht. Doch ich suche kein Vergnügen in ihren Betten. Drücke ich mich deutlich genug aus?«
»Ja«, sagte sie, und die kleinen Linien zwischen ihren Augen verschwanden wie durch Zauberei. »Das dachte ich auch. Versteht Ihr, es wäre nicht recht von mir, Mr. MacNeill oder Barton McLachlan oder einen anderen dieser Männer zu heiraten, weil ich damit etwas versprechen würde, was ich ihnen nicht geben könnte. Aber ich will sie sowieso nicht, also gibt es keinen Grund, warum ich Euch nicht heiraten könnte.«
Er unterdrückte ein starkes Bedürfnis, seinen Kopf gegen die Mauer zu donnern.
»Aber sicher gibt es den.«
»Was denn?«
»Um nur den offensichtlichsten zu nennen, würde mir Euer Vater zweifellos den Hals brechen!«
»Warum denn das?«, wollte sie stirnrunzelnd wissen. »Er hat Euch gern; er sagt, Ihr seid einer seiner besten Freunde.«
»Ich habe die Ehre, in seiner Hochachtung zu stehen«, sagte er kurz. »Allerdings würde diese Hochachtung sehr schnell aufhören zu existieren, wenn Jamie Fraser entdecken würde, dass seine Tochter einem abartigen Sodomiten als Gespielin und Zuchtstute dient.«
»Und wie sollte er das herausbekommen?«, wollte sie wissen. »Ich würde es ihm nicht sagen.« Dann errötete sie, und als sie jetzt seinem empörten Blick begegnete, brach sie in Gelächter aus, in das er hilflos einfiel.
»Also, es tut mir leid, aber das habt Ihr gesagt«, japste sie schließlich, während sie sich hinsetzte und sich die tränenden Augen mit dem Saum ihres Umhangs trocknete.
»Oh, Himmel. Ja, das habe ich.« Abwesend strich er sich eine Haarsträhne aus dem Mund und wischte sich erneut die laufende Nase an seinem Ärmel ab. »Verdammt, warum habe ich kein Taschentuch? Ich habe es gesagt, weil es stimmt. Und was Euren Vater angeht, so ist er sich der Tatsache sehr wohl bewusst.«
»Ja?« Sie schien unverhältnismäßig überrascht zu sein. »Aber ich dachte, er würde niemals –«
Das Aufleuchten einer gelben Schürze unterbrach sie; eine der Küchenmägde befand sich in einem angrenzenden Garten. Kommentarlos stand Lord John auf und reichte ihr die Hand; sie erhob sich schwerfällig, und sie liefen auf die trockene, braune Kruste der Rasenfläche hinaus, von ihren aufgeblähten Umhängen wie von Segeln umweht.
Die Steinbank unter der Weide war um diese Jahreszeit ihres üblichen Charmes beraubt, doch immerhin war sie vor den eisigen Windstößen geschützt, die vom Fluss herauftobten. Lord John wartete, bis sie saß, setzte sich dann ebenfalls und nieste heftig. Sie öffnete ihren Umhang, nestelte im Ausschnitt ihres Kleides herum und brachte schließlich ein zerknittertes Taschentuch zum Vorschein, das sie ihm unter Entschuldigungen reichte.
Es war warm und roch nach ihr – ein verwirrender Geruch nach Mädchenhaut, mit Nelken und Lavendel gewürzt.
»Was Ihr gesagt habt, dass Ihr mich lehren wolltet, mit dem Feuer zu spielen«, sagte sie. »Was genau habt Ihr damit gemeint?«
»Nichts«, sagte er, doch jetzt war es an ihm zu erröten.
»Nichts, hm?«, sagte sie und schenkte ihm den Hauch eines ironischen Lächelns. »Das war eine Drohung, wenn ich je eine gehört habe.«
Er seufzte und wischte sich noch einmal mit dem Taschentuch über das Gesicht.
»Ihr seid offen zu mir gewesen«, sagte er. »Bis zur Schmerzgrenze und weit darüber hinaus. Gut, ja, ich schätze, ich – nein, es war eine Drohung.« Er ergab sich mit einer kleinen Geste. »Ihr seht aus wie Euer Vater, versteht Ihr das nicht?«
Sie sah ihn stirnrunzelnd an; offensichtlich sagten seine Worte ihr nichts. Dann flackerte die Erkenntnis auf und erwachte zu vollem Leben. Sie saß kerzengerade da und starrte zu ihm hinunter.
»Nicht Ihr – nicht Pa! Das würde er nicht tun!«
»Nein«, sagte Lord John sehr trocken. »Das würde er nicht tun. Obwohl Euer Erschrecken kaum ein Kompliment für mich ist. Und was diese Aussage auch immer wert ist, ich würde Eure Ähnlichkeit mit ihm unter keinen Umständen ausnutzen – das war eine ebenso leere Drohung wie die Eure, mich bloßzustellen.«
»Wo habt Ihr … meinen Vater kennengelernt?«, fragte sie vorsichtig, und ihre eigenen Sorgen traten für einen Moment hinter ihre Neugier zurück.
»Im Gefängnis. Ihr wisst, dass er nach dem Aufstand eine Zeit im Gefängnis verbracht hat?«
Sie nickte mit einem leichten Stirnrunzeln.
»Ja. Gut. Lassen wir es einfach dabei, dass ich Gefühle besonderer Zuneigung für Jamie Fraser hege, und zwar schon seit Jahren.« Er schüttelte den Kopf und seufzte.
»Und jetzt kommt Ihr und bietet mir Euren unschuldigen Körper an, mit all seinen Anklängen an seinen Körper – und versprecht mir noch dazu ein Kind, das mein Blut mit dem seinen vermischen würde – und das alles, weil Eure Ehre nicht zulässt, dass Ihr den Mann heiratet, den Ihr liebt, oder den Mann liebt, den Ihr heiratet.« Er brach ab und ließ den Kopf in seine Hände sinken.
»Kind, Ihr würdet einen Engel zum Weinen bringen, und ich bin weiß Gott kein Engel!«
»Meine Mutter findet aber, dass Ihr einer seid.«
Er blickte aufgeschreckt zu ihr hoch.
»Sie findet was?«
»Vielleicht würde sie nicht ganz so weit gehen«, verbesserte sie sich immer noch stirnrunzelnd. »Aber sie sagt, Ihr seid ein guter Mensch. Ich glaube, sie mag Euch, wenn auch etwas widerstrebend. Natürlich verstehe ich das jetzt; sie muss ja wissen – was Ihr … äh … empfindet …« Sie hustete und verbarg ihr Erröten in einer Falte ihres Umhangs.
»Teufel noch mal«, brummte er. »Oh, Tod und Teufel. Ich hätte niemals mit Euch ins Freie kommen sollen. Ja, das weiß sie. Obwohl ich mir, ehrlich gesagt, nicht sicher bin, warum sie mich mit Argwohn betrachtet. Es kann ja wohl nicht aus Eifersucht sein.«