Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Ein todsicherer Job - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein todsicherer Job

Электронная книга - «Ein todsicherer Job». Краткое содержание книги:

Zum Brüllen komisch und absolut hinreißend – eine liebenswerte Komödie der besonderen Art.

Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …
1 ... 25 26 27 28 29 30 31 32 33 ... 96
Перейти на страницу:

Man hörte böses Kreischen aus dem Gully, dann harsches, fauchendes Geplapper. »Das darf er doch nicht sagen, oder? Darf er so was sagen? Weiß er, wer wir sind?«

»Am Ende vom Block bieg ich links ab. Wir sehen uns.«

Ein junger Chinese im Hip-Hop-Outfit starrte Charlie an und trat eilig beiseite, um sich nicht mit dem Wahnsinn anzustecken, der diesen gut gekleidete Lo pak ergriffen hatte. Charlie tippte an sein Ohr und sagte: »Handy-Headset.«

Der Hiphopper nickte kurz, als wüsste er Bescheid, und auch wenn es anders aussah, war er keineswegs angetörnt, hatte allerdings voll cool wie ein fettes Faultier abgehangen, also geh mir aus der Sonne, Bleichgesicht! Er ging bei Rot über die Straße und lahmte etwas unter der Last des Subtextes.

Charlie betrat die chemische Reinigung Golden Dragon, und der Mann hinter dem Tresen, Mr. Hu, den Charlie kannte, seit er acht Jahre alt war, begrüßte ihn mit überschwänglichem, warmherzigem Zucken seiner linken Augenbraue, was seine übliche Begrüßung und für Charlie ein guter Indikator dafür war, dass der alte Mann noch lebte. Es qualmte am Ende einer langen, schwarzen Zigarettenspitze, die zwischen Mr. Hus Zahnprothesen klemmte.

»Guten Morgen, Mr. Hu«, sagte Charlie. »Schöner Tag, was?«

»Anzug?«, sagte Mr. Hu mit Blick auf den Anzug, der über Charlies Schulter hing.

»Ja, heute nur der eine hier«, sagte Charlie. Bessere Ware brachte er immer zum Reinigen ins Golden Dragon, und in den letzten Monaten hatte er für Mr. Hu reichlich zu tun gehabt, bei den vielen Kleidern, die er aus Nachlässen hereinbekam. Er ließ auch seine Änderungen dort vornehmen, denn Mr. Hu galt als bester dreifingriger Schneider der Westküste, wenn nicht der ganzen Welt. In Chinatown war er als Drei-Finger-Hu bekannt, obwohl er eigentlich acht Finger hatte und ihm nur die beiden Kleineren an der rechten Hand fehlten.

»Schneider?«, fragte Hu.

»Nein, vielen Dank«, sagte Charlie. »Der ist zum Verkauf, nicht für mich.«

Hu nahm Charlie den Anzug aus der Hand, versah ihn mit einem Schildchen, dann rief er: »Ein Anzug für den Weißen Teufel!« auf Mandarin, und eine seiner Enkelinnen kam von hinten angelaufen, schnappte sich den Anzug und war durch den Vorhang verschwunden, bevor er ihr Gesicht sehen konnte. »Ein Anzug für den Weißen Teufel«, wiederholte sie für jemanden dort hinten.

»Mittwoch«, sagte Drei-Finger-Hu. Er händigte Charlie den Zettel aus.

»Noch was«, sagte Charlie.

»Okay, Dienstag«, sagte Hu, »aber kein Rabatt.«

»Nein, Mr. Hu. Ich weiß, es ist schon lange her, seit ich deshalb bei Ihnen war, aber ich habe mich gefragt, ob Sie wohl Ihr anderes Geschäft auch noch betreiben…«

Mr. Hu kniff ein Auge zu und sah Charlie eine volle Minute lang an, bis er antwortete. Als er es tat, sagte er: »Komm«, dann verschwand er hinter dem Vorhang und ließ eine Wolke von Zigarettenqualm zurück.

Charlie folgte ihm nach hinten, durch eine lärmende, dampfende Hölle aus Chemikalien, Bügeleisen und einem Dutzend huschender Angestellter in ein winziges Büro aus Sperrholzwänden, dessen Tür Hu hinter sich verriegelte, damit sie ihr Geschäft abwickeln konnten, wie zuletzt vor zwanzig Jahren.

Als Drei-Finger-Hu Charlie Asher zum ersten Mal durch die Hinterzimmerhölle des Golden Dragon geführt hatte, war das zehnjährige Betamännchen davon überzeugt gewesen, dass es gekidnappt und in die Reinigungssklaverei verkauft oder geschlachtet und zu Dim Sum verarbeitet werden sollte. Oder man wollte ihn zum Opiumrauchen zwingen und dann im Pyjama gegen fünfzig Kung-Fu-Kämpfer antreten lassen (Charlie hatte im Alter von zehn Jahren nur eine flüchtige Ahnung von der Kultur seiner Nachbarn). Trotz aller Furcht jedoch trieb ihn eine Leidenschaft, die seit Jahrmillionen in seinen Genen verwurzelt war: das Streben nach Feuer. Ja, es war ein umtriebiges Betamännchen, welches das Feuer entdeckt hatte, wenn auch stimmen mag, dass es ihm gleich darauf von einem Alphamännchen weggenommen wurde. (Den Alphas entging die Entdeckung des Feuers, doch da sie nicht begriffen, dass man vom heißen, roten Ende des Stocks lieber die Finger lassen sollte, muss man ihnen wohl die Erfindung der Verbrennungen Dritten Grades zugute halten.) Noch heute glüht der ursprüngliche Funke in den Adern eines jeden Betamännchens. Während Alpha-Jungen längst zu Mädchen und Sport übergegangen sind, sind Betas noch bis weit in die Pubertät und manchmal sogar darüber hinaus wie gebannt von der Pyrotechnik. Alphamännchen mögen die Armeen dieser Welt anführen, aber es sind die Betas, die den Laden in die Luft sprengen.

Und was könnte besser von einem Feuerwerksliebhaber zeugen als das Fehlen der entscheidenden Finger? Als Drei-Fin-ger-Hu seinen dreistöckigen Kasten über den Schreibtisch schob und seine Waren feilbot, schien es dem jungen Charlie, als wäre er durchs Fegefeuer gegangen und endlich im Paradies angekommen. Selig überreichte er ihm sein Bündel zerknitterter, verschwitzter Dollarscheine. Und während lange, silbrige Asche wie todbringender Schnee auf die Zündschnüre rieselte, suchte sich Charlie aus, was er haben wollte. Er war so aufgeregt, dass er sich fast in die Hosen machte.

Dem Totenboten-Charlie, der an diesem Morgen aus der Reinigung Golden Dragon mit einem kleinen Päckchen unter dem Arm auf die Straße trat, war ganz ähnlich zumute, denn so sehr es seinem Wesen widersprechen mochte, stürzte er sich noch einmal in die Bresche. Er steuerte auf das Gullygitter zu, winkte mit dem leuchtenden Porzellanbären aus seiner Tasche und rief: »Hey, Tussis! Ich geh einen Block rüber und vier rauf. Kommt ihr mit?«

»Der Weiße Teufel hat endgültig den Verstand verloren«, sagte Drei-Finger-Hus elfte Enkelin Cindy Lou Hu, die neben ihrem ehrwürdigen und unterfingerten Vorfahren am Tresen stand.

»Sein Geld sein nicht verrückt«, sagte Drei.

Charlie hatte die kleine Gasse bei einem seiner Spaziergänge ins Bankenviertel entdeckt. Sie lag zwischen Montgomery und Kearny Street und hatte alles, was eine gute Gasse haben sollte: Feuertreppen, Abfallcontainer, diverse Stahltüren voller Graffiti, eine Ratte, zwei Möwen, Müll, jemanden, der bewusstlos unter einem Stück Pappe lag, und ein halbes Dutzend Parkverbotsschilder, drei davon mit Einschusslöchern. Es war das platonische Ideal einer Gasse, doch was sie von anderen Gassen in der Gegend unterschied, waren die beiden Zugänge zum Abwassersystem, kaum fünfzig Meter auseinander, einer an der Straße und einer in der Mitte, versteckt zwischen zwei Müllcontainern. Nachdem er in jüngster Zeit einen Blick für Gullys entwickelt hatte, war dies Charlie unwillkürlich aufgefallen.

Er wählte den Gully, der von der Straße aus nicht zu sehen war, ging etwa einen Meter davor in die Hocke und öffnete das Päckchen von Drei-Finger-Hu. Er nahm drei M-80er heraus und kappte die fünf Zentimeter langen, wasserabweisenden Lunten mit dem Nagelknipser an seinem Schlüsselring bis auf einen Zentimeter. (Ein M-80er ist ein sehr großer China-Böller, der angeblich die Sprengkraft einer Viertel Dynamitstange besitzt. Landkinder jagen damit Briefkästen oder Schultoiletten in die Luft, aber in der Großstadt wurden sie meist von der 9-mm-Glock-Pistole verdrängt, die mittlerweile das bevorzugte Instrument boshaften Vergnügens darstellt.)

»Mädels!«, rief Charlie in den Gully. »Könnt ihr mich hören? Tut mir leid, ich hab eure Namen nicht mitbekommen!« Charlie zog den Degen aus dem Stock und legte ihn neben sein Knie, dann holte er den Porzellanbären aus der Tasche und stellte ihn neben seinem anderen Knie ab. »Holt ihn euch!«, rief er.

Ein böses Fauchen drang aus dem Gully, und obwohl es da unten schon absolut finster war, wurde es jetzt noch finsterer. Er sah silberne Scheibchen, die sich durchs Schwarz bewegten wie Münzen im tiefen Meer, wenn auch pärchenweise – Augen.

1 ... 25 26 27 28 29 30 31 32 33 ... 96
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)