Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten
- Автор: Волков Александр Мелентьевич
- Серия: smaragdenstadt #2
- Язык: немецкий
- Жанр: Сказки народов мира
Электронная книга - «Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten». Краткое содержание книги:
„Guten Tag, liebe Fee. Dieses kleine schwarze. Tier mag uns Mäuse noch immer nicht?" „Oh. Eure Majestät!" rief Elli aus. „Verzeiht, daß ich Euch wieder belästige . . . Ich wollte Euch um Beistand bitten. In der Nähe soll sich ein unterirdischer Gang zum Kerkerturm befinden. Wollt Ihr uns helfen, ihn zu finden?"
„Warum nicht? Das ist sicher leichter, als einen Löwen aus dem Mohnfeld zu schleppen", erwiderte Ramina.
Sie klatschte in die Pfoten, und im Nu standen mehrere Hofdamen vor ihr. „Ruft meine Untertanen, die in dieser Gegend leben", befahl die Königin. „Zu Befehl, Eure Majestät!"
Die Hofdamen verschwanden, und gleich darauf waren
unzählige kleine, mittelgroße und ganz große Mäuse zur Stelle. Drei junge Mäuse trugen ein Fikusblatt, auf dem ihre Urgroßmutter lag.
Auf Befehl der Königin stoben die Mäuse wieder auseinander, und nur die Alte blieb da. „Ihr braucht Ruhe, Großmütterchen", sagte die Königin. „Ihr habt in Eurem Leben ohnehin viel gearbeitet."
„Ja, ich hab in meinem Leben viel und gut gearbeitet", murmelte die Alte mit zahnlosem Mund. „Wieviel feinen Käse, wie viele fette Würste hab ich zernagt! Wie viele Katzen hab ich genarrt, wie viele Mäuschen in meiner schönen Höhle großgezogen!"
Die Alte schloß die Augen und versank in einen wohltuenden Schlaf.
„Liebe Schwester", sagte die Königin zu Elli. „Euer Entschluß, den unterirdischen Gang zu
benutzen, ist richtig. Ihr müßt aber mit einer großen Gefahr rechnen."
„Ihr meint die Ungeheuer, die dort hausen?" fragte das Mädchen.
„Von Ungeheuern ist mir nichts bekannt. Aber unter der Erde befindet sich das Land der
Erzgräber."
„Ein Land von Erzgräbern unter der Erde?" wunderte sich Elli. „Wie ist das möglich?"
„Im Wunderland ist alles möglich", erwiderte Ramina.
„Sind die Erzgräber böse Leute?" fragte das Mädchen ängstlich.
„Wie man's nimmt ... Sie tun niemandem etwas zuleide. Aber sie dulden es nicht, daß ein
Fremder sie beobachtet, geschweige denn, daß er sich in ihre Angelegenheiten einmischt.
Dann können sie sehr gefährlich werden. Falls ihr ihnen begegnet, hütet euch, sie zu
erzürnen!"
„Warum nennt man sie denn Erzgräber?"
„Weil sie allerlei Erze ausgraben und aus ihnen Metall schmelzen. Übrigens ist das Land nicht nur an Metallen reich, sondern auch mit Smaragden gesegnet." „Gibt es dort auch eine Smaragdenstadt?"
„Nein. Sie tauschen ihre Smaragden und ihr Metall gegen Korn, Früchte und andere Nahrungsmittel der oberirdischen Bewohner ein. Sie haben auch Goodwin die Smaragden gegeben, freilich mußte er nicht wenig dafür bezahlen. Er geizte aber auch nicht, als er seine herrliche Stadt aufbaute."
„Dann müssen die Erzgräber wohl ab und zu an die Oberfläche steigen?"
„Ihre Augen vertragen das Sonnenlicht nicht, und das Tauschgeschäft findet nur nachts
statt, vor dem Eingang
zu ihrem Land."' Elli wollte noch mehr über das Leben der Erzgräber erfahren, konnte aber nicht weiterfragen, denn die Mäuse hatten inzwischen die Umgebung abgesucht und kehrten nun zurück. Sie waren sichtlich verlegen, denn keine einzige hatte den unterirdischen Gang entdecken können.
„Ich muß mich euretwegen schämen", sagte die Königin mißmutig. „Soll ich mich vielleicht selber auf die Suche begeben?"
„O nein, nein!" piepsten die Mäuse im Chor. „Wir wollen es noch einmal versuchen, und dann . . ."
„Halt, Kinder!" rief da die alte Maus. „Als ich noch jung war, entdeckte ich einmal in einer mit Gestrüpp bewachsenen Schlucht eine Öffnung. Es sind vielleicht fünfzehntausend Schritt von hier, wenn man nach Osten geht. Sucht ihr etwa diese Öffnung?" „O gewiß, es kann ja keine andere sein", rief Elli händeklatschend. „Habt Dank, Großmütterchen!" Da sprach die Mäusekönigin würdevolclass="underline"
„Geht in die genannte Richtung, liebe Schwester. Sollte es nicht die gewünschte Öffnung sein, so ruft mich wieder."
Im Nu verschwanden die Mäuse, worüber Totoschka sehr enttäuscht war, denn er hatte sich schon lebhaft vorgestellt, wie er sich auf sie stürzen und ein heilloses Durcheinander anrichten werde.
Nun lief er voran, um Ausschau zu halten. Als er sich versichert hatte, daß kein Feind in der Nähe war, kamen auch die anderen nach.
Sie hatten genau fünfzehntausend Mäuseschritte gemessen, da sahen sie eine Schlucht vor sich, in der sie auch die Öffnung fanden. Modergeruch schlug ihnen entgegen, als sie näher traten.
„Da ist ja die Öffnung!" rief Elli.
Totoschka schnupperte und sagte dann besorgt:
„Mir gefallen die Gerüche nicht, die aus diesem Loch kommen."
Der Löwe begann mit seinen mächtigen Tatzen die Öffnung zu erweitern. Der einbeinige
Seemann fällte eine harzige junge Kiefer, von der er etwa zwei Dutzend Kienspäne für
Fackeln abspaltete.
Nun betraten sie vorsichtig den unterirdischen Gang. Als erster ging der Löwe, auf dessen Kopf die Krähe saß. Ihm folgte Elli mit Totoschka auf den Armen. Als letzter ging Charlie, eine brennende Fackel in der erhobenen Hand.
In dem feuchten dunklen Gang war allem Anschein nach schon seit Jahrzehnten niemand gewesen. Die dicken Balken, die die Decke und die Wände stützten, hatten sich in den vielen Jahren mit dichtem grünem Moos bedeckt. In den Vertiefungen auf dem Boden hatten sich Lachen gebildet, in denen ekelhafte Schnecken herumkrochen. Vor jeder Lache setzte sich Elli auf den Rücken des Löwen und ließ sich hinübertragen. Die Luft wurde immer dumpfer.
Dann ging es steil abwärts, und weiter waren sogar Stufen in den Boden gehauen, die fast senkrecht hinabführten.
Plötzlich tat sich eine riesige Höhle auf. Sie war so groß, daß ihr Ende nicht zu sehen war. Elli drückte sich ängstlich an den Löwen. „Wie schrecklich", hauchte sie. Die Krähe flog voran.
Charlie Black zündete eine zweite Fackel an und reichte sie Elli. Er ging langsam, den Boden mit einem Stock abtastend, voran.
Die Schar hatte etwa tausend Schritte gemacht und war an vielen Seitenstollen vorbeigekommen, als Kaggi-Karr kreischend umkehrte. „Ein Ungeheuer!" schrie sie.
Im Fackelschein konnte man ein riesiges Tier aus einer Öffnung in der Felswand kriechen sehen. Es hatte einen runden Rumpf, der mit dichtem weißem Haar bedeckt war, und sechs kurze, dicke Füße, mit langen Krallen. Ein fleischiger, runder Kopf saß auf einem kurzen Hals, und der weit aufgesperrte Rachen zeigte zahllose spitze Zähne. „Ein Sechsfüßer!" schrie Elli und sprang zur Seite.
Das Merkwürdigste an diesem Tier waren seine gewaltigen weißen Augen, in denen sich der rote Schein der Fackel widerspiegelte. Allem Anschein nach waren die an die Finsternis gewöhnten Augen vom plötzlichen Fackellicht geblendet, so daß das Tier sich nach seinem Spürsinn orientieren mußte. Es stand auf seinen massigen Füßen und schnupperte mit großen geblähten Nüstern. Vom unbekannten Geruch lebender Wesen gereizt, ließ es ein heiseres Schnauben hören, das der Löwe durch ein Gebrüll erwiderte, dessen Echo vom Gewölbe hundertfach zurückgeworfen wurde. „Laßt mich ran!" schrie der Löwe. „Ich will ihm die überflüssigen Beine ausreißen!"
Er machte einen Satz und prallte mit ungeheurer Wucht gegen die Flanke des Sechsfüßers. Der Löwe hatte den Feind umwerfen und ihm mit den Krallen den Hals zerreißen wollen, doch das Ungeheuer stand unerschütterlich wie ein Fels auf seinen sechs dicken Beinen, und während der Löwe rücklings zu Boden stürzte, biß ihn der Sechsfüßer mit einer Behendigkeit, die man dieser Fleischmasse niemals zugetraut hätte, in die Schulter. Der König der Tiere erkannte, daß er es mit einem gefährlichen Feind zu tun hatte, und änderte seine Taktik. Er bemühte sich, dem Sechsfüßer in den Rücken zu fallen, doch dieser wandte ihm in einem fort den Kopf zu. Sicherlich besaß er einen feinen Spürsinn oder ein ausgezeichnetes Gehör.