Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
El Silbador - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

El Silbador

Электронная книга - «El Silbador». Краткое содержание книги:

In Spanien nennt man ihn El Silbador — der Pfeifer, denn Michel Baum beherrscht die Kunst des Pfeifens vollendet. Nicht selten verdankt er dieser Kunst Rettung aus Not und Gefahr. Unbändiger Freiheitsdrang ist es, der ihm das Leben in der geknechteten Heimat unerträglich macht; unbändiger Freiheitsdrang treibt ihn von Abenteuer zu Abenteuer. Eine Schar ungleicher Gefährten, darunter die zwielichtige Gräfin Marina und der treue Riese Ojo, sammeln sich um ihn.
In buntbewegten Szenen wird die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts gegenwärtig.
1 ... 24 25 26 27 28 29 30 31 32 ... 83
Перейти на страницу:

Da betrat ein weiterer Gast die Taberna. Es war ein dunkel und städtisch gekleideter Herr, dessen Gesicht allerdings nicht dazu angetan war, Vertrauen zu erwecken. Die Züge waren verkniffen, vielleicht sogar mit einem Schuß Kühnheit darin. Das schwarze, schüttere Haar war gepflegt, und die dünnen Brauen standen wie zwei dunkle Striche darunter. Eine wie ein Geierschnabel gebogene Nase verlieh der ganzen Visage einen unangenehmen Ausdruck. Ein sonderbarer Gast, dachte Michel, und seine Verwunderung wuchs noch, als dieser sich jetzt neben den Kapitän setzte und mit ihm zu tuscheln begann.

Michel war von Natur aus nicht neugierig; aber sonderbare Menschen verleiten eben oft zu sonderbarem Tun. Und ehe er sich noch recht entschlossen hatte, wie er sich am besten die Zeit vertreiben sollte, saß er, wie von unsichtbaren Gewalten gezogen, auf einer wackligen Truhe, die ganz in der Nähe der beiden Geheimniskrämer stand.

»Capitan«, hörte er den Mann mit der Geiernase fragen, »wie ist das nun, seid Ihr bereit, die Senorita gegen die sechs Perlen mit über den Atlantik zu nehmen?«Der Capitan blieb eine Weile still. Michel sah nicht hin; denn er wollte nicht als Lauscher erscheinen. Wieder begann der andere eindringlich:

»Bedenkt, Capitan, sechs Perlen von dieser Güte werden Euch für die Beförderung von zwei Personen nie im Leben wieder angeboten.«

Jetzt bequemte sich der Kapitän zu einer Antwort.

»Por Dios, Senor Garcia, man hat Euch gesagt, daß ich nicht kleinlich bin. Ich würde Euch allein ohne weiteres mitnehmen. Aber ich gab Euch schon des öfteren zu bedenken, welches Unheil die Anwesenheit einer Frau auf einem Schiff wie dem meinen auszurichten vermöchte. No, Senor, daraus kann nichts werden, tut mir leid.«

Als Michel den Namen Garcia hörte, wandte er sein Gesicht trotz aller Vorsicht den beiden Gesprächspartnern zu. Sollte dieser fremde Senor etwa gar jener Arzt sein, der dem alten Grafen de Villaverde y Bielsa das langsam wirkende Gift verschrieben hatte?

Ein schneller Blick genügte ihm, um sich nochmals, und diesmal für immer, das Gesicht dessen, den er unwillkürlich verdächtigte, einzuprägen.

Nun war Garcia zwar ein in Spanien durchaus alltäglicher Name; aber der Mann sprach von einer Frau, die ebenfalls auf das Schiff jenes Kapitäns wollte. Da lag es nahe, daß es sich um niemanden anders als die Gräfin Marina handelte. Jedenfalls stand es für Michel fest, daß er — da ihm der Zufall nun einmal zu Hilfe zu kommen schien — der Spur nachgehen würde. Vielleicht hatte er die Möglichkeit, Marina dem Gericht und einer gerechten Strafe auszuliefern. Auch jenem Doktor — vorausgesetzt, daß er es war — mußte man unbedingt das Handwerk legen.

Mit abgewandtem Gesicht, aber um so wacheren Ohren lauschte er weiter dem Gespräch. »Man rühmt Euch großen Mut nach, Senor Capitan, warum wollt Ihr da plötzlich vor einer Frau Angst bekommen?« drängte Garcia.

»Ich habe in meinem Leben nur die schlechtesten Erfahrungen mit Weibern gemacht. Außerdem dürfte Euch auch zu Ohren gekommen sein, daß ich ein königlich privilegierter Korsar bin, der es auf die Engländer abgesehen hat. Es könnten bei meinem augenblicklichen Unternehmen Kämpfe auf dem Ozean entstehen, und bedenkt, wie gräßlich das für das zarte Gemüt einer jungen Dame wäre! Nein, Senor, ich muß bei meiner Ablehnung bleiben. Wie gesagt, Ihr selbst seid mir jederzeit willkommen. Ich brauche sowieso einen Schiffsarzt auf meiner Galeone.« »Nun, wenn es tatsächlich zu Seegefechten kommen sollte, so doch höchstens in den amerikanischen Gewässern. Ihr könntet Senorita Marina doch vorher an Land setzen.« Der Kapitän meinte entschieden:

»Ihr verkennt die wichtigste Aufgabe meines Schiffes vollkommen. Unser Ziel ist es in erster Linie, die Seeblockade gegen Washington zu durchbrechen, um Waffen und sonstiges Material an die Rebellen zu liefern. Ein besseres Geschäft gibt es zur Zeit nicht; denn der General bezahlt für Gewehre und für — — Kanonen« — bei dem letzten Wort senkte er seine Stimme zum Flüsterton — »jeden Preis, Senor Garcia, hört Ihr, jeden Preis.«

Garcia schien nachzudenken. Wenigstens hörte man ihn nicht sprechen. Dann kam seine hastige Stimme wieder.»Dennoch, Capitan, habe ich ein Mittel, wie wir die Sache zu unser beider Zufriedenheit lösen könnten. Seht her« — er machte eine Pause, anscheinend, um dem Kapitän etwas zu zeigen — »damit könnt Ihr wenigstens fünf Kanonen bezahlen, für die Euch Washington dann den doppelten Preis zurückerstattet.«

»Que Diablos«, entfuhr es dem Kapitän. »Und die Kette ist tatsächlich echt?«

»Laßt sie prüfen. Jeder Juwelier wird Euch mit Kußhand fünfzigtausend Pesetas dafür geben. Willigt Ihr nun ein?«

»Schöne Perlen. Eure Senorita muß eine sehr vermögende Dame sein, wenn sie einen solchen Preis für eine Überfahrt auf einem Freibeuterschiff bezahlen will. Warum nehmt Ihr kein königliches Reiseschiff?«

»Das hat natürlich seine besonderen Gründe, Capitan. Wenn wir einen solchen Preis bieten, dann dürft Ihr uns auch nicht danach fragen. Sonst wäre ja das ganze Bemühen sinn- und zwecklos. Eine offizielle Galeone können wir nicht benutzen. Das muß Euch genügen.« Wieder schwieg der Kapitän. Und wieder brachte er seine bekannten Einwände vor.

»Ich sage Euch zum letztenmal, Senor, ich mag keine Röcke auf meinem Schiff. Die Jungens könnten außer Rand und Band geraten.«

»Bien«, meinte Garcia hastig, »nehmt die halbe Kette für mich und meinen Sohn. Ihr werdet keinen Rock auf dem Schiff sehen.«

»Ich verstehe Euch nicht. Von Euerm Sohn war bisher keine Rede.«

«Verstellt Euch nicht, Senor Capitan. Ich werde Senorita Marina verkleiden, ihr die Haare scheren und sie ausstaffieren wie einen Arztgehilfen. Dann schöpft niemand von Euern Leuten Verdacht. Ist das nicht genial? Wir machen aus Marina einen Marino. Was sagt Ihr nun?« »Einen Marino«, meinte der Kapitän langsam, »na schön, also einen Marino und die ganze Kette. Dann ist das Geschäft perfekt. Gebt her.«

»Nicht doch, nicht hier. Ich gebe Euch die Kette, sobald wir aus dem Hafen sind. Ihr seid eigentlich mehr noch ein Händler als ein Kapitän. Wenn Eure nautischen Kenntnisse ebenso gut sind wie Eure geschäftlichen, so habe ich keine Sorge um unser Wohlergehen.« Der Kapitän zog aus einer Innentasche seines Rocks ein großes Stück Papier, das er auseinanderfaltete.

»Hier, Senor Doktor, unterschreibt diesen Heuerkontrakt für Euch selbst und für Euern — Gehilfen. Morgen abend haltet Euch bereit. Kurz vor Einritt der Dunkelheit stechen wir in See.« »Muchas gracias, Capitan. Ich möchte mich jetzt verabschieden, um Senorita Marina den erfreulichen Bescheid zu überbringen. Wir werden morgen abend zur Stelle sein.« »Bien«, nickte der Kapitän, »lieber wäre es mir noch, wenn Ihr mir die Kette bereits jetzt schon aushändigen würdet. Ich könnte wegen der noch zu erwerbenden Kanonen schon Verhandlungen anknüpfen.«

1 ... 24 25 26 27 28 29 30 31 32 ... 83
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)