Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Im Auftrag Seiner Majestät - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Im Auftrag Seiner Majestät

Электронная книга - «Im Auftrag Seiner Majestät». Краткое содержание книги:

Im Auftrag Seiner Majestät
1 ... 24 25 26 27 28 29 30 31 32 ... 109
Перейти на страницу:

„Welchen Preis haben Sie von den Deutschen verlangt?“

„Pah, wenig genug! Nur hunderttausend Francs. Jene werden ihre Knauserei mit vielen tausend Leben bezahlen müssen, falls Sie sich entschließen, diese Summe zu bezahlen.“

„Ich hoffe das; ich hoffe das! Es naht die Zeit, in der wir einfordern werden, was diese Blüchers, Gneisenaus und Yorks von uns liehen! Also meine Eisenwerke stehen wirklich mit diesem Zimmer in elektrischer Verbindung?“

„Ja. Ein Druck von mir, und der elektrische Funke entzündet unsere ganzen Pulver- und Dynamitvorräte.“

„Sie geben mir Ihr Ehrenwort, daß Sie mir die Wahrheit sagen?“

„Ich gebe es. Sobald ich die Summe in den Händen habe, werde ich Ihnen die Leitung zeigen, damit sie zerstört werden kann.“

„O nein, Sie sind gegenwärtig ein verzweifelter Mensch. Wie nun, wenn ich Ihnen die hunderttausend zahle, und Sie sprengen dennoch alles in die Luft?“

„Mein Ehrenwort muß Ihnen Bürgschaft sein, daß ich es nicht tun werde.“

„Hm! Wenn man es nur glauben dürfte!“ Er nahm eine sehr nachdenkliche Miene an, aber seine Augen glänzten in einem unheimlichen Licht. Dann fuhr er fort: „Es ist eine Summe, die gegenwärtig fast über meine Kräfte geht; doch, um das Unternehmen zu retten – hm! Die allgemeine Kasse müßte mit beitragen.“

Dabei gingen seine Blicke unbemerkt suchend im Zimmer herum. Wenn sich wirklich ein geheimer Apparat hier im Zimmer befand, so konnte er nur im Kleidersekretär oder überhaupt in der Nähe der hinteren Wand des Zimmers angebracht sein; denn eine Leitung an der vorderen, offenen Front des Schlosses frei hinunter zu legen, das wäre ja unvorsichtig gewesen, da der Draht dort sofort entdeckt werden mußte. Es galt also, den Direktor in der Nähe des Fensters zu halten. Dort stand der Schreibtisch, dessen sämtliche Kästen und Fächer vom Kapitän heute durchsucht worden waren; von seiner Nähe war nichts zu fürchten.

Der Alte setzte sich an den Schreibtisch, nahm das Blanquet aus der Tasche, in welche er es vorhin gesteckt hatte, und sagte unter heftigem Zucken seiner Schnurrbartspitzen:

„Wie die Arbeit, so der Lohn. Sie sollen Ihren Willen haben!“

„Sie wollen mir die hunderttausend geben?“ fragte der Direktor erfreut.

Der Alte nickte und antwortete:

„Ich werde Ihnen zahlen, was Sie verdienen. Lesen Sie nachher selbst. Ihre Quittung steht ja bereits auf dem Blatt.“

Er griff nach der Feder, um das Blanquet auszufüllen. Als er damit fertig war, erkundigte er sich noch:

„Haben Sie unser Geheimnis sonst noch jemandem angeboten?“

„Nein.“

„Haben Sie bei dieser einzigen Offerte eine Andeutung gemacht, aus welcher man erraten könnte, wo unsere Vorräte zu finden sein dürften?“

„Halten Sie mich für einen Dummkopf? Meinen Zeilen nach muß man das Lager in der Nähe von Straßburg vermuten.“

Müller hörte jedes Wort. Er wußte am besten, daß diese Ansicht des Direktors eine völlig irrige sei. Der Alte schien befriedigt; er trat vom Schreibtisch fort, auf welchem er das ausgefüllte Blanquet liegen ließ, deutete auf dasselbe und sagte:

„So sind wir einig. Gehen Sie her und lesen Sie!“

Er selbst schritt langsam nach dem hinteren Raum des Zimmers, um denselben zu bewachen, da er dort die elektrische Leitung vermuten mußte. Der Direktor war ebenso erstaunt wie erfreut, den Alten so leicht besiegt und zur Zahlung einer solchen immerhin bedeutenden Summe gezwungen zu haben. Er setzte sich an den Schreibtisch und nahm das Dokument in die Hand. Dies tat er natürlich in der sicheren Meinung, daß es eine Quittung auf hunderttausend Francs enthalte; zu seinem Erstaunen jedoch las er folgende Zeilen:

„Ich bescheinige hiermit voller Reue und der Wahrheit gemäß, daß ich die heute an meinen Prinzipal auszuzahlenden beiden Summen drückender Schulden halber unterschlagen und zu meinem Nutzen verwendet habe. Möge Gott mir verzeihen, daß ich mit diesem Verbrechen aus dem Leben gehe!“

Darunter stand das Datum und sein Name, welches beides er bereits vorhin geschrieben hatte. Er war einen Augenblick völlig starr vor Erstaunen, dann fragte er:

„Was soll dies heißen, Herr Kapitän?“

„Daß ich dennoch Ihr Meister bin, Sie aber nicht der meinige!“ lachte der Gefragte höhnisch, „obgleich Sie vorhin das Gegenteil behaupteten. Sie werden keinen Sou erhalten; Sie werden Ihren Verrat und die Verführung der Baronin büßen, ganz so, wie ich es mir heute morgen vorgenommen hatte.“

„Und Sie meinen, ich sollte mich vor Wut darüber ersäufen oder vergiften?“

„Das wird sich finden!“

„Da irren Sie sich! Sie sind ein Lügner, ein Schurke! Ich werde Ihnen beweisen, daß ich Sie in Hinsicht auf die elektrische Leitung nicht getäuscht habe. Ich frage Sie zum letzten Maclass="underline" Wollen Sie die hunderttausend bezahlen oder nicht?“

„Keinen einzigen Franken, keinen Sou.“

„So passen Sie auf, wie es krachen wird.“

Er sprang nach dem hinteren Teil des Zimmers, wo der Kapitän stand.

„Ja, passen Sie auf, wie es krachen wird“, antwortete dieser. „Aber nicht meine Eisenwerke werden in die Luft gehen, sondern Ihr dummer Kopf!“

Er hatte im Nu die Pistole hervorgezogen und drückte ab. Der Direktor stürzte mit zerschmettertem Schädel zu Boden. Sein Mörder aber bückte sich zu seinem Opfer nieder, um sich zu überzeugen, daß es tot sei, und trat dann nochmals an den Schreibtisch, um das Dokument so zu legen, daß es sofort in die Augen fallen mußte. Das Geld hatte er bereits eingesteckt. Dann eilte er durch die verborgene Tür hinaus und brachte das Täfelwerk wieder in Ordnung.

Traf er dort den Deutschen an, welcher dagestanden und alles gehört und gesehen hatte? Nein! Müller hatte natürlich keine Ahnung gehabt, daß diese Unterredung einen solchen Verlauf nehmen werde. Besonders der letzte Teil hatte sich mit einer so rapiden Schnelligkeit entwickelt, daß der Mord zehnfach schneller ausgeführt wurde, als er gelesen werden kann. Sollte der Deutsche beispringen, da nun doch nichts mehr zu ändern war? Nein; das wäre die allergrößte Unklugheit gewesen. Er mußte vor allen Dingen an seine Aufgabe denken; es galt zunächst, unbemerkt fortzukommen. Kaum war der Schuß gefallen, so riß Müller seine Laterne hervor und stieg in fliegender Eile die engen Treppen hinab, denn er sagte sich, daß auch der Kapitän das Zimmer verlassen werde, da der Schuß ja alle Bewohner des Schlosses aus dem Schlaf wecken mußte.

Er kam glücklich unten an, wo die geheimen Treppen alle zusammenführten, und eilte in großen Sprüngen den unterirdischen Gang entlang nach dem Parkhäuschen zu. Nachdem er dort den geheimen Eingang in Ordnung gebracht hatte, verlöschte er die Laterne, ohne welche eine so schnelle unterirdische Flucht eine Unmöglichkeit gewesen wäre, und eilte dann dem Schloß zu.

Dort angekommen, sah Müller, daß bereits viele Fenster erleuchtet waren, doch befand sich zu seiner Freude noch niemand im Hof. Er schwang sich am Blitzableiter empor. An den Fenstern der zweiten Etage angekommen, warf er einen Blick in das Zimmer des Kapitäns. Dieser trat eben unter die Tür, mit ungekämmtem Haar und Bart, in Schlafrock, Nachthosen und Pantoffeln, das Nachtlicht in der Hand, und examinierte einen Diener. Wer den Alten so sah, der schwor darauf, daß er direkt aus dem Bett komme. Es wollte dem Deutschen vor diesem Alten grauen.

Der Doktor langte glücklich und unbemerkt auf dem Dach und dann auch in seinem Zimmer an, wo er sich schleunigst seiner Verkleidung entledigte und sich so anzog, daß er für einen aufgestörten Schläfer gehalten werden mußte, der in der Eile nur die allernötigsten Kleidungsstücke angelegt hatte.

Das Zimmer des Direktors war voller Menschen, ebenso der Platz vor demselben. Der Kapitän hatte bereits nach den Herren von der Justiz geschickt, welche sich heute im Schloß befanden. Diese kamen und fanden das letzte Schreiben des Toten.

1 ... 24 25 26 27 28 29 30 31 32 ... 109
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)