Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
Diese Rolle sollten in großem Umfang dotierte Diamanten übernehmen.
Einige Tage später wurde in der Kantine der ERTS eine andere Erklärung diskutiert. Ihr zufolge waren die siebziger Jahre ein Jahrzehnt gewesen, in dessen Verlauf die Zahl an Computern in einem bis dahin unbekannten Ausmaß angewachsen war. Zwar hatten die ersten Computer-Hersteller in den vierziger Jahren vorausgesagt, vier Computer würden genügen, um in der vorhersehbaren Zukunft alle erforderlichen Berechnungen auf der ganzen Welt durchzuführen, doch gingen Fachleute inzwischen davon aus, daß es bis 1990 eine Milliarde Computer geben würde - die meisten von ihnen durch Datenleitungen mit anderen Computern verbunden. Die dafür nötigen Leitungsnetze gab es allerdings noch nicht, und vielleicht waren sie sogar theoretisch unmöglich. Eine vom Hanover Institute 1975 vorgelegte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, die Metallvorräte in der Erdkruste reichten nicht aus, um die erforderlichen Übertragungsleitungen zwischen den einzelnen Computern herzustellen. Der Erklärung von Harvey Rumbaugh zufolge würde das Kennzeichen der achtziger Jahre ein kritischer Mangel an DatenÜbertragungssystemen für Computer sein: »Ebenso wie die Verknappung an fossilen Brennstoffen in den Siebzigern die Industrieländer völlig unvorbereitet traf, wird im nächsten Jahrzehnt ein Mangel an Daten-Weitergabemöglichkeiten die Welt treffen. In den siebziger Jahren erschwerte man den Menschen die Fortbewegung, in den achtzigern wird man ihnen den Zugang zu Informationen verwehren, und es bleibt abzuwarten, welcher Mangel uns härter trifft.«
Laserstrahlen boten die einzige Hoffnung zur Lösung dieser hochgeschraubten Anforderungen, da über Laserleitungen zwanzigtausendmal so viele Informationen weitergegeben werden können wie über gewöhnliche Koaxialkabel aus Metall. Für die Laserübertragung aber war ebenfalls eine Vielzahl neuer technischer Verfahren erforderlich - unter anderem die Entwicklung der Glasfaseroptik und dotierte halbleitende Diamanten, die nach Rumbaughs Worten in den nächsten Jahren »wertvoller als öl« sein würden.
Rumbaugh ging sogar noch weiter und sah voraus, daß innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Elektrizität völlig veralten werde. Zukünftige Computer würden ausschließlich mit lichtgesteuerten Schaltkreisen arbeiten und auch mit Datensystemen verbunden sein, deren Übertragungsmedium Licht wäre. Der Grund dafür lag in der Schnelligkeit. »Licht«, sagte Rumbaugh, »pflanzt sich eben mit Lichtgeschwindigkeit fort, und Elektrizität nicht, jedenfalls nicht in Schaltkreisen. Wir leben in den letzten Jahren der mikroelektronischen Technik.«
Dabei sah die Mikroelektronik keineswegs todgeweiht aus. Im Jahre 1979 war sie einer der Hauptindustriezweige in sämtlichen Industrieländern der Erde und stand allein in den Vereinigten Staaten für einen Jahresumsatz von achtzig Milliarden Dollar. Von den fünfhundert größten Unternehmen, deren Rangliste die Zeitschrift Fortune veröffentlichte, beschäftigten sich sechs der ersten zwanzig nicht nur am Rande mit Mikroelektronik. Die Unternehmen dieser Branche hatten in einem Zeitraum von weniger als dreißig Jahren einen unglaublichen Wettbewerb und einen ebenso unglaublichen Fortschritt erlebt. Während ein Hersteller 1958 zehn elektronische Funktionen auf einem einzigen Siliziumbaustein unterbringen konnte, fanden 1970 auf einem dieser »Chips« genannten Bausteine derselben Größe bereits hundert Funktionen Platz - das entsprach einer Verzehnfachung in kaum mehr als einem Jahrzehnt. 1972 aber war es bereits möglich, tausend Funktionen auf einem Chip unterzubringen und 1974 zehntausend. Man ging davon aus, von 1980 an auf einem einzigen Chip von der Größe eines Daumennagels eine Million Funktionen unterbringen zu können, und zwar mit Hilfe elektronischer Fotoprojektion. Tatsächlich wurde dieses Ziel bereits 1978 erreicht. Somit hieß im Frühjahr 1979 das neue Zieclass="underline" zehn Millionen -vielleicht sogar eine Milliarde - Funktionen auf einem einzigen Siliziumbaustein, zu verwirklichen bis 1980. Aber eigentlich glaubte niemand, daß man darauf länger als bis Juni oder Juli 1979 warten müßte. Ein Fortschritt solcher Größenordnung war beispiellos, einerlei, welchen Industriezweig man zum Vergleich heranzog. Man sehe sich nur ältere Produktionsverfahren an: die Automobilfabriken in Detroit begnügten sich damit, im Abstand von jeweils drei Jahren unerhebliche Produktveränderungen vorzunehmen, während die Elektronikindustrie es als selbstverständlich ansah, im selben Zeitraum Fortschritte im Rahmen von Größenordnungen zu erzielen. Hätte Detroit damit Schritt halten wollen, hätte es den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge von knapp einunddreißig Liter auf hundert Kilometer im Jahre 1970 auf 0,00000031 Liter auf hundert Kilometer im Jahre 1979 verringern müssen. Statt dessen erzielte es in eben dem Zeitraum eine Verbrauchsminderung von einunddreißig auf gut fünfzehn Liter pro hundert Kilometer - ein weiteres Anzeichen dafür, daß die Kraftfahrzeugindustrie ihre führende Rolle in der Wirtschaft der Vereinigten Staaten bald würde abtreten müssen.
Auf einem Markt, der unter solchem Wettbewerbsdruck steht, ist jeder von der Angst vor Industriespionage besessen. Das galt vor allem gegenüber Japan, das seit 1973 in San Jose ein japanisches Kulturinstitut unterhielt - manche hielten es für ein finanziell gut ausgestattetes Tarnunternehmen zum Zwecke der Industriespionage. Eine solche Investition war dort besonders gut angelegt, denn um Santa Clara gruppierte sich - in dem wegen der Vielzahl der dort ansässigen Halbleiterfirmen »Silicon Valley« genannten Tal - eine der wichtigsten Ansammlungen von Wissen auf dem Gebiet der Elektronik, und zwar der ganzen Welt.
Der Blaue Auftrag war nur unter dem Gesichtswinkel einer Industrie verständlich, die in Abständen von wenigen Monaten jeweils größere Fortschritte erzielte. Travis hatte gesagt, der Blaue Auftrag sei »der dickste Fisch, den wir in den nächsten zehn Jahren an der Angel haben werden. Wer diese Diamanten findet, hat mindestens fünf Jahre lang die Nase auf diesem Anwendungsgebiet vorn. Fünf Jahre, ist Ihnen klar, was das bedeutet?«
Karen Ross wußte, was das bedeutete. In einer Industrie, in der Wettbewerbsvorteile nach Monaten gemessen werden, hatten Unternehmen ganze Vermögen damit gemacht, daß sie dem Wettbewerb mit einer neuen Technik oder einem neuen Bauteil um wenige Wochen zuvorgekommen waren. Als alle Welt noch Speicherbausteine von 16 K (also mit einer Kapazität von sechzehntausend Byte) machte und von solchen mit 64 K träumte, hatte Syntel in Kalifornien als erster einen Baustein mit 256 K herausgebracht. Das Unternehmen vermochte seinen Vorsprung nur sechzehn Wochen lang zu halten, erzielte in dieser Zeit aber über hundertunddreißig Millionen Dollar Gewinn. »Und wir sprechen von fünf Jahren«, sagte Travis. »Dieser Zeitvorsprung bedeutet Milliarden von Dollar, vielleicht zweistellige Dollar-Milliarden. Voraussetzung ist, daß wir an diese Diamanten herankommen.«
Das waren die Gründe für den ungeheuren Druck, dem sich Karen Ross ausgesetzt fühlte, als sie am Computer weiterarbeitete. Mit vierundzwanzig Jahren war sie Expeditionsleiterin bei einem Wettrennen auf dem Gebiet der höchsten technischen Entwicklung, an dem ein halbes Dutzend Länder der Erde beteiligt waren, die alle eifersüchtig ihre Geschäfts- und Industriegeheimnisse voreinander hüteten.
Gemessen an diesem Einsatz erschien jeder gewöhnliche Wettlauf albern. Vor ihrem Aufbrach hatte Travis gesagt: »Machen Sie sich nichts daraus, wenn der Druck Sie zum Wahnsinn treibt. Sie tragen die Verantwortung für Milliarden Dollar. Geben Sie einfach Ihr Bestes.«
Indem sie genau das tat, gelang es ihr, die Zeitprojektion der Expedition um weitere drei Stunden und siebenunddreißig Minuten zu verkürzen - doch lagen sie immer noch geringfügig hinter der Planung des Konsortiums zurück. Nicht so schlimm, als daß sie es nicht hätten wettmachen können, vor allem mit Munros kaltblütigen Abkürzungen, aber sie lagen zurück - das konnte bei einem Wettlauf wie diesem, bei dem es um alles oder nichts ging, die Katastrophe bedeuten. Und dann kam die schlimme Nachricht.