Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
Auf dem Bildschirm erschien die Schrift: SCHMAROTZER ENTDECKT / ALLES AUS.
»Verdammt noch mal«, sagte Karen Ross. Und plötzlich war sie todmüde. Wenn tatsächlich jemand die Leitungen angezapft hatte, waren ihre Aussichten, das Rennen zu gewinnen, jetzt unkalkulierbar gering, und das, bevor einer von ihnen auch nur einen Fuß in die Regenwälder Zentralafrikas gesetzt hatte.
2. Der Schmarotzer
Travis fühlte sich gefoppt.
Er las den ausgedruckten Bericht vom Goddard-Zentrum für Raumfahrt-Forschung in Greenbelt, Maryland: ERTS WARUM SCHICKEN SIE UNS ALL DIE MUHAVURA-DATEN INTERESSIEREN UNS IN KEINER WEISE TROTZDEM DANKE. Das war vor einer Stunde gekommen und damit um mehr als fünf Stunden zu spät.
»Verflucht und zugenäht!« sagte Travis, ohne die Augen von dem Fernschreiben zu nehmen.
Das erste Zeichen dafür, daß etwas nicht in Ordnung war, hatte Travis im schlagartigen Abbruch der Verhandlungen mit Munro durch die Japaner und Deutschen gesehen. Eben waren sie noch bereit gewesen, jeden Preis zu zahlen, im nächsten Augenblick konnten sie es kaum abwarten aufzubrechen. Das war wie aus heiterem Himmel und unvorhersehbar gekommen und konnte nur bedeuten, daß der Computer des Konsortiums über neue Daten verfügte. Neue Daten, aber woher?
Es gab nur eine mögliche Erklärung - und die wurde jetzt durch das Fernschreiben vom Zentrum für Raumfahrtforschung in Greenbelt, Maryland, bestätigt.
ERTS WARUM SCHICKEN SIE UNS ALL DIE MUHAVURA-DATEN.'
Es gab darauf eine ganz einfache Antwort: die ERTS sandte keine Daten, zumindest nicht absichtlich. Zwischen der ERTS und dem Zentrum bestand eine Übereinkunft, Datenergänzungen auszutauschen und sich so gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen - dieses Abkommen hatte Travis 1978 getroffen, um billiger an Bilder von Landerkundungssatelliten zu kommen. Die Ausgaben für Satellitenbilder waren der größte Einzelposten in der Kostenrechnung seines Unternehmens. Als Gegenleistung für die Erlaubnis, die von der ERTS daraus abgeleiteten Daten zu benutzen, gewährte das Forschungszentrum ihr einen Bruttorabatt von dreißig Prozent auf die Lieferung von Satellitenbildern. Das schien damals ein guter Tausch, und die zu verwendenden Schlüssel wurden im Abkommen gleich mit aufgeführt. Doch jetzt erhoben sich die möglichen Nachteile drohend vor Travis, der seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt sah. Wer von Houston nach Greenbelt eine Leitung über dreitausend Kilometer legte, lud andere förmlich dazu ein, sie anzuzapfen. Irgendwo zwischen Texas und Maryland hatte jemand ein Datengerät angeschlossen -wahrscheinlich in der Trägerfrequenz-Telefonleitung - und Daten über einen Trittbrettfahrer- oder Huckepack-Computer herausgeholt. Diese Form der Industriespionage fürchteten sie am meisten: einen Huckepack-Computer, der als Schmarotzer zwischen zwei »echten« Abruf- und Eingabestellen auf die Leitung geschaltet wurde und alles mitbekam, was in beiden Richtungen gesendet wurde. Nach einer Weile wußte der Mensch an diesem Computer genug, um selbst in die Leitung hineinzugehen und aus beiden Richtungen Daten zu holen, indem er sich gegenüber Houston als Zentrum für Raumfahrtforschung und diesem gegenüber als Houston ausgab. Ein solcher Huckepack-Computer konnte so lange arbeiten, bis einer oder beide der Teilnehmer merkten, daß die Leitung angezapft war. Die Frage lautete jetzt: Was hatte der Trittbrettfahrer in den letzten zweiundsiebzig Stunden in Erfahrung gebracht? Travis hatte Kontrollen mittels Abtaster rund um die Uhr angefordert, aber ihre Ergebnisse waren niederschmetternd. Es schien, als habe der Computer der ERTS nicht nur Bestandteile seiner Datei hergegeben, sondern auch Einzelheiten zur Auswertung der darin enthaltenen Daten - praktisch die gesamte Datenverarbeitung der ERTS im Verlauf der letzten vier Wochen.
Wenn das stimmte, konnte es nur bedeuten, daß der Huckepack-Computer des europäischjapanischen Konsortiums über die Veränderung informiert war, die die ERTS an den Muhavura-Daten vorgenommen hatte - und damit kannten sie natürlich auch haargenau die Koordinaten der toten Stadt. Sie kannten die Lage der Stadt jetzt ebenso genau wie Ross.
Die Zeitprojektionen mußten angepaßt werden, was für die Expedition der ERTS einen Rückschlag bedeutete. In einem Punkt ließen die auf den neuesten Stand gebrachten Computer-Projektionen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig - Karen Ross hin oder her, die Wahrscheinlichkeit, daß die ERTS-Leute vor den Japanern und Deutschen an Ort und Stelle eintrafen, war praktisch gleich Null.
Von Travis' Standpunkt aus gesehen war damit das ganze Unternehmen ein Schlag ins Wasser und reine Zeitvergeudung. Es bestand keine Hoffnung auf Erfolg. Die einzige nicht kalkulierbare Größe war Amy, aber Travis hatte das sichere Gefühl, daß ein Gorilla namens Amy bei der Entdeckung abbauwürdiger Minerallager im Nordostkongo keine entscheidende Rolle spielen konnte.
Es war aussichtslos.
Ob er die Gruppe zurückrief? Erschöpft blickte er auf die Konsole neben seinem Schreibtisch. »ZeitKosten-Analyse abrufen«, sagte er.
Auf dem Computerschirm leuchtete auf: ZEITKOSTEN-ANALYSE ABRUFBEREIT. »KongoExpedition«, sagte er.
Auf dem Bildschirm marschierten die Zahlenkolonnen für die Kongo-Expedition auf: Kosten pro Stunde, Gesamtkosten, voraussichtliche weitere Kosten, Abbruchzeitpunkte, weitere mögliche Kostenverzweigungen ... Die Gruppe war jetzt fast in Nairobi, und das Projekt hatte bisher Gesamtkosten von knapp hundertneunzigtausend Dollar verursacht. Ein Rückruf würde zweihundertsiebenundzwanzigtausendvierhundert-fünfundfünfzig Dollar kosten. »Faktor BF«, sagte er.
Eine andere Anzeige erschien. BF. Er hatte jetzt eine Reihe von Wahrscheinlichkeitsberechnungen vor sich. Der »Faktor BF« stand für bonafortuna, glückliche Umstände vorausgesetzt - was sich bei keiner Expedition berechnen ließ, vor allem nicht bei solchen, die in ferne und gefährliche Gebiete vordrangen. BEDENKZEIT leuchtete die Bildschirmschrift auf. Travis wartete. Er wußte, daß es einige Sekunden dauern würde, bis der Computer die willkürlichen Faktofen gewichten konnte, deren Eintreten die Erfolgsaussichten der Expedition, die noch fünf oder mehr Tage von ihrem Ziel entfernt war, möglicherweise zu beeinflussen vermochten.
Der Summer auf seinem Schreibtisch ertönte. Rogers, der Spezialist für das Aufspüren von Zapfstellen, sagte: »Wir haben den Schmarotzer. Er steht in Norman, Oklahoma, angeblich in der North Central Insurance Corporation of America. Sie gehört zu einundfünfzig Prozent einer hawaiischen Holding, Haiekuli Inc., ihrerseits Tochter eines Unternehmens mit Sitz in Japan. Was sollen wir machen?« »Ein großes Feuer«, sagte Travis. »Alles klar«, sagte Rogers und legte den Hörer auf. Auf dem Bildschirm blinkte die Anzeige GESCHAETZTER BF-FAKTOR, und eine Wahrscheinlichkeitsangabe von 0,449. Das überraschte ihn, denn diese Zahl bedeutete, daß die Aussichten der ERTS, das Ziel vor dem Konsortium zu erreichen, nahezu eins zu eins standen. Travis verstand zwar nicht, auf Grund welcher mathematischen Berechnungen der Computer zu diesem Ergebnis gelangt war, aber er stellte es nicht in Frage. Er hatte seine Antwort. 0,449 war gut genug.
Die Expedition der ERTS würde also weiter am Ball bleiben, zumindest vorläufig. Inzwischen würde er tun, was er konnte, um dem Konsortium Steine in den Weg zu legen. Ohne großes Überlegen fielen Travis ein oder zwei Möglichkeiten ein.
3. Zusätzliche Daten
Die Düsenmaschine glitt südwärts über den Rudolfsee, der im nördlichen Teil des zentralafrikanischen Grabens liegt, als Tom Seamans Elliot anrief.
Seamans hatte die Computer-Funktion fertiggestellt, mit deren Hilfe man Gorillas von anderen Menschenaffen, vor allem von Schimpansen, unterscheiden konnte.
Er hatte sich sodann von Houston ein Videoband von drei Sekunden Dauer durchspielen lassen, auf dem allem Anschein nach ein Gorilla eine Parabolantenne zerschmetterte und dann in die Kamera stierte.