Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
Die Uhr zeigte eine Gesamtzeit von fünf Tagen, neun Stunden und neunzehn Minuten. Ross drückte einen Knopf mit der Aufschrift DATUM, und er wanderte auf 06 21 79 0814. »Wenn das hier stimmt, kommt das Konsortium am 21. Juni nach acht Uhr morgens an der vorgesehenen Stelle im Kongo an.« Der Computer rechnete weiter, die Linien verschoben und dehnten sich erneut, und auf der Uhr wurde ein anderes Datum sichtbar: 06 21 79 1224.
»Schön«, sagte sie, »das sind jetzt wir. Wenn wir auf beiden Seiten die denkbar günstigsten Voraussetzungen annehmen, schlägt das Konsortium uns heute in fünf Tagen um etwas mehr als vier Stunden.«
Munro ging kauend vorüber. »Nehmen Sie besser eine andere Strecke«, sagte er. »Oder machen Sie's ganz radikal.« »Das möchte ich nicht gern, mit dem Affen.« Munro zuckte die Schultern. »Bei so einer Zeitprojektion muß man etwas machen.«
Elliot hörte ihnen zu und hatte dabei ein unwirkliches Gefühclass="underline" sie sprachen über einen Unterschied von Stunden, an einem Tag, der noch in der Zukunft lag. »Aber Sie können doch«, sagte Elliot, »nicht allzuviel auf diese Zahlen geben, wenn man bedenkt, was in den nächsten Tagen noch passieren kann, was wir in Nairobi alles noch zu erledigen haben. Dann müssen wir in den Dschungel -« »Das ist nicht mehr wie bei früheren AfrikaExpeditionen«, sagte Karen Ross, »bei denen Trupps auf Monate im Busch verschwanden. Äußerstenfalls liegt der Computer ein paar Minuten daneben, sagen wir etwa eine halbe Stunde auf die gesamte Fünf-Tage-Planung umgelegt.« Sie schüttelte den Kopf. »Nein, wir haben eine Aufgabe und müssen etwas tun. Dafür steht zuviel auf dem Spiel.«
»Sie meinen die Diamanten.«
Sie nickte und wies auf den unteren Rand des Bildschirms, auf dem die Wörter BLAUER AUFTRAG erschienen. Er fragte sie, worum es dabei gehe.
»Um eine ganze Menge Geld«, sagte Karen Ross. Und sie fügte hinzu, »glaube ich jedenfalls.« Sie wußte es tatsächlich nicht genau.
Jeder neue Auftrag der ERTS bekam einen Codenamen. Nur Travis und der Computer kannten den Namen des Unternehmens, das einen Auftrag erteilte. Alle anderen, vom Programmierer bis zu den Leuten draußen im Busch, kannten die Projekte lediglich mit ihren Farbcodierungen: Roter Auftrag, Gelber Auftrag, Weißer Auftrag. Damit wurden die Geschäftsinteressen der beteiligten Unternehmen geschützt. Doch konnten die Mathematiker der ERTS es sich nicht verkneifen, lebhafte Ratespiele über die Herkunft der Aufträge zu veranstalten - sie waren Gesprächsgegenstand der täglichen Unterhaltungen in der Kantine.
Der Blaue Auftrag war im Dezember 1978 gekommen. Darin wurde die ERTS aufgefordert, eine natürliche Quelle für Industriediamanten in einem Land zu finden, das, wenn schon nicht freundlich gesonnen, zumindest neutral war. Die Diamanten mußten vom Typ II b sein und aus »stickstoffarmen« Kristallen bestehen. Offenbar spielte die Kristallgröße keine Rolle, denn es war keine angegeben. Auch waren keine Fördermengen vorgeschrieben: der Auftraggeber würde nehmen, was er bekam. Das Ungewöhnlichste aber war, daß kein AKLE festgelegt war. Bei nahezu allen eingehenden Aufträgen war ein Abbau-Kosten-Limit pro Einheit festgelegt. Es genügte keineswegs, die Mineralien zu finden, sie mußten auch mit einem genau festgelegten Kostenaufwand abbaubar sein. In den Kosten pro Einheit Spiegelten sich jeweils die Mächtigkeit des Vorkommens, seine Entfernung, die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, politische Umstände, die möglicherweise bestehende Notwendigkeit, Anlagen der Infrastruktur zu errichten wie Flugplätze, Straßen, Krankenhäuser, Schulen und Raffinerien oder Abbauschächte abzuteufeln und Stollen voranzutreiben.
Wenn ein Auftrag ohne AKLE kam, konnte das nur eines bedeuten: irgend jemand brauchte blaue Diamanten so dringend, daß die Kosten für ihn keine Rolle spielten.
Innerhalb von achtundvierzig Stunden hatte man sich in der Kantine der ERTS einen Reim auf den Blauen Auftrag gemacht. Diamanten vom Typ II b waren mit Fremdatomen verunreinigt, in diesem Fall mit Boratomen, die bei hoher Temperatur ins Ausgangsmaterial hineindiffundiert waren. Diese Dotierung führte zu einer Blaufärbung, die die Diamanten als Schmucksteine wertlos machte, zugleich aber ihre elektrischen Eigenschaften veränderte, so daß sie einen äußerst niedrigen Widerstandswert in der Größenordnung von einem Ohm mal Meter hatten. Außerdem besaßen sie die Fähigkeit der optischen Lichtleitung.
Dann fand jemand einen kurzen Artikel in Electronic News vom 17. November 1978: »Das McPhee-Verfahren wurde aufgegeben«. Darin hieß es, die Silec Inc. aus Waltham, Massachusetts, habe das im Experimentierstadium befindliche McPhee-Verfahren zur künstlichen Dotierung von Diamanten mit einer Monomolekularschicht aus Bor aufgegeben. Es war zu teuer und erzielte nicht mit genügender Zuverlässigkeit die »erwünschten halbleitenden Eigenschaften«. Der Artikel schloß damit, daß andere Firmen ebenfalls die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Einfachbeschichtung unterschätzt hatten. Beispielsweise habe »Morikawa aus Tokio im September dieses Jahres das Nagaura-Verfahren aufgegeben«. Indem sie aus diesen Angaben ihre Schlüsse zogen, brachten die Mitarbeiter in der ERTS-Kantine zusätzliche Stückchen des Puzzles an die richtige Stelle. 1971 hatte Intec, ein Unternehmen der Mikroelektronik mit Sitz in Santa Clara, erstmals vorausgesagt, in den achtziger Jahren würden Diamantenhalbleiter für eine zukünftige Generation »supraleitender« Computer wichtig sein.
Die erste Generation elektronischer Computer, ENIAC und UNIVAC, die man unter kriegsbedingter strenger Geheimhaltung in den vierziger Jahren gebaut hatte, arbeitete mit Vakuumröhren. Zwar betrug die durchschnittliche Lebensdauer einer solchen luftleer gepumpten Röhre zwanzig Stunden, doch fielen alle sieben bis zwölf Minuten einige von ihnen aus, da in den Computern Tausende solcher glühendheißer Röhren auf engem Raum dicht beieinanderstanden. Durch diese Vorgabe waren Größe und Leistungsfähigkeit der geplanten zweiten Generation von Computern von vornherein begrenzt.
Doch kam es nicht dazu - die zweite Generation arbeitete schon nicht mehr mit solchen Hochvakuumröhren. 1947 leitete die Erfindung des Transistors - ein daumennagelgroßer Schichtbaustein aus festem Material, der alle Funktionen einer Hochvakuumröhre übernahm - das Zeitalter elektronischer Halbleiterbausteine ein, die bei geringem Stromverbrauch wenig Hitze erzeugen und kleiner sowie zuverlässiger als die Röhren sind, an deren Stelle sie traten. Eine mit dem Ausgangsmaterial Silizium arbeitende Technik lieferte die Grundlage für drei Generationen von Computern, die im Verlauf der nächsten zwanzig Jahre immer kleiner, zuverlässiger und billiger wurden. Doch machten sich Anfang der siebziger Jahre die Computer-Entwickler daran, die naturgegebenen Begrenzungen der Siliziumbausteine zu überwinden. Zwar waren die Schaltkreise auf mikroskopische Abmessungen verkleinert worden, doch hing die Rechengeschwindigkeit immer noch von ihrer Länge ab. Da man hier bereits Größenordnungen von zehntausendstel Millimeter erreicht hatte, hätte eine weitere Verkleinerung der Schaltkreise wieder einen alten Feind auf den Plan gerufen: die Wärmeentwicklung. Noch kleinere Schaltkreise würden buchstäblich in der entstehenden Hitze dahinschmelzen. Man brauchte also ein Verfahren, das den Widerstand verringerte, ohne gleichzeitig Wärme zu entwickeln und die Verlustleistung zu vergrößern.
Nun war schon seit den fünfziger Jahren bekannt, daß viele Metalle »supraleitend« wurden, wenn man sie auf extrem niedrige Temperaturen abkühlte. In diesem Zustand ist ein völlig ungehinderter Elektronendurchfluß möglich. Die IBM kündigte 1977 an, sie sei dabei, einen extrem schnellen Computer von der Größe einer Pampelmuse zu entwickeln, den man mit flüssigem Stickstoff kühlen werde. Der supraleitende Computer erforderte grundlegend neue technische Verfahren und zahlreiche neue Werkstoffe, die den extrem niedrigen Temperaturen zu widerstehen vermochten.