Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 265 266 267 268 269 270 271 272 273 ... 298
Перейти на страницу:

»Ich staune!«, sagte die Prinzessin. »Sie finden daran nichts besonders Interessantes? Ich finde all das überaus interessant.«

»Drängen Sie ihn, Prinzessin, drängen Sie ihn«, sekundierte der Vizekönig seine Frau.

»Sie waren im Gefängnis?«, fragte die Prinzessin ihren Tischnachbarn.

»Mehr als drei Jahre lang, Prinzessin.«

»Und wo?«

»Im Temple-Gefängnis.«

»Waren Sie Staatsgefangener?«

»Ich hatte die Ehre«, erwiderte René lächelnd.

»Und worauf warteten Sie im Temple?«

»Nun, darauf, dass man mich einen Kopf kürzer machte oder mich füsilierte.«

»Oh! Und wer?«

»Seine Majestät Kaiser Napoleon.«

»Aber Sie sind hier -«

»Er gelangte offenbar zu der Ansicht, dass ich es nicht einmal wert sei, guillotiniert oder füsiliert zu werden.«

»Er hat Sie also begnadigt?«

»Ja.«

»Und unter welcher Bedingung?«, fragte Eugène.

»Unter der Bedingung, dass ich mich im Feld umbringen lasse.«

»Sie haben recht daran getan, die Bedingung nicht zu erfüllen.«

»An mir liegt es nicht«, sagte René mit einem Lächeln von unergründlicher Bitterkeit, »ich tat, was ich konnte, um sie zu erfüllen, darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort.«

»Ich hoffe dennoch, dass Sie Ihren Frieden mit dem Kaiser geschlossen haben.«

»Hm! Wir verhandeln noch«, sagte der junge Offizier und lachte, »doch wenn ich im Dienst Eurer Hoheit eine ordentliche Verwundung davontragen könnte, würde dies meiner Sache sicherlich zum Vorteil gereichen.«

Die Frauen begannen, René mit einem gewissen Erstaunen zu betrachten. Die Männer wurden zunehmend ratlos.

»Und dann?«, fragte die Prinzessin. »Sind Sie dann als einfacher Soldat in die Armee eingetreten?«

»Nein, Madame, als einfacher Korsar.«

»Unter wessen Kommando?«, fragte Eugène.

»Unter Surcoufs Kommando, mein Prinz.«

»Haben Sie gute Prise gemacht?«

»Wir haben die Standard erobert.«

Unter den Adjutanten des Prinzen befanden sich Offiziere aller Dienstgrade und Waffengattungen.

»Unglaublich!«, sagte einer von ihnen. »Sie waren einer dieser tollkühnen Piraten!«

»Korsaren, Monsieur«, erwiderte René erhobenen Kopfes.

»Verzeihen Sie, Monsieur«, antwortete der Marineoffizier. »Sie sind tatsächlich einer der tollkühnen Korsaren, die mit einer Slup von zwölf Kanonen und mit achtzehn Mann Besatzung die Standard gekapert haben, ein Schiff mit zweiundvierzig Kanonen und mehr als vierhundert Mann?«

»Ich war dabei, Monsieur, das ist wahr. Bei diesem Anlass ernannte mich Surcouf zum Kapitän, nachdem er mich zuvor bereits zum Leutnant ernannt hatte, und gestattete mir, ein kleines Schiff zu kaufen und auf eigene Faust die Meere zu befahren.«

»Nach allem, was man über Ihren Mut zu hören bekommen hat, wäre es für Sie ein Leichtes gewesen, das Schiff zu kapern, statt es zu kaufen.«

»Das eine war so leicht wie das andere, mein Prinz, denn meine Mittel erlaubten es, und ich war auf meinen Prisenanteil von fünfhunderttausend Francs nicht angewiesen, sondern konnte ihn an meine Kameraden verteilen; es war mir ein Anliegen, ein amerikanisches Schiff zu erwerben, das damals unter neutraler Flagge segelte, und damit nach Indien zu fahren. Ich wollte unbedingt auf Tigerjagd gehen, das hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Ich kaufte ein Schiff, übernahm Schiffsnamen und Papiere von dem Kapitän, der es mir verkaufte, und machte mich auf die Fahrt zum Königreich Birma.«

»Und dort sind Sie auf Tigerjagd gegangen?«, fragte einer der Offiziere.

»Ja, Monsieur.«

»Und getötet haben Sie -«

»Ein Dutzend etwa.«

»Aber war das nicht schrecklich gefährlich?«, fragte die Prinzessin.

»Oh, Madame!«, sagte René. »Die Tigerjagd ist nur dann gefährlich, wenn der von einem ersten Schuss verwundete Tiger den Jäger angreift.«

»Aber was dann?«, fragte der Prinz.

»Ich werde Eurer Hoheit wie ein Aufschneider erscheinen«, erwiderte René, »aber -«

»Aber?«, wiederholte der Prinz beharrlich.

»Ich habe herausgefunden, dass es ein ganz einfaches Mittel gibt: Ich habe nie einen Tiger mit dem ersten Schuss verwundet, sondern jeden Tiger mit dem ersten Schuss erlegt.«

»Und wohin haben Sie gezielt?«

»In eines der beiden Augen.«

»Dann sind Sie ja ein wahrer Meisterschütze«, sagte einer der Gäste mit ungläubigem Lächeln.

»O nein, aber ich habe hervorragende Waffen, die Lepage eigens für mich gefertigt hat.«

»Verzeihen Sie die Indiskretion meiner Frage«, sagte der Offizier, der sich wieder einmischte, »aber haben Sie schon öfter Duelle geschlagen?«

»Nur zweimal, Monsieur. Das Erste mit einem Dolch gegen einen Hai von fünfzehn Fuß Länge, dem ich den Bauch von vorne bis hinten aufgeschlitzt habe.«

»Und das Zweite?«

»Das war mit dem Entermesser gegen eine Schlange, die meine zwei Elefanten zu erdrücken drohte.«

»War diese Schlange am Ende der Drache Python?«, fragte der Offizier.

»Wie sie hieß, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass sie zweiundfünfzig Fuß lang war.«

Da er sah, dass alle amüsiert lächelten, sogar die Damen, sagte René: »Eure Hoheit, bitte beenden Sie die Fragestunde oder befehlen Sie mir zu lügen. Die Natur ist in Indien so verschieden von allem, was wir kennen, dass es uns schwer ankommt zu glauben, was dort alltäglich ist.«

»Aber ich fand alles, was Sie erzählt haben, sehr unterhaltsam«, sagte die Prinzessin. »Ich bitte Sie, fahren Sie fort, fahren Sie fort!«

»Bitte, fahren Sie fort«, schloss sich der Vizekönig an.

»O ja, bitte!«, riefen die Damen, die alles lieben, was sie für unmöglich halten.

René erzählte weiter, doch diesmal ohne kränkendes Ausfragen, wie er zur Île de France zurückgekehrt war, eines der zwei englischen Schiffe überwältigt hatte, die Surcouf beschossen, wie er General Decaen kennengelernt hatte, dem er seinen Wunsch gestand, an einer großen Seeschlacht teilzunehmen, worauf dieser ihm Empfehlungsschreiben an unsere angesehensten Kapitäne mitgab, wie er bei seiner Ankunft in Cadiz auf Lucas getroffen war, als dritter Leutnant auf der Redoutable angeheuert und an der Schlacht von Trafalgar teilgenommen hatte, wie er gefangen genommen worden war, entfliehen konnte, nach Frankreich zurückgekehrt war, zu Joseph entsandt worden war und von dort zu Murat gekommen war.

An dieser Stelle seines Berichts war er angekommen, als man dem Vizekönig die Ankunft General Lamarques und seiner Division ankündigte, während gleichzeitig ein Trommelwirbel zu vernehmen war, gefolgt von Marschmusik.

Die Marschmusik übt eine seltsame Macht über die Menschen aus; sobald sie erklang, blickten alle Gäste zum Vizekönig mit der stummen Bitte, den Tisch verlassen zu dürfen, um zum Fenster zu eilen.

Die Fenster standen offen und ließen den herrlichen Sonnenschein herein. Die Division aus Neapel wanderte den Weg zum Schloss hinauf, und ihre Gewehre funkelten in der Sonne wie die Schuppen einer riesigen Schlange. Dieser lange Lichterzug, Ergebnis des Blitzens der Sonne unter einer Staubwolke, begleitet von der Marschmusik und den Befehlen der Anführer, war ein Konzert und ein Schauspiel, dessen französische Augen und Ohren niemals überdrüssig werden.

Als die Division vor dem Schloss ankam, traten die Kapelle und die Offiziere in den Ehrenhof, angeführt von General Lamarque.

Beim Anblick so vieler tapferer Männer, die ganz Italien durchquert hatten, um sich für ihn töten zu lassen, spürte der Prinz, wie sein Herz klopfte, dem die Natur an Güte gegeben hatte, was sie ihm an Entschlossenheit versagt hatte.

1 ... 265 266 267 268 269 270 271 272 273 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)