Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
1 ... 242 243 244 245 246 247 248 249 250 ... 356
Перейти на страницу:

»Hast du bei Marsali etwas zu essen bekommen?« Ich betrachtete ihn im gedämpften Licht. Irgendetwas an ihm schien anders zu sein, obwohl ich nicht darauf kam, was es war.

»Nein. Ich habe einen Stein fallen gelassen, und vielleicht habe ich mir wieder den verflixten Finger gebrochen; ich dachte mir, ich gehe besser nach Hause, damit du dich darum kümmern kannst.« Das war es, dachte ich; er hatte mich mit der linken Hand liebkost anstatt mit der rechten.

»Komm ans Licht, damit ich es mir ansehen kann.« Ich zog ihn zum Feuer und ließ ihn auf eine der Holzbänke setzen. Brianna saß auf der anderen, ihr Nähzeug ringsum verteilt. Sie stand auf und kam herüber, um mir über die Schulter zu blicken.

»Deine armen Hände, Pa!«, sagte sie beim Anblick der geschwollenen Knöchel und der aufgeschürften Haut.

»Och, es ist nichts weiter«, sagte er mit einem abwinkenden Blick auf seine Hände. »Bis auf den verdammten Finger. Au!«

Ich tastete mich sanft am Ringfinger seiner linken Hand entlang, vom Ansatz bis zum Nagel, und ignorierte seinen leisen Schmerzensseufzer. Der Finger war gerötet und leicht geschwollen, doch nicht sichtbar verrenkt.

Es machte mich jedes Mal leicht nervös, diese Hand zu untersuchen. Ich hatte vor langer Zeit eine Anzahl gebrochener Knochen darin gerichtet, bevor ich irgendetwas über richtige Chirurgie wusste und unter Bedingungen, die alles andere als ideal waren. Ich hatte es geschafft; ich hatte die Hand vor der Amputation gerettet, und er konnte sie gut benutzen, doch es gab leichte Probleme; kleine Knoten und Verdickungen, die mir jedes Mal zu Bewusstsein kamen, wenn ich die Hand genau befühlte. Dennoch, im Augenblick war ich dankbar für den Aufschub.

Ich schloss die Augen und spürte das warme Flackern des Feuers auf meinen Lidern, während ich mich konzentrierte. Der Ringfinger war permanent erstarrt; das mittlere Gelenk war zertrümmert worden und steif verheilt. Vor meinem inneren Auge konnte ich den Knochen sehen; nicht die polierte, glatte Oberfläche eines Exemplars aus dem Labor, sondern das schwach leuchtende, steinerne Glänzen des lebendigen Knochens, die winzigen Osteoblasten, die emsig an ihrer Kristallmatrix bauten, und den verborgenen Puls des Blutes, der sie nährte.

Ich zog meinen Finger erneut der Länge nach über den seinen und nahm ihn dann sanft zwischen Daumen und Zeigefinger, genau unter dem letzten Gelenk. Ich konnte den Riss in Gedanken spüren, eine dünne, schwarze Linie aus Schmerz.

»Da?«, sagte ich und öffnete die Augen.

Er nickte und hatte ein schwaches Lächeln auf den Lippen, als er mich ansah.

»Ganz genau. Ich liebe es, wie du aussiehst, wenn du das machst, Sassenach.«

»Und wie sehe ich aus?«, fragte ich, etwas erschrocken zu hören, dass ich nicht aussah wie sonst.

»Ich kann es nicht genau beschreiben«, sagte er, den Kopf auf die Seite gelegt, während er mich prüfend ansah. »Es ist vielleicht wie –«

»Madame Lazonga und ihre Kristallkugel«, sagte Brianna. Sie klang belustigt.

Ich blickte auf und sah zu meiner Verblüffung, dass Brianna zu mir herabsah, den Kopf im selben Winkel geneigt, denselben abschätzenden Blick im Gesicht. Sie verlagerte ihren Blick auf Jamie. »Eine Hellseherin.«

Er lachte.

»Aye, ich glaube, du hast wohl recht, a nighean. Obwohl ich an einen Priester gedacht hatte; wie er aussieht, wenn er die Messe liest und durch das Brot hindurchblickt und stattdessen den Leib Christi sieht. Nicht, dass ich vorhätte, meinen mickrigen Finger mit dem Leib unseres Herrn zu vergleichen«, fügte er hinzu und sah den Finger an, der ihm solchen Ärger machte.

Brianna lachte, und als er zu ihr aufblickte, zog ein Lächeln seinen Mundwinkel hoch. Sein Blick war sanft trotz der Falten, mit denen die Müdigkeit seine Augen umgab. Er hatte einen langen Tag gehabt, dachte ich. Und er würde wahrscheinlich noch sehr viel länger werden. Ich hätte alles gegeben, um diesen flüchtigen Augenblick der Verbindung zwischen ihnen festzuhalten, doch er war schon vorbei.

»Ich finde euch beide zum Lachen«, sagte ich. Ich berührte seinen Finger sanft an der Stelle, die ich festgehalten hatte. »Der Knochen hat einen Sprung, genau hier unter dem Gelenk. Es ist aber nicht schlimm, nur ein Haarriss. Ich werd’s dir vorsichtshalber schienen.«

Ich stand auf und ging zu meiner Medizintruhe, um sie nach einer Leinenbandage und einem der langen, flachen Holzsplitter zu durchsuchen, die ich zum Niederdrücken der Zunge benutzte. Ich blickte unauffällig über den aufgeklappten Deckel hinweg und beobachtete ihn. Irgendetwas an ihm war heute Abend definitiv seltsam, obwohl ich immer noch nicht mit dem Finger darauf zeigen konnte.

Ich hatte es sofort gespürt, sogar durch meine eigene Aufregung hindurch, und spürte es noch stärker, als ich seine Hand hielt, um sie zu untersuchen; er wurde von einer Art Energie durchströmt, als wäre er aufgeregt oder durcheinandergebracht, obwohl er sich äußerlich nichts anmerken ließ. Er war verdammt gut darin, Dinge geheim zu halten, wenn er es wollte; was zum Teufel war in Fergus’ Haus wohl vorgefallen?

Brianna sagte etwas zu Jamie, so leise, dass ich es nicht verstehen konnte, dann wandte sie sich ab, ohne eine Antwort abzuwarten, und kam zu mir an die geöffnete Truhe.

»Hast du eine Salbe für seine Hände?«, fragte sie. Dann beugte sie sich unter dem Vorwand, in die Truhe zu blicken, zu mir herüber und sagte leise: »Soll ich’s ihm heute Abend sagen? Er ist müde und hat Schmerzen. Soll ich ihn nicht lieber schlafen lassen?«

Ich sah Jamie an. Er saß an die Bank gelehnt, beobachtete mit weit geöffneten Augen die Flammen und hatte die Hände flach auf den Oberschenkeln liegen. Doch er war nicht entspannt, der seltsame Strom, der ihn durchlief, spannte ihn an wie einen Telegraphendraht.

»Vielleicht schläft er besser, wenn er’s nicht weiß, aber du nicht«, sagte ich genauso leise. »Sag’s ihm schon. Lass ihn vielleicht nur zuerst essen«, fügte ich eine praktische Überlegung an. Ich glaubte fest daran, dass man schlechten Nachrichten am besten mit vollem Magen gegenübertrat.

Ich schiente Jamies Finger, während sich Brianna neben ihn setzte und ihm Enziansalbe auf die aufgeschürften Knöchel seiner anderen Hand tupfte. Ihr Gesicht war völlig reglos; niemand hätte je erraten, was sich dahinter abspielte.

»Du hast dir das Hemd zerrissen«, sagte ich und befestigte die letzte Bandage mit einem kleinen, ordentlichen Knoten. »Gib es mir nach dem Essen, dann flicke ich es. So, wie ist das?«

»Sehr gut, Madame Lazonga«, sagte er und wackelte vorsichtig mit seinem frisch geschienten Finger. »Ich werde noch völlig verwöhnt, wenn ihr euch so um mich kümmert.«

»Sobald ich anfange, dir dein Essen vorzukauen, kannst du dir Sorgen machen«, sagte ich schroff.

Er lachte und hielt Brianna die geschiente Hand zum Einreiben hin.

Ich ging zum Schrank, um ihm einen Teller zu holen. Als ich mich wieder zur Feuerstelle umdrehte, sah ich, wie er sie intensiv beobachtete. Sie hielt den Kopf gesenkt und hatte den Blick auf die große, schwielige Hand gerichtet, die sie zwischen ihren eigenen Händen hielt. Ich konnte mir vorstellen, wie sie nach den Worten suchte, mit denen sie am besten begann, und es tat mir in der Seele weh. Vielleicht hätte ich es ihm doch selbst unter vier Augen sagen sollen, dachte ich; ihn nicht in ihre Nähe lassen sollen, bis der erste Ansturm seiner Gefühle sicher überstanden war und er sich wieder in der Hand hatte.

»Ciamar a tha thu, mo chridhe?«, sagte er plötzlich. Es war sein üblicher Gruß an sie, der Beginn ihrer allabendlichen Gälischlektion, doch heute Abend war seine Stimme anders; leise und sehr sanft. Wie geht es dir, mein Herz? Er drehte seine Hand um, legte sie über ihre und umschloss ihre langen Finger.

1 ... 242 243 244 245 246 247 248 249 250 ... 356
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)