Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 224 225 226 227 228 229 230 231 232 ... 298
Перейти на страницу:

»Bei unserer nächsten Kampagne«, sagte er, »kommen Sie mit mir, mein lieber René, und dann versuchen Sie, Admiral Collingwood die Schwester der Kugel zu schicken, mit der Sie Nelson beglückt haben.«

Kommandant Lucas wusste noch nicht, wann Napoleon nach Paris kommen würde; als er von René erfuhr, dass der Kaiser am 25. inkognito die Hauptstadt zu betreten gedachte, überlegte er einen Augenblick und sagte dann: »Besuchen Sie mich am 29., denn dann habe ich möglicherweise eine gute Nachricht für Sie.«  

Wie gesagt war Napoleon am 26. in Paris angekommen; er hatte einige Tage in München verbracht, um die Hochzeit Eugène Beauharnais’ mit der bayerischen Prinzessin Auguste Amalie zu feiern, doch für die anderen Hauptstädte, in denen es keine Eheschließungen zu treffen galt, hatte er nur einen Tag reserviert.

Einen Tag für Stuttgart, um die Glückwünsche seiner neuen Verbündeten entgegenzunehmen, einen Tag für Karlsruhe, um Familienallianzen zu schmieden. Er wusste, dass das Volk von Paris ihn ungeduldig erwartete, um ihm seine Freude und seine Bewunderung zu demonstrieren. Zutiefst zufrieden mit dem Verlauf der politischen Geschäfte, seit es sich mit der Rolle des unbeteiligten Zuschauers begnügen durfte, hatte Frankreich den Überschwang der ersten Revolutionstage wiedergefunden, mit dem es den herrlichen Taten seiner Armeen und ihrem Anführer applaudierte.

Eine Kampagne von drei Monaten Dauer statt eines Krieges von drei Jahren Dauer, ein niedergerungener Kontinent, ein Frankreich, das sich Grenzen erobert hatte, die es nie hätte überschreiten dürfen, strahlender Ruhm, der sich mit dem Ruhm unserer Siege verband, wiederhergestelltes Ansehen der Regierung in den Augen der Öffentlichkeit und eine Befriedung, die Aussicht auf Ruhe und Wohlstand versprach: Das war es, was das Volk Napoleon mit tausendfachen Hochrufen danken wollte.

Nach Marengo war nie etwas Schöneres gesehen worden als das, was man nach Austerlitz zu sehen bekam.

Austerlitz war für das Kaiserreich in der Tat, was Marengo für das Konsulat gewesen war. Der Sieg von Marengo hatte die konsularische Macht in Napoleons Händen gesichert, der Sieg von Austerlitz sicherte die kaiserliche Krone auf seinem Haupt.

Als der Kaiser erfuhr, dass Kommandant Lucas sich in Paris befand, ließ er ihm am Vormittag des 3. ausrichten, er werde ihn am 7. empfangen, obwohl die Schlacht von Trafalgar ganz gewiss nicht der angenehmste Gesprächsgegenstand war.

Am 4. fand René sich im Marineministerium ein, wie Lucas es ihm empfohlen hatte. Der Kommandant hatte am Vorabend seine Einladung zur Audienz am 7. erhalten.

Die Audienz war für zehn Uhr vormittags anberaumt; Lucas und René vereinbarten, dass René Lucas zum Frühstück besuchen und danach mit ihm den Tuilerienpalast aufsuchen sollte.

René war einverstanden, im Vorzimmer zu warten, während Lucas beim Kaiser vorsprach. Sollte Napoleon den Wunsch äußern, ihn zu sehen, würde Lucas ihn holen lassen; sollte er dem jungen Seefahrer gegenüber gleichgültig bleiben, würde dieser sich nicht bemerkbar machen.

Es muss gesagt werden, dass René dieser möglichen Begegnung mit gemischten Gefühlen entgegensah. Der durchdringende Blick, den Bonaparte zweimal schweigend auf ihn gerichtet hatte, das erste Mal im Hause Permon, das zweite Mal bei der Gräfin von Sourdis, erschreckte ihn. Ihm war, als nähme Napoleon von allem, was er betrachtete, einen Eindruck auf, der sich unauslöschlich in sein Gedächtnis eingrub; glücklicherweise besaß René einen Frieden des Gemüts und des Gewissens, der durch nichts zu erschüttern war und der ihm erlaubte, jedem Blick standzuhalten, auch dem durchdringendsten.

Am 7. fand sich René um neun Uhr morgens wie vereinbart bei Lucas ein. Um Viertel vor zehn stieg er mit Lucas in einen Wagen; fünf Minuten darauf hielten sie vor dem Eingang des Tuilerienschlosses an.

René betrat das Schloss mit Lucas zusammen und blieb dann im Vorzimmer zurück, während der Kommandant weiterging.

Lucas war ein Mann von eminentem Geist; es gelang ihm, in Gegenwart des Kaisers, ohne Renés Namen zu nennen, alle Heldentaten des jungen Mannes anzusprechen, alles Edle und Tapfere, das er geleistet hatte, doch er musste feststellen, dass der Kaiser kaum minder gut über diese Dinge unterrichtet war als er selbst; dies ermutigte Lucas zu sagen, er könne ihm diesen Helden vorstellen, sofern der Kaiser es wünschen sollte, denn der junge Mann habe ihn begleitet und warte im Vorzimmer.

Der Kaiser machte eine zustimmende Geste und drückte eine Klingel, woraufhin ein Adjutant die Tür öffnete.

»Führen Sie«, sagte Napoleon, »Monsieur René herein, den dritten Leutnant der Redoutable

Der junge Mann trat ein.

Napoleon sah ihn und runzelte die Stirn: Der junge Mann trug keine Uniform.

»Wieso«, fragte der Kaiser, »kommen Sie in Zivilkleidung in den Tuilerienpalast?«

»Sire«, erwiderte René, »ich kam nicht her um der Ehre willen, Ihre Majestät zu sehen, denn ich rechnete nicht damit, von Ihnen empfangen zu werden, sondern als Begleiter des Kommandanten, mit dem ich einen Teil des Tages zu verbringen hoffe. Überdies, Sire, bin ich Leutnant, ohne es zu sein. Kommandant Lucas gab mir drei Tage vor der Schlacht von Trafalgar den Posten auf seinem Schiff, da der dritte Leutnant wenige Tage zuvor gestorben war, doch meine Ernennung ist nicht urkundlich bestätigt.«

»Ich dachte«, sagte Napoleon, »Sie hätten den Rang eines zweiten Leutnants bekleidet.«

»Gewiss, Sire, aber das war an Bord eines Kaperschiffs.«

»An Bord von Surcoufs Revenant, nicht wahr?«

»Ja, Sire.«

»Sie haben zur Einnahme des englischen Schiffs Standard beigetragen?«

»Ja, Sire.«

»Und dabei großen Mut bezeigt?«

»Ich tat, was ich konnte, Sire.«

»General Decaen, der Gouverneur der Île de France, hat mir von Ihnen berichtet.«

»Ich hatte die Ehre, ihn kennenzulernen, Sire.«

»Er hat mir von einer Reise ins Landesinnere Indiens geschrieben, die Sie unternommen haben sollen.«

»Ich habe das Landesinnere in der Tat auf etwa fünfzig Meilen erkundet, Sire.«

»Und die Engländer haben Sie in Ruhe gelassen?«

»Diesen Teil Indiens halten sie nicht besetzt, Sire.«

»Und wo ist das? Ich dachte, sie säßen in ganz Indien.«

»Das ist das Königreich Pegu, Sire, zwischen dem Fluss Sittang und dem Fluss Irrawaddy.«

»Und in diesem Teil Indiens sollen Sie, wie man mir beteuert, die waghalsigsten Jagdabenteuer bestanden haben.«

»Ich bin einigen Tigern begegnet, die ich erlegt habe.«

»War es sehr aufregend, als Sie das erste Mal eines dieser Tiere erlegt haben?«

»Das erste Mal ja, Sire, aber die weiteren Male nicht.«

»Und warum?«

»Weil ich den zweiten Tiger dazu gebracht habe, den Blick zu senken, und von da an wusste ich, dass der Tiger ein Tier ist, das der Mensch beherrschen kann.«

»Und bei Nelson?«

»Bei Nelson habe ich einen Augenblick lang gezögert, Sire.«

»Und warum?«

»Weil Nelson ein großer Feldherr war, Sire, und weil ich mir dachte, er wäre vielleicht als Gegengewicht zu Ihrer Majestät notwendig.«

»Ho, ho! Und dennoch haben Sie auf diesen Mann der Vorsehung abgedrückt!«

»Nun, ich sagte mir, wenn er wirklich von der Vorsehung gesandt wäre, dann würde die Vorsehung die Kugel von ihm ablenken; im Übrigen, Sire«, fuhr René fort, »habe ich mich nie gebrüstet, Nelson getötet zu haben.«

»Aber wenn es dennoch...«

»Sire«, unterbrach ihn René, »solcher Taten brüstet man sich nicht, man räumt sie höchstens ein. Hätte ich Gustav Adolf oder Friedrich den Großen getötet, dann hätte ich es getan, weil ich davon überzeugt gewesen wäre, dass das Wohl und Wehe meines Vaterlands davon abhing, aber ich hätte es niemals verwunden.«

1 ... 224 225 226 227 228 229 230 231 232 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)