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Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
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»Aber wozu sagen Sie mir immer aimais und aimais! Hören Sie auf damit!« rief sie und sprang wieder auf. »Und wenn Sie nicht jetzt gleich schlafen, so werde ich ... Sie haben Ruhe nötig; schlafen Sie, schlafen Sie sofort; machen Sie die Augen zu! Ach, mein Gott, er möchte vielleicht etwas zum Frühstück essen! Was möchten Sie essen? Was kann er wohl essen? Ach, mein Gott, wo ist die? Wo ist sie?«

Sie wollte schon alles in Bewegung setzen. Aber Stepan Trofimowitsch flüsterte mit schwacher Stimme, er wolle wirklich schlafen, une heure, und dann un bouillon, un thé ... »Enfin je suis si heureux!« Er legte sich hin und schien tatsächlich einzuschlafen (wahrscheinlich stellte er sich nur so). Warwara Petrowna wartete eine kleine Weile und verließ dann auf den Zehen den abgebuchteten Raum.

Sie setzte sich in das Zimmer der Wirtsleute, jagte die Wirtsleute selbst hinaus und befahl Dascha, »jene Frauensperson« zu ihr zu bringen. Nun begann ein strenges Verhör.

»Erzähle jetzt, mein Kind, alles ganz genau; setz dich neben mich, so! Nun?«

»Ich traf Stepan Trofimowitsch ...«

»Halt, schweig! Ich will dir noch vorher sagen: wenn du mir etwas vorlügst oder verschweigst, so sollst du dein ganzes Leben lang vor mir keine ruhige Stunde haben. Nun?«

»Ich traf Stepan Trofimowitsch ... als ich nach Chatowo gekommen war ...« begann Sofja Matwejewna, die nur mühsam atmete ...

»Halt, schweig, warte mal! Warum so hastig? Erstens: was bist du selbst für ein Vogel?«

Die Bücherverkäuferin erzählte ihr, so gut es gehen wollte, übrigens in möglichster Kürze, einiges über sich selbst, wobei sie mit Sewastopol anfing. Warwara Petrowna hörte schweigend zu, indem sie gerade aufgerichtet auf ihrem Stuhle saß und mit strengem, unverwandtem Blicke der Erzählerin gerade in die Augen sah.

»Warum bist du denn so ängstlich? Warum siehst du auf die Erde? Ich habe es gern, wenn man mich gerade ansieht und sich nicht scheut, mit mir zu streiten. Fahre fort!«

Sie erzählte von der Begegnung, von den Büchern, und wie Stepan Trofimowitsch die Bauerfrau mit Branntwein regaliert habe.

»So ist's recht, so ist's recht! Laß auch die kleinsten Einzelheiten nicht aus!« sagte Warwara Petrowna ermunternd. Zuletzt erzählte sie, wie sie weggefahren waren, und wie Stepan Trofimowitsch in einem fort geredet habe; »er war schon ganz krank«, und wie er ihr hier seine ganze Lebensgeschichte vom allerersten Anfange an mehrere Stunden lang erzählt habe.

»Erzähle von seinem Leben!«

Sofja Matwejewna stockte auf einmal und wurde ganz verlegen.

»Davon verstehe ich nichts zu erzählen,« erwiderte sie beinahe weinend, »und ich habe auch beinah nichts davon begriffen.«

»Du lügst! Es ist unmöglich, daß du nichts begriffen hast.«

»Von einer brünetten, vornehmen Dame erzählte er lange,« berichtete Sofja Matwejewna tief errötend; übrigens bemerkte sie, daß Warwara Petrowna blondes Haar hatte und jener Brünette absolut unähnlich war.

»Von einer Brünette? Was erzählte er denn? Nun, sprich!«

»Diese vornehme Dame sei in ihn sehr verliebt gewesen, das ganze Leben lang, zwanzig Jahre hindurch; aber sie habe immer nicht gewagt sich zu entdecken und habe sich vor ihm geschämt, weil sie schon sehr korpulent gewesen sei.«

»Der Dummkopf!« sagte Warwara Petrowna nachdenklich, aber kurz und entschieden.

Sofja Matwejewna weinte nun schon vollständig.

»Ich verstehe das nicht ordentlich zu erzählen, weil ich selbst in großer Angst um ihn war und nicht begreifen konnte, was er sagte, da er ein so kluger Mann ist ...«

»Ob er klug ist, darüber hat ein so dummes Frauenzimmer wie du kein Urteil. Hat er dir seine Hand angeboten?«

Die Erzählerin fing an zu zittern.

»Hat er sich in dich verliebt? Sprich! Hat er dir seine Hand angeboten?« schrie Warwara Petrowna.

»Beinah kam es so heraus,« erwiderte jene weinend. »Aber ich hielt das alles nicht für Ernst, wegen seiner Krankheit,« fügte sie hinzu und schlug mit festem Blicke die Augen in die Höhe.

»Wie heißt du, mit Vor- und Vatersnamen?«

»Sofja Matwejewna.«

»Nun, so wisse denn, Sofja Matwejewna, daß dies das kläglichste, hohlste Menschlein ist ... O Gott, o Gott du hältst mich wohl für eine nichtswürdige Person?«

Die andere riß erstaunt die Augen auf.

»Für eine nichtswürdige Person, für eine Tyrannin, die ihm das Leben verdorben hat?«

»Wie könnte ich so etwas denken, da Sie doch selbst weinen!«

Warwara Petrowna hatte wirklich die Augen voll Tränen.

»Nun, setz dich, setz dich, fürchte dich nicht! Sieh mir noch einmal in die Augen, gerade in die Augen; warum bist du so rot geworden? Dascha, komm einmal her und sieh sie an: was meinst du, hat sie ein reines Herz? ...«

Und zu Sofja Matwejewnas Erstaunen, vielleicht sogar zu ihrem noch größeren Schreck, klopfte sie ihr plötzlich auf die Backe.

»Schade nur, daß du eine Närrin bist. Närrischer, als man es nach deinem Lebensalter erwarten sollte. Nun gut, liebes Kind; ich werde für dich sorgen. Ich sehe, daß das alles dummes Zeug ist. Wohne einstweilen hier in der Nähe; es soll eine Wohnung für dich gemietet werden, und auch Beköstigung sowie alles andere wirst du von mir erhalten ... mittlerweile werde ich mich näher nach dir erkundigen.«

Sofja Matwejewna stotterte erschrocken, sie müsse ihre Reise baldigst fortsetzen.

»Du brauchst nirgend hinzureisen. Deine Bücher kaufe ich dir alle ab; bleib du nur hier! Schweig, ohne Widerrede! Wenn ich nicht gekommen wäre, hättest du ihn ja doch nicht verlassen?«

»Nein, um keinen Preis hätte ich ihn verlassen,« erwiderte Sofja Matwejewna leise in festem Tone und wischte sich die Tränen ab.

Doktor Salzfisch kam erst spät in der Nacht. Er war ein sehr achtbarer alter Herr und ein recht erfahrener Praktiker, der kürzlich bei uns wegen einer Verletzung seines Ehrgefühls mit seiner vorgesetzten Behörde in Streit geraten war und infolgedessen seine amtliche Stellung verloren hatte. Gleich von dieser Zeit an hatte Warwara Petrowna ihn aus aller Kraft zu protegieren begonnen. Er untersuchte den Kranken sorgfältig, stellte die nötigen Fragen und eröffnete der ungeduldig harrenden Warwara Petrowna, der Zustand des Patienten sei infolge einer eingetretenen Komplikation der Krankheit sehr bedenklich, und man müsse sich sogar auf das Schlimmste gefaßt machen. Warwara Petrowna, die sich in zwanzig Jahren völlig in den Gedanken hineingelebt hatte, in nichts, was von Stepan Trofimowitsch persönlich ausgehe, könne etwas Ernstes und Entscheidendes enthalten sein, war tief erschüttert; sie wurde sogar blaß.

»Ist wirklich keine Hoffnung mehr?«

»Man kann nicht sagen, daß absolut keine Hoffnung mehr wäre, aber ...«

Sie legte sich die ganze Nacht nicht schlafen und konnte kaum den Morgen erwarten. Sobald der Kranke die Augen aufschlug und zu sich kam (er war zu jener Zeit noch bei Bewußtsein, wiewohl er von Stunde zu Stunde schwächer wurde), trat sie mit sehr entschlossener Miene zu ihm:

»Stepan Trofimowitsch, man muß auf alles vorher bedacht sein. Ich habe nach dem Geistlichen geschickt. Sie haben eine Pflicht zu erfüllen ...«

Da sie seine Überzeugungen kannte, so fürchtete sie sehr eine Weigerung. Er sah sie erstaunt an.

»Unsinn, Unsinn!« rief sie, da sie meinte, er weigere sich bereits. »Jetzt ist nicht die richtige Zeit für leichtfertige Streiche. Sie haben genug Torheiten getrieben.«

»Aber ... bin ich etwa schon so krank?«

Er willigte nachdenklich ein. Und überhaupt erfuhr ich später von Warwara Petrowna mit großem Erstaunen, daß er sich vor dem Tode gar nicht gefürchtet habe. Vielleicht glaubte er einfach nicht an die Nähe desselben und hielt seine Krankheit immer noch für unbedeutend.

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