Die zwölf Gebote
- Автор: Шелдон Сидни
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die zwölf Gebote». Краткое содержание книги:
Punkt runter."
Tom sank das Herz in die Hose. „Was?"
„Ja. Wieso, haben Sie erwartet, daß er steigt?"
„N-ein", sagte Tom. „Ich meine, ja ... ich ... Ach, nichts."
Er warf den Telefonhörer hin. In seinem ganzen Leben war er noch nie so deprimiert gewesen. Sein Arbeitskonto hatte einen
Fehlbetrag von einer Million.
Was mache ich jetzt? fragte er sich.
Am Ende des Tages wurden immer alle Arbeitskonten der Bank überprüft und ausgeglichen. Er saß ausweglos in der Falle.
Um zehn Uhr rief er den Makler noch einmal an. „Etwas Neues mit dem Kurs?"
„Ja."
Tom hüpfte das Herz im Leibe schon."
„Er ist noch einmal einen Punkt runtergegangen."
Tom knallte den Hörer noch wütender auf die Gabel als beim erstenmal.
Also gut, dachte er. Dann gehe ich jetzt schnurstracks zu Mr. Gable ins Büro hinein und sage ihm, was ich getan habe. Sollen Sie mich doch verhaften und mich ins Gefängnis werfen. Sollen doch Mary und die Kinder entehrt sein... Nein, das kann ich nicht machen. Ich warte lieber, bis sie mich selbst abholen. Darauf mußte er ohnehin nicht lange warten, das war ihm klar. Es war Mittag. Um drei Uhr nachmittags gingen die Kontenprüfungen an, und da flog er unweigerlich auf. Er ging zu Gregorys Schreibtisch hinüber. „Sagen Sie mal", sagte er, „nur ganz nebenbei, erinnern Sie sich noch, daß Sie mir von dieser Geschichte mit dem Kaffee aus Venezuela erzählt haben? Gibt es da irgendwelche Neuigkeiten?" Gregory sagte: „Es sieht so aus, als wäre die Sache geplatzt."
Tom hätte sich am liebsten gleich auf der Stelle umgebracht.
Gregory fragte: „Kommen Sie mit zum Essen?"
Tom schüttelte den Kopf. Ihm war der Appetit vergangen. Das war nun wohl endgültig der letzte Tag seiner Freiheit.
Er beschloß, daß er nicht extra warten wollte, bis sie seinen Unterschleif entdeckten. Er wollte jetzt gleich wie ein Mann zu Mr. Gable gehen und sich selbst stellen. Er sah bei einem Blick über die Schalterhalle hin, daß Gable in seinem Büro saß. Er holte tief Luft und ging hinein.
Mr. Gable war in einige Papiere vertieft.
Jetzt ist es soweit, dachte Tom. Das ist das Ende meiner Ehe und meines Lebens.. Vermutlich kriege ich zwanzig Jahre.
„Mr. Gable", begann er.
„Sehen Sie nicht, daß ich beschäftigt bin?"
„Aber ich -"
„Kommen Sie später."
„Aber ich-"
„Später, habe ich gesagt!"
Tom stand noch einen Augenblick da, dann drehte er sich um und ging.
Er ging zurück zu seinem Schreibtisch und saß dort nachdenklich und dachte, wie dumm er gewesen war. Alles hatte mit dieser blöden Lüge angefangen, daß er die Gehaltserhöhung bekommen habe. Dann ging es weiter mit der Armbanduhr. Und dann mit der Idee vom Selbstmord. Mein ganzes Leben habe ich verpfuscht, dachte er. Er sah, daß Mr. Gable drüben auf der anderen Seite der Schalterhalle sich anschickte, wegzugehen. Schnell eilte er noch einmal hinüber, um jetzt sein Geständnis abzulegen. „Mr. Gable, ich -" „Ich gehe gerade zum Essen." „Aber-"
Doch da war Gable schon weg.
Nicht einmal mein Geständnis lassen sie mich loswerden, dachte Tom. Am besten gehe ich gleich zur Polizei und sage dort alles. Nein, doch nicht. Mr. Gable sollte es schon zuerst erfahren.
Schließlich dann - es war inzwischen zwei Uhr - stand Tom, als Mr. Gable vom Essen zurückkam und wieder in sein Büro ging, zum drittenmal auf und war wild entschlossen, sich diesmal von nichts mehr abhalten zu lassen. Er hatte sich genau zurechtgelegt, was er sagen wollte: Mr. Gable, ich habe eine Million Dollar von Ihrer Bank unterschlagen. Ich weiß, es war nicht recht, aber ich tat es für meine Familie. Ich bin bereit, vor der Polizei ein Geständnis abzulegen und ins Gefängnis zu gehen.
Und diesmal wollte er sich von Mr. Gable auch auf keinen Fall noch einmal unterbrechen und abweisen lassen. Er stand also auf, um zu Gable in dessen Büro zu gehen. In diesem Moment klingelte sein Telefon. Da er sein Geständnis im Kopf genau vorbereitet hatte, wollte er sich nun auch durch das Telefon nicht mehr abhalten lassen. Er setzte also seinen Weg zu Gables Büro zielstrebig fort. Aber das Telefon auf seinem Schreibtisch hörte nicht auf zu klingeln. Tom zögerte. Dann entschloß er sich, abzuheben - zum letzten Telefongespräch seines Lebens.
Er kehrte um, ging zurück zu seinem Schreibtisch, hob ab und meldete sich.
„Hallo?" sagte er ungeduldig.
„Tom?"
„Ja."
Es war der Börsenmakler, und er klang furchtbar aufgeregt. „Mein guter Mann, Sie haben den Haupttreffer gelandet!" „Was?"
„Die Kaffeeaktien! Die spielen verrückt!"
Tom spürte, wie ihm das Blut in den Kopf schoß.
„Tatsächlich?"
„Der Kurs ist zehn Punkte gestiegen und steigt weiter. Was wollen Sie machen?"
„Verkaufen", sagte Tom, „verkaufen Sie."
„Gut, aber der Kurs steigt noch immer!"
„Macht nichts verkaufen!" Er schrie es richtig ins Telefon.
Als er auflegte, sank er entgeistert auf seinen Stuhl. Er hatte zehn Millionen Dollar verdient! Das Zehnfache! Es wurde ihm schwindlig. Zehn Millionen! Alles, was er jetzt noch tun mußte, war, die eine Leihmillion wieder zurückzutransferieren, und dann waren neun Millionen für ihn selbst übrig!
Gable kam auf seinen Schreibtisch zu. „Tom, Sie müssen heute abend mal wieder Überstunden machen. Ich habe da einige Verträgt, die ich -"
Tom stand auf und sagt er „Mr. Gable, stecken Sie sich Ihre Verträge in die Ohren!"
Und er ging davon. Gable starrte ihm mit offenem Mund hinterher.
Tom rücküberwies die eine Million, die er für sein Geschäft von der Bank genommen hatte, und kassierte seine neun Millionen Gewinn von dem Makler ein. Er zog mit Mary und seinen drei Jungs in ein schönes, großes Haus, kaufte Mary ein neues Auto und elegante Kleider und fuhr mit ihr und seinen Söhnen auf eine dreimonatige Reise nach Europa. Und alles, weil er das siebte Gebot gebrochen hatte.