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Die zwölf Gebote

Электронная книга - «Die zwölf Gebote». Краткое содержание книги:

12 Geschichten vom Sinn und Unsinn der 12 Gebote: von Menschen, die erst durch die Nichtbeachtung der Gebote ihr Glück fanden, zum Beispiel von Tony, dem jungen sizilianischen Bildhauer, der entgegen dem heiligen Gebot ein Ebenbild Gottes fertigt, das ihm zu Reichtum und der Hochzeit mit seiner Geliebten verhilft.
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„Gottes Gebote einzuhalten kann niemals falsch sein", sagte der Priester. „Wenn du deshalb das Zwölfte Gebot brichst, werden schlimme Dinge geschehen."

Jenny war derart aufgebracht über die Feigheit ihres Mannes, daß sie sich entschloß, sich scheiden zu lassen. Ich liebe ihn zwar, dachte sie, aber ich darf nicht mit einem Mann leben, der nicht einmal für seinen Sohn eintreten kann. Ich muß ihm sagen, daß ich mich scheiden lassen will. Weil Louis zu Hause war und sie vor ihm nichts davon erwähnen wollte, sagte sie zu Robert: „Gehen wir zum Essen aus heute abend. Ich muß mit dir reden."

„Na gut."

Robert ließ sich in einem sehr hübschen Restaurant einen Tisch reservieren und führte seine Frau dorthin aus.

Jenny war nervös und unruhig. Es war ihr klar, daß sie Robert sehr verletzen würde, aber daß sie auch keine andere Wahl hatte.

„Robert", sagte sie, „ich muß dir etwas sagen."

Am Nebentisch saßen vier Männer. Sie waren betrunken und laut.

Einer war ein Riesenkerl, noch größer als Robert. Er kam Robert bekannt vor. Er starrte dauernd Jenny an. „He", rief er herüber, „du bist aber schön, weißt du das?" Jenny versuchte, ihn zu ignorieren.

„Robert", begann sie noch einmal, „ich weiß, das ist jetzt schwierig, aber -"

„Was willst du mit dem Kerl da?" rief der Betrunkene vom Nebentisch Jenny zu. „Einer wie ich würde viel besser zu dir passen."

Robert wurde allmählich ärgerlich. Er schaute zu dem KrakeeIer hinüber und sagte: „Hören Sie, wir möchten hier friedlich speisen, ja? Warum lassen Sie uns nicht einfach in Ruhe?"

Der Mann stand auf. „Nun hört euch den an. Will der mir Vorschritten machen. Du halbe Portion, du. Paß auf, daß ich dich nicht auseinandernehme!"

„Bitte", sagte Robert, „machen Sie hier keine Szene.

Setzen Sie sich wieder hin und -"

„Wer bist denn du, daß du mir anschaffen willst, was ich zu tun habe, hä?" stänkerte der andere weiter.

Er kam herüber, stellte sich vor ihnen auf und legte Jenny die Hände auf die Schultern.

„Du bist wirklich schön, Baby", sagte er.

Robert sagte ganz ruhig: „Würden Sie bitte Ihre Hände von meiner Frau nehmen?"

„Deine Frau? Dieses schöne Wesen hat einen Armleuchter wie dich geheiratet?" Er sah Jenny an. „He, Baby, warum kommst du nicht rüber zu uns? Wir gehen noch wohin und amüsieren uns miteinander."

Jenny war alles sehr peinlich. Sie sah Robert an. „Bitte, Robert, nun tu doch endlich etwas, daß er mich in Ruhe läßt!" Robert sagte höflich: „Sir, bitte, würden Sie uns allein lassen?" Aber der große Kerl lachte nur.. „Habt ihr das gehört?" Er imitierte Robert übertrieben. „>Sir, bitte,. würden Sie uns allein lassen?< Was für eine armselige Figur bist du denn?" Er zog Jenny hoch. „Nun komm schon, Baby, amüsieren wir uns miteinander."

„Entschuldigen Sie", sagte Robert, „wirklich, das sollten Sie nicht tun." Und er stand auf.

Der Grobian packte ihn lediglich und drückte ihn zurück auf seinen Stuhl. „Du bleibst hier. Deine Frau und ich haben noch Verschiedenes miteinander zu klären." Er begann, Jenny mit sich zum anderen Tisch zu ziehen. „Robert!" rief Jenny.

Jetzt reichte es Robert endlich. Seine gesamte Frustration all der vergangenen Jahre kochte über.

Zum Teufel mit dem Zwölften Gebot! dachte er. Er stand auf und sagte: „Sie sollen sie loslassen!"

„Und wer will mich dazu zwingen?" höhnte der andere.

„Ich."

Und zum erstenmal in seinem Leben begab sich Robert in eine Schlägerei. Wie der Blitz fuhr dem ungehobelten Burschen seine Faust ins Gesicht. Der ließ Jenny los und stürzte sich auf Robert. Sie holten beide gleichzeitig aus, und ihre Schwinger trafen direkt aufeinander. Alle Gäste des Lokals erstarrten und sahen zu, wie die beiden aufeinander eindroschen.

Der Geschäftsführer versuchte, dazwischenzugehen, aber es war unmöglich. Die beiden Hünen machten es untereinander aus, und nichts konnte sie dabei stoppen.

Ihr Kampf dauerte fast zehn Minuten lang und endete, als Robert den anderen mit einem Aufwärtshaken zu Boden schickte, wo er besinnungslos liegenblieb.

Einer der Männer vom anderen Tisch sah es völlig ungläubig mit offenem Mund.

Er schaute Robert an und sagte: „Wissen Sie eigentlich, wen Sie da gerade k.o. geschlagen haben? Den Boxweltmeister im Schwergewicht!"

Am nächsten Morgen waren die Schlagzeilen der Zeitungen voll von Roberts Tat.

BOXWELTMEISTER K.O.GESCHLAGEN!

Jenny umarmte ihren Mann und sagte: „Liebling, ich bin so stolz auf dich!"

Sie hatte völlig vergessen, daß sie mit Robert in dem Lokal über Scheidung reden wollte.

Am nächsten Tag bekam Robert einen Anruf vom Manager des Boxweltmeisters.

„Der Champion sagt, Sie konnten ihn nur deshalb niederschlagen, weil er nicht mehr nüchtern war. Er will einen richtigen Kampf gegen Sie im Madison Square Garden, damit er der Welt zeigen kann, daß ihn niemand schlägt. Sind Sie einverstanden?" „Warum nicht?" sagte Robert.

Er hatte das Zwölfte Gebot ohnehin schon übertreten. Da hatte er nichts mehr zu verlieren, fand er.

So kam es, daß Robert ein Vierteljahr später gegen den amtierenden Weltmeister im Schwergewicht in den Ring stieg. Alle waren dabei, Jenny, Roberts Eltern und Louis und selbst Amy.

Und sie wurden alle nicht enttäuscht.

Robert schlug den Weltmeister in der dritten Runde k.o. und wurde selbst Schwergewichtsweltmeister. In den nächsten fünf Jahren besiegte er jeden Herausforderer und verdiente mehr als zwanzig Millionen Dollar. Alles nur, weil er das Zwölfte Gebot gebrochen hatte.

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